Die Stadt Mariupol – ein Aschenputtel im Südosten der Ukraine

Die Stadt Mariupol – ein Aschenputtel im Südosten der Ukraine

Mariupol liegt wunderschön. Mit ihren Stränden und historischen Bauten könnte die Stadt Badeort und Touristenmagnet sein. Doch sie ist nicht weit entfernt von der Frontlinie zu den russischen Aufständischen im Osten der Ukraine und zwei riesige Stahlw ...
24 Minuten

Beschreibung

vor 2 Monaten
Mariupol liegt wunderschön. Mit ihren Stränden und historischen
Bauten könnte die Stadt Badeort und Touristenmagnet sein. Doch sie
ist nicht weit entfernt von der Frontlinie zu den russischen
Aufständischen im Osten der Ukraine und zwei riesige Stahlwerke
hüllen die Stadt oft in eine Giftwolke. Sollen wir bleiben oder
wollen wir gehen? Das fragen sich viele in Mariupol. Das Leben in
der Stadt am Asowschen Meer ist hart. Ein Fünftel der Bevölkerung
sind Flüchtlinge aus dem nahen Kriegsgebiet im Osten der Ukraine.
Der Warenhandel über den Hafen von Mariupol leidet unter den
Kriegsfolgen und viele kommen mit ihrem Einkommen nur schlecht über
die Runden. Auch die ökologischen Auswirkungen der Schwerindustrie
machen der Stadt zu schaffen. Die zwei Stahlwerke Mariupols gehören
zu den grössten solchen Industrieanlagen weltweit. Sie sind in
Besitz eines der reichsten Oligarchen des Landes, Rinat Achmetow.
Seine Kritiker werfen ihm vor, dass er weit weg in
millionenschweren Luxuspalästen wohnt, aber kaum etwas investiert,
um die Luft in Mariupol erträglich zu machen. Vor allem in der
Nacht hüllen die Stahlwerke Achmetows die Stadt in eine giftige
Wolke. Trotz all der widrigen Umstände oder gerade ihretwegen gibt
es in Mariupol eine lebendige Szene von jungen Aktivisten, die sich
dafür einsetzen, dass das Leben in der Stadt besser wird. Die
Reportage aus Mariupol zeigt die Probleme aber auch das Potential
der Stadt und was ihre Bevölkerung daraus macht.

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