Audio Das Verschwinden von Frauke Liebs

Verbrechen von nebenan: True Crime aus der Nachbarschaft Podcast08.09.19 22:10 Uhr

Es ist einer der unheimlichsten Fälle der deutschen Kriminalgeschichte: Am 20. Juni 2006 verschwindet die 21-jährige Frauke Liebs aus Paderborn nach einem Kneipenbesuch spurlos. Trotzdem meldet sie sich noch eine Woche lang täglich per SMS oder Anruf, be von Philipp Fleiter | Podcastfabrik Bielefeld

Dauer: 00:53:53 Es ist einer der unheimlichsten Fälle der deutschen Kriminalgeschichte: Am 20. Juni 2006 verschwindet die 21-jährige Frauke Liebs aus Paderborn nach einem Kneipenbesuch spurlos. Trotzdem meldet sie sich noch eine Woche lang täglich per SMS oder Anruf, bevor sie für immer verstummt. Was ist Frauke zugestoßen? Philipp und sein Gast Joel begeben sich auf Spurensuche in einem der bekanntesten Cold Cases Deutschlands. In dieser Folge bekommt ihr exklusive Einblicke in die Wege, die Frauke in dieser Nacht gegangen sein könnte. Außerdem hört ihr, was Fraukes Mutter Ingrid über das Verschwinden ihrer Tochter sagt. Wenn ihr irgendwelche Hinweise zu Fraukes Verschwinden habt, dann meldet euch bitte bei der Kriminalpolizei Bielefeld: 0521/54 50
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Kommentare
  • (Gast) 08.12.19 08:56 Uhr

    Wir zogen als junges Paar in eine wunderbare Altbauwohnung in Mönchengladbach ein. Miete auch noch bezahlbar, unglaublich! Wir müssten nur selber renovieren. Eine Reihe von Vormietern hatte die Tapete mit Raufaser überklebt und mehrfach überpinselt. Da half kein Streichen. Die Farbe viel zu schwer. Wir kommen endlich an bei der unteren Schicht. Ich kapiere: Das da an der Wand muss Blut sein. Verblasst, aber Blut. Die ganze Wand voll davon. Nein, so sieht das nicht einmal aus, wenn man sich selber die Kugel gegeben hat. Nein, ich ekele mich nicht, nein, es gruselt mich nicht Aber ich will die Geschichte dahinter kennen. - Nein, der Vermieter will nichts sagen, das seien doch wahrscheinlich nur Rotweinflecken; die Mitmieter behaupten, nichts zu wissen. Na gut, die Wohnung habe lange leer gestanden, immer seien die Studenten nach kürzester Zeit wieder ausgezogen.. Schon komisch, bei der Wohnungsnot. - Es spricht sich herum, dass ich frage. - Bei den Mülltonnen spricht mich ein älterer Herr an und lädt mich zum Kaffee ein. - Erst beim zweiten Kaffee rückt er heraus. - Ja, das sei eine dramatische Geschichte. Da habe eine Frau gewohnt, mit vier kleinen Kindern (zweieinhalb Zimmer!). Allein. Was damals ungewöhnlich war. Sie habe das Haus nur in der Dunkelheit verlassen. An ihrer Tür habe kein Name gestanden. Dann sei irgendwann ein Mann aufgetaucht, habe die Tür aufgebrochen, die Knarre genommen, alle an die Wand gestellt und abgedrückt. Dann sei er gegangen, als ob nichts geschehen wäre. Es habe sich keiner hochgetraut ins Dachgeschoss, tagelang. Die Polizei kam dann doch, keine Ahnung, wer sie gerufen hatte. Er nehme an, weil bei den Nachbarn untendrunter Blut durch die Decke gesickert sein musste. - Die Leichen seien dann abtransportiert worden, ohne Aufsehen. Keine Auskunft. Obwohl das doch, so der schlohweiße Mann, ein Fall für die Bildzeitung gewesen wäre. Er lächelte. Das einzige, was geschah: Die Gerüchteküche hatte üppig Futter. Die Frau habe ihn verlassen, sich versteckt; er sei gewalttätig gewesen. - Sie sei drogenabhängig gewesen. - Er sei der Nachwuchs eines Kriegskranken. - Sie habe ihn betrogen. - Schlimmer noch: Er habe erfahren, keines der Kinder sei von ihm. - Sie sei Prostituierte gewesen. - Er sei drogenabhängig gewesen und lange im Ausland. - Es sei ihr Vater gewesen. - - - Der alte Mann referiert die Gerüchte. Lange Pause. Und was denken Sie, frage ich? - Er schweigt. Dann sagt er: Mein Gerücht, ich weiß nur das: Der Mörder war Polizist. - Darauf kam ich, weil: Sonst wäre es nicht zu erklären, dass keinerlei Ermittlungen, Spurensicherung durchgeführt wurden und all so was, keine Presse auftauchte. Zwei Polizisten kamen, danach Bestatter, das wars. Dann ein paar Müllsäcke. Große. - Noch Milch, noch Zucker? - Ich winke ab. - Ich sage nichts und will gehen. An der Tür drückt er mir das Abzeichen einer Uniform in die Hand. Das lag vor den Containern, sagt er. - Ich gehe zurück in die Wohnung. Wir haben erst die Hälfte der Umzugskisten ausgepackt. ich reiße an der Blutwand ein Stück vom Teppich hoch, poröser PVC, darunter Holz. Alles voll vom Rotwein-Blut. Ich setze mich hin und habe eine Frau und vier Kinder vor Augen. Bin immer noch ruhig. Im Stadtarchiv: nichts, bei der Polizei nichts. Nein, in dieser Straße habe nie etwas stattgefunden, was der Rede wert sei. Und wenn schon: Das müsse 25 Jahre und mehr vorbei sei, also verjährt. Sowieso verjährt. Da sei nur ein Alter, der sich schon lange wichtig mache. Den dürfe man nicht für voll nehmen. Der erzähle immer Geschichten. Ich erzähle von den Flecken an Wänden und Boden. Dass man das doch heute schon anders untersuchen könne. Ich wette, sagt er, wenn ich jemanden schicke, stellt sich heraus: Das ist Rotwein, nichts als getrockneter Rotwein. - Drei Wochen später. Ich will zu dem alten Mann. Ihn zu einem Kaffee einladen. Seine Parterre-Wohnung leergeräumt. Die Nachbarin unterhalb meiner Wohnung fängt mich ab. Der sei doch just verstorben, kein Wunder mit 94. - Ich gucke wohl blöd. - Sie sagt: Na, irgendwann sterben wir doch alle, nicht wahr. - Wir leben noch ein halbes Jahr hier. Wir packen die Umzugskartons nie vollends aus. Abends sitze ich am Schreibtisch, soll meine Magisterarbeit zu Ende bringen und finde keinen Anfang. Ich bastele. Schöne Dinge, ganz ruhig, kreativ. Ganz bei mir und meinem Freund. Er will in eine bessere Wohnung, weil er jetzt richtig viel Geld verdient. Ich gebe irgendwann nach. Wir sind in einer Designerwohnung gelandet. Er will nichts mehr von "Deiner ewigen Geschichte" hören. Wir sind nicht mehr lange zusammen. Ich ziehe nach Mainz, Frankfurt, nach München, nach Düsseldorf, von Düsseldorf, nach Bonn. In jeder Wohnung setze ich mich zuerst einmal auf den Teppich, mit dem Rücken an die Wand. Ganz ruhig: Eine Frau, vier Kinder: Was ihnen wohl widerfahren sein mag?

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