Audio 013 Sprachlosigkeit- Wir müssen reden

Leben lieben Podcast02.05.20 14:07 Uhr

Annäherung an meine Sprachlosigkeit von Andrea Löffler

Dauer: 00:15:02 Sprachlosigkeit... Wir müssen reden!

Sprachlosigkeit … Wir müssen reden!

Seit einiger Zeit fühle ich in mir eine Sprachlosigkeit und die einzige Chance, die ich im Moment sehe, in Kontakt mit dieser Sprachlosigkeit zu kommen, ist einfach drauflos zu sprechen und meinen inneren Anspruch zurückzuschrauben, ich müsste sprechen oder was ganz unglaublich Tolles sagen.

Innere zweifelnde Stimmen

Die Sprachlosigkeit ist wie ein Stau nach außen – in mir ist dagegen viel Bewegung. Dass das natürlich tödlich für mein Marketing und meinen Podcast ist, höre ich zweifelnde Stimmen in mir sagen. Diese Stimmen sind nicht meine eigenen und wahrscheinlich kenne ich sie nicht mal. Produzieren, produzieren, produzieren – das sei wichtig, um sichtbar und hörbar zu sein. Dennoch merke ich ganz deutlich, ich will nicht produzieren!

Was möchte ich

Ich möchte wahrhaftig bleiben! Ich möchte treu nach meinem Motto mit dem gehen, was gerade ist – wie meine Sprachlosigkeit. Ich möchte mit ihr in Kontakt kommen, sie verstehen, begreifen, was in ihr steckt. Denn ich bin ja zum Glück immer noch ein Mensch und keine Maschine.

Pläne und Veränderungen

Ich bewege viel in mir. Denn seit ein paar Wochen haben sich mein Leben und meine Pläne komplett verändert. Vielleicht hattest du auch Pläne, die du seit dem Shutdown über den Haufen geworfen hast? Oder vielleicht bist du auch mit voller Kraft weitergegangen? Ich konnte das nicht. Wir hatten den Plan, das Haus zu verkaufen, in dem wir seit 20 Jahren wohnen. Diesen Plan haben wir über den Haufen geworfen. Wir wollten den Aufbruch wagen und unser Zuhause nach 20 Jahren verlassen, um ein neues Zuhause aufzubauen. Jetzt richten wir uns wieder ein, in unserem alten Zuhause.

Aufbruchstimmung

Der Verlust dieser Aufbruchstimmung, hat tatsächlich etwas mit mir gemacht. Die Energie der Aufbruchstimmung war sehr hoch. Wir hatten große Lust und plötzlich ist es ganz anders. Das ist nur ein Beispiel für die Dinge, die sich seit dem Shutdown verändert haben. Wie bei allen, hat sich die Art wie wir in Kontakt gehen total verändert. Das Hin- und Hergerissen sein zwischen den Nachrichten, das Nicht-Wissen, der ständige Versuch des Ausbalancierens – das macht was mit mir!

Ich fühle mich wie in einer Schneekugel, die von einer großen Hand geschüttelt wurde. Es gibt ruhige Tage in der Schneekugel und an anderen Tagen wird sie plötzlich wieder geschüttelt. Ich habe das mit dem Gefühl und der Angst verglichen, die ich bei der Geburt meiner großen Tochter hatte: Ich kann nicht entfliehen. Ich muss dadurch. Das Kind muss durch den Geburtskanal. Manchmal wird mir bewusst, dass wir alle in dieser Situation drin sind und nicht entfliehen können. Durchgeschüttelt und durchgewirbelt werden, uns immer neu orientieren müssen und unsere Balance finden müssen. An manchen Tagen führt das bei mir zu einer großen Orientierungs- und Hilflosigkeit und anderen Tagen zu einer Stabilität, die ich vorher so nicht kannte.

Mich so nehmen, wie ich bin

Manchmal bin ich wirklich froh, dass ich in den letzten 2,5 Jahrzehnten so viel Vorarbeit geleistet habe, um diese Orientierung finden zu können. Ich bin sehr froh darüber, dass ich mich so nehmen kann, wie ich bin und mich nicht wie früher für meine Orientierungslosigkeit oder die Momente der Sprachlosigkeit verurteile. Die Schleusen zu meinen Tränen sind ziemlich weit geöffnet und ich bin froh, dass ich mit mir und meinen Tränen sein kann!

Meine Worte

Aber Worte – die habe ich nicht. Die fließen nicht. Sie überschreiten nicht die Schwelle von innen nach außen. Jetzt, wo ich mich mit meiner Sprachlosigkeit auseinandersetze, kommen Worte. Dann sind sie wieder weg – und es ist ok! Es ist gut, so wie es ist. Vielleicht ist es ein wichtiger Moment des Innehaltens, des Neuorientierens. Die Worte werden schon wieder von allein kommen. So wie die Sonne jeden Tag auf und wieder untergeht und sowie Ebbe und Flut kommen und gehen, vielleicht kommen so auch meine Worte wieder. Vielleicht ist es gerade auch eher die Zeit des Gehens, der Zurücknehmens. Worte finde ich immer dann, wenn ich ein Gegenüber habe. Wenn ich mich beziehen kann, wenn ich von mir sprechen kann oder in Kontakt gehen kann mit dem, was mein Gegenüber mir erzählt.

Vielleicht geht es dir ähnlich und du brauchst auch ein Gegenüber für dein Leben oder einen Zeugen, wo du deine Sprachlosigkeit ablegen kannst. Wenn es dich anspricht, bin ich für dich da - als Zeuge, als Raumhalter, als Wegbegleiter.

Wenn du möchtest, komm mit mir in Kontakt und gib‘ deinem Ausdruck wieder eine Stimme. Ich freue mich, mit dir über deine Themen zu sprechen und den Raum zu halten.


Hab´s gut!
Deine Andrea

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