Audio Huere, choge, rüüdig: was unsere Sprache stärker macht

Schnabelweid Podcast12.09.19 19:03 Uhr

Verstärkungswörter sind aus unserer Sprache «so öppis vo» nicht wegzudenken: Mit ihnen können wir uns «mega» präzis und «huere» markig ausdrücken. Diesen Wörtern gehen wir «voll» auf den Grund. von Schweizer Radio und Fernsehen (SRF)

Dauer: 12438720:00:00 Verstärkungswörter sind aus unserer Sprache «so öppis vo» nicht wegzudenken: Mit ihnen können wir uns «mega» präzis und «huere» markig ausdrücken. Diesen Wörtern gehen wir «voll» auf den Grund. Mit Verstärkungswörtern würzen wir unsere Sprache: Mit ihnen können wir Emotionen auszudrücken («Es isch gottsäärdeschöön gsi!»), sie helfen uns, unsere Zugehörigigkeit zu einer bestimmten Alters- oder Dialektgruppe («Das isch änds güet!») zu zeigen und sie offenbaren unsere sprachliche Kreativität. Und natürlich: Verstärkungswörter präzisieren, verstärken die Intensität anderer Wörter. Megaguet ist besser als guet. Todlangweilig ist langweiliger als langweilig. Und so weiter. Der Fluchforscher In dieser Schnabelweid gehen wir den Verstärkungswörtern auf den Grund - zusammen mit Fluchforscher Andreas Lötscher. Er kennt sich auch mit den Verstärkungswörtern aus. Kein Wunder: Fluch- und Verstärkungswörter haben einige Gemeinsamkeiten. Zum Beispiel werden für die Verstärkung oft Tabuwörter verwendet wie «verdammt», «huere» oder «fucking». Und beide Arten von Wörtern verlieren mit der Zeit ihre Kraft. Dann müssen neue her - die Jugend macht es uns vor. Ein menschliches Bedürfnis Wie Fluchen ist auch der Gebrauch von Verstärkungswörtern ein universell menschliches Bedürfnis. Die Wahl der Verstärkungswörter ist hingegen von der jeweiligen Kultur abhängig. Weil Westeuropa eine recht einheitliche Kultur hat, ähneln sich auch die Verstärkungswörter im Deutschen, Englischen, Französischen oder Spanischen. Die Gebirgspoeten sitzen zu Gericht Ausserdem in der Sendung: Gibt es schweizerdeutsche Ausdrücke für die Pusteblume, also für den verblühten Löwenzahn? Ja, und zwar gleich ein paar schöne! Kommt der Familienname Kläy ursprünglich aus Schottland? Nein, er hat mit dem Vornamen Klaus zu tun. Und: Matto Kämpf, Achim Parterre und Rolf Hermann alias «Die Gebirgspoeten» verhandeln in ihrem neuen Cabaret-Stück «Arthrose vom Napf» einen herrlich absurden Gerichtsfall. Ein Gesangsbanause hat die Herbsttournee eines Jodlerchors ruiniert und wird nun in einem skurrilen Strafprozess mit schrägen Zeugen zur Rechenschaft gezogen. Wir verraten, ob sich der Besuch im Kleintheater lohnt.
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