Der Wert von NichtsTun und NichtsMüssen.

Der Wert von NichtsTun und NichtsMüssen.

45 Minuten

Beschreibung

vor 3 Monaten
Es gibt Phasen, in denen das Bisherige immer weniger funktioniert.
Phasen, in denen es anstrengend und lähmend wird. Zugleich ist das
Neue noch nicht sichtbar. Derartige Phasen sind erschütternd. Am
Beginn dieser Episode spricht Andres davon, wie er dies gerade
erlebt. Wie das, was für ihn bisher gut funktionierte, kaum noch
greift und wie ermüdend es für ihn ist. Damit ist auch eine
Traurigkeit verbunden, die aus der Bedeutungslosigkeit und der
Vergeblichkeit des eigenen Tuns resultiert. Irgendwie verschwindet
sowieso alles, was macht es da für einen Sinn, immer wieder etwas
Neues zu erschaffen? Im Vergänglichen ist es ohnehin vergeblich …
Michael öffnet dafür eine größere Perspektive, indem er
verdeutlicht, dass die Freude immer im Moment ist. Es ist eine
kindliche Qualität, die sich nicht daran orientiert, ob es eine
Bedeutung, einen Nutzen oder irgendeine Form der Verwertbarkeit
hat. Ein Kind fragt sich nicht „Was bringt mir das?“ oder „Was kann
ich damit erreichen?“. Es ist einfach im Moment. Mit dieser
Erfahrung der puren Gegenwärtigkeit gibt es immer neue Wunder und
Freuden, die entdeckt werden wollen. Von Moment zu Moment … Dieser
Kontrast von offensichtlichem Übergang, der schmerzlichen Berührung
mit dem Vergänglichen und der permanenten Freude des Kindes in uns,
schenkt uns verschiedene Einblicke in das Wesen und den Wert des
Nichtstuns. Derartige Erfahrungen sind möglicherweise das
wichtigste, was für uns zu tun ist. Dass wir mit den tieferen
Qualitäten unseres Seins in Kontakt kommen und diese Verbundenheit
ganz bewusst erleben dürfen. Dass wir dafür den Raum, die Zeit
sowie unser gesamtes Erfahrungsspektrum bereitstellen, um es
wirklich zu genießen. Es sind die Updates, die unser Wesen
voranbringen, auch wenn sie äußerlich betrachtet wie NichtsTun und
somit NichtsLeisten aussehen. An diesem Punkt wird auch deutlich,
wie sehr wir darauf konditioniert sind, jederzeit irgendwas zu
leisten. So als würde mein Leben davon abhängen, dass ich etwas
geleistet habe. Dass ich nur dann eine Daseinsberechtigung habe,
wenn alles unmittelbar mit Leistung verknüpft ist. Dieser
Leistungszwang endet, sobald unser Körper signalisiert, dass es so
nicht weitergeht. Nun sind Hingabe und Anvertrauen an die größere
und gleichzeitig auch die innere Führung gefordert. Dass ich
einfach mit dem bin, was mich gerade bewegt. Dass ich mich für
diese inneren Bewegungen öffne, um zu erleben, wohin sie mich
führen. Mit diesem Erkennen zeigt sich, dass Krankheit oftmals
schon die Medizin ist. Denn die Krankheit weist auf das hin, was in
unserem Leben nicht stimmig ist. Wenn Krankheit bereits die Medizin
ist, dann brauche ich nichts mehr – kein Heilverfahren und keine
Therapie. Uns beide führte dieses Anvertrauen zu faszinierenden
Sichtweisen. Beispielsweise, dass ich den Worst Case ganz bewusst
erlebe. Bei Andres ist das momentan Schlimmstmögliche obdachlos zu
seins und unter einer Brücke leben müssen. Was wäre, wenn ich dies
einfach mal für eine Woche tue? Obdachlos in der Stadt leben und
wahrnehmen, was es in mir bewirkt. Bei diesem Gedankenexperiment
wird schnell viel Energie aktiv. Anfangs, um dagegen zu sein und es
abzuwehren. Schon bald zeigt sich eine darunterliegende
Abenteuerlust, die neue Erfahrungen signalisiert. Dieser Exkurs
verdeutlicht uns, dass wir als Kinder noch voller Freude, voller
Neugier, voller Entdeckerdrang und Abenteuerlust waren. Als
Erwachsener wollen wir Abenteuer vermeiden und gehen lieber auf
Nummer Sicher. Jedoch begrenzen wir so unseren Entfaltungsraum und
somit das Potenzial, was in uns schlummert und was nicht gelebt
werden kann. Indem wir ganz bewusst über die Räume hinausgehen, die
wir bisher für gegeben hielten, weitet sich unser Wesen immer mehr.
Unser Grad an BewusstSein wächst, indem unser bewusstes Erfahren
wächst. Unser wahres Wesen entfaltet sich und strahlt in die Welt …

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