Auf der Suche nach dem Ursprung der Woos-Dörfer – Interview mit Egon Oelke

Auf der Suche nach dem Ursprung der Woos-Dörfer – Interview mit Egon Oelke

„Wer die Vergangenheit nicht kennt, kann die Gegenwart nicht verstehen und kann auch für die Zukunft wenig tun.“ Das ist das Lebensmotto von Egon Oelke, der die Geschichte der „Woos“-Dörfer erforscht.
23 Minuten
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Beschreibung

vor 1 Jahr
Geboren ist Egon Oelke in Tewswoos, seit 80 Jahren wohnt er in Woosmer. Seit seiner Jugend lässt ihn die Frage nicht los: Wo kommen die Namen der Woos-Dörfer in der Griesen Gegend her? „In der Schule haben wir gelernt, Woos bedeutet Moor, Woosmer bedeutet folgerichtig großes Moor, Tewswoos = tiefes Moor, Hohenwoos = hohes Moor. Bei dem Dorf Probstwoos spätestens kommt man zu der Überlegung: Hier stimmt was nicht! Keiner hat dies bisher hinterfragt.“

Egon Oelke ging der Sache auf den Grund und fand heraus, dass alle Woos-Dörfer ihren Namensursprung aus der slawischen Besiedlungszeit haben. Alle Dörfer sind hufenförmig angelegt, hatten den Zugang östlich und bestanden ursprünglich aus acht Besiedlungen. Die Siedler gehörten wahrscheinlich derselben Volksgruppe an. Das Wort Woos hat daher seinen Ursprung in der Zahl 8 = slawisch = vosm-wosim.

Das mit dem Moor hat für diese Dörfer trotzdem seine Bedeutung, alle Dörfer liegen im Einzugsbereich der Rögnitz. Dieses Gebiet war zu Zeiten von Karl dem „Großen“ und Heinrich dem „Löwen“ schwer passierbar, in diesem Bereich endete die gewaltsame Christianisierung. Die Rögnitz wurde Grenzfluss, Woosmer gehörte zum Herzogtum Lauenburg, Grafschaft Dannenberg. Erst 1565 wurde die Grenze zu Niedersachsen neu vermessen.

Woosmer-Mühle ist daher ein bedeutender historischer Ort, da hier über Jahrhunderte die Zollstelle an der Handelsstraße von Mitteldeutschland bis Lübeck unterhalten wurde und damit für die Dannenberger Grafen, wie später auch für die Mecklenburger Fürsten von hohem Interesse war. Diese Zollstelle war später auch Postkontrollstelle, da über diesen Verkehrspunkt auch die erste Postverbindung Hamburg-Berlin verlief. In unmittelbarer Nähe dieser Zollstelle befand sich außerdem die Slawenburg „Wallerow“. Diese Burg wurde 1291 im Ergebnis der Dutzower Vereinbarung geschliffen.

Die Energie des 80-Jährigen reicht sicherlich noch für weitere Forschungen, denn viele offene Fragen gilt es noch zu beantworten. „Mein Lebensmotto und meine Wissbegier beantwortete mir mein Großvater immer so: Wenn du was nicht weißt, dann frag – frag solange, bis du nicht mehr warum und weshalb fragen kannst, erst dann ist eine Frage beantwortet.“

Autorin:
Corinna Hesse

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