Es ist nie zu spät – die letzten NS-Prozesse

Es ist nie zu spät – die letzten NS-Prozesse

52 Minuten
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Ein Thema, viele Perspektiven

Beschreibung

vor 1 Monat
Irmgard F., eine 96jährige, ist angeklagt vor der Jugendkammer des
Landgerichts Itzehoe. Weil sie mit 18 Jahren als Schreibkraft im KZ
Stutthof bei Danzig gearbeitet hat. Dass sie sich erst jetzt, nach
so vielen Jahrzehnten, dafür verantworten muss, zeigt wie langsam
die Mühlen der Justiz mahlen, wenn es um Verbrechen der NS-Zeit
geht, ja wie spät sie oft erst anfangen (können?) zu mahlen. Viele
mögen sich fragen, wieviel Schuld eine junge Sekretärin wie die
Angeklagte damals im KZ auf sich geladen hat und ob ihr jetzt, da
sie gebrechlich ist, noch der Prozess gemacht werden sollte. Aber
im KZ Stutthof sollen 66.000 Menschen ermordet worden sein. Die
Angeklagte dürfte damals zumindest gewusst haben, was um sie herum
geschah. Ihre schwachen Kräfte heute haben immerhin so weit
gereicht, dass sie vor Verhandlungsbeginn vorübergehend die Flucht
ergreifen konnte. Und schließlich: die Leiden derer, die in
Konzentrationslagern gefoltert, erniedrigt und ermordet worden
sind, wiegen auch nach Jahrzehnten noch genauso schwer wie damals.
Der Prozess gegen Irmgard F. kann jetzt beginnen. Besser viel zu
spät als nie.

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