(40) Wer ist hier sozial schwach?

(40) Wer ist hier sozial schwach?

59 Minuten
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Wissenschaft ist mehr als eine Schlagzeile. Der Podcast Synapsen begibt sich auf Spurensuche und liefert Fakten, Hintergründe und Geschichten zu aktuellen Fragen der Forschung: Seit Corona kennt jeder den R-Wert, aber was genau machen Modellierer damit...

Beschreibung

vor 1 Monat
Armutsabwertung ist ein Standard des Boulevardjournalismus, der mit
Hilfe von Klischees ganze gesellschaftliche Gruppen stigmatisiert.
"Das ist Deutschlands faulster Arbeitsloser!" Ein Satz, der viel
Aufmerksamkeit auf sich zieht. Doch es ist mehr als ein
Medienphänomen: Die Soziologie erforscht Armutsabwertung schon
länger. Welche Erkenntnisse gibt es über die Motive? Wer neigt
besonders dazu, nach unten zu treten? Und was hat das für Folgen
für Betroffene? Sebastian Friedrich hat sich sowohl
wissenschaftlich als auch journalistisch mit dem Thema beschäftigt
und mit Armutsforschern und Sozialpsychologinnen gesprochen. Im
Gespräch mit Host Maja Bahtijarević erklärt er, inwiefern sich
manchmal auch Arbeitslose selbst das Narrativ zu eigen machen,
welche Folgen Armutsabwertung für die Kinder hat - und warum damit
ökonomische Zustande zementiert werden. Die
Hintergrundinformationen • Stereotype und Medien | Walter Lippmann:
Die öffentliche Meinung. Wie sie entsteht und manipuliert wird.
Westend Verlag, Frankfurt am Main. • Abwertung von Armen in den
Medien | Christian Baron, Britta Steinwachs 2012: Faul, Frech,
Dreist. Die Diskriminierung von Erwerbslosigkeit durch
BILD-Leser*innen. Edition Assemblage, Münster. • Faulheitsdebatten
| Hans Uske: Das Fest der Faulenzer. Die öffentliche Entsorgung der
Arbeitslosigkeit. DISS, Duisburg 1995 • Faulheitsdebatten | Frank
Oschmiansky, Silke Kull, Günther Schmid: Faule Arbeitslose?
Politische Konjunkturen einer Debatte. Wissenschaftszentrum Berlin,
Berlin 2001 https://www.ssoar.info/ssoar/handle/document/11519 •
Faulheitsdebatten | Matthias Kaufmann: Kein Recht auf Faulheit. Das
Bild von Erwerbslosen in der Debatte um die Hartz-Reformen.
Springer VS, Wiesbaden 2013. • Armut | Christoph Butterwegge:
Armut, 4. Auflage. PapyRossa Verlag, Köln 2019. • Langzeitstudie
zur Gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit | Wilhelm Heitmeyer
(Hg.): Deutsche Zustände 1-10. Suhrkamp Verlag, Frankfurt am
Main/Berlin 2002-2011 • Aktuelle Mitte-Studie der
Friedrich-Ebert-Stiftung | Andreas Zick, Beate Küpper (Hg.): Die
geforderte Mitte. Rechtsextreme und demokratiegefährdende
Einstellungen in Deutschland. Verlag J.H.W. Dietz, Bonn 2021
https://www.fes.de/index.php?eID=dumpFile&t=f&f=65543&token=be951e80f3f538cca04a67567b9da4b995a93c64
• Auswirkungen der Abwertung von Armut auf Kinder | Carolin
Butterwegge, Christoph Butterwegge: Kinder der Ungleichheit. Wie
sich die Gesellschaft ihrer Zukunft beraubt. Campus Verlag,
Frankfurt am Main 2021. • Marktförmiger Extremismus | Eva Groß:
Marktförmiger Extremismus und Gruppenbezogene
Menschenfeindlichkeit. Konzepte, Zusammenhänge und Verläufe. In:
Gerd Grözinger, Arne Heise, Helge Peukert (Hg.): Ökonomie in der
Krise. Analyse, Kritik, Umgestaltung. Metropolis Verlag, Marburg
2020. • Marktförmiger Extremismus | Eva Groß, Julia Gundlac,
Wilhelm Heitmeyer: Die Ökonomisierung der Gesellschaft. Ein
Nährboden für Menschenfeindlichkeit in oberen Status- und
Einkommensgruppen. In: Wilhelm Heitmeyer (Hg.): Deutsche Zustände
Folge 9. Suhrkamp Verlag, Berlin 2010. • Soziale Dominanztheorie |
Jim Sidanius, Felicia Pratto: Social Dominance. An Intergroup
Theory of Social Hierarchy an Oppression. Cambridge University
Press, Cambrigde 1999. • Geschichte der Arbeitslosigkeit | Markus
Promberger: Eine kurze Geschichte der Arbeitslosigkeit. 3 Teile.
http://doku.iab.de/grauepap/2005/Promberger_2005_GeschichteAlo.pdf
• Klassismus | Francis Seeck, Brigitte Theißl (Hg.): Solidarisch
gegen Klassismus. Organisieren, intervenieren, umverteilen, 3.
Auflage. Unrast Verlag, Münster 2021. • Klassismus | Andreas
Kemper, Heike Weinbach: Klassismus. Eine Einführung. Unrast Verlag,
Münster 2009. • Verfolgung sogenannter "Asozialer" | Anne Allex:
Die vergessenen Opfer der Nazis. Wie viele "Asoziale" und
"Kriminelle" wurden tatsächlich ermordet? In: ak - analyse und
kritik Nr. 610, November 2015
https://archiv.akweb.de/ak_s/ak610/06.htm. • Auswirkungen von
Faulheitsdebatten auf Hilfeempfänger*innen | Andreas Hirseland,
Philipp Ramos Lobato: "Die wollen ja ein bestimmtes Bild
vermitteln" - Zur Neupositionierung von Hilfeempfängern im
aktivierenden Sozialstaat. SWS-Rundschau Jg. 54 Nr. 2 (2014)
https://www.ssoar.info/ssoar/handle/document/48044.
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