Rentenexperte Raffelhüschen: „Das hohe Rentenniveau erfordert deutlich höhere Beiträge“ / EZB hält an den Kurs fest

Rentenexperte Raffelhüschen: „Das hohe Rentenniveau erfordert deutlich höhere Beiträge“ / EZB hält an den Kurs fest

Handelsblatt Today vom 28.10.2021
26 Minuten

Beschreibung

vor 1 Monat
Die gesetzliche Rente kann den Lebensstandard im Alter laut dem
neuen Vorsorgeatlas 2021 nicht sichern. Der Rentenexperte vermisst
"mutige Männer" in der Politik. Wer sich bei der Altersvorsorge auf
die gesetzliche Rente verlässt, wird im Alter größere Abstriche bei
seinen Lebensstandards machen müssen. So lautet die Prognose des
neuen Vorsorgeatlas 2021 der Union Investment und des
Forschungszentrum Generationenverträge der
Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg. Weniger als die Hälfte
ihres letzten Bruttoeinkommens bekommen demnach die Senior*innen,
die sich allein auf die gesetzliche Rente verlassen. Notwendig
seien jedoch mindestens 60 Prozent. Um diese Grenze zu erreichen,
müssen in Deutschland andere Säulen der Altersvorsorge herangezogen
werden: Riester-Rente oder betriebliche Altersvorsorge und privater
Vermögensaufbau. Studienleiter Bernd Raffelhüschen ist daher
überzeugt: Die gesetzliche Rente bedarf einer Reform. Er fordert
leistungsgerechte, generationsgerechte, nachhaltige und sichere
Renten. Der Weg dahin führe unter anderem über ein niedrigeres
Rentenniveau und ein höheres Renteneintrittsalter. Doch für solche
Vorschläge fehle in Berlin der Mut. Mit ihren Plänen für eine
kapitalmarktgestützte Rente seien die Ampelparteien zu spät dran.
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