Ein Schuss vor den Bub - E09 - Saison 21/22

Ein Schuss vor den Bub - E09 - Saison 21/22

1 Stunde 11 Minuten

Beschreibung

vor 2 Monaten
Leute, was sollen wir noch sagen? Der Herbst steht vor der Tür und
Maik Nöcker scheint seit Sonntag die Sonne aus dem Arsch. Er ist
der Tabellenführer mit dem Totenkopf, ein Spitzenreiter der
Apokalypse. Auch gänzlich ohne Filterkaffee. Weshalb er heute mit
der Boomer-Kutsche zum Studio gekommen ist, wo er dann gleich neben
dem Hausfrauenporsche von Micky Beisenherz parken durfte. So
standen sie dort, silberne Rücken, elbgoldene Zeiten, und schritten
schließlich Hand in Hand ans Mikrofon, um wieder alles zu geben. An
diesem Tag nach dem Tag der Deutschen Eintracht, der eine als
Calli, als Kanzler, als seine eigene Karikatur. Der andere mal
wieder als Weltpokalsiegerbesieger, als echter Gourmeggle, als
Guido Resthaarwelle. So nahmen sie Fahrt auf, mit dem Longboard
nach München, die Standleitung bis nach Berlin. Und strichen mit
zittrigen Fingern über die feinen Linien der gerade noch frischen
Tabelle. Von oben nach unten, alles wieder schön eng beieinander.
Weil die Bayern gestolpert waren, am Frankfurter Torwart
verzweifelt, und sie jetzt wieder gejagt werden dürfen. Bis zum
Winter von Bayer, danach auch vom Rest der so genannten Verfolger.
Und natürlich fielen gleich danach auch lobende Worte. Für Freiburg
und Streich, die noch immer schönste Überraschung der noch immer
sehr jungen Saison. Jedes Kompliment ehedem auch ein Gruß in die
Hauptstadt, wo ein Trainer arbeitet, der so klein ist, dass er
nicht mal mehr über den Tellerrand reicht. Und wo am Donnerstag
zuvor, das Stadion in anderen Farben, nicht nur der Anstand,
sondern auch die Geschichte mit Füßen getreten wurde. Weil dort in
der Kurve Brandstifter standen, die unbedingt zündeln wollten. Mit
Wörtern zunächst, Freunde der Sonne. Dann hielt einer sein
Feuerzeug an die Flagge der Gäste. Und ein anderer seinen rechten
Arm in die Nacht. Parolen, als wäre da wieder die vollgepisste
Jogginghose, das dunkeldeutsche Trikot. Eine Schande für alle, die
für das Spiel gekommen waren, für Europa und den Pokal. Der Verein
hat sich entschuldigt, der Staatsschutz ermittelt. Also, was sollen
wir jetzt noch sagen? Was ohnehin bleibt, sind Gefühle. Hören aber
müsst ihr schon selbst.

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