Beschreibung

vor 15 Jahren
Dumpf steigt aus tiefster Herzensgruft
der bersten Glocke Leidgesang,
die lüftewogend durch kalte Geistesnacht
gespenstisch raunt
und Tränenzoll erheischt.

Gewiß, Tränenzoll,
das Preisgeld heit'rer Erdenstunden.

Hades,
Du schmuckerpichter Schattenfürst,
dem's selbst an prächtigem Gewand ermangelt,
wie lang gedenkst Du noch,
daß mit der Seele heiligen Perlenflut
ich Dir die unbeschwerten Kindestage löhne,
mit salz'ger Perlenzier
die Halseskette mühesam Dir fäd'le,
daß sie mit prunkem Tränenschimmer
Dich lieblicher erstrahlen möge.

Behänge damit Deiner Gattin marmorweißen Hals,
daß sie zum holden Dank
mit ihrem duft'gen Wiesenzauber
den welken Garten Deiner fernen Jugend
wieder grünen läßt
und sende mir indes
Zephyris' milden Frühlingshauch.

Laß Deine grauen Wolkenschleier fallen,
mich Helios' gold'nes Antlitz schaun,
den frostigen Gedankenschauer,
der mir im bangem Busen wintert
in seinem Gnadenlichte schmelzen,
beströmend seiner lichten Segensgabe
die eisen Herzensquellen tauend brechen.

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