Wirtschaftsnews vom 22. Oktober 2021

Wirtschaftsnews vom 22. Oktober 2021

Wirtschaftsnews

Beschreibung

vor 1 Monat

Thema heute:   


Elektro-Lkw: Ultraschnelles Laden im Megawattbereich -
Konsortium entwickelt Lösung für emissionsarmen
Güterverkehr


 


 


Das Ziel ist ehrgeizig: Bis 2030 will die Bundesregierung den
Kohlendioxid-Ausstoß um 65 Prozent im Vergleich zu 1990
reduzieren. Doch wie kann das gelingen? Mit Partnern aus
Industrie und Forschung arbeiten Forscherinnen und Forscher der
Technischen Universität München (TUM) an Prototypen eines Lkw mit
Elektroantrieb und einer entsprechenden Ladesäule.


„Der Güterverkehr auf den Straßen ist für mehr als ein Drittel
der nationalen Treibhausgasemissionen verantwortlich“, erklärt
Sebastian Wolff vom Lehrstuhl für Fahrzeugtechnik der TUM. Damit
der CO2-Ausstoß bis 2030 drastisch reduziert werden kann, müssen
daher neue Konzepte für Lkw entwickelt werden. Im Projekt NEFTON,
das vom Bundeswirtschaftsministerium gefördert wird, entwickeln
Ingenieurinnen und Ingenieure aus Forschung und Industrie den
Prototyp eines Lkw mit Elektroantrieb sowie eine entsprechende
Ladesäule.


Lösungen sollen schnell umgesetzt werden


Derzeit werden bereits erste batterieelektrische Lkw-Prototypen
bei Kunden im Nahverkehr erprobt. Ein Lkw im Fernverkehr soll am
Tag jedoch 500 Kilometer oder mehr zurücklegen. Das heißt, der
Akku müsste mindestens einmal täglich geladen werden. Eine große
Umstellung für die Fahrerinnen und Fahrer: Momentan müssen sie
nur etwa alle fünf Tage tanken. Auch reicht es nicht aus, den
Akku über Nacht zu laden. Er sollte tagsüber in relativ kurzer
Zeit und an verschiedenen Orten aufgeladen werden können – etwa,
wenn das Fahrzeug an der Laderampe steht oder auf speziellen
Ladestellen. Das bedeutet, dass die Infrastruktur umgestaltet
werden muss. 


„Unser Ziel ist es, Lösungen zu entwickeln, die wirtschaftlich
und zeitnah umsetzbar sind“, sagt Wolff. „Und zwar mit Technik,
die bereits verfügbar ist. Aber die noch niemand in dieser
Kombination eingesetzt hat.“


Ladesystem mit Pufferspeicher


Um eine ultraschnelle Ladung der Akkus zu ermöglichen, ist das
Laden mit einem Megawatt nötig. Die Entwicklung des sogenannten
Megawatt Charging System (MCS) ist in verschiedener Hinsicht eine
Herausforderung. So sind die Kosten für eine entsprechende
Netzanschluss-Leistung sehr hoch. Die Lösung: Ein stationärer
Pufferspeicher, der die geringere Anschlussleistung ausgleichen
kann. Ein weiteres Problem sind die Akkus im Lkw selbst, die bei
einer so hohen Ladeleistung effizient gekühlt werden müssen.
Dafür gibt es verschiedene Lösungsansätze. „Wir werden
wahrscheinlich zunächst eine Wasserkühlung für die Batterie,
Kabel und Stecker nutzen“, erklärt Wolff. Effizientere Batterien
könnten den Ladevorgang und damit auch die Kühlung vereinfachen.


 


Diesen Beitrag können Sie nachhören oder downloaden
unter:
https://www.was-audio.de/aanews/News20211022_kvp.mp3
15
15
:
: