Wirtschaftsnews vom 03. August 2021

Wirtschaftsnews vom 03. August 2021

Wirtschaftsnews

Beschreibung

vor 1 Jahr

Thema heute:   


Ferienwohnung privat an Urlauber vermieten: Welche
steuerlichen Varianten gibt es?


 


 


Die Nachfrage nach Ferienwohnungen und Ferienhäusern im Inland
boomt, nachdem wieder einige EU-Länder in Risikogebiete
eingestuft wurden. Wer darüber nachdenkt, seine vorhandene
Ferienwohnung zu vermieten, sollte über die steuerlichen Aspekte
genauso Bescheid wissen wie über die speziellen Corona-Auflagen
im Bundesland des Feriendomizils.


Wird eine Ferienunterkunft vermietet, ist das meist eine private
Angelegenheit und nicht automatisch ein Gewerbe. Jeder darf
seinen privaten Besitz verwalten und damit Geld erwirtschaften.
Dabei ist es maßgeblich, in welchem Umfang vermietet wird, wie
hoch die Mieteinkünfte sind und ob der Vermietung eine
Gewinnerzielungsabsicht zugrunde liegt.


Liebhaberei interessiert den Fiskus nicht


Wird die vorhandene Ferienwohnung in erster Linie selbst genutzt
oder nur ab und zu vermietet, sieht das Finanzamt dies
normalerweise als Liebhaberei, also als reine Privatangelegenheit
an. In diesem Fall bleiben die Mieteinnahmen steuerfrei und der
Eigentümer kann vollständig darüber verfügen. Den Fiskus
interessieren weder die Einnahmen noch die Ausgaben des
Eigentümers. Die Anschaffungskosten können allerdings ebenso
wenig steuerlich abgeschrieben werden, wie entstandene Verluste.
Die üblichen Posten von Privathaushalten bei der
Einkommensteuererklärung können natürlich steuerlich geltend
gemacht werden. Dazu zählen die Steuerermäßigungen für
Handwerkerkosten oder haushaltsnahe Dienstleistungen.


Vermietung als Steuersparmodell


Wer alle möglichen Ausgaben im Zusammenhang mit der Immobilie als
Werbungskosten geltend machen möchte, muss dem Finanzamt
glaubhaft machen, dass die Wohnung fast ausschließlich vermietet
wird. Dies ist plausibel, wenn eine Eigennutzung vertraglich
ausgeschlossen wird. Verträge können z.B. mit einem Verwalter
oder einer Agentur geschlossen werden. Muss der Vermieter in der
Wohnung Schönheitsreparaturen durchführen, darf er vorübergehend
darin wohnen, aber nur solange die Arbeiten andauern. Liegt die
zu vermietende Einliegerwohnung im Haus des Eigentümers, ist
nachzuweisen, dass der Eigentümer diese nicht benötigt. Dies kann
angenommen werden, wenn die selbst bewohnte Wohnung von der Größe
her für den Eigentümer und seine Familie ausreichend ist. Zudem
erkennt das Finanzamt eine ausschließliche Vermietung an, wenn
die Vermietungszeit mindestens 75 Prozent der ortsüblichen
durchschnittlichen Auslastung erreicht. Das kann eine hohe Hürde
darstellen.  Wenn Mieteinnahmen steuerpflichtig sind, werden
sie mit dem persönlichen Einkommenssteuersatz besteuert.
Zeitweilige Verluste erkennt das Finanzamt ebenfalls an und
verrechnet sie mit späteren Einkünften.


 


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