"Anatomie im Zimmer" von Stanka Hrastelj gelesen von Susanne Bormann

"Anatomie im Zimmer" von Stanka Hrastelj gelesen von Susanne Bormann

gelesen von Susanne Bormann
15 Minuten
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Beschreibung

vor 2 Monaten
In dieser Folge von "Angelesen" präsentieren wir euch einen Auszug aus dem Gedichtband "Anatomie im Zimmer" von Stanka Hrastelj, übersetzt aus dem Slowenischen von Daniela Kocmut, gelesen von Susanne Bormann. Über das Buch: Ein Mädchen verbirgt seine Hände, weil es nicht will, dass der Freund seine zerkratzten Hände sieht, zerkratzt von den Katzen, die sie ertränken musste. Zwei Teenager schneiden sich aus Verzweiflung und Neugierde die Pulsadern auf, nur um mal zu sehen, wie groß die Blutlache wird. Die dörfliche Welt in Stanka Hrasteljs Gedichten ist eng, provinziell, familiär und blutig strukturiert. Der Blick auf das Dorf und die Familie jedoch niemals naiv oder denunzierend. Vielmehr zeichnen sich Stanka Hrasteljs Gedichte durch eine außerordentliche Schärfe, Schonungslosigkeit wie auch durch Humor aus. Und nicht selten sind es gerade die stilleren Bilder, die besonders bedrohlich wirken: Eine Frau, die beim Gespräch über Alltäglichkeiten immer schweigend auf ihre Teetasse starrt. Die tiefe Trauer eines Arbeiters, die niemand wahrnehmen will. Durch die exakte Autopsie der Beziehungen und Mentalitäten vermag Stanka Hrastelj in ihren plastischen Gedichten jene im Dorf- und Familienalltag falsch laufenden Stränge zu berühren, die ansonsten den Blicken meist verborgen bleiben. Der Gedichtband „Anatomie im Zimmer“ ist Teil der gemeinsam mit dem literarischen Netzwerk TRADUKI in der Edition Korrespondenzen herausgegebenen Reihe tradukita poezio, junge Poesie aus Südosteuropa. Anatomie im Zimmer, 2013, Stanka Hrastelj, aus dem Slowenischen von Daniela Kocmut, Edition Korrespondenzen

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