Audio 005 - Starke Marke - Lockdown 2

Starke Marke Podcast20.01.21 05:15 Uhr

Weniger Holzhammer, mehr Skalpell von Peter Gress

Dauer: 00:04:43 www.petergress.de
Good bye Wirtschaftswunderland!
Zwischen LD 1 und LD 2 haben sich die Ministerpräsidenten ausgetobt und sich mit bürgernahen Maßnahmen überboten, in der Hoffnung, ja, genau, auf was? Unsere liberale Demokratie ist so liberal geworden, dass Politik und Interessenverbände keine anderen Maßnahmen mehr kennen, als ein Thema, kaum veröffentlicht, an allen Ecken und Kanten abzuschleifen. Viele Mäuse nagen an einem soliden Stück Käse hier und dort immer wieder einen Brocken ab. Vom ursprünglich feinen Käse bleibt nicht mehr als ein Haufen angefressenes, unappetitliches und unförmiges Stück übrig. In unserem liberalen, föderalistischen System mäandern Politiker wie ein Flusslauf im Tal. Es geht von einer Ecke in die andere, sie sind so an die Suche nach der eierlegenden Wollmilchsau gewöhnt, dass sie vergessen haben, dass in einer schwierigen Zeit nicht der Individualismus im Vordergrund steht, sondern die Pandemie und damit gemeinsame Handlungen. Virologen erklären Menschen die Pandemie, sie wurden durch die Medien zu Stars gemacht, weil die Politiker keine Erklärung haben. Anstatt einer starker Gemeinschaft mit einem erklärten Ziel gibt es Scharmützel untereinander. Das Virus steht derweil wie eine gewaltige Armee geschlossen vor einem wilden, unkoordiniert daher rennenden Haufen Stammesfürsten.
Olaf Scholz und Peter Altmaier werden nicht müde, uns zu erklären, dass Deutschland ein reiches Land sei, dass Deutschland wie der Phönix aus der Corona-Asche aufersteht und seine herrschende Stellung wieder einnimmt. Ich sehe das nicht so. Deutschland hat bisher alle wichtigen technischen Entwicklungen verschlafen. Teilweise selbst verschuldet, teilweise auch verhindert durch kleingeistige Nörgler und Bedenkenträger, die nicht begreifen, dass man nur schützen kann was man hat, indem man aktiv und weitsichtig in die Zukunft geht und nicht im Bestehenden beharrt. Insolvente Unternehmen müssen mittlerweile keine Angst vor Insolvenz haben, die Kurzarbeit, eher eine kurzfristige Stützung, wird um ein weiteres Jahr verlängert, und Mitarbeiter staatsgestützter Unternehmen werden an der Suche nach einem neuen Arbeitsplatz gehindert, weil Staatsgeld eine trügerische Sicherheit verbreitet. Zukunft? Das wird schon werden! Jetzt erstmal mit dem Hammer drauf und mit dem Füllhorn hinterher. Dass der Hammer mehr niederdrücken wird, als das Füllhorn wieder aufrichten kann ist ja kein Thema. Ich habe den Eindruck, hinter uns Bürgern sind Horden von Chef-Anästhesisten mit ihren Beruhigungsspritzen her, die uns zwar nicht helfen, aber immerhin für eine Narkotisierung sorgen.
Natürlich nutzen wir alle die Zeit des Lockdowns. Wir sind Unternehmer und als solche unternehmen wir etwas. Alle wollen wir die Zeit des Lockdowns nutzen, um das Geschäftsmodell zu überprüfen, auf die lange Bank geschobene Projekte weiterdenken und umsetzen. Es ist der Trotz der uns nach vorne treibt, der Trotz dagegen, uns durch die Situation demoralisieren zu lassen. Wir wollen beweisen, dass wir trotz des navigierens im Schaum handlungsfähig sind. Das hält Unternehmer aufrecht. Aber wenn die Politik weder ein Ziel noch einen Plan für das Land hat, ist es als Unternehmen unmöglich zu handeln und in die Zukunft zu investieren. Ich stelle mir vor wie es wird, wenn die Infektionszahlen trotz des Lockdowns nicht sinken. Das wäre für mich ein Beweis dafür, dass Geschäfte mit Publikumsverkehr nicht zu dem irrsinnigen Anstieg der Fälle geführt haben. Dort wo die Hygienemaßnahmen ernst genommen werden und Vorsorge getroffen wurde, sind Menschen nicht gefährdet. Wir alle kennen die Argumente über Schnelltests, den Einsatz von FFP2 Masken und die Hygienemaßnahmen. Aber Schnelltests sind ja erstens zu ungenau und zweitens flächendeckend zu teuer. Ich will gar nicht erst versuchen, das mit den Kosten des Lockdowns gegenzurechnen.
Die Politik wird keine andere Alternative haben, als die Hilti einzupacken und das Skalpell herauszuholen, wenn Deutschland wirtschaftlich, gesellschaftlich, sozial und vor allem politisch überleben und vital bleiben will. Agil, vital, das sind große Begriffe, die von Unternehmen verlangt, von der Politik aber negiert werden. Selbst die Zulassung eines Impfstoffes wird hinaus gezögert, weil man niemanden auf die Füße treten will. Gemeinschaftlich beim Impfstoff, sonst aber - beispielsweise beim Streit um Rechtsstaatlichkeit -  jeder mit dem Messer zwischen den Zähnen und dem Säbel in der Hand zum eigenen Vorteil.
Was heißt das alles jetzt für mich und unser Unternehmen? Ehrlich gesagt habe ich dazu nur neblige Vorstellungen. Aber ich will die Zeit des Lockdowns nutzen, um das Geschäftsmodell zu überprüfen, und auf die lange Bank geschobene Projekte weiterdenken und umsetzen. So wie jeder von euch halt. Was soll ich auch sonst tun? Klar: Wie die letzten Jahre üblich jeden Tag am Morgen Sport machen, dazu tagsüber ein paar Kilometer laufen oder wandern. Musik hören. Bücher lesen. Kochen. Und, um es mit den Worten meines Sohnes zu sagen: chillen und auch mal dröge Langeweile aufkommen lassen. Langeweile ist für mich das beste Mittel, um die Gedanken zu sortieren. Einfach mal aus dem Fenster schauen und das Leben vorbei ziehen zu lassen hat auch was. Mit neu gewonnenen Freunden chatten, ruhende Freundschaften wieder mit Leben füllen und, ganz wichtig, eigentümlicher werden und weniger unwichtiges Zeugs machen. Und die einlaufenden Ideen konsequent abwägen und umsetzen. Jedenfalls wünsche ich euch allen eine besinnliche Weihnachtszeit. Und: Nutzt die Zeit des Lockdowns, um euer Geschäftsmodell zu überprüfen, und auf die lange Bank geschobene Projekte weiterdenken und umsetzen. 
Bleibt gesund und kritisch, und biegt nicht falsch ab.
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