Audio Folge 9: Wir gegen die - Gruppendenken extrem

UnbezwingbarPodcast Podcast07.07.20 16:54 Uhr

Der Podcast über die menschliche Natur von Oliver

Dauer: 00:32:53

Denen muss mal jemand die Grenzen aufzeigen. Was die da machen ist doch wieder mal typisch.

Konfrontation mit anderen Gruppen scheint sich heute immer mehr zu radikalisieren. Verhärtete Fronten, wohin das führt ist eine kritische und gefährliche Entwicklung. Wir haben politische Lager, gesellschaftliche Schichten, Interessengruppen, welche zu immer weniger Konsens in der Lage sind. Eine Idee wird aus Prinzip abgelehnt, weil sie von der anderen Seite kommt. Unabhängig wie gut sie ist. Es wird eine wir gegen die Stimmung gefahren. Spaltung und reiner Fokus auf den Gewinn der eigenen Zielgruppe. Partikularinteressen welche am Ende dem Gemeinwohl schaden.

Gruppenidentität bzw. denken ist etwas natürliches, jeder von uns ist Teil mehrerer Gruppen, freiwillig oder durch Zuordnung. Diese Gruppen können durch verschiedene Zuordnung entstehen, Geschlecht, Hautfarbe, Bildung, Hobbys, Beruf, Politische Ansichten etc. Der Fehler ist nun von einer möglichen oder tatsächlichen Gruppenidentität auf die Identität und das Ansehen des Individuums zu schließen. Hier ist in erster Konflikt zu sehen, nämlich den Einzelnen nicht mehr als Mensch wahrnehmen, nur noch als Teil einer Gruppe. Teilweise der Gegnerischen. Was dieser Mensch aber denkt, fühlt und wie er ist kommt oftmals gar nicht zum tragen. Es wird verlernt Gemeinsamkeiten zu finden, durch Gemeinsamkeiten wird Vertrauen aufgebaut und es ist Möglich Lösungen zu finden.

Dem Einzelnen werden leider oftmals Gruppeneigenschaften, wahr oder nicht zugesprochen. Meist ist es dann eher eine polarisierte und emotionale Aufladung. Diese wird dem Einzelnen, aber auch oftmals der anderen Gruppe nicht gerecht. Es geht am Ende immer darum sich klar zu machen, gegenüber steht ein Mensch. Den worum geht es? Eigene Ansichten oder Anliegen durchzusetzen, zu vermitteln. Und hier sich mit jedem der diese nicht teil Anzulegen sabotiert dies eher. Hinzu, wenn in einer Gesellschaft dann eine kleine Gruppe das Sagen hat, was passiert mit denen die nicht zustimmen?

Wir identifizieren uns unterschiedlich stark mit den Gruppen zu denen wir gehören, je nachdem ob sie Freiwillig gewählt wurden oder zufällig sind. Deutscher in Deutschland zu sein ist die Regel und nicht die Ausnahme, also wir das nicht zum Identifizierungsmerkmal mit anderen in der Form gesehen. Befindest du dich nun im Ausland ändert sich das oftmals etwas, wenn du auf andere Deutsche triffst. Je nach Situation kann sich dies also ändern.

In jüngeren Jahren habe ich erlebt, was es bedeutet wenn man selbst allein durch das Aussehen einer bestimmten Gruppe bzw. Richtung zugeordnet wird, ohne dieser selbst anzugehören. Dann musst ich mich dann mit Ansichten und Vorwürfen auseinandersetzen, über Dinge welche ich selbst überhaupt nie irgendwo so mitgetragen habe. Durch das von außen in ein Lager gesteckt werden, formt sich dann natürlich auch eine gegen „die“ Haltung. Dies kann zu einer ganzen Spirale von negativen Dingen führen. Das mir bewusst machen, jetzt den Menschen vor mir zu sehen, auch in der Hoffnung, dass dieser willig und in der Lage ist zu sehen, dass ich einer bin. Es muss natürlich auch der Wille vorhanden sein eigene Ansichten zu revidieren, zu lernen. Manche Leute wollen ein Feindbild um jeden Preis aufrecht erhalten oder verspüren eine persönliche Krise wenn ihre Weltsicht mit der Realität in Konflikt gerät. Einige neigen dann dazu die Realität zu verzerren, anstelle den inneren Konflikt auszutragen, falsche Vorstellungen gehabt zu haben.

Das wir Kategorisierungen vornehmen ist vollkommen normal. Vorurteile, Gruppenbilder, die Person im Schatten sehen gehört zur Überlebensstrategie. Der Mensch hatte früher nicht immer die Zeit zu analysieren und abzuwägen. Fakten sammeln und dann erst einmal über die Sache diskutieren. Um die Welt schnell einzuteilen, ob Gefahr droht oder nicht, um Handlungsfähig zu sein vergleichen wir was wir können. Was eine Bedrohung sein könnte. Dazu gehört auch, sich am gleichen und vertrauten zu orientieren und anderes und Fremdes eher erst einmal abzulehnen. Das sich am Vertrauten orientieren, dem was einem ähnlich ist bringt dann neben einer gefühlten Sicherheit auch seine Nachteile mit sich. Im Berufsleben werden dann Kandidaten welche anders aussehen oder einen anderen, für den Job untypischen Werdegang haben seltener in Betracht gezogen. In Team arbeiten, wenn das Team aus gleichen Persönlichkeiten und Sichtweisen besteht, ergeben sich blinde Flecken. Wir suchen auch die Bestätigung unseres Verhaltens, unserer Gruppe(n) und möchten sicher nicht ständig mit anderen Sichtweisen konfrontiert werden. Sich permanent mit sich selbst auseinandersetzen und alles hinterfragen ist anstrengend und auch nicht gesund. Dennoch sollte eine Offenheit da sein, sich zu Fragen was jetzt das ablehnen einer anderen Gruppe und mehr noch eines Einzelnen, weil diese Person zu einer bestimmten Gruppe gehört, für Konsequenzen mit sich bringt.

Wenn der sogenannte Gegner angebrüllt wird, angegriffen, am Reden verhindert wird, im sozialen Mob verfolgt wird, mit Gewalt persönlich angegriffen wird. Was soll damit erreicht werden? Würdest du deine Meinung ändern, weil jemand dich anbrüllt, nieder macht, angreift? Vielleicht musst du dich momentan beugen, aber auf Dauer wird sich hier eine Reaktion einstellen. Wenn wir dann auch noch über eine größere Anzahl von Menschen in dieser Gruppe sprechen, was soll dann da mit denen passieren? Was also wenn eine Gruppe von Leute an der Macht ist und nur ihre Meinung zählt? Was passiert mit den anderen? Die Geschichte zeigt hier nichts gutes.

Ich kann die Wut, die Emotionen verstehen wenn es Spannungen gibt, persönliche Erlebnisse, welche zu Ablehnung gewisser Leute und Gruppen führen. Doch bring es das eigene Anliegen, uns alle weiter, mit Ablehnung und Wut auf den einzelnen in einer anderen Gruppe zu gehen? Sollte nicht eher der Dialog gesucht werden? Um Gemeinsam zu einer Lösung beizutragen? Es gibt extreme in den Meinungen, im Verhalten das sicher nicht mehr toleriert und im Dialog geklärt werden kann. Doch die meisten Menschen sind in der Gaußschen Normalverteilung, in der Kurve in der Mitte zu finden. Sprich, die meisten Leute lassen mit sich reden und vertreten moderate Ansichten.

Was aus der Emotion aber auch unreflektiertes übernehmen, grobes Verallgemeinern. Erst einmal fühlt sich der Einzelne falsch verstanden oder dargestellt, dann erfolgt oftmals zurückwerfen eigener Verallgemeinerungen. Am Ende reden beide aneinander vorbei. Aktives, wirkliches Zuhören, damit Gemeinsamkeiten gefunden werden können. Eine Beziehung aufgebaut werden kann.

Polarisieren, Stigmatisieren, Entmenschlichen und Spalten. Das ist auch von einigen gewollt. Partikularinteressen, sich Vorteile und Bestätigung bei der eigenen Gruppe holen. Emotionen schaffen und damit Aufmerksamkeit zu bekommen. Kurzfristige oder begrenzte Ziele erreichen wollen, welcher uns insgesamt, als Menschen, nicht voran bringt sondern spaltet. Die Ignoranz wird all die Probleme nicht lösen, nur aufeinander zugehen und reden. Den Menschen sehen.


Die Sendung ist eine Audio-Datei aus der Reihe des Podcasts UnbezwingbarPodcast, die du hier downloaden und online anhören kannst. Informiere dich über den UnbezwingbarPodcast Podcast Download.

* Download/Wiedergabe im Player erfolgen direkt vom Server des Anbieters.

Stichwörter

Stichwort hinzufügen

Kommentare

Oliver

MP3 online hören: Folge 9: Wir gegen die - Gruppendenken extrem

Podcast Download - Folge Folge 9: Wir gegen die - Gruppendenken extrem online hören Verpasse keine Folge dieses Podcasts. Folge 9: Wir gegen die - Gruppendenken extrem MP3 online hören, solange die Datei verfügbar ist. Die Dateien können jederzeit vom Anbieter offline genommen werden. Die Inhalte stammen nicht von podcast.de. Die Rechte liegen bei: Oliver Am Einfachsten informierst du dich über neue Downloads, indem du den Podcast UnbezwingbarPodcast abonnierst. Das geht per E-Mail, online oder mit einem Podcatcher und ohne iTunes. Ein Podcatcher ist eine spezielle Software zum Abonnieren und Herunterladen von Inhalten aus Podcasts.