Beschreibung

vor 11 Jahren
Tags: Sprachkurs, Französisch
Um diese Geschichte, ja den Schwank aus meinem langen, überaus interessantem Leben zu verstehen, sollte man schon perfekt französisch können und auch sonst über eine profunde klassische Ausbildung verfügen Aber da es in diesem Forum nur gebildete Leser gibt, ist diese Voraussetzung ohnehin eine Selbstverständlichkeit.Genau aus diesem Grund wird dieser Blog ja auch von der Ottakringer Brauer gesponsert. So was nennt man Zielgruppen gerechte Produktinformation
Irgendwann in grauer Vorzeit, also in meiner Jugend hatte ich die Schnauze voll vom goldenen Wiener Herz, Irgendwann einmal, nur kurz vor meinem Ziel, den exotischen Schluchten des wilden Pays de Gex, lief er nur noch auf eineinhalb Zylindern und zwar keine Leichen aber immerhin blauer Dunst säumte meinen Weg. Mit letzter Mühe schaffte ich es bis zu einem Garade, was ja wie ein jeder Bildungsbürger weiß, in Frankreich kein überdachter Parkplatz ist, sondern ein faux ami, also ein falscher Freund, der erstens was anderes heißt und zweitens als man denkt, nämlich eine Werkstatt. Und übrigens es heißt le garage und nicht la garade, Sie Banause.
Ich trat ein in die warme Stube, und musste das erste Mal im Leben mein Schulfranzösich in der freien Wildbahn testen. Genau genommen, war die einzige romanische Sprache, die ich in der Schule gelernt hatte, Latein. Aber das ist eine andere Geschichte und noch dazu eine ziemlich peinliche.
In der Garage fand ich ein mythischen Wesen, das auf den ersten Blick, gut zu meiner altphilologischen Ausbildung zu passen schien. Da kam mir einer meiner so typischen und gar nicht so seltenen Geistesblitze. Hinter dem Minochaise prangte an der grob verputzten Wand ein Kalender mit jungen, blonden, hübschen und erfreulich barbusiger Damen.Wie das glückliche Schicksal es wollte, war es die 85er Ausgabe des Kalenders eines bekannten deutschen Herstellers von Zündkerzen, für den ich an dieser Stelle wohl keine Schleichwerbung machen darf.
Jedenfalls zeigte ich mit dem gestreckten Zeigefinger scharf links am Minochaise vorbei, und tönte im schönsten Bariton „BOSCH“.
Der Minochaise blieb ungerührt. Ja nicht einmal seinen Blick erhob er von l'equipe, geschweige denn, dass er seine Nackenstarre überwunden hätte und sich zu den teutonischen, barbusigen, sich an Zündkerzen erregt reckelten Damen hinter ihm, umgedreht hätte.
Die seit Stunden in seinem Mundwinkel klemmende und glimmende Gaulloise zitterte nur unmerklich, als er mich wissen ließ : „Le boche, c'est vous-même“
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Obiger Beitrag wurde von meinem vernetzten UMTS fähigem Staubsauger, iSuck™, versandt. ....ich kann nix dafür, beschweren Sie sich bei ihm.
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