Podcast Medienrecht Folge 25 Fall Kachelmann Verdachtsberichterstattung

Podcast Medienrecht Folge 25 Fall Kachelmann Verdachtsberichterstattung

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Beschreibung

vor 10 Jahren
Als der Fernsehmoderator Jörg Kachelmann im März verhaftet wurde, schlugen die Wellen hoch. Eifrig wurde über den Verdacht der Vergewaltigung gegen ihn berichtet, obwohl damals noch niemand einschätzen konnte, was an den Vorwürfen tatsächlich dran ist, ob Kachelmann länger in Untersuchungshaft bleiben würde und ob es überhaupt zu einer Anklage kommen würde. Klar sein musste jedoch allen Redakteuren, die den Vergewaltigungsvorwurf sofort im großen Stil verbreiteten: Bei derartig ausufernder Berichterstattung über den Verdachtsfall ist Kachelmanns Karriere fast zwangsläufig erledigt - egal, wie die Geschichte am Ende ausgeht. Dennoch schien kaum ein Redakteur mit dem Gedanken zu spielen, eine groß aufgemachte Verdachtsberichterstattung aus Rücksicht auf die Persönlichkeitsrechte des Betroffenen zunächst zu unterlassen. Die "Tagesschau"- Redaktion, eine der wenigen Ausnahmen, musste sich in Blogs lautstarke Vorwürfe anhören, weil sie das Thema am Verhaftungstag nicht sofort in die Sendung nahm. Der Fall wirft fundamentale Fragen auf: Sind Journalisten nur für den Inhalt ihrer Berichte verantwortlich oder auch für die Folgen der Berichterstattung? Darf über jeden Verdacht hemmungslos und mit klarer Namensnennung berichtet werden, auch wenn dadurch Karrieren und Existenzen auf dem Spiel stehen? Ist eine identifizierende Verdachtsberichterstattung bei einem so vagen Erkenntnisstand zulässig oder kann der Betroffene im Nachhinein wirksam gegen entsprechende Medien vorgehen, wenn sich der Verdacht als falsch herausgestellt hat? Der "Podcast Medienrecht" erläutert die Rechtslage.

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