heterotopia#10 Franziska Plückhan

heterotopia#10 Franziska Plückhan

Über Zufälle und Gegenpole
1 Stunde 33 Minuten
Podcast
Podcaster
ein podcast über lebensweisen und strategien von musiker*innen

Beschreibung

vor 4 Monaten
FRANZISKA PLÜCKHAN -                                                                            ÜBER ZUFÄLLE UND GEGENPOLE


„Dieses Flexible und dieses Freie - das mag ich total.“
Franziska -oder auch Sissi genannt- ist Bassistin und Sängerin. Geboren in den USA, verbrachte sie ihre Kindheit in Singapur und China, bis ihre Familie schließlich in den Westerwald zog. Bei den Pfadfindern beeindruckte sie am meisten der Coolnessfaktor der größeren Jungs. Die spielten alle Gitarre. Der Startschuss für Sissi’s musikalische Karriere. Sie stieg ins Schulorchester ihres damaligen Gymnasiums ein, als Gitarristin mit den größten Händen wurde ihr hier schnell der Bass in die Hände gedrückt. Während sie bei der Punkband „Hirnschlag“ die Westerwälder Grillhütten- und Punkszene kennenlernte, machte sie spontan die Aufnahmeprüfung für ein Musikgymnasium. Sie wurde angenommen. Nachdem sie alle Gummibärchen aus einem verstaubten Kontrabass entfernt hatte, widmete sie sich ab jetzt immer mehr dem Jazz. 2007 studierte Sissi in Mannheim erst E-Bass und Gesang an der Musikhochschule, später den Master an der Popakademie. Hier startete sie ihr Soloprojekt Sissip und gründete das Elektro-Pop Duo Mental Bend. 2014 zog Sissi nach Berlin, begann elektronische Musik zu produzieren und verdiente ihr Geld in Cover- und Projektbands, sowie Studio Jobs. In der Corona-Krise brachen auch bei Sissi die meisten Jobs weg. Doch anstatt den Kopf in den Sand zu stecken, gründete Franziska genau in dieser Zeit mit zwei weiteren Musikerinnen eine neue Band: YNT. Zusammen mit der Schlagzeugerin Lizzy und der Keyboarderin Yazzmin improvisiert sie tanzbare elektronische Musik. Zugleich entdeckt sie ein neues, bisher noch gänzlich unbekanntes Interesse neben der Musik. Seit langem das erste mal wieder richtig Zeit habend, beginnt Sissi zum Wintersemester 2020 ein Studium der Psychologie.
Ich treffe Sissi in ihrer Wohnung in Berlin-Wedding. In einer Ecke der Hinterhauswohnung steht ein Schmuckständer, an dem zahlreiche Kabel sorgsam sortiert auf ihren Einsatz warten. In den Schubläden wimmelt es vor Effektgeräten. An den Wänden E-Bässe. Unter einem Tuch vermute ich ein Bügelbrett. Natürlich ist es ein Keyboard. Auch eine Blockflöte lässt sich noch auftreiben. Sissi kocht Kartoffeln mit Hähnchenfleisch, dass wird für die nächsten Wochen mein Lieblingsgericht.
In Heterotopia spreche ich mit Sissi darüber, wie immer wieder eine Mischung aus Ambition und Zufällen ihren Weg ebnete. Wir reden über ihre Kindheit in China und wie die verschiedenen Ortswechsel ihre Lebensart und ihren Charakter beeinflussten. Sissi erzählt, wie der einzige Mensch, der jemals an ihrer musikalischen Laufbahn zweifelte, sie doch nicht davon abbringen konnte. „Willst du nicht doch wenigstens auf Lehramt studieren?“ Nein, eigentlich nicht. Wie es ist, als Frau am Bass in einer immer noch männerdominierten Szene seinen Platz zu finden? Wie steht es um den Feminismus, wenn es bei bestimmten Gigs durchaus ungeschriebenes Gesetz ist, sich als Frau ein sexy Kleid überzuwerfen? Wie gestaltet Sissi ihren Alltag, wie hat sie sich als freischaffende Musikerin in einer neuen Stadt ein Netzwerk aufgebaut? Warum sind Gegenpole zur Musik so wichtig für sie? Und wie kam es letztendlich dazu, dass es Sissi während der Corona-Pandemie nochmal in eine ganz andere Richtung verschlug?
Infos:
sissip.com
instagram.com/sissipmusic
ynt-berlin.com

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