Die Diffamierung hat Methode! | Von Marcus Klöckner

Die Diffamierung hat Methode! | Von Marcus Klöckner

10 Stunden 8 Minuten

Beschreibung

vor 10 Monaten

Den vollständigen Standpunkte-Text (inkl ggf. Quellenhinweisen
und Links) finden Sie hier:
https://apolut.net/die-diffamierung-hat-methode-von-marcus-kloeckner


Regierungskritiker werden gesellschaftlich tabuisiert, indem man sie in Talk-Shows systematisch in die rechte Ecke drängt. Exklusivabdruck aus
dem aktuellen Rubikon-Buch „Zombie-Journalismus
-Was kommt nach dem Tod der Meinungsfreiheit?“


Ein Standpunkt von Marcus Klöckner.


Hinweis zum Beitrag: Der vorliegende Text erschien zuerst
im „Rubikon – Magazin für die kritische Masse“, in dessen
Beirat unter anderem Daniele Ganser und Hans-Joachim Maaz aktiv
sind. Da die Veröffentlichung unter freier Lizenz (Creative
Commons) erfolgte, übernimmt KenFM diesen Text in der
Zweitverwertung und weist explizit darauf hin, dass auch der
Rubikon auf Spenden angewiesen ist und Unterstützung braucht. Wir
brauchen viele alternative Medien!


Besonders beliebt ist das Werfen mit braunem Dreck im Rahmen
politischer Talkshows. Das Prinzip geht so: Wenn überhaupt einmal
eine Person eingeladen wird, die eine nicht opportune Meinung
vertritt, sitzt in der Runde ein „Rechtsextremismus-Forscher“,
„Rechtsextremismus-Experte“ oder jemand mit ähnlicher
„Expertise“. Nicht immer, aber oft besteht deren Aufgabe darin,
mit braunem Dreck zu werfen. Exklusivabdruck aus
„Zombie-Journalismus: Was kommt nach dem Tod der
Meinungsfreiheit?“.


Grundrechte-Demos? Querdenker-Demos? Das sind Stichworte, um den
mit braunem Dreck gefüllten Sack zu öffnen. Dann folgen Sätze,
die ich aus meiner Erinnerung mal zusammenfasse. Ungefähr so
läuft es dann ab: Rechtsextremismus-Forscher: „Ist Ihnen
eigentlich klar, wer da bei Ihnen auf den Demos mitläuft? Haben
Sie gesehen, dass dort auch Reichsflaggen geschwungen werden?“
Stichwort für den Moderator: Einspieler, Aufnahme von
Reichsflaggen auf der Demo. Voilà, Beweis geliefert, qualitativ
hochwertigen Journalismus abgeliefert.


Rechtsextremismus-Experte: „Sehen Sie das denn nicht? Wissen Sie
eigentlich, wer Sie unterstützt? Wenn man weiß, dass auch Rechte
mitlaufen wollen, dann muss man sich distanzieren.“ Der
Angegriffene sagt etwas wie: „Haben wir doch, haben wir doch.“
Das genügt aber unserem Braunendreckwerfer nicht: „Aber nicht
deutlich genug, nicht deutlich genug.“ So in etwa läuft die
„Operation Brauner“. Der Strick ist gedreht, er wird einem von
hinten um den Hals gelegt und dann wird zugezogen – und zwar
unter völliger Akzeptanz der anderen Talkshow-Teilnehmer
inklusive der Moderatoren. Man ist sich schließlich in solchen
Runden einig. Um Himmels willen keine Staatskritik. Jeder, der
Politik über das „legitime Maß“, festgelegt von den „moralisch
Gerechten“, hinaus kritisiert, wird selbstverständlich als
Verschwörungstheoretiker, als Rechter und so weiter bezeichnet.


„Operation Brauner “ gegen #allesdichtmachen


Während diese Zeilen entstehen, läuft gerade „Operation Brauner“
gegen die #allesdichtmachen-Künstler ab. Vorhang auf, der
Tagesspiegel tritt maximal investigativ journalistisch auf.
Überschrift: „Filmbranche und Querdenker. Das Netzwerk hinter
#allesdichtmachen“ (1). Schon der Subtext in der Überschrift
verdient Beachtung, denn er schmuddelt so wunderbar den Denkweg
mit braunem Dreck voll.


Querdenker, da denkt man dank der überaus objektiven
Berichterstattung unserer Qualitätsmedien quasi schon automatisch
an Nazis, und dann ist die Assoziationskette von Netzwerk zu
„rechten Netzwerken“ nicht weit.


Anders gesagt: Als einigermaßen mediengeprägter Leser kann man
sich denken, dass nun ein Artikel folgt, der aufzeigt, dass die
Aktion #allesdichtmachen auf irgendeine Weise Verbindung zu den
Rechten oder der neuen Rechte haben muss – was die Aktion dann
praktischerweise sofort delegitimiert.


In dem Artikel ist die Rede von „einem ominösen Drahtzieher aus
dem Querdenker-Milieu“. Da führen die Autoren an, dass der
Notfallmediziner „Paul Brandenburg“ in einer Sendung auftritt und
dass in dieser Sendung auch mal „Martin Sellner, der Sprecher der
Identitären Bewegung Österreich“, gesessen habe. Wir erfahren,
dass es „offensichtlich keine Berührungsängste mit den extremen
Rechten gibt“ ― dieses „offensichtlich“ ist köstlich.


Dann teilen die Autoren den Lesern mit, dass Brandenburg eine
Initiative gegründet hat, bei der auch ein Oberstleutnant
mitmacht ― auch hier wieder das Spiel mit den Assoziationen:


„Oberstleutnant“? Haben die Rechten nicht ständig irgendwelche
Verbindungen zur Bundeswehr? Na, na? ―, und dass diese Gruppe das
erklärte Ziel hat, „die bürgerliche Mitte der Gesellschaft zu
erreichen und zu vernetzen, um gegen die ›Einschränkung der
Grundrechte‹ aufgrund der Corona-Eindämmungsmaßnahmen zu
opponieren.“


Schließlich findet sich noch die „Information“, Brandenburg habe
sich zuhauf populistisch geäußert. Dann folgt das Glanzstück des
gesamten Artikels. Unter der Zwischenüberschrift steht: „Nähe zu
neurechten Positionen“. Man liest und staunt. Jetzt sollte es
spannend werden, jetzt darf man erwarten, dass die beiden Autoren
Andreas Busche und Hannes Soltau und das „Recherchenetzwerk“
„Antischwurbler“ liefern.


Die Beschuldigung, jemand habe eine „Nähe zu neurechten
Positionen“, ist ziemlich weitreichend für die entsprechende
Person. Das ist fast so, als würde man sagen: XY ist ein Nazi.
Also, wie sieht die Lieferung des braunen Drecks aus?
So:…weiterlesen hier:
https://apolut.net/die-diffamierung-hat-methode-von-marcus-kloeckner


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