Weggesperrt und ruhiggestellt. Serbiens vergessene Kinder

Weggesperrt und ruhiggestellt. Serbiens vergessene Kinder

15 Minuten
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Politische Reportagen und Features mit Hintergrundinformationen zu Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Hier gibt es 15- bis 25-minütige Berichte, Reportagen und Features aus (Nord-) Deutschland, sowie von ARD-Korrespondenten und freien Autorinnen und...

Beschreibung

vor 3 Wochen
Menschenrechtler deckten im Sommer 2021 eklatante Missstände in
serbischen Behindertenheimen auf. Wenn Vladimir aus Rakovica bei
Belgrad ins Heim Trbunje in Südserbien zurückmuss, weint er und
wehrt sich mit Händen und Füßen. Der junge Mann hat eine geistige
Behinderung. Sein Vater unternimmt alles Menschenmögliche, um
seinen Sohn anderswo unterzubringen. Doch das scheint unmöglich,
denn in Serbien gibt es keine soziale und finanzielle Unterstützung
für Familien mit Kindern mit Behinderungen. Heime dagegen bekommen
für jeden Betreuten Geld und haben sehr viel Macht. Sie entscheiden
sogar über das Besuchsrecht der Eltern. „Serbiens vergessene
Kinder“ - so heißt der Bericht über Heime für Menschen mit
Behinderung, der Ende Juni 2021 viele Menschen in Serbien
erschüttert hat. Die amerikanische Menschenrechtsorganisation
„Disability Rights International“ untersuchte acht Einrichtungen in
Serbien, in denen rund 780 Menschen leben. „Es ist die Hölle“, wird
ein Mitarbeiter zitiert. Der Bericht spricht teilweise von
regelrechter Folter. Kinder mit schwerer Behinderung werden mit
Medikamenten ruhiggestellt. Sie liegen in vergitterten Betten, ohne
Therapie oder bewegt zu werden, was lebensgefährlich sein kann.
Hinzukommen verdreckte oder fehlende Toiletten, mit Blut und
Fäkalien stark verschmutzte Matratzen und überbelegte Räume.
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