Best of: Früher hatten Jordaniens Frauen mehr Selbstvertrauen

Best of: Früher hatten Jordaniens Frauen mehr Selbstvertrauen

Vor 100 Jahren wurde das heutige Jordanien gegründet. Die Frauen im Land haben allerdings – auf den ersten Blick – wenig zu feiern. Zwar setzten sich Jordanierinnen schon früh für ihre Rechte ein. Aber heute stecken sie fest. Was ist passiert?
29 Minuten

Beschreibung

vor 2 Monaten
Vor 100 Jahren wurde das heutige Jordanien gegründet. Die Frauen im
Land haben allerdings – auf den ersten Blick – wenig zu feiern.
Zwar setzten sich Jordanierinnen schon früh für ihre Rechte ein.
Aber heute stecken sie fest. Was ist passiert? 1956 war für viele
Frauen in Jordanien ein Jahr des Aufbruchs. Sie kämpften öffentlich
für Frauenrechte. Und heute? «Heute sind sie verhüllt und rufen
«Gott ist der Grösste» – ohne Inhalt», sagt die Historikerin Suhair
al Tal. Sie hat ein Buch über die Frauenbewegungen in Jordanien
geschrieben. Frauen in Jordanien haben heute das Wahlrecht, sie
sind in der Verfassung den Männern gleichgestellt. An den
Universitäten schliessen mehr Frauen ein Studium ab als Männer. Und
doch: von wirklicher Gleichberechtigung sind die Frauen in
Jordanien weit weg. «Als Frau im politischen Kontext des Nahen
Ostens kann man sich nicht wirklich frei für oder gegen das
Kopftuch entscheiden», sagt die Aktivistin Sara Abaza. Als Teenager
legte sie das Kopftuch ab. «Frauen sorgen für die Kinder, putzen.
Ich komme nicht viel raus. Das ist unsere Tradition», sagt die
Beduinin Alia Amamre. Für Frauenrechte zu demonstrieren – davon
hält sie nichts. «Ich will nicht nach den Männern essen», sagt die
Politikerin Zainab Salameh al-Moussa. Sie kämpft gegen die
Marginalisierung der Frauen. Was ist passiert? Da sind Traditionen.
Sie sind stark. Aber da ist auch der Einfluss von aussen. Auch von
westlichen Ländern. (Erstausstrahlung: 13. März 2021)
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