Eigentum – Fluch oder Segen? - Der philosophische Stammtisch

Eigentum – Fluch oder Segen? - Der philosophische Stammtisch

Immer mehr sprechen sich gegen Eigentum aus: Würden wir nicht haben, sondern teilen, würden wir Ressourcen sparen und dem, was wir gemeinsam besitzen, mehr Sorge tragen. Doch besagt nicht das Problem der Allmende, dass das, was keinem gehört, bald ver ...
60 Minuten

Beschreibung

vor 1 Monat
Immer mehr sprechen sich gegen Eigentum aus: Würden wir nicht
haben, sondern teilen, würden wir Ressourcen sparen und dem, was
wir gemeinsam besitzen, mehr Sorge tragen. Doch besagt nicht das
Problem der Allmende, dass das, was keinem gehört, bald verlottert,
weil sich keiner dafür zuständig fühlt? Die Wogen gingen hoch, als
bekannt wurde, dass das Grundstück des Tennisspielers Roger Federer
bis ans Seeufer reichen soll und der Öffentlichkeit der Zugang zum
See nicht mehr möglich sein würde. Gehört der See nicht allen?
Ähnlich die Frage, wem der Boden in den Zentren gehört: Den
Reichen, die sich das Wohnen in den Grossstädten noch leisten
können? Dem Rest bleibt dann die Agglomeration. In Berlin haben
Aktivistinnen und Aktivisten aus genau diesem Grund ein
Volksbegehren gestartet, um Wohnungskonzerne zu enteignen. Die
Philosophie hatte immer ein ambivalentes Verhältnis zum Eigentum:
Für die einen sind Eigentumsrechte der Kern unserer Freiheit. Für
die anderen läuten sie das Ende jeden Gemeinwohls ein. Eigentum –
Wurzel allen Übels? Oder der Königsweg in die Freiheit? Lässt sich
Eigentum überhaupt vernünftig begründen? Am Philosophischen
Stammtisch diskutieren Barbara Bleisch und Wolfram Eilenberger mit
der Philosophin Eva von Redecker, die mit ihrem Buch «Revolution
für das Leben» Eigentum neu denken will, und mit dem
Philosophieprofessor Francis Cheneval, der unter anderem als
Sonderbeauftragter für «Property Rights» bei der UNO tätig war und
sagt: Eigentumsrechte sind für die Entwicklung einer Gesellschaft
zentral.
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