Triest findet nur langsam aus der Sackgasse heraus

Triest findet nur langsam aus der Sackgasse heraus

Lange lag Triest am äussersten Rand des Westens, nur wenige Kilometer vom kommunistischen Osten entfernt. Die Hafenstadt war weitgehend isoliert. Erst seit dem Untergang des Ostblocks und seit der Nachbarstaat Slowenien zur EU gehört, positioniert sic ...
29 Minuten

Beschreibung

1 month ago
Lange lag Triest am äussersten Rand des Westens, nur wenige
Kilometer vom kommunistischen Osten entfernt. Die Hafenstadt war
weitgehend isoliert. Erst seit dem Untergang des Ostblocks und seit
der Nachbarstaat Slowenien zur EU gehört, positioniert sich Triest
wieder als Hafenstadt Mitteleuropas. Ihre besten Zeiten erlebte
Triest als Hafen der Donaumonarchie. Damals war die Stadt
wohlhabend und bestens vernetzt. Die Bevölkerungsmehrheit sprach
Italienisch. Aber auch die slowenische und die deutsche Minderheit
hatten ihren Raum und konnten sich entwickeln. Dies änderte sich
abrupt, als die Stadt 1918 italienisch wurde. Vor allem in der Zeit
des italienischen Faschismus wurden die Minderheiten vertrieben
oder blutig unterdrückt. Doch zumindest Spuren der einstigen
Vielfalt sind geblieben. Man sieht sie in den Kaffeehäusern der
Stadt, die man nach Wiener Vorbild errichtete. Oder am Triester
Dialekt, in dem es deutsche oder slowenische Lehnwörter gibt. Und
heute lernt zumindest ein Teil der italienischsprachigen
Jugendlichen in der Schule die Sprache der Minderheit, Slowenisch.
Grosse Hoffnungen ruhen auf dem Hafen. Während Jahrhunderten war er
der Motor der wirtschaftlichen Entwicklung und könnte dies nun
wieder werden.

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