048 — Evolution, ein Gespräch mit Erich Eder

048 — Evolution, ein Gespräch mit Erich Eder

In vergangenen Episoden habe ich mehrfach über evolutionäre Veränderungen gesprochen — es ist also höchste Zeit zum Thema »Evolution« eine eigene Episode zu machen. Ich freue mich besonders dieses Thema mit Erich Eder diskutieren zu können. Erich ist Pro.
1 Stunde 13 Minuten
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Woher kommen wir, wo stehen wir und wie finden wir unsere Zukunft wieder?

Beschreibung

vor 1 Monat

In vergangenen Episoden habe ich mehrfach über evolutionäre
Veränderungen gesprochen — es ist also höchste Zeit zum Thema
»Evolution« eine eigene Episode zu machen.


Ich freue mich besonders dieses Thema mit Erich Eder diskutieren
zu können. Erich ist Professor für Biologe an der medizinische
Fakultät der Sigmund Freud Privatuniversität. Erich lehrt auch an
der Univ. Wien, hat jahrelang an Urzeitkrebsen, sowie am
Department für Evolutionsbiologie geforscht.


Zu dieser Aufnahme hat mich Erich auf seinen wunderbaren
Bauernhof in die »Urwälder Wiens« eingeladen. Diese Atmosphäre
hat auch auf die Aufnahme auf sehr schöne Weise abgefärbt: Wir
haben Nachmittags bei Sonnenschein mit der Aufnahme
 begonnen , dann ist ein Unwetter durchgezogen, was auch zur
Folge hatte, das ein Schaf gerne bei uns im Haus Unterschlupf
bekommen hätte. 


In dieser tollen Atmosphäre sprechen wir über die Geschichte der
Evolution und damit die ersten wesentlichen Erkenntnisse die auf
Charles Darwin und seine Zeitgenossen zurückgehen. Dies sind
Erkenntnisse, die teilweise aber auf Ideen beruhen, die bis zur
Antike zurückreichen. 


»Es ist deshalb müssig, immer wieder auf die Nützlichkeit der
einzelnen Tiere oder Pflanzen, sowie auf ihre erstaunliche
Anpassung aneinander hinzuweisen. Ich möchte gerne wissen, wie
ein Lebewesen existieren könnte, wenn seine Teile nicht in dieser
Weise angepasst wären. Finden wir nicht, dass es sogleich
eingeht, wenn diese Anpassung aufhört? [...] Und kann man nicht
auf diese Weise den Anschein von Weisheit und Planung, wie ihn
das Universum bietet erklären?«, David Hume


Charles Darwin war eine äußerst interessante Persönlichkeit, der
in regem Austausch mit bedeutenden Zeitgenossen wie etwa Thomas
Henry Huxley, Alfred Russel Wallace und Sir Charles Lyell stand.
Erich erzählt von Darwins Reise mit der »Beagle« und dem
Verhältnis zu Captain Fitzroy, das als Beispiel  für die
Reaktion vieler auf Darwins Erkenntnisse dienen kann. Im Jahr
1858 werden Darwins Forschungsergebnisse in der Royal Society
präsentiert — und finden keine Beachtung. Das eher
populärwissenschaftliche Buch »On the Origin of Species«
(veröffentlicht 1859) wird hingegen ein durchschlagender Erfolg.


»Evolution always wins«


Wir sprechen weiters über Biologismus, Sozialdarwinismus des
beginnenden 20. Jahrhunderts und Ideen der Eugenik, über die ich
ansatzweise schon in den Episoden 44 mit Philipp Blom sowie 41
über Bertrand Russel diskutiert habe.


Dann erklärt Erich wesentliche neue Erkenntnisse des 20. und 21.
Jahrhunderts, wie etwa Symbiose, die Rolle von Viren im Austausch
von DNA und Epigenitik, Variation in der Mutationsrate,
Gruppenselektion und die Systemtheorie nach Rupert Riedl und was
ist vom »selbstsüchtigen Gen« zu halten?


Nicht nur die Erkenntnis wächst, auch unsere Fähigkeit das Genom
von Organismen (und Viren) zu manipulieren. Was können wir von
der Zukunft erwarten, mit der synthetischen Biologie, die bereits
voll an Fahrt aufnimmt — wird jeder Schüler in der Garage seine
eigenen Viren züchten können?


Zuletzt stelle ich die Frage, welche Rolle die Prinzipien der
Evolution jenseits der Biologie, also etwa in unseren
techno-sozialen Systemen, aber auch aus erkenntnistheoretischer
Sicht spielen (könnten).


Referenzen


Andere Episoden


Episode 33: Naturschutz im Anthropozän, Ein Gespräch mit
Prof. Frank Zachos

Episode 41 – Intellektuelle Bescheidenheit: Was wir von
Bertrand Russel und der Eugenik lernen können

Episode 44 – Was ist Fortschritt? Ein Gespräch mit Philipp
Blom



Erich Eder


https://www.sfu.ac.at/en/person/eder-erich/



Fachliche Referenzen


Gerhard Streminger, Hume, Rowolth bildmonographien (1984)

Charles Darwin, On the Origin of Species

Brian Arthur über Algorithmen und Wissenschaft

John Gray, Black Mass, Penguin (2008)

Richard Dawkins, The Selfish Gen: 40th Anniversary Edition,
Oxford Landmark Science (2016)

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