heterotopia #12 Nicki Frenking

heterotopia #12 Nicki Frenking

Über Topfschlagen und Rubbellose
1 Stunde 39 Minuten
Podcast
Podcaster
ein podcast über lebensweisen und strategien von musiker*innen

Beschreibung

vor 1 Monat

NICKI FRENKING.


ÜBER TOPFSCHLAGEN UND RUBBELLOSE.


„Ich habe gute Erfahrungen damit gemacht, an einen Ort zu gehen
und sehr frei zu sein, in dem was man dort sucht.“


Nicki Frenking ist freischaffende Musikerin, Sound Designerin und
Musikproduzentin.


Musik besaß für Nicki sehr früh einen hohen Stellenwert, doch die
scheinbar starren Regeln und Strukturen eines musikalischen
Werdegangs schienen im starken Widerspruch zu dem zu stehen, was
sich Nicki unter Musik vorstellte.


Als sie die Aufnahmeprüfung für den Studiengang Musik und Medien
an der Robert Schumann Hochschule bestand, ging sie nach
Düsseldorf. Doch das Studium war für Nicki erstmal nicht das, was
sie sich erträumt hatte: Sie fühlte sich von den Ansprüchen der
Hochschule überfordert, gleichzeitig gehörte sie zu einer der
wenigen Frauen des Instituts. Ein Erasmus-Semester in Riga, der
Hauptstadt Lettlands, offenbarte ihr das Musikstudium schließlich
doch so, wie sie es sich vorgestellt hatte: Den ganzen Tag Musik
machen in einem Jugendstil-Schloss mitten in der Stadt.


Nachdem sie das Studium in Düsseldorf beendet hatte, fasste sie
einen Entschluss: Ohne zuvor schon einmal dort gewesen zu sein,
ging sie nach Kapstadt um dort zu leben. In der südafrikanischen
Stadt fand sie eine Wohnung und einen Job als Barpianistin und
erfüllte sich ihren Wunsch. Doch die Überlegung, für immer dort
zu bleiben, änderte sich mit der Zeit.


Zurück in Europa machte Nicki in Basel ein Praktikum als
Sounddesignerin. Als sie sich eines Tages dabei wiederfand,
Kuhsounds zu bearbeiten, stellte sie sich noch einmal die Frage,
ob es wirklich das war, was sie für den Rest ihres Lebens tun
wollte.


Sie zog nach Utrecht und schrieb sich dort für den Master Music
Design und Komposition ein. Nebenbei jobbte sie im Amsterdamer
Bimhuis, einem der größten Jazzclubs Europas. Als sie sich
plötzlich in dem Veranstaltungsort in einer führenden Position
wiederfand, ging sie zurück nach Berlin.


Dort arbeitet Nicki heute als Musikproduzentin für diverse
Theaterproduktionen und Installationen, außerdem wurde sie
Synthesizerfrau bei der Elektropunkband „Kochkraft durch KMA“:
Hier fand sie schließlich das, wonach sie lange gesucht hat: Dass
Musik nicht immer gut sein muss.


Ich treffe Nicki in ihrer Wohnung in Berlin-Neukoelln.
Synthesizer tummeln sich in ihrem Wohnzimmer, ein Klavier gibt es
und irgendwo auch noch eine Geige. Vor dem Fenster, von dem aus
wir in einen weiss angestrichenen Hinterhof schauen, chillen
Pflanzen und ein Buddha. Es gibt Berliner und Falafel. Irgendwann
später auch kalten Kaffee, weil wir uns verquatschen.


In Heterotopia spreche ich mit Nicki über die Liebe zur Musik,
die so oft durch besondere Erwartungshaltungen getrübt werden
kann. Warum wurde Nicki doch noch Musikerin, obwohl es in ihrem
Leben Phasen gab, in denen sie sich gar nicht mehr mit Musik
auseinandersetzte?


Wie kam es zu ihrer Entscheidung, für immer in Kapstadt leben zu
wollen? Warum kehrte sie schließlich doch wieder zurück? Warum
lernte sie in einem Amsterdamer Lokal mehr als in ihrem Studium?
Was findet sie an Rubbellosen toll? Und was gab ihr die Band
Kochkraft durch KMA, was ihr ihre vorherigen Musikprojekte oft
nicht geben konnten?


Infos:


Nicki produzierte Musik & Sounddesign für die
deutsch-palästinensische Simultan-Performance „PARALYSE“, die ihr
dieses WE am 31.7. und 1.8. im Heimathafen Neukoelln (Berlin)
live anschauen könnt:


https://heimathafen-neukoelln.de/events/paralyse/


Kochkraft durch KMA bei WDR-Rockpalast:


https://www.youtube.com/watch?v=MEYnN1FsSNs


http://www.kochkraft.band/

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