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Schweizer Kernkraft und die Suche nach dem Endlager

Vor 10 Jahren, am 11. März 2011, kam es in Fukushima zum Supergau: eine Kernschmelze im Atomreaktor. Die Katastrophe erschütterte den Glauben, Atomkraftwerke sicher betreiben zu können. Als Reaktion auf die Reaktorkatastrophe beschloss die Schweiz den Atomausstieg. Rückbau eines Atomkraftwerkes Als erstes Schweizer AKW ging Mühleberg vom Netz. Bis 2030 soll es komplett abgerissen sein – ein Mammutprojekt. Kostenpunkt: 3 Milliarden Franken. «Einstein» begleitet den Gesamtprojektleiter Stefan Klute bis ins Herz der Anlage: das Reaktorgebäude. Hier werden aktuell die stark radioaktiven Teile zersägt. Wegen der hohen Radioaktivität geschieht das unter Wasser und komplett ferngesteuert. Moderator Tobias Müller erfährt, was die grössten Herausforderungen auf der nuklearen Baustelle sind, und wie Mitarbeitende und Bevölkerung vor den Gefahren geschützt werden, die von dem 6000 Tonnen schweren, strahlenden Atommüll ausgehen. Der Anfang vom Ende einer Ära Nach dem Zeitalter der Atombomben läutete US-Präsident Eisenhower 1956 das Zeitalter der zivilen Nutzung der Atomenergie ein. Auch die Schweiz liess sich vom Atomfieber anstecken und wollte sogar einen eigenen Atomreaktor entwickeln. Die Pläne scheiterten, als es 1969 im Versuchsreaktor Lucens zu einer Kernschmelze kam. Doch der Glaube an die saubere und fast grenzenlose neue Energieform blieb. Und schon kurz darauf nahm das erste Atomkraftwerk nach amerikanischer Bauart seinen Betrieb auf. «Einstein» beleuchtet mit dem Historiker Michael Fischer das atomare Zeitalter aus Schweizer Sicht. Von der anfänglichen Euphorie bis zur jetzigen Ernüchterung. Das strahlende Erbe Was zurückbleibt sind die hochradioaktiven Abfälle. Eigentlich sollte längst ein Endlager in Betrieb sein. Doch bis heute ist noch nicht einmal ein möglicher Standort bestimmt. Die Anforderungen an ein solches Endlager sind enorm. Es muss den Atommüll für mindestens 200’000 Jahre sicher einschliessen. Ein Zeitraum, der die menschliche Vorstellungskraft weit übersteigt. Die Nagra, die für die Entsorgung der radioaktiven Abfälle zuständig ist, räumt ein, dass man die Herausforderung wohl unterschätzt habe. Aber trotz vieler Rückschläge und jahrzehntelanger Verzögerung ist die Nagra zuversichtlich, dass jetzt das Wissen vorhanden sei, um bis in 40 Jahren ein Endlager in der Schweiz zu realisieren. «Einstein» zeigt den aktuellen Stand der Standortsuche und hinterfragt das Entsorgungskonzept der Nagra.
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11.03.21 20:06 Uhr
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