Jelinek: "Entscheidend ist die Erkrankungsrate" "Überzeugungsarbeit für Impfen leisten, aber ohne Zwang" Holter: "Lage im olympischen Dorf hat durch Corona nichts mit dem zu tun, wie es früher war"

Jelinek: "Entscheidend ist die Erkrankungsrate" "Überzeugungsarbeit für Impfen leisten, aber ohne Zwang" Holter: "Lage im olympischen Dorf hat durch Corona nichts mit dem zu tun, wie es früher war"

16 Minuten

Beschreibung

vor 2 Monaten

Die Zahlen steigen weiter, erstmals seit Anfang Juni gibt es
wieder mehr als 2.000 Neuinfektionen an einem Tag. Und auch die
Inzidenz liegt jetzt bei 12,2. Doch sind das angesichts der
steigenden Impfquote noch die entscheidenden Parameter in der
Bewertung der Krise und der Diskussion um mögliche neue
Maßnahmen? „Nein, wir sind in einer ganz anderen Situation als
vor einem Jahr“, sagt Professor Tomas Jelinek vom Berliner
Centrum für Reise- und Tropenmedizin im Interview mit Katrin
Neumann. Entscheidend sei die Zahl der Erkrankungen. Und dort sei
die Rate bei der Delta-Variante niedriger. Beim Thema Reisen
sieht Jelinek keine erhöhte Gefahr durch Urlaubsrückkehrer, auch
wenn sie laut Robert-Koch-Institut mittlerweile 25 Prozent der
Neuinfektionen ausmachen. Das Reisen werde keinen entscheidenden
Einfluss auf die Entwicklung der Zahlen haben, so Jelinek. Viel
wichtiger sei weiterhin das Verhalten jedes Einzelnen. Es gelte
weiter Menschenmengen und Superspreader-Events zu meiden. Als
eine Ursache für die stockende Impfkampagne sieht Jelinek vor
allem ein Verteilungsproblem. Aber natürlich gehe es jetzt auch
darum, Überzeugungsarbeit zu leisten - jedoch ohne Zwang.


    


Letztlich entscheidet das Impftempo im Wettlauf mit der
Delta-Variante über die Corona-Lage der nächsten Wochen und
Monate. Um die Impfkampagne weiter anzukurbeln, sind kreative
Ideen gefragt: ntv-Sportmoderator Nico Holter berichtet von einer
frisch gestarteten Aktion im Stadion von Borussia Dortmund. Der
Fußball-Bundesligist lockt mit einer Stadionführung und dem
DFB-Pokal im Anschluss an den Piks im Signa-Iduna-Park. Außerdem
berichtet Holter vor dem Start der Olympischen Spiele in Tokio
von Gesprächen mit besorgten Athleten im olympischen Dorf, deren
Vorfreude auf die Wettkämpfe durch die angespannte Corona-Lage in
der japanischen Hauptstadt getrübt wird. „Das hat nichts mit dem
zu tun, wie es früher war.“ Dass die Kombination Sport und
Großveranstaltung eine große Herausforderung in Corona-Zeiten ist
und bleibt, zeigt Anne-Kathrin Cyrus mit Blick auf die Zahlen in
Italien. Dort machen besonders die Behörden im Großraum Rom die
Feierlichkeiten nach dem Sieg bei der Fußball-EM für den starken
Anstieg der Neuinfektionen mitverantwortlich. Brisant auch die
Lage in Griechenland, wo die Zahl der Neuinfektionen vorgestern
den höchsten Stand seit Ausbruch der Pandemie erreicht hat.


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