Die Folge über Judenhass und Fremdenfeindlichkeit

Die Folge über Judenhass und Fremdenfeindlichkeit

Andrea Pauly im Gespräch mit Antisemitismus-Forscher Prof. Wolfgang Benz

Beschreibung

vor 2 Jahren
Seit 50 Jahren befasst sich Wolfgang Benz jeden Tag mit den Abgründen der Menschheit: die grausamen Taten der Nationalsozialisten, der systematische und mit deutscher Präzision ausgeführte Massenmord an Juden, aber auch an Sinti und Roma, Homosexuellen, Menschen mit Behinderungen und Kommunisten.
Der in Ellwangen geborene und in Aalen aufgewachsene Historiker Wolfgang Benz gab dem Grauen eine Größenordnung: Er war es, der die Zahl von mindestens 6 Millionen ermordeten Juden ermittelte, auf die sich heute noch regelmäßig bezogen wird.
Benz befasste sich im Lauf der Jahrzehnte mit dem unglaublichen Ausmaß, mit Tätern und Opfern, mit Widerstand und Militärkarrieristen. Von 1990 bis 2011 leitete er als Direktor das Zentrum für Antisemitismusforschung in Berlin. Er war maßgeblich an der Konzeption des berühmten Stelenfelds beteiligt, das als Mahnmal für die ermordeten Juden in Europa steht, und ist Autor mehrerer Standardwerke über die Zeit des Nationalsozialismus, den Antisemitismus und den Widerstand.
Wie hält er es aus, sich über Jahrzehnte mit dem grausamsten Verbrechen der Menschheit zu beschäftigen? Inwiefern beherrscht das Grauen des Nationalsozialismus und den Holocaust seinen Alltag? Darüber spricht der Professor im Podcast und erklärt, welche Rolle Distanz und Empathie in seinem Beruf spielen.
Wolfgang Benz erklärt, wo er Parallelen zwischen dem Judenhass der Nazis und der Fremdenfeindlichkeit gegenüber Muslimen in heutiger Zeit sieht. Er spricht über die Taten in Hanau und Halle, über die Macht des Vorurteils und darüber, warum Bildung nicht vor Unmenschlichkeit schützt, aber Menschlichkeit nicht von Bildung abhängt.
Anstand – dass man einen anderen nicht gewaltsam attackieren darf, weil er andere Meinung hat – dazu muss ich nicht lesen und schreiben können.
Eigentlich wollte Wolfgang Benz Journalist werden. Als Volontär bei der Ipf- und Jagst-Zeitung in Aalen hatte er seine Karriere bereits begonnen. Doch sein Geschichtsstudium führte ihn nach München, sein Interesse am Schwerpunkt Nationalsozialismus wuchs, aus dem Historiker wurde ein Vorurteilsforscher. Wolfgang Benz wurde zu einem der renommiertesten Holocaust-Forscher Deutschlands.

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