Die neuen Walliser – Lockrufe vom Rande der Schweiz

Die neuen Walliser – Lockrufe vom Rande der Schweiz

Es boomt im Oberwallis. Tausende von Fachleuten aus der ganzen Welt ziehen in den Bergkanton. Die Zuzüger sollen hier sesshaft werden. Das bringt Chancen aber auch Herausforderungen.
32 Minuten

Beschreibung

vor 1 Monat
Es boomt im Oberwallis. Tausende von Fachleuten aus der ganzen Welt
ziehen in den Bergkanton. Die Zuzüger sollen hier sesshaft werden.
Das bringt Chancen aber auch Herausforderungen. Ein bisschen Angst
sei schon auch dabei – vor allem vor der Kälte, sagt der Inder
Murlidhar Mhamane, während er mit seiner Frau Pallavi die Koffer
packt. Neu gekaufte dicke Jacken und andere Winterkleider für ihre
zwei kleinen Kinder gehören dazu. Solche Kleider hätten sie noch
nie gebraucht. Die indische Familie lebt seit acht Jahren in
Singapur. Murlidhar arbeitet dort bei der regionalen Lonza. Jetzt
macht er sich mit seiner Familie auf ins Wallis. Murlidhar ist
einer von rund 1500 Fachkräften, die allein in diesem Jahr bei der
Lonza in Visp eine neue Stelle antreten. Menschen aus rund sechzig
Ländern arbeiten dort. Mehrheitlich kommen sie aus Deutschland oder
Österreich. Für sie ist die Integration meist einfacher, kulturell
und von der Sprache her. Solche, die nur Englisch sprechen, haben
es schwieriger. Die Walliser Wirtschaftspromotoren möchten, dass
diese Menschen bleiben. Es brauche sie langfristig. Das bietet auch
Chancen für kleinere Berggemeinden wie Zeneggen, oberhalb von Visp.
Hier ist die Schülerzahl knapp. Neue Familien mit Kindern könnten
die Schule retten. Das heisst aber, dass man Strukturen anpassen
und investieren muss. Vor allem braucht es Wohnungen, aber auch
neue Lokalitäten für die ausserschulische Kinderbetreuung. Was
jetzt im Oberwallis ablaufe, werde diesen Kantonsteil über die
Jahre stark verändern, sagen viele im Kanton. Und es sind auch
Ängste da, zum Beispiel, dass die Arbeitsstellen irgendwann wieder
verschwinden, aber die Menschen bleiben. Oder dass man fremd in der
eigenen Firma wird, wenn man auf einmal Englisch reden muss. Der
Walliser Reporter Christof Franzen hat in seinem Heimatkanton
Neuzuzüger und Alteingesessene getroffen.

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