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        <title>Podcast: Deutsche Welle - Stichwort</title>
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                        <description>Mit Links erweiterter RSS-Feed für Podcast: Deutsche Welle - Stichwort (Nummer: 2630) - präsentiert von podcast.de.</description>
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                        <webMaster>feed@podcast.de (Fabio Bacigalupo)</webMaster>
                        <pubDate>Sun, 27 May 2012 05:56:47 +0000</pubDate>
                        <lastBuildDate>Sun, 27 May 2012 05:56:47 +0000</lastBuildDate>
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            <title>Deutsche Welle - Stichwort</title>
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                        <title>Frau</title>
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                                    <description>Ob die Schöpfungsgeschichte Recht hatte, bleibt ein ewiger Zankapfel zwischen den Geschlechtern. Die deutsche Frau muss allerdings mit einem sprachgeschichtlichen Überbleibsel der angeblichen Abstammung vom Mann leben.&lt;br /&gt;&lt;p&gt;Bei unserem heutigen Stichwort geht es um die Frau – allerdings weniger um die Sprachgeschichte dieses Wortes, als vielmehr um die Geschichte der Frau beziehungsweise der Frauen selbst. &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Von Adam und Eva&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&lt;/strong&gt; &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Beginnen wir ganz vorne. Bei Adam und Eva sozusagen. Ob man – oder frau – nun an die Schöpfungsgeschichte des Alten Testaments glaubt oder nicht. Sie bestimmt bis heute – zumindest teilweise – das Frauenbild in den meisten Ländern der Welt. Dass sich die Frau dem Manne unterzuordnen habe und ihrem Wesen nach unselbstständig sei, war nicht nur für die Kirchenväter eine klare Sache. Denn schließlich wurde die Frau ja aus einer Rippe Adams geschaffen, gewissermaßen als Nebenprodukt der Schöpfung.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Dass nun ausgerechnet diese Passage aus der Bibel das Bild der Frau geprägt hat, ist nicht verwunderlich. Theologie und damit auch die Auslegung der Bibel war Männersache. Dabei gibt es im Alten Testament Texte, in denen die Frau ganz anders gesehen wird. &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&quot;Biologisch minderwertig&quot;&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Im Ersten Buch Mose zum Beispiel werden Mann und Frau als gleichrangige Ebenbilder Gottes dargestellt. Und dann gibt es noch das Preislied Salomos und vor allem das Hohelied auf die Frau. Aber durchgesetzt hat sich – wie gesagt – die Geschichte mit der Erschaffung der Frau aus dem Körper des Mannes.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Im Hochmittelalter gab es nicht wenige Gelehrte, die damit die absolute Pflicht zum Gehorsam, ja zur Unterwerfung der Frau gegenüber dem Mann begründeten. Einer von ihnen war Thomas von Aquin. Er fand sich von Aristoteles bestätigt. Dieser wiederum hatte die Frau als verfehlten Mann, ja sogar als biologisch minderwertiges Wesen gesehen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&lt;br&gt;&lt;/strong&gt; &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Politische Mündigkeit&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&lt;/strong&gt; &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Was in manchen Ländern und Kulturen immer noch – durch vor allem männliche – Köpfe geistert, hat in diesem Frauenbild seinen Ursprung. Kein Wunder, dass auch im öffentlichen Leben, in Staat und Gesellschaft, wie es immer so schön heißt, den Frauen deshalb eine untergeordnete Rolle zugewiesen wurde.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Dass sich daran in den letzten Jahrzehnten etwas geändert hat, ist ausschließlich den Frauen selbst zu verdanken. Die Französinnen zum Beispiel konnten sich erst 1944 das Wahlrecht erkämpfen. Die deutschen Frauen immerhin schon 1918. Damit war wenigstens die politische Mündigkeit der Frauen erreicht.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Gleichberechtigung im Beruf?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&lt;/strong&gt; &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Gleichberechtigung von Mann und Frau wurde in Deutschland 1958 auch gesetzlich vollzogen. Der Ehemann hatte nicht mehr das letzte Wort in vielen Familienangelegenheiten. Im Berufsleben jedoch lässt die Gleichberechtigung weiterhin auf sich warten, obwohl sich vieles verändert hat. Noch in den 90er Jahren wurde in der Zeitung gefragt, ob es nicht ein Sicherheitsrisiko sei, wenn eine britische Fluggesellschaft eine Pilotin einstelle. Die Begründung: Pilot sei ein typischer Männerberuf.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Und was sind typische Frauenberufe? Erzieherin, Arzthelferin, Sekretärin, um nur einige zu nennen. Geschuldet ist dies nicht nur dem traditionellen Rollenverständnis. Viele Frauen selbst glauben immer noch, einen Beruf ergreifen zu müssen, in dem sie Familie und Beruf unter einen Hut bringen können.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Sprachgeschichte&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&lt;/strong&gt; &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&quot;Frauenbewegung&quot; – &quot;Die Frau in Kunst und Literatur&quot; … Viel gibt es noch zu sagen zum Stichwort &quot;Frau&quot;. Belassen wollen wir es zum Schluss bei einem sprachgeschichtlichen Hinweis. &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Das Wort &quot;Frau&quot; kommt von &quot;frouwe&quot;. Dieses wiederum stammt vom althochdeutschen &quot;fro&quot; ab, was – wer hätte es erwartet – &quot;Mann&quot; beziehungsweise &quot;Herr&quot; bedeutete. So stammt also die Frau, zumindest sprachgeschichtlich, vom Manne ab.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Männliches Überbleibsel&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&lt;/strong&gt; &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Aber der &quot;fro&quot; ist inzwischen so gut wie ausgestorben. Nur einmal im Jahr taucht er noch auf. Als katholischer Feiertag am zweiten Donnerstag nach Pfingsten. Da ist &quot;Fronleichnam&quot;.&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Fragen zum Text&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&lt;/strong&gt; &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Laut der Bibel wurde Eva geschaffen aus Adams …&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;1. Hüfte.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;2. Nase.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;3. Rippe.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Thomas von Aquin war der Meinung, dass die Frau dem Mann …&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;1. ebenbürtig war.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;2. untertan sein solle.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;3. befehlen sollte.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Seit 1918 wählen dürfen Frauen in … &lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;1. Italien.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;2. Frankreich.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;3. Deutschland.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Arbeitsauftrag&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Frauen haben sich in vielen Ländern eine gleichberechtigte Stellung erworben. Erstellen Sie einen Text, in dem Sie begründen, ob Sie für oder gegen die Gleichberechtigung von Mann und Frau sind. Diskutieren Sie Ihre Positionen in der Gruppe.&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Autor: Michael Utz&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Redaktion: Beatrice Warken&lt;/p&gt;
                        &lt;br /&gt;
                        &lt;p&gt;
                            &lt;a href=&quot;http://www.podcast.de/episode/1348934/Frau/&quot;&gt;Zur Detailseite bei podcast.de&lt;/a&gt;
                            &lt;br /&gt;
                            &lt;a href=&quot;http://www.podcast.de/episode/1348934/Frau/#comments&quot;&gt;Kommentare lesen&lt;/a&gt;
                            &lt;br /&gt;
                            &lt;a href=&quot;http://www.podcast.de/episode/1348934/herunterladen/&quot;&gt;Sendung hier herunterladen&lt;/a&gt;
                        &lt;/p&gt;
                    </description>
                                                                        <pubDate>Mon, 07 Sep 2009 09:32:00 +0200</pubDate>
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                <item>
                        <title>Ton</title>
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                                    <description>Politiker, Sänger, Musiker, Handwerker: Alle müssen ihn richtig beherrschen, den Ton. Ansonsten kommt es zu Misstönen und Verstimmungen. Und die will ja keiner.‎&lt;br /&gt;&lt;p&gt;Hört man manche Politiker, meint man, Handwerker vor sich zu haben. Da wird etwas eingeräumt, unterstrichen oder ausgeräumt, was gerade eben eingeräumt werden musste. Zur Bestätigung wird es dann noch ausdrücklich oder nachdrücklich betont.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Im Ton vergreifen&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&lt;/strong&gt; &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Nicht nur in der Politik spielt der Ton eine wichtige Rolle, nicht nur Politiker können sich auch einmal im Ton vergreifen. Nein, jeder kann es. So verletzen wir zum Beispiel in großer Aufregung und Wut den guten Ton und brüllen unser Gegenüber derart an, dass er oder sie keine Töne mehr hat. Reuevoll geben wir dann zu, dass in einem solchen Ton nicht miteinander umgegangen werden kann und schlagen versöhnliche Töne an. &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;In demütiger Einsicht wird uns in solchen Situationen deutlich, dass die Redensart &quot;Der Ton macht die Musik&quot; tatsächlich ihre Entsprechung im richtigen Leben findet. Bevor wir es vergessen und sich die ungezählten Töpferinnen und Töpfer in aller Welt um die Erwähnung &lt;em&gt;ihres&lt;/em&gt; Tons betrogen fühlen: Wir wollen wenigstens jenes feinkörnige Sediment von gelblicher bis grauer Farbe erwähnen, aus dem die wundervollsten Gefäße, auch Tontöpfe, mit kundiger Hand hergestellt werden.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Luftschwingung&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Was den tönenden Ton angeht, so finden wir folgende Definition im Lexikon: Ein Ton ist &quot;eine vom Gehör wahrgenommene gleichmäßige Schwingung der Luft, die im Unterschied zum Klang keine Obertöne aufweist&quot;.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Wir müssen nicht die endlose Reihe von Adjektiven aufzuzählen beginnen, die den Ton in seinem Charakter näher bestimmen. In der Musik ist der Unterschied zwischen Klang und Ton fließend. &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&lt;/strong&gt; &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Redensarten&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Wenn man vom runden und weichen Ton beispielsweise einer Altstimme spricht, so ist natürlich gleichermaßen der Klang dieser Stimme gemeint. Die zarten Töne, die der Pianist auf dem wunderbar klingenden Flügel anschlägt, sind ebenfalls Klang. &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Übrigens: Die Redensart &quot;den falschen Ton anschlagen&quot; ist direkt aus der musikalischen Praxis genommen. Wenn der Pianist während des Spiels eine falsche Taste anschlägt, ergibt dies eben einen Misston. Auch der Ausdruck &quot;sich im Ton vergreifen&quot; hat seinen Ursprung in der Musik. Es ist der Alptraum jedes Musikers, der ein Saiteninstrument spielt, sich während eines Konzerts zu vergreifen. Passiert ist passiert. Keine Möglichkeit zur Korrektur. Auch ein Halb- oder nur ein Viertelton daneben bleibt daneben. &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Stimmige Töne&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&lt;/strong&gt; &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Als Stimmton zur Einstimmung von Einzelinstrumenten gilt in der traditionellen abendländischen Musik der so genannte &quot;Kammerton&quot;, das auf 440 Hertz festgelegte, eingestrichene &quot;A&quot;. Er ist gewissermaßen &quot;tonangebend&quot;. Jemand, der – in übertragener Bedeutung – den Ton angibt, ist allerdings nicht unbedingt eine Orientierungshilfe für Wohlklang und Harmonie. &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Harmonie sollte herrschen, wenn man nach der Redensart &quot;Der Ton macht die Musik&quot;. handelt. &quot;Ton&quot; stammt vom lateinischen Wort &quot;tonus&quot;, das wiederum dem griechischen &quot;tónos&quot; entstammt. Es bedeutet nichts anderes als das Anspannen der Saiten. Jedes Saiteninstrument wird durch das &quot;Anspannen&quot; der Saite beziehungsweise der Saiten auf die richtige Tonhöhe gebracht. Es wird &quot;gestimmt&quot;. Die richtigen Töne, die jemand im zwischenmenschlichen Umgang anschlägt, sorgen dann auch für die harmonische Stimmung.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Einsingen&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Wenn wir von Musik, Ton, Instrumentenstimmung sprechen, dürfen wir die menschliche Stimme nicht vergessen. Auch der Sänger, die Sängerin stimmt sich gewissermaßen durch das &quot;Einsingen&quot; ein. &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Nur so ist gewährleistet, dass sich der Wohlklang, die Klangschönheit einer Gesangsstimme entfalten kann. Für Klangschönheit gibt es ein Wort, das dem italienischen Kunstgesang vom 17. Jahrhundert an den Namen gegeben hat: &quot;Belcanto&quot;. &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&lt;br&gt;&lt;/strong&gt; &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Belcanto&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Er bedeutet weit mehr als nur den richtigen Ton zu treffen. Das wollen wir an dieser Stelle doch einmal ganz deutlich unterstreichen sowie ausdrücklich und nachdrücklich betonen. Und das, ohne uns im Ton zu vergreifen. Denn schließlich macht ja der Ton die Musik.&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Fragen zum Text&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Die Redewendung sich im Ton vergreifen bedeutet, …&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;1. dass man den guten Ton verletzt und sein Gegenüber anbrüllt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;2. dass die Saite einer Geige reißt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;3. dass unsere Lieblingsvase zerbricht.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Das Wort Ton kommt vom lateinischen …&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;1. tonus.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;2. tinnitus.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;3. tonnage.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Welche Redewendung ist richtig?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;1. Der Ton macht die Musik. &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;2. Die Musik macht den Ton.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;3. Der Ton mag die Musik.&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Arbeitsauftrag &lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Schreiben Sie einen Text, in dem Sie mindestens zehn Wörter und Redewendungen verwenden, in denen Ton vorkommt.&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Autor: Michael Utz&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Redaktion: Beatrice Warken&lt;/p&gt;
                        &lt;br /&gt;
                        &lt;p&gt;
                            &lt;a href=&quot;http://www.podcast.de/episode/1340815/Ton/&quot;&gt;Zur Detailseite bei podcast.de&lt;/a&gt;
                            &lt;br /&gt;
                            &lt;a href=&quot;http://www.podcast.de/episode/1340815/Ton/#comments&quot;&gt;Kommentare lesen&lt;/a&gt;
                            &lt;br /&gt;
                            &lt;a href=&quot;http://www.podcast.de/episode/1340815/herunterladen/&quot;&gt;Sendung hier herunterladen&lt;/a&gt;
                        &lt;/p&gt;
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                                                                        <pubDate>Mon, 31 Aug 2009 08:55:00 +0200</pubDate>
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                        <title>Gewürze</title>
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                                    <description>Märkte werden durch ihre Farbenpracht und ihren Duft bereichert. Fade schmeckt ein Essen ohne sie. Früher hart umkämpft und ein Monopol der Gewürzhändler, können sie inzwischen überall und von jedem gekauft werden.&lt;br /&gt;&lt;p&gt;Im Fernsehen war zuletzt die Werbung für eine Aromasäule zu sehen. Eine nette Dame erklärte deren wundersame Wirkung. Sie wissen nicht, was das ist, eine Aromasäule?&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Künstliche Aromen&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&lt;/strong&gt; &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Aroma kennen wir: Würziger Wohlgeruch, auch Duft. Das Wort stammt aus dem Griechischen und bedeutet &quot;Gewürz&quot;. Dieses, das Gewürz, ist unser heutiges Stichwort. Es ist aber ohne Aroma undenkbar und bedarf der wohldosierten Einleitung. Gewürze verbreiten einen aromatischen Duft. Man braucht nur an Weihnachtsmärkte zu denken, mit ihrem Duft von Glühwein, Lebkuchen und gebrannten Mandeln.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Aromasäule. Die in der erwähnten Werbung sah aus wie ein großer Schnorchel aus Edelstahl. Gefällig anzusehen, stand sie da neben einem riesigen Regal mit Obst und Südfrüchten und blies den selbstverständlich künstlichen Duft einer exotischen Gewürz- und Aromamischung in die Luft. Aus eigener Kraft können die gespritzten Zitrusfrüchte, die von langer Reise ermüdeten Papayas nebst den kalifornischen Trauben nicht mehr jenen köstlichen aromatischen Duft verbreiten, der uns das Wasser im Munde zusammenlaufen lässt. Aromasäulen, auch diese gehören zur Kulturgeschichte der Gewürze und Aromastoffe.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Hart umkämpft&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&lt;/strong&gt; &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Kann man sich heute noch vorstellen, dass um Gewürze Kriege geführt wurden? In der Tat war besonders die Muskatnuss, so seltsam es klingt, ein hart umkämpftes Gewürz. Der Muskatbaum kommt von den Molukken – von den &quot;Gewürzinseln&quot;, wie diese Inselgruppe auch genannt wird. Arabische Händler brachten Muskatnüsse über das Indische Meer, über die Gewürzstraßen des Vorderen Orients und schließlich über das Mittelmeer nach Europa. Dort sind sie seit dem frühen Mittelalter bekannt.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Muskatnüsse, ja Gewürze überhaupt, waren zu jenen Zeiten sündhaft teuer. Kein Wunder, dass die Seefahrervölker des ausgehenden Mittelalters mit allen Mitteln versuchten, sich die fernöstlich-indischen Köstlichkeiten selbst zu verschaffen. Bei diesem Bemühen wurde zum Beispiel der Seeweg nach Indien um das Kap der Guten Hoffnung entdeckt. 1512 landeten die Portugiesen auf den Gewürzinseln. Lissabon wurde zum europäischen Haupthandelsplatz für Gewürze.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Reiche Pfeffersäcke&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&lt;/strong&gt; &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Portugal musste sich schließlich der niederländischen und englischen Konkurrenz beugen. Die Eingeborenen der Gewürzinseln wurden ausnahmslos versklavt, Holländer und Engländer waren die neuen Herren. Ihre Kolonialreiche entstanden auf der Grundlage des Handels mit Gewürzen. Dort, wo der Pfeffer wächst, weit weg von Europa, wuchsen die aromatischen Köstlichkeiten, die bald die Speicher der reichen Kaufleute in Amsterdam und London füllten.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die &quot;Pfeffersäcke&quot;, wie man die reichen Gewürzhändler nicht umsonst nannte, wussten sehr wohl, wie ihre Geldsäcke zu füllen waren. Wer heimlich Muskatbäume kultivierte, um das Monopol zu umgehen, musste mit der Todesstrafe rechnen. Um die Preise hochzuhalten, griffen die Handelsherren im 18. Jahrhundert zu einem Mittel, das uns modernen Wohlstandsmenschen durchaus vertraut ist: Kostbarste Gewürze wurden tonnenweise vernichtet – ins Meer gekippt oder verbrannt.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Alle Wohlgerüche Arabiens&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&lt;/strong&gt; &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Aus dieser Kolonialzeit stammt auch das Wort &quot;Kolonialwaren&quot;. In den entsprechenden Kolonialwarenläden herrschte ein Duft, der eine Mischung aus allen Wohlgerüchen Arabiens und sämtlichen denkbaren Aromen war. Inklusive dem von Salzheringen und Gewürzgurken. Dagegen ist eine Aromasäule ein mickriger Geruchsverteiler.&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&lt;/strong&gt; &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&lt;/strong&gt; &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Fragen zum Text&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&lt;/strong&gt; &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Der Muskatbaum stammt ursprünglich …&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;1. von den Gewürzinseln&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;2. von den Seychellen-Inseln.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;3. von den Galapagos-Inseln.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Die Seefahrer entdeckten den Seeweg … das Kap der Guten Hoffnung.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;1. über&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;2. um&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;3. auf&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&quot;Pfeffersäcke&quot; war die negative Bezeichnung für …&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;1. eine bestimmte Kleidermode.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;2. Säcke mit Pfefferkörnern.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;3. für reiche Gewürzhändler.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Arbeitsauftrag &lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Erfinden Sie eine kleine Geschichte von jemandem, der auf einem Markt verschiedene Gewürze Ihres Heimatlandes einkauft. Beschreiben Sie den Geschmack, den Geruch und das Aussehen der Gewürze. &lt;/p&gt;



&lt;p&gt;Autor: Michael Utz&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Redaktion: Beatrice Warken&lt;/p&gt;
                        &lt;br /&gt;
                        &lt;p&gt;
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                        &lt;/p&gt;
                    </description>
                                                                        <pubDate>Mon, 24 Aug 2009 09:23:00 +0200</pubDate>
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                <item>
                        <title>Suche</title>
                                    <link>http://www.dw-world.de/dw/article/0,,1273283,00.html?maca=de-podcast_stichwort-1172-xml-mrss</link>
                                    <description>Dem erleichterten Finden von Dingen geht oft ein langes und nervenraubendes Suchen voran. Dabei gibt es neben dem alltäglichen Suchen des Wohnungsschlüssels auch die schwierigere Suche nach Arbeit oder einem Partner.&lt;br /&gt;&lt;p&gt;In Zeiten der Ratlosigkeit ist guter Rat ganz besonders teuer, wenn das allgemeine Schulterzucken in völliger Erstarrung endet und also gar nichts mehr geht. Aber irgendwo muss es doch Hilfe geben, eine Lösung. &quot;Suchet, dann werdet ihr finden&quot; heißt es im Matthäusevangelium; und in dieser geradezu nüchtern anmutenden Feststellung ist die Voraussetzung jeglicher Findung und allen Findens genau benannt: &quot;Die Suche&quot;. Beziehungsweise &quot;das Suchen&quot;. Ein Stichwort, das wie fast alle große und kleine Bedeutung annehmen kann. &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Alltags-Suche&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Denken wir nur, alle Brillenträgerinnen und Brillenträger werden zustimmend nicken, an die lästige Brillensuche, die sich insofern fatal erschwert, weil wir sie – die Brille – ja zum Suchen bräuchten! Auch die Suche nach den Schlüsseln und der Telefonnummer von Herrn Müller, von dem man dummerweise nur den Nachnamen weiß, gehört zu den eher banalen Suchaktionen. &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Wer indessen eine Wohnung, einen Partner respektive Partnerin oder gar Arbeit sucht; für den hat &quot;Suche&quot; einen ganz anderen Klang. Aber alles außer der Partnersuche wird einfacher, da ja ständig und überall nach Lösungen für welches Problem auch immer gesucht wird. Nur: Eigentlich interessiert uns die &quot;Suche&quot; ja nicht. Das Finden ist wichtig. Aber wie das so ist im Leben: Kein &quot;Finden&quot; ohne das &quot;Suchen&quot;. &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Schwierige Partnersuche&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Damit eine Suche erfolgreich ist, das Gesuchte also gefunden werden kann, sollte man genau wissen, wonach man wo und wie sucht. Nehmen wir die Partnersuche. In den einschlägigen Suchanzeigen lässt sich nachlesen, was man/Frau sucht. Meist sind es die sprichwörtlich eierlegenden Wollmilchsäue in Menschengestalt, die den Partner fürs Leben abgeben sollen. Schwer zu finden. Das ist wie mit der berühmten Stecknadel im Heuhaufen. Fast aussichtslos, da fündig zu werden. &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Was also tun? Weitersuchen oder die Suche aufgeben beziehungsweise nach anderen, bescheideneren Kriterien fortsetzen? Ein Glücksfall, wenn sich von einem Pärchen sagen lässt: &quot;Die Zwei haben sich gesucht und gefunden&quot;. Wobei mit dieser Redensart ganz allgemein gesagt wird, dass zwei Menschen besonders gut zueinander passen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Die Suche im Beruf&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Suchen beinhaltet Bewegung. Im wörtlichen wie im übertragenen Sinn. Jeder Suchende bewegt sich auf ein Ziel zu oder versucht es zumindest. Ob es der Gottsucher ist – um ein extremes Beispiel zu nennen – oder der Philosoph, der nach dem Sinn des Lebens sucht oder einfach jemand, der sich beim Wandern oder in der Großstadt verlaufen hat, sie alle suchen nach einem Weg und dieser soll selbstverständlich der richtige sein. &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Den sucht selbstverständlich auch der Bergmann, dessen Ziel das Ausfindigmachen von ertragreichen Lagerstätten ist. Es verwundert nicht, dass &quot;suchen&quot; ursprünglich ein Zeitwort der Bewegung war – ganz im wörtlichen Sinne und noch genauer ein Wort aus der Jägersprache: &quot;Witternd nachspüren&quot;. Da haben wir den Hund des Jägers vor Augen, wie er schnüffelnd eine Spur aufnimmt, dieweil der Hase das Weite sucht und – da sind wir auf der Seite von Meister Lampe – es hoffentlich auch findet. &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Tiere mit Spürsinn&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Such- oder Spürhunde sind verlässliche und äußerst findige Tiere; wie auch unsere französischen Freunde, die Trüffelschweine. Da weiß man, was man hat. &lt;/p&gt;



&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Fragen zum Text&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Eine Suche endet im besten Fall mit …&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;1. dem Aufgeben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;2. mit einer Pause.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;3. mit dem Finden.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Der Ausspruch Die zwei haben sich gesucht und gefunden bedeutet: …&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;1. Zwei Menschen geraten in einen Streit.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;2. Zwei Menschen leben in einer Wohngemeinschaft.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;3. Zwei Menschen passen besonders gut zueinander.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Der Philosoph sucht …&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;1. den Sinn des Lebens.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;2. den Geburtsort von Siegmund Freud.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;3. neue Rohstoffe.&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Arbeitsauftrag &lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Haben Sie sich schon einmal in einer fremden Stadt verlaufen und den Rückweg gesucht? Schreiben Sie Ihre Erlebnisse auf und tragen den Text in der Gruppe vor. &lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Autor: Michael Utz&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Redaktion: Beatrice Warken&lt;/p&gt;
                        &lt;br /&gt;
                        &lt;p&gt;
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                        &lt;/p&gt;
                    </description>
                                                                        <pubDate>Mon, 10 Aug 2009 10:31:00 +0200</pubDate>
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                <item>
                        <title>Landpartie</title>
                                    <link>http://www.dw-world.de/dw/article/0,,921331,00.html?maca=de-podcast_stichwort-1172-xml-mrss</link>
                                    <description>Schöne Sommertage, laue Luft – ein guter Anlass für ein Picknick im Freien. Es klingt etwas altmodisch und nicht sehr aufregend, aber ist das nicht gerade das Schöne daran?&lt;br /&gt;&lt;p&gt;Es ist Ferienzeit. Sommer. Reiseverkehr. Hochsaison. Vielleicht ein bisschen Ruhe gefällig? Nicht auf die Autobahn, nicht ins Flugzeug? Zuhause bleiben und dennoch hinaus? Ausfliegen? Versuchen wir es doch einmal mit einer Landpartie, einem &quot;Ausflug aufs Land&quot; wie das Lexikon dieses herrlich altmodische Wort erklärt. &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Entspannte Trägheit&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&lt;/strong&gt; &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Sicher, Ausflug ist richtig, aber eine Landpartie ist doch noch etwas mehr, doch noch ein bisschen etwas anderes als ein Ausflug. Wir denken zum Beispiel an die runden Strohhüte der Damen mit dem blauen oder hellroten Band, zum getupften Sommerkleid passend. Die Herren tragen legere und selbstverständlich lange Hosen, beige ärmellose Westen und heben die geflochtenen Körbe mit Leckereien und Getränken aus der offenen Kutsche. &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ja, zugegeben, wir sind mitten in einem Genrebild des Biedermeier, der Romantik oder des Impressionismus und machen eine Landpartie. Die Kinder spielen mit dem Ball oder rennen mit dem Hund um die Wette, Schmetterlinge fliegen, alle sind guter Dinge. Es geschieht eigentlich nichts. Man sitzt auf bunten Decken im Gras einer Lichtung oder in einer Wiese, vielleicht hat jemand eine Hängematte mitgebracht, die hinten links zwischen den beiden Bäumen aufgespannt wird. &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Picknick à la française&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Eine leichte Bewegung entsteht, als die großen Servietten ausgebreitet werden; es geht ans Essen. Man picknickt. &quot;Picknick&quot;, meldet sich wieder das Lexikon: &quot;Imbiss, Mahlzeit im Freien&quot;. Das bedarf der Ergänzung. &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Wir finden das Wort im Französischen, am Ausgang des 17. Jahrhunderts. &quot;Un pique–nique&quot;, das ist ein Mahl im Freien, zu dem jeder Teilnehmer etwas beiträgt. Köstlichkeiten zumeist; kleine Pasteten, feiner Schinken, vielleicht etwas gebratenes Huhn, Obst, ein frischer Käse und knuspriges Brot, von allem ein bisschen. Zum Trinken gibt es leichten gekühlten Wein und Wasser. &lt;/p&gt;
&lt;p&gt; &lt;strong&gt; &lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Die Picknick-Ausrüstung&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&lt;/strong&gt; &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In einem Schriftstück aus dem Jahre 1786 wird behauptet, &quot;die Piquenics haben ihren Namen von einem Traiteur in Berlin, welcher sie zuerst veranlasst hat.&quot; Das Wort selbst ist jedoch schon 1694 gebucht, zumindest gibt das französische Wörterbuch &quot;Le Petit Robert&quot; diese Auskunft. &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Wie auch immer, es geht also ans Verspeisen diverser Delikatessen und dazu gibt es das Picknick-Besteck aus dem Picknick-Koffer. Eine richtige Landpartie kommt eigentlich ohne Picknick nicht aus. Ein Ausflug schon. &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Lauschige Landpartie&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&lt;/strong&gt; &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Eine Landpartie, das ist die gemächliche Fahrt zu einem lauschigen Plätzchen, an dem es sich alle genüsslich bequem machen und es sich gut gehen lassen. Irgendwann, ein bisschen träge geworden, geht es wieder nach Hause. Die Landpartie ist etwas ohne jede Anstrengung. Sicher, man geht ein paar Schritte, vielleicht um Kirschen zu pflücken, aber sonst? &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&quot;Man wandert nicht mehr durch Wald und Fluren. Man macht nur &quot;Partien&quot; und &quot;famose Touren&quot;.&quot; Der erzürnte Reim entstand sicher ungewollt; jedenfalls war man im Jahre 1910 sehr erbost über das modische Fremdwort &quot;Partie&quot;, das aus dem verruchten Frankreich in deutsche Lande eingesickert war. &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Aus der Mode&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&lt;/strong&gt; &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Längst gilt das Wort als veraltet. Démodé sozusagen. Aber was es bedeutet, ist doch eigentlich ganz schön und könnte durchaus auch weiterhin so genannt werden. &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Fragen zum Text&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Man verbringt eine Landpartie …&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;1. im Kaufhaus.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;2. im Büro.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;3. auf dem Land.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Ein Imbiss im Freien ist ein …&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;1. Menü.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;2. Frühstück.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;3. Picknick.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Bei einer Landpartie …&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;1. wandert man sehr viel und geht danach schwimmen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;2. arbeitet man in einem anderen Land.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;3. macht man es sich bequem und lässt es sich gut gehen.&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Arbeitsauftrag &lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wie stellen Sie sich eine Landpartie vor? Beschreiben Sie, wo und mit wem sie gerne eine Landpartie machen möchten und was Sie alles für ein Picknick mitnehmen wollen.&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Autor: Michael Utz&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Redaktion: Beatrice Warken&lt;/p&gt;
                        &lt;br /&gt;
                        &lt;p&gt;
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                        &lt;/p&gt;
                    </description>
                                                                        <pubDate>Mon, 03 Aug 2009 09:19:00 +0200</pubDate>
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                <item>
                        <title>Nass</title>
                                    <link>http://www.dw-world.de/dw/article/0,,1307894,00.html?maca=de-podcast_stichwort-1172-xml-mrss</link>
                                    <description>Sommer, Sonne, Schweiß – an heißen Tagen sehnen sich viele Menschen nach erfrischendem Wasser. Doch wenn es dann in Strömen regnet, vergisst man schnell, wie wertvoll das kühle Nass eigentlich ist.‎&lt;br /&gt;&lt;p&gt;Es sind die Tage, an denen die Hitze flimmernd über dem Land liegt. Die Erde ist ausgetrocknet, alle Farben scheinen verblasst, unbarmherzig brennt die Sonne vom Himmel. Keine einzige Wolke ist zu sehen. Aus allen Poren rinnt der Schweiß. Hochsommer. Hundstage.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Kostbares Nass&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;In dieser Zeit haben die Getränkehändler Hochkonjunktur; wer kann, geht ins Schwimmbad oder fährt zum nächsten Baggersee. Hauptsache Abkühlung – von innen wie von außen. Wasser. Kaltes, frisches Wasser. Und abends ein Gewitter und Regen. Danach auf dem Balkon sitzen, das Glas ist beschlagen, die Temperatur genau richtig. Genießen, wie das kühle Nass durch die Kehle rinnt. &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Stichwort &quot;Nass&quot;. Angesichts der zunehmenden Wasserknappheit – nicht nur in den so genannten armen Ländern – wird immer häufiger von &quot;kostbarem Nass&quot; gesprochen als Synonym für Wasser. &quot;Nass&quot;, eigentlich ein Adjektiv, erscheint in diesem Beispiel als Substantiv. &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Der Ursprung der Nässe&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&quot;Das kostbare Nass&quot;. Die &quot;Nässe&quot;, ebenfalls Substantiv, ist jedoch etwas anderes als &quot;das Nass&quot;. Aber alle drei –&quot;nass&quot;, das &quot;Nass&quot; und die &quot;Nässe&quot; – stammen von dem uralten Verbum &quot;natjan&quot; ab, von dem man sich allein vom Klang her gut vorstellen kann, dass aus ihm &quot;nass&quot; entstanden ist. &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Aber &quot;natjan&quot; hieß &quot;netzen&quot; beziehungsweise &lt;strong&gt;be-&lt;/strong&gt;netzen; in der Bedeutung &quot;mit Wasser begießen&quot;. Bis heute hat sich in einigen Landschaften, zum Beispiel in der Südwestpfalz, der Ausdruck &quot;netzen&quot; statt gießen gehalten. Ob gießen oder netzen: Beides bedeutet &quot;nass machen&quot;. &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Nass und kalt&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Und jetzt nehmen wir eine strenge Definition zu Hilfe, damit uns &quot;nass&quot; nicht zu sehr verwässert. &quot;Nass&quot;, heißt es im Wörterbuch, &quot;von Feuchtigkeit, besonders Wasser, durchtränkt oder von außen, an der Oberfläche damit benetzt, bedeckt&quot;. Wir wissen, was nasse Füße, nasse Schuhe und nasse Haare sind; und dass wir einen Sommer, während dem es zu viel geregnet hat, einen &quot;nassen Sommer&quot; nennen. Müßig zu erwähnen, dass solche Sommer nicht besonders warm sind. &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Übrigens wurde schon im 14. Jahrhundert bedeutungsgemäß &quot;nass&quot; in die Nähe von &quot;kalt&quot; gerückt und am Beginn des 19. Jahrhunderts finden sich erste Belege für das Wort &quot;nasskalt&quot;. Aber darüber lassen wir uns nicht länger aus, das hat Zeit bis zu eben dieser nasskalten Jahreszeit mit den Nebelnässen, dem Nieselregen. Unangenehm. &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Redewendungen und Eigenschaften&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt; &lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Übrigens findet sich dieser negative Aspekt von &quot;Nass&quot; und &quot;Nässe&quot; in etlichen Redewendungen, wobei &quot;nass&quot; in übertragener Bedeutung erscheint. &quot;Jemanden nass machen&quot; heißt, ihn oder sie &quot;fertig machen&quot;, &quot;erledigen&quot;. Das ist oft nicht ganz so schlimm gemeint wie es klingt. &quot;Mach ihn nass!&quot; ist der Zuruf und die Aufforderung beim Fußball, den Gegenspieler auszutricksen, ihn stehen zu lassen. &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&quot;Wasch mich, aber mach mich nicht nass&quot;: Diese Redensart gilt für Leute, die gerne die Vorteile einer Sache in Anspruch nehmen, selbst aber nicht bereit sind, etwas dafür zu tun. Diese Bedeutung von &quot;nass&quot;, die so etwas wie Schnorrermentalität umschreibt, ist alt. Schon im 16. Jahrhundert findet sich &quot;nass&quot; als Eigenschaftswort für &quot;liederlich&quot;, &quot;verschlagen&quot;, &quot;ohne Geld&quot;. Bis heute sagt man zum Beispiel in der Gegend von Plauen, &quot;der fährt nass&quot; und meint damit einen &quot;Schwarzfahrer&quot;.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Schmarotzende Nassauer&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Für &quot;schnorren und schmarotzen&quot;, für das &quot;Nehmen ohne je etwas zu geben&quot; gibt es im Deutschen das seltsame Wort &quot;nassauern&quot;. Zur Erklärung dieses Begriffs wird gern die Geschichte von den Freitischen für nassauische Studenten in Göttingen bemüht. &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Als Anreiz zur Aufnahme des Studiums gewährte der Herzog damals seinen Studenten Stipendien in Form eines &quot;Freitisches&quot;, das heißt, die konnten bei einem Wirt, mit dem die herzogliche Regierung einen entsprechenden Vertrag abgeschlossen hatte, umsonst essen. Blieb ein Nassauer Student dem Freitisch fern, fand sich schnell ein fremder, unbefugter, der sich als Nassauer ausgab und das Mahl einnahm. &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Wer &quot;nassauerte&quot;, schlug sich also als ungebetener Gast auf Kosten und anstelle anderer – der Nassauer – den Bauch voll. So. Jetzt ab ins Freibad. Ins kühle Nass. Aber bitte nicht mit vollem Bauch.&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Fragen zum Text&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt; &lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;&lt;strong&gt;&lt;/strong&gt;&lt;strong&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Für das Substantiv das Nass kann man auch sagen: …&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;&lt;/strong&gt;
&lt;p&gt;1. die Nuss.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;2. die Nase.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;3. die Nässe.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Die Redensart jemanden nass machen bedeutet, …&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;1. jemanden fertig machen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;2. jemanden baden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;3. jemandem ein Glas Wasser zum Trinken geben.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Wenn jemand nassauert, dann …&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;1. teilt er etwas mit anderen. &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;2. nimmt er etwas, ohne selbst etwas zu geben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;3. lehnt er etwas ab.&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Arbeitsauftrag &lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Einige Menschen verbringen ihren Urlaub am liebsten in heißen und sonnigen Ländern, andere fahren lieber in kühle Länder. Was bevorzugen Sie? Schreiben Sie einen kurzen Text über Ihr liebstes Reiseziel. &lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Autor: Michael Utz&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Redaktion: Beatrice Warken&lt;/p&gt;
                        &lt;br /&gt;
                        &lt;p&gt;
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                        &lt;/p&gt;
                    </description>
                                                                        <pubDate>Mon, 27 Jul 2009 09:32:00 +0200</pubDate>
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                <item>
                        <title>Ferien</title>
                                    <link>http://www.dw-world.de/dw/article/0,,4452746,00.html?maca=de-podcast_stichwort-1172-xml-mrss</link>
                                    <description>Jeder freut sich darauf und ist traurig, wenn sie zu Ende sind – die Ferien. Was bleibt ist die Vorfreude auf die nächsten schönsten Wochen des Jahres. Es sei denn, man ist ständig in Ferien. Auch das soll vorkommen.&lt;br /&gt;&lt;p&gt;Es gibt in jeder Sprache Worte, die schon wenn sie ausgesprochen werden, gute und angenehme Gefühle auslösen. Das liegt nicht allein daran, dass sie etwas Schönes bezeichnen, sondern auch an ihrer Zusammensetzung aus weichen Konsonanten und freundlichen Vokalen. &quot;Ferien&quot; ist so ein Wort. &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Zeit des Nichtstuns&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&lt;/strong&gt; &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In der Tourismusbranche werden sie auch als &quot;die schönsten Wochen des Jahres&quot; bezeichnet. Das ist aus verschiedenen Gründen richtig. Erstens gibt es die Ferien nur in der Mehrzahl – darüber freuen sich nicht nur die Schulkinder – und zweitens braucht man in dieser Zeit nichts zu tun. Sollten Sie nach Italien fahren, sind Sie im Ursprungsland der Ferien. &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Schon zu Zeiten der Römer gab es die &quot;feriae&quot; – und sie waren ihnen im wahrsten Sinne des Wortes heilig. Da gab es zum Beispiel vom Staat angeordnete Ruhetage nach der Aussaat im Frühjahr. Es wurden Opfer gebracht, um von den Göttern eine gute Ernte zu erbitten. Wer während dieser Zeit arbeitete wurde bestraft. Es gab im Römischen Staat auch schon so etwas wie &quot;Große Ferien&quot; und die hatten – wie bei uns auch – mit der Schule zu tun. &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Angeordnete Ferien&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&lt;/strong&gt; &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das Bildungswesen war allerdings Privatsache, das heißt, die Eltern mussten für den Unterricht bezahlen. Sie taten es nur von November bis Juni. Also hatten die kleinen Römerinnen und Römer Ferien bis Oktober. Der Schriftsteller Tertullian hat übrigens diesen langen Unterrichtsausfall bitter beklagt. Gegen die &quot;feriae imperativae&quot;, die vom Staat befohlenen Ferien, hatte er nichts einzuwenden. Die wurden mit Zustimmung des Senats angeordnet, wenn die römischen Legionen einen Krieg siegreich beendet hatten. Das kam ziemlich oft vor. &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ein friedlicher Anlass für &quot;feriae imperativae&quot; waren die Markttage in Rom. Wenn die Bauern in der Stadt ihre Produkte verkauften, durfte niemand arbeiten. Auch die Gerichte blieben während dieser Zeit geschlossen. Übrigens kommt daher unser Begriff &quot;Gerichtsferien.&quot; Aber keine Regel ohne Ausnahme. In ganz dringenden Fällen wurde und wird damals wie heute die Justiz tätig. &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&lt;/strong&gt; &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Ausnahmen von der Regel&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&lt;/strong&gt; &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es gab übrigens römische Rechtsgelehrte, die eine Lockerung der staatlichen Ferienordnung forderten. Arbeiten, die niemand schadeten und vor allem die Götter nicht beleidigten, sollten erlaubt werden. Wer zum Beispiel einen Weinberg oder Olivenhain gepachtet hatte, der sollte auch an Ferientagen pflücken dürfen. Oder Vögel fangen. Allerdings nur schädliche. Wobei niemand so recht wusste, was nun ein schädlicher Vogel war. &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Zur Kulturgeschichte unseres Stichworts &quot;Ferien&quot; wäre noch Einiges zu sagen. Zum Schluss aber noch ein kleiner Blick auf die Entstehung des Wortes selbst: Es ist aus dem lateinischen &quot;fanum&quot; abgeleitet; was so viel wie &quot;das Heilige&quot; bedeutet. So waren für die Römer die meisten Ferien heilige Tage; und es verwundert nicht, dass auf ihre Einhaltung so streng geachtet wurde. Das ist ja bei uns noch ganz ähnlich. &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Feierabend: Die kleinste Ferien-Form&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&lt;/strong&gt; &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;An gesetzlichen Feiertagen darf nicht gearbeitet werden. Außer in Notfällen. Der &quot;Feierabend&quot;, den wir alle so schätzen und der vielen von uns sogar heilig ist, ist ja auch eine Zeit der Arbeitsruhe; und wenn man so will die kleinste Form von Ferien. Übrigens galt früher ausschließlich der Abend vor einem Festtag als Feierabend. Deshalb gibt es ihn –im Gegensatz zu den Ferien – auch in der Einzahl. Nun bleibt uns nichts mehr, als Ihnen wunderschöne Ferien zu wünschen. Also nur Festtage. &lt;/p&gt;



&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Fragen zum Text:&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&lt;/strong&gt; &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Das Wort Ferien kommt aus dem …&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;1. Griechischen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;2. Lateinischen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;3. Hebräischen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Die römischen Kinder hatten keine Schule von …&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;1. Juni bis Oktober.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;2. November bis Juni.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;3. Oktober bis Juni.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Feriae imperativae &lt;/strong&gt;&lt;strong&gt;wurden angeordnet, wenn …&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;1. ein Krieg siegreich beendet wurde und Markttag in Rom war.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;2. ein Krieg verloren ging und Olympiade war.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;3. Schüler und Lehrer in Rom streikten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&lt;/strong&gt; &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&lt;/strong&gt; &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Arbeitsauftrag&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Stellen Sie sich vor, sich hätten im &quot;alten Rom&quot; gelebt. Beschreiben Sie in einem Text, wie Sie die Ferien verbracht hätten. Lesen Sie der Gruppe Ihre Geschichte vor.&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Autor: Michael Utz&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Redaktion: Beatrice Warken&lt;/p&gt;
                        &lt;br /&gt;
                        &lt;p&gt;
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                        &lt;/p&gt;
                    </description>
                                                                        <pubDate>Mon, 20 Jul 2009 09:04:00 +0200</pubDate>
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                <item>
                        <title>Kunst</title>
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                                    <description>Picasso war ein Künstler – ohne Zweifel. Doch ist ein Straßenmaler auch einer? Wer ein Künstler ist und wo Kunst anfängt, ist häufig schwer zu sagen. Eines steht jedoch fest: Kunst löst Gefühle aus.‎&lt;br /&gt;&lt;p&gt;&quot;Kunst&quot; heißt diese Woche unser Stichwort, aber wir werden nicht das Kunststück fertig bringen, in nur vier oder fünf Minuten zu erklären, was Kunst denn nun eigentlich ist. Kunststück allerdings können wir erklären.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Das ist doch keine Kunst! Oder doch?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Es ist ein Wort aus der Akrobaten- und Zirkussprache. Wer ein Kunststück zeigen kann, verfügt über ganz bestimmte Fertigkeiten. Stellen Sie sich einen Jongleur vor und Sie wissen, was gemeint ist. Wenn man Ihnen aber einen einzigen Ball zuwirft, den Sie sicher auffangen, so ist dies wahrlich &quot;keine Kunst&quot;. Noch nicht einmal ein Trick. Über Tricks verfügen die Illusionskünstler. Die Magier und Zauberer. Die Meister der &quot;Schwarzen Kunst&quot;.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Was ist aber nun die Grundbedeutung von Kunst? Klammern wir uns an die Sprache. Das Wort ist ein Verbalabstraktum zu &quot;können.&quot; Von daher erklärt sich die etwas ausgeleierte Floskel &quot;Kunst kommt von können&quot;. Aber da ist natürlich etwas dran. Denn ein Kunstprodukt herzustellen – nehmen wir eine Steinplastik – erfordert natürlich Können, Fertigkeiten und Wissen um das Material, die richtigen Werkzeuge, Arbeitstechniken und so weiter. &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Handwerkskunst &lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Zu Recht käme an dieser Stelle der Einwand, über Können und Wissen müsse jeder gute Handwerker genauso verfügen. Das ist richtig. Nur: Was macht der Handwerker, was der Künstler? Nehmen wir einen Schreiner. Er kann und weiß viel, schreinert Tische, Schränke, Betten, Regale. Darüber hinaus berät er fachkundig seine Kunden. &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Eines Tages baut er einen kunstvollen Tisch mit Einlegearbeiten aus verschiedenen Hölzern, da gibt es Schubladen, die fast nicht zu sehen sind und hast du nicht gesehen, lässt sich so ein Tisch auf die doppelte Fläche ausziehen. Könnte man diesen Schreiner oder diese Schreinerin nicht als Kunstschreiner bezeichnen? Aber ja doch.&lt;strong&gt;&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&lt;/strong&gt; &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Kunsthandwerk&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Nun geht es aber weiter. Eines Tages möchte unser Handwerker etwas ganz Besonderes machen. Da er in seiner Lehre mit Holzwerkzeugen umzugehen gelernt hat, wird er ein bestimmtes Holzstück nehmen und es so bearbeiten, wie er will. &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Vielleicht – und da streifen wir das, was christliche beziehungsweise religiöse Kunst genannt wird – vielleicht macht er aus seinem Holzstück eine Madonna, einen Engel, eine Christusfigur. Vielleicht schnitzt er Tiere oder Gefäße, Schalen oder Fantasiefiguren – also profane Kunst. Handwerk, Kunsthandwerk, Kunst. Die Grenzen sind fließend. &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Kunst ist künstlich&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Was Kunst ist, kann man nicht lernen, aber einige der Voraussetzungen für künstlerisches Schaffen sind durchaus erlernbar. An den Kunstschulen, den Kunstakademien, den Musikhochschulen. Kunst ist, so banal sich das anhört, etwas künstlich Geschaffenes. &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Das heißt, Kunst ist niemals Natur, sie ist sicht-, fühl-, hörbarer Ausdruck menschlichen Gefühls dessen, der sie geschaffen hat. Zu pathetisch? Aber was lässt uns dann innehalten vor einem Gemälde ganz gleich welcher Kunstrichtung? Weshalb möchten wir die Skulptur aus Stein berühren? Einer Musik zuhören? &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Stille Freude&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Vielleicht deshalb: Kunst tut gut. Da geschieht etwas mit der Kunst und uns. Was, wird jeder selbst am besten wissen. Oft stellt sich ganz einfach eine stille Freude ein. Oder Begeisterung. Oder Nachdenklichkeit. Oder alles zusammen. Und das geht dem Künstler ganz genauso.&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Fragen zum Text&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Ein Kunststück zeigen kann jemand, der …&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;1. keine Fertigkeiten hat.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;2. über ganz bestimmte Fertigkeiten verfügt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;3. alles kann.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt; &lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Kunst&lt;/strong&gt;&lt;strong&gt; kommt von …&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;1. können.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;2. kundig.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;3. kunterbunt.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Künstlerisches Schaffen erlernen kann man …&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;1. an bestimmten Schulen, Akademien und Hochschulen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;2. in Fußballvereinen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;3. an Sprachschulen. &lt;/p&gt;


&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Arbeitsauftrag&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Beschreiben Sie Ihr Lieblingsbild in einem kleinen Aufsatz und begründen Sie, warum Sie das Bild mögen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;Autor: Michael Utz&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;Redaktion: Beatrice Warken&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
                        &lt;br /&gt;
                        &lt;p&gt;
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                    </description>
                                                                        <pubDate>Mon, 13 Jul 2009 09:04:00 +0200</pubDate>
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                <item>
                        <title>Waschen</title>
                                    <link>http://www.dw-world.de/dw/article/0,,276083,00.html?maca=de-podcast_stichwort-1172-xml-mrss</link>
                                    <description>Was früher an den Waschplätzen in den Dörfern und auch Städten von den Waschfrauen auf den Waschbrettern gemacht wurde, das geschieht heute in Waschtrommeln. Schmutzige Wäsche allerdings ist ein zeitloses Phänomen.‎&lt;br /&gt;&lt;p&gt;1901 hatten die Herren Carl Miele und Reinhard Zinkann jenes Wunderwerk erfunden, welches – und jetzt kommt ein Zitat – die Hausfrau von den immensen Mühen des Waschtages befreite.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Dummes Gewäsch&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Freilich war die erste Waschmaschine noch von Hand betrieben und funktionierte nach dem Prinzip einer Buttermaschine. Hölzernes Drehkreuz im Bottich für die Wäsche, die – wenn es Kochwäsche war – im brüllendheißen Waschwasser hin- und herbewegt wurde. Meist in der Waschküche, einem dampfigen, feuchtwarmen, unangenehmen Ort. Oft dient die Waschküche als Synonym für schwülwarme Witterung und bleigrauen Himmel, unter dem man sich eben wie in einer Waschküche fühlt.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Wir machen einen Zeitsprung über die Transmissionsriemenwaschmaschine – was für ein Wort! – von 1904, die erste Elektromotorwaschmaschine von 1914, die Ganzmetallmaschine von 1938, zum ersten Mal mit emailliertem Gehäuse, und landen beim Waschvollautomaten der 50er Jahre. Der erledigte alle Waschgänge in einem Waschprogramm oder auch in mehreren. Feinwäsche, Buntwäsche, Kochwäsche.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Die fleißigen Waschfrauen&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Was früher an den Waschplätzen in den Dörfern und auch Städten von den Waschfrauen auf den Waschbrettern gemacht wurde, das geschah jetzt in Waschtrommeln. Aber eins ist geblieben: Gewaschen wurde und wird mit Wasser. Früher allerdings sprach man nicht von Waschmitteln, sondern man wusch halt mit Seifen und Laugen, spülte die Wäsche.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Klar, dass die Waschfrauen sich viel zu erzählen hatten. Jede kam ja aus einem anderen Haushalt. Was da im wahrsten Sinne des Wortes an schmutziger Wäsche gewaschen und gleichzeitig über deren Besitzer geredet wurde, führte wohl zur übertragenen Bedeutung von &quot;schmutzige Wäsche waschen&quot;, sprich sich über die Unarten, Fehler und Schwächen anderer unterhalten. Wer gar zu sehr übertrieb und über seine Herrschaften lästerte, der hatte ein ungewaschenes Maul, ein Lästermaul. Bis heute hat sich übrigens für &quot;ein großes Geschwätz&quot;, das &quot;große Gewäsch&quot; gehalten.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Gewaschene Waschbrettbäuche&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Wenn etwas gewaschen ist, ist es im Allgemeinen sauber. Rein von Mängeln, keine Flecken, keine Fehler. &quot;Das hat sich gewaschen&quot; sagen wir und meinen damit, dass etwas ganz prima ist. Ein Mannsbild, das sich gewaschen hat, ist nicht nur eines, das sich wäscht, sondern das auch und vor allem ein tüchtiger Kerl, ja ein toller Typ ist. Auch ganz ohne Waschbrettbauch.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&quot;Mit allen Wassern gewaschen&quot; – dieser Ausdruck besagt, dass jemand überaus erfahren, ja durchtrieben und mit Vorsicht zu genießen ist. Wer sich mit einem solchen Menschen einlässt, kann unter Umständen ganz schön dumm aus der Wäsche gucken. Apropos Wäsche: Waschen kann man natürlich nicht nur Wäsche. Auch Autos. Die werden in der Waschanlage gewaschen, die, obwohl auch eine Maschine, kein Mensch Waschmaschine nennen würde.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Nicht nur sauber, sondern rein&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Mit der Wäsche, die wir in Form waschbarer Textilien als so genannte Leibwäsche tragen, ist es mit einfachem Waschen oft nicht getan. Und hier müssen wir ganz einfach Frau Johanna König, der gelernten Schauspielerin, Referenz erweisen. Sie war es, die ab 1968 als Waschfrau Klementine den Deutschen per Fernsehwaschmittelwerbung eingebläut hat, dass man nicht nur sauber waschen muss, sondern rein. Das funktionierte natürlich nur mit einem ganz bestimmten Waschmittel. Klar. Dennoch werden diskret auch andere Waschsubstanzen von stets führenden Waschmaschinenherstellern empfohlen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Im Waschsalon geht es diesbezüglich etwas schlichter zu. Der Automat lässt nach Münz- oder Chipeinwurf das Waschpulver in einen Becher rieseln, und dann geht’s rund mit der Schmutzwäsche in der Trommel. Waschsalons sind so etwas wie die ehemaligen Waschplätze, Wäschebrücken oder Waschhäuser aus der vorindustriellen Zeit. Man trifft sich zum Waschen und schwätzt. Ohne sich anzustrengen. Die Wäsche wird ja automatisch gewaschen.&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Fragen zum Text&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Die Redensart schmutzige Wäsche waschen&lt;em&gt; &lt;/em&gt;bedeutet, …&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;1. sich über die Unarten, Fehler und Schwächen anderer unterhalten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;2. sich über die positiven Eigenschaften von jemandem auszutauschen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;3. sich von seinen Sünden frei sprechen zu lassen. &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&lt;/strong&gt; &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Ein Mannsbild, das sich gewaschen hat, ist ...&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;1. sauber. &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;2. ein toller Typ.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;3. jemand, der schlecht über andere spricht.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Jemand, der mit allen Wassern gewaschen ist, ist ...&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;1. unschuldig.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;2. durchtrieben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;3. getauft.&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Arbeitsauftrag &lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Moderne Waschmaschinen waschen nicht nur, sie sparen auch noch Wasser. Wie kann man im täglichen Leben noch Wasser sparen? Schreiben Sie 10 Beispiele auf. &lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Autor: Michael Utz&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Redaktion: Beatrice Warken&lt;/p&gt;
                        &lt;br /&gt;
                        &lt;p&gt;
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                        &lt;/p&gt;
                    </description>
                                                                        <pubDate>Mon, 06 Jul 2009 08:22:00 +0200</pubDate>
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                <item>
                        <title>Figur</title>
                                    <link>http://www.dw-world.de/dw/article/0,,4418940,00.html?maca=de-podcast_stichwort-1172-xml-mrss</link>
                                    <description>Vor allem Frauen hadern ständig mit ihr – Politiker sind bestrebt, eine &quot;gute&quot; zu machen – in Dichtung, Kunst und Musik ist manche gar unsterblich geworden. Allemal gilt: Jeder kann eine gute Figur machen.‎&lt;br /&gt;&lt;p&gt;Je wärmer es draußen wird, desto weniger braucht man/Frau sich anzuziehen. Das ist angenehm. Denn wer würde es sich nicht gern leicht machen, zumindest, was die Kleidung betrifft. Das Leben ist schwer genug. Bei &quot;schwer&quot; durchzuckt uns doch der unangenehme Gedanke, ob wir während des langen Winters nicht doch ein bisschen zu viel angesetzt haben, sprich zu schwer oder gar zu dick geworden sind. &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Gnadenlose Sommerkleidung&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die luftige, knappe und mitunter schlicht spärliche Sommerkleidung bringt es gnadenlos an den Tag. Die Figur lässt in Richtung rank und schlank zu wünschen übrig. Viele zucken beim Stichwort Figur zusammen; aber wir haben für alle Betroffenen einen Trost: Das rein Äußere, die Körperfigur, wird in unserem Stichwort keine schwergewichtige Rolle spielen. Natürlich bedeutet Figur zunächst einmal Körperform, Gestalt, äußere Erscheinung; und bei dem Ausdruck &quot;eine gute Figur haben&quot; denken wir natürlich an gelungene Proportionen und die vielen schönen Menschen, die uns aus der Werbung und tausend Illustrierten entgegengrinsen. &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Aber alles ist relativ. Nicht nur Schönheit ist vergänglich, sondern auch die Schönheitsideale sind es. Eine üppige Rubensfigur zu haben ist heute völlig verpönt. Aber auch was noch vor kurzer Zeit als Topfigur galt, der auf Spargelform getrimmte weibliche Körper, ist interessanterweise von einigen Models selbst in Frage gestellt worden. Aber genug. Jede und jeder kann eine gute Figur machen, denn diese Figur hat mit Idealmaßen nichts zu tun. &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Eine gute Figur machen&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&lt;/strong&gt; &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Mit &quot;der guten Figur&quot; machen, ist das gesamte Erscheinungsbild eines Menschen gemeint. Wie tritt jemand anderen gegenüber auf. Wie spricht er. Wie ist sein Benehmen, wie führt er Verhandlungen, und so weiter. Wir brauchen uns nur unseren Alltag vor Augen zu führen und schon tauchen sie auf: Die lächerlichen, die komischen, die kläglichen Figuren. &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Seltsamerweise versieht die Sprache in den negativen Bewertungen das Wort &quot;Figur&quot; in übertragener Bedeutung direkt mit einem Adjektiv. Umgekehrt aber würde es beispielsweise heißen: Frau Soundso hat eine glänzende Figur in den Verhandlungen gemacht. Derzeit haben wir es auf dem Felde der Politik, es ist Wahlkampfzeit, verstärkt und ganz offensichtlich mit &quot;Figuren&quot; zu tun. Oder mit Figurentheater. &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&lt;/strong&gt; &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Strippenzieher&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&lt;/strong&gt; &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Zur Ehrenrettung des &quot;Figurentheaters&quot; müssen wir an dieser Stelle Folgendes festhalten: Es ist dies eine hoch entwickelte künstlerische Darstellungsform mit Marionetten oder Puppen. In übertragener, ja endlich können wir figurativer Bedeutung sagen, heißt &quot;Figurentheater&quot;, dass die Darsteller sich nur so bewegen können, wie die Strippenzieher es wollen. Marionetten hängen schließlich an Fäden und Puppen machen auch nur das, was die Hand will, die sie führt.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Eine Figur, und damit sind wir endgültig bei der Kunst, kann vieles sein. Sie ist Darstellung eines menschlichen, tierischen oder auch abstrakten Körpers. Da gibt es die Figuren von Bildhauern geschaffen, realistisch, ja naturalistisch, abstrakt, in sämtlichen Stilrichtungen. Auf der Bühne agieren in den Theaterstücken tragische und komische Figuren; in ganz bestimmen Figuren verkörpern sich unverwechselbare Charaktere: Macbeth, Maria Stuart, Faust. Drei markante Beispiele aus einer schier unendlichen Reihe. &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Märchenhafte Figuren&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&lt;/strong&gt; &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Da gibt es Figuren aus der Mythologie des klassischen Altertums, die in bildender Kunst, in Literatur und Musik weiterleben und so unsterblich geworden sind: Prometheus, Sisyphos, Die schöne Helena, Ariadne. Figuren in der Literatur und Dichtung sind handelnde Personen, Gestalten. Ihr Bezug untereinander bestimmt im Wesentlichen das Geschehen in einem Roman oder auch einem Theaterstück. &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Besonders reich an Figuren, die in wechselnder Gestalt immer wiederkehren, ist die Märchenliteratur. Bauer, Jäger, Handwerksbursche, Magd, Prinzessin, König, Tod und Teufel. König und Bauer sind aber auch, beinahe hätten wir sie vergessen, Spielfiguren. Im Schachspiel. &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Akrobaten&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&lt;/strong&gt; &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Und ganz zum Schluss noch ein Wort zum Sport. Auch da gibt es Figuren. Nein. Nicht Trainer, Spieler und Manager, sondern jene komplizierten Bewegungsabläufe beim Tanzen, Eislaufen und Kunstreiten, die Teil eines harmonischen Ganzen sind oder zumindest sein sollen. Die Sportlerinnen und Sportler, die sich solcher Betätigung hingeben, müssen allerdings eine ziemlich gute Figur haben, um sie schließlich machen zu können.&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Fragen zum Text&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&lt;/strong&gt; &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Kein Schönheitsideal ist, eine Figur wie auf Bildern von … zu haben.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;1. Brueghel&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;2. Rubens&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;3. Da Vinci&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Jemand, der Marionetten bewegt, ist ein …&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;1. Puppenspieler.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;2. Kartenspieler.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;3. Schauspieler.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Eine gute Figur machen bedeutet, …&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;1. sehr schlank zu sein.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;2. sich gut ausdrücken und benehmen zu können.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;3. viel Sport zu treiben.&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Arbeitsauftrag&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Beschreiben Sie in einem Text Ihre Lieblingsfigur aus einer Geschichte oder einem Märchen. Lassen Sie die Gruppe erraten, um welche Figur es sich handelt.&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Autor: Michael Utz&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Redaktion: Beatrice Warken&lt;/p&gt;
                        &lt;br /&gt;
                        &lt;p&gt;
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                            &lt;br /&gt;
                            &lt;a href=&quot;http://www.podcast.de/episode/1276196/herunterladen/&quot;&gt;Sendung hier herunterladen&lt;/a&gt;
                        &lt;/p&gt;
                    </description>
                                                                        <pubDate>Mon, 29 Jun 2009 08:35:00 +0200</pubDate>
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                <item>
                        <title>Rose</title>
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                                    <description>Die Rose ist ein Sinnbild für Schönheit und Liebe. Besungen und gemalt, umgibt sie immer ein Hauch des Mystischen. Die Dornen werden dabei aber meist vergessen.‎&lt;br /&gt;&lt;p&gt;Mit dem 21. Juni werden die Tage wieder kürzer, bleibt es nicht mehr so lange hell. Zunächst unmerklich beginnt die Zeit des Übergangs, werden die Farben draußen in der Natur schwerer, die Zeit der Reife beginnt. Es ist die Zeit der Rosen. Die Königin unter den Blumen, wie sie auch genannt wird, die Rose, soll diese Woche unser Stichwort sein.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;In Alltag und Kunst&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&lt;/strong&gt; &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&lt;/strong&gt;Rose. Das ist die Blüte, aber auch die ganze Pflanze. Der Rosenstock oder der Rosenstrauch. Rosen blühen in überwältigender Vielfalt. Allein von der Heckenrose gibt es in Europa mehr als vierzig Arten. Die Frucht der Heckenrose, die Hagebutte, wurde schon von den Bewohnern der Pfahlbauten zu einem Mus verarbeitet und gegessen. &quot;Hagen&quot; ist das alte Wort für Dornenstrauch, und &quot;butte&quot; heißt die Frucht der Heckenrose. Der &quot;Rosenhag&quot;, die Rosenhecke oder der Rosenbogen, ist ein altmodisches Wort.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;In der abendländischen Malerei gibt es mehrere Bilder, die &quot;Madonna&quot; oder &quot;Rosenhag&quot; heißen. Auf ihnen ist die Mutter Gottes von Rosen umrankt dargestellt. Die Rose ist immer schon etwas ganz Besonderes, Mystisches gewesen; ein vielfältiges Sinnbild. Homer nennt die Göttin der Morgenröte &quot;die rosenfingrige Eos&quot;. Die ersten Sonnenstrahlen: rosenfarbige Finger.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Ein Zeichen für Liebe und Schönheit&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&lt;/strong&gt; &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&lt;/strong&gt;Die Rose ist die Blüte der Liebe, die Blume der Freude, Ausdruck der Jugendfrische. Was Wunder, dass die Rose, zumal die tiefrote, der Geliebten überreicht wird, dass die rosenroten Lippen, der rosige Teint, die rosaroten Wangen den Mädchen und Frauen vorbehalten sind.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die Rose wird gar zum Frauennamen. Rosa, Rosamunde, Rosalinde, Rosalie. &quot;Das Röslein auf der Heiden&quot; im Volkslied ist ein Mädchen, die &quot;Rose meines Herzens&quot; die Geliebte. Ihr, der Geliebten, wird ein Kranz aus Rosen geflochten, der Rosenkranz; mit dem auch Madonnenstatuen und Marienaltäre in den katholischen Kirchen geschmückt wurden und immer noch werden.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Rosenkränze&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;In alten Zeiten gab es nach Turnieren und Sängerwettbewerben Rosenkränze für den Sieger. Seit dem 13. Jahrhundert gibt es einen Rosenkranz, der unter dem lateinischen Namen &quot;rosarium&quot; Eingang in die christlich-katholische Religion gefunden hat. Er ist wohl dem Stifter des Dominikanerordens Dominicus Guzman zu verdanken.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Dieser Rosenkranz ist der muslimischen Gebetsschnur nachempfunden und besteht aus 165 aufgereihten Kügelchen. Nach zehn ganz kleinen folgt ein größeres. Jeweils 10 &quot;Ave Maria&quot; und ein &quot;Vater Unser&quot; werden gebetet. Die Geschichte des Rosenkranzes ist eine Geschichte für sich. Das Wort selbst, Rosenkranz, gelangte erst im 15. Jahrhundert als Übersetzung des lateinischen &quot;rosarium&quot; in die deutsche Sprache.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Es regnet Rosen&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&lt;/strong&gt; &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&lt;/strong&gt;Aus dem Morgenland, dem Orient, kamen im Laufe der Jahrhunderte immer neue Rosenarten nach Europa. Edelrosen galten als Luxuspflanzen, Gärtner wurden zu Rosenzüchtern, die duftenden Blumen bekamen wohlklingende Phantasienamen. 1825 kam die Teerose aus China auf den europäischen Kontinent. Die Blütenblätter von Rosen wurden bei Gastmählern im antiken Rom auf das Haupt der Trinkenden gestreut, Rosenblätter auch auf dem Weg der Fronleichnamsprozessionen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Wenn es – nicht nur im deutschen Schlager – &quot;Rosen regnet&quot;, so klingt in dieser Redensart die Tatsache an, dass der römische Kaiser Nero bei seinen orgiastischen Festen durch die Öffnungen in der Decke des Saales tatsächlich Rosen auf die Gäste herabregnen ließ. Wer gar auf Rosen gebettet ist, ist sehr glücklich. Von den für ihre Ausschweifungen berühmt-berüchtigten Einwohnern der Stadt Sybaris in Unteritalien wird berichtet, dass sie auf mit Rosenblättern gefüllten Betten geschlafen hätten.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Aber keine Rose ohne Dornen, sagt das Sprichwort, wobei wir eine kleine Korrektur anbringen müssen, denn die Rose hat streng botanisch gesehen keine Dornen, sondern Stacheln. Es hat eben alles zwei Seiten.&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Fragen zum Text&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&lt;/strong&gt; &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Rosen blühen im …&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;1. Winter.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;2. Herbst.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;3. Sommer und Frühling.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Sieger von Wettkämpfen bekamen früher als Belohnung …&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;1. einen Strauß Rosen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;2. eine rote Rose.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;3. einen Rosenkranz.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Das Sprichwort &lt;/strong&gt;&lt;strong&gt;&quot;&lt;/strong&gt;&lt;strong&gt;Keine Rose ohne Dornen&lt;/strong&gt;&lt;strong&gt;&quot; bedeutet, …&lt;/strong&gt;&lt;strong&gt;&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;1. dass Rosen perfekt sind.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;2. dass alles zwei Seiten hat.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;3. dass die Liebe nie enden wird.&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Arbeitsauftrag &lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Rose gilt als Symbol der Liebe. Beschreiben Sie in einem kleinen Aufsatz das schönste Liebesgeständnis, das Sie einmal erhalten haben.&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Autor: Michael Utz&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Redaktion: Beatrice Warken&lt;/p&gt;
                        &lt;br /&gt;
                        &lt;p&gt;
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                            &lt;br /&gt;
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                            &lt;br /&gt;
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                        &lt;/p&gt;
                    </description>
                                                                        <pubDate>Mon, 22 Jun 2009 12:05:00 +0200</pubDate>
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                <item>
                        <title>Zivil</title>
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                                    <description>Im Jahre 1961 traten in der Bundesrepublik Deutschland 340 junge Männer einen damals sehr ungewöhnlichen Dienst, den Zivildienst, an und wurden statt Rekruten Zivildienstleistende.‎&lt;br /&gt;&lt;p&gt;&quot;Zivil&quot; ist als Adjektiv, Substantiv und als Bestimmungswort in vielen Zusammensetzungen fest in der deutschen Sprache verankert. Es ist ein Fremdwort, wird aber kaum noch als solches wahrgenommen. Zivil bedeutet etwas verallgemeinernd gesagt alles, was nicht militärisch ist. Das klassische Gegensatzpaar Zivildienst und Militärdienst ist ein Beispiel. &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Nicht militärisch&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&quot;Zivil&quot; stammt von dem lateinischen Wort &quot;civilis&quot;, das &quot;bürgerlich&quot; beziehungsweise &quot;nicht-militärisch&quot; bedeutet; und &quot;civis&quot; war im antiken Rom das Wort für den Bürger und nicht für den Soldaten. &quot;Zivil&quot; wurde im frühen 16. Jahrhundert entlehnt und bezog sich auf den gesellschaftlichen öffentlich-politischen Bereich, den der Bürger als Mitglied eines Staatswesens auszufüllen begann.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Mit der Entstehung und Entwicklung des Bürgertums wuchsen aus dem Wortstamm &quot;zivil&quot; Verzweigungen und Zusammensetzungen, die im Laufe der Zeit fester Bestandteil im Vokabular der bürgerlichen Gesellschaft wurden. Noch im 16. Jahrhundert entstand das bürgerliche Recht, das Zivilrecht, welches dem Bürger erstmals seine Rechtsfähigkeit zuerkannte und im Gegensatz zum Strafrecht und auch der militärischen Gerichtsbarkeit, dem Bürger das gab, was wir heute Rechtssicherheit nennen. Der Prozess, dem die Zivilklage vorausgeht ist folgerichtig der Zivilprozess.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Ehe in Zivil&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Der bürgerlichen Gesellschaft mit ihren rechtsfähigen Bürgern ist übrigens die vom Staat anerkannte und schließlich legalisierte Eheschließung zu verdanken. Die Ziviltrauung ist die Eheschließung vor einem staatlichen Beamten, die Zivilehe die standesamtliche, nicht kirchlich geschlossene Ehe. &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Im Allgemeinen erscheinen die Brautleute, zumindest die Braut, in Zivil auf dem Standesamt. Zivilkleidung statt Uniform bei der Trauung zu tragen galt früher auch als Ausdruck deutlicher Distanz zu allem Soldatischen. Umgekehrt gibt es durchaus und nicht zuletzt in den USA Trauungen, bei denen Braut und Bräutigam als Soldatin und Soldat auftreten. Dennoch sind auch solche Ehen Zivilehen. &lt;/p&gt;


&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Soldat oder Drückeberger?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Das Zivile schlechthin stand, was die deutsche Geschichte betrifft, vor allem im preußischen Staat in keinem allzu guten Ruf. Wer nicht gedient hatte, also nicht beim Militär gewesen war, galt als Drückeberger und Weichling, als Ziviler eben. &quot;Zivile&quot; – so wurden mitunter durchaus abwertend alle Nichtmilitärs genannt. &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Es ist schon merkwürdig, wie sich diese Begriffe reiben. Wieso ist ein Wort wie Zivilbevölkerung überhaupt entstanden. Nur um sie, die Bevölkerung eines Staates, von den Mitgliedern der Streitkräfte zu unterscheiden? Wie dem auch sei, der Gegensatz zwischen der zivilen und militärischen Welt zwischen Bürger und Soldat scheint unauflöslich zu sein. &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Zivilcourage zeigen&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Man könnte noch viel über Zivilisation, zivilisatorisch und zivilisiert sagen, gewissermaßen in ergänzenden Stichworten. Einen Begriff aber müssen wir noch erwähnen: Zivilcourage. Das Wort wurde 1864 von dem späteren ersten deutschen Reichskanzler Otto von Bismarck geprägt. Zivilcourage beweisen heißt Mut zeigen. Mut in dem Sinne, mit dem man oder frau im Dienst von Überzeugungen und/oder Idealen gesellschaftliche, auch wirtschaftliche Nachteile, mitunter Diskriminierungen und Schikanen riskiert.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&lt;br&gt;&lt;/strong&gt; &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Fragen zum Text&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Was bedeutet zivil?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;1. nicht militärisch&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;2. unanständig&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;3. unbekleidet&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&lt;/strong&gt; &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Was bedeutet Zivilcourage beweisen? &lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;1. Mut zeigen&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;2. Angst haben&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;3. dem Militär dienen&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&lt;/strong&gt; &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Was ist eine Zivilehe?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;1. eine Ehe, in der beide Partner Zivilcourage zeigen&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;2. eine friedliche Ehe&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;3. eine standesamtliche, nicht kirchlich geschlossene Ehe &lt;/p&gt;


&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Arbeitsauftrag &lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Haben Sie den Mut, das zu sagen und zu tun, was Sie für richtig und wichtig halten? Wann haben Sie sich das letzte Mal für einen Schwächeren eingesetzt? Haben Sie schon einmal aus Überzeugung gehandelt? Bechreiben Sie eine Situation, in der Sie Zivilcourage bewiesen haben oder erlebt haben, wie jemand Zivilcourage bewiesen hat.&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Autor: Michael Utz&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Redaktion: Beatrice Warken&lt;/p&gt;
                        &lt;br /&gt;
                        &lt;p&gt;
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                            &lt;br /&gt;
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                        &lt;/p&gt;
                    </description>
                                                                        <pubDate>Mon, 15 Jun 2009 14:13:00 +0200</pubDate>
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                <item>
                        <title>Haltung</title>
                                    <link>http://www.dw-world.de/dw/article/0,,942245,00.html?maca=de-podcast_stichwort-1172-xml-mrss</link>
                                    <description>Rundrücken und Doppelkinn, einen eingefallenen Brustkorb oder gar einen Sitz-bauch – wer möchte das schon haben? Viele Menschen halten sich deswegen fit und halten eisern das tägliche Joggen um sechs Uhr dreißig durch.&lt;br /&gt;&lt;p&gt;Es sieht ganz danach aus, als täte man gut daran, sich mehr als bisher um die eigene Gesundheit zu kümmern. Denn Kranksein wird offensichtlich immer teurer, im schlimmsten Fall so gut wie unbezahlbar. &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Gut gehalten&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&quot;Sich gesund halten&quot; heißt also die Devise, und damit sind wir auch schon beim Stichwort dieser Woche, nämlich &quot;Haltung&quot;. Wie viele andere Wörter der deutschen Sprache ist Haltung ein substantiviertes Verb. Haltung und halten gehören, um es mal salopp auszudrücken, direkt zusammen. &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Beispiel: Wer sich stets aufrecht hält, der hat eine aufrechte Haltung. Diese ist zu empfehlen – nicht nur aus medizinischen Gründen. Nun wird aber landauf, landab von Ärzten, Physiotherapeuten, Krankengymnastinnen, Sportlehrerinnen und Sportlehrern und nicht zuletzt von den Krankenkassen die schlechte Haltung der Deutschen beklagt. &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Fehlhaltung&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Dauernde Fehlhaltung verursacht beispielsweise Rückenbeschwerden, die bewirken, dass wir so genannte Schonhaltungen einnehmen. Diese können ihrerseits zu dauerhaften Haltungsschäden führen, so dass sich schließlich der so geplagte Mensch überhaupt nicht mehr richtig halten kann und sich krumm und schief durchs Leben schleppt. Dabei ist es so einfach, die richtige Haltung im Leben einzunehmen. Am Arbeitsplatz zum Beispiel. In jeder besseren Bedienungsanleitung für den Computer wird in Wort und Bild beschrieben, wie der moderne Mensch an seinem Rechner sitzen soll. &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Und was machen wir? Spätestens wenn uns der Computer mit seinem Eigenleben konfrontiert und wir Unheil ahnend ein nervöses &quot;Warum macht er das jetzt&quot; raunen, spätestens dann beginnen sich unsere Beine unterhalb der Knie auf merkwürdige Weise zu verschränken, als wollten sie einen Knoten bilden. Wir verlassen den Sicherheitsabstand zum Bildschirm und starren, das Kinn wie Rodins &quot;Denker&quot; auf die Hand gestützt, grimmig auf den Monitor. Da wir wissen, wie wichtig die richtige, gesunde Körperhaltung für unser Wohlbefinden ist, machen wir das nur einmal. &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt; &lt;/p&gt;&lt;/strong&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Fit halten&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Rundrücken und Doppelkinn, einen eingefallenen Brustkorb, gar einen Sitzbauch und Kreuzschmerzen – wer möchte das schon haben? Also halten wir uns fit, halten eisern das tägliche Joggen um sechs Uhr dreißig durch und beugen mit leichter Gymnastik in der Mittagspause – &quot;Sie können diese Übungen überall machen&quot;, heißt es im Prospekt der Krankenkasse – jedweden Haltungsschäden vor. &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Wenn wir dann abends, aber bitte nicht später als 18 Uhr, eine skandinavische Knusperschnitte – &quot;Essen Sie noch oder hungern Sie schon?&quot; – mit einem köstlichen Salatblatt belegt langsam verspeist haben, ist auch dafür gesorgt, dass unser ohnehin durch Gehen auf hartem Asphalt belasteter Bewegungsapparat kein zusätzliches Gramm zu tragen hat. &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Innere Haltung&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Wessen Haltung durch solch bewundernswerte Disziplin, Einsicht und den festen Glauben an sich selbst das Prädikat &quot;sehr gut&quot; verdient hat, der darf sich dann auch einmal in aller Ruhe um das kümmern, was ebenfalls mit Haltung bezeichnet wird: Die innere Grundeinstellung. Die Haltung gegenüber Menschen und Dingen, die Haltung, die Denken und Handeln prägt. &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die so verstandene Haltung speist sich aus unterschiedlichen Quellen. Sie hat viel mit Erziehung, mit dem, was gemeinhin als Sozialisation bezeichnet wird, mit Religion und besonders prägenden, persönlichen Erfahrungen zu tun. Politikern unterstellt man gemeinhin, je nachdem welcher Partei sie zuzuordnen sind, eine liberale, konservative, fortschrittliche Haltung, aber das sind letztlich nichtssagende Etikettierungen. Wer welche Haltung einnimmt, wes Geistes Kind jemand ist, zeigt sich immer in der konkreten Situation. Das gilt weiß Gott nicht nur für Politiker, sondern für alle, die unter welchen Umständen auch immer, Farbe bekennen müssen. &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Haltungsschäden&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Im allgemeinen lässt sich wohl sagen, dass mit offenen, aufrichtigen Menschen, auf die man sich verlassen kann, die halten, was sie versprechen, die verantwortungsbewusst mit ihren Mitmenschen umgehen, die also eine innere Haltung an den Tag legen, gut zu leben ist. Sie haben vielleicht den einen oder anderen Haltungsschaden, machen aber trotzdem eine gute Figur. &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt; &lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Fragen zum Text&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Jemand, der einen krummen Rücken hat, hat …&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;1. Haltungsschäden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;2. eine gute Haltung.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;3. sich falsch verhalten.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Wer regelmäßig joggen geht, hält sich …&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;1. krumm.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;2. fit.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;3. jung.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Die innere Haltung, die Denken und Handeln prägt, wird auch … genannt.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;1. Fehlverhalten&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;2. Halteverbot&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;3. Grundeinstellung&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Arbeitsauftrag &lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Verändern Sie Ihre Haltung – stellen Sie pantomimisch, also ohne zu sprechen, ein Tier dar. Ihre Klasse muss raten, welches Tier Sie sind. Derjenige, der richtig rät, ist als nächster an der Reihe.&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Autor: Michael Utz&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Redaktion: Ingo Pickel&lt;/p&gt;
                        &lt;br /&gt;
                        &lt;p&gt;
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                        <title>Brille</title>
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                                    <description>Es sind oft die alltäglichsten Dinge, die eine erstaunliche und sehr lange Geschichte haben. Wir benutzen sie mit der größten Selbstverständlichkeit; sie sind einfach da und stehen uns zu Diensten.‎&lt;br /&gt;&lt;p&gt;Es geht diese Woche um die Brille. Theologen, so denkt man, haben etwas anderes zu tun, als über die Möglichkeiten zur industriellen Fertigung von Sehhilfen nachzudenken. Möglicherweise war bei Johann Heinrich August Duncker göttliche Eingabe im Spiel, als er seine Vielschleifmaschine erfand und vom preußischen Staat am 10. März 1801 das Patent für das revolutionäre Gerät bekam. Mit Dunckers Gerät konnten Brillengläser industriell gefertigt werden.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Eine technische Sensation und für ungezählte Menschen die Möglichkeit, die Welt mit ganz anderen Augen zu sehen. Ein paar Zahlen: Bereits 1843 wurden eine Viertelmillion Brillengläser und ca. 40.000 Fassungen hergestellt. Dunckers optischer Betrieb war mit rund 300 Niederlassungen weltweit vertreten. Aus dem Stammwerk im preußischen Rathenow wurde schließlich – 1972 – der &quot;Volkseigene Betrieb Augenoptik Hermann Duncker&quot;.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Der Ursprung der Brille&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Geschliffene Gläser, Sehhilfen und Brillen gab es schon lange vor der Erfindung Dunckers. Die ersten Brillen, sie entstanden wohl um das Jahr 1300 in Oberitalien, waren einzelne, konvex geschliffene Gläser. Allesandro della Spina, ein Mönch aus Florenz, soll eine solche Brille zum ersten Mal gefertigt haben. &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Möglicherweise ließ er sich durch die Tatsache inspirieren, dass geschliffene Berylle, das sind Edelsteine, die in Reliquienschreine und Monstranzen eingelassen werden, das zu Sehende vergrößern. Später wurden billigerer Bergkristall und Glas, das bald bläschenfrei hergestellt werden konnte, als optisches Material zur Brillenherstellung verwendet. Der Name &quot;Brille&quot; aber ist geblieben und dem Edelstein Beryll zu verdanken.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Die ersten Sonnenbrillen&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Von Brillen aus zwei gefassten Linsen wird aus China berichtet. Im 11. Jahrhundert n. Chr. gab es dort bereits Brillen mit dunklen Linsen. Die ersten Sonnenbrillen. Mit Sicherheit wurden sie als Augenschutz verwendet, aber – und das ist erwiesen – sie waren unentbehrlich bei Gerichtsverhandlungen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die chinesischen Richter nämlich trugen dunkle Brillen, um den sich streitenden Parteien zu erschweren, an ihren Gesichtern und Augenreaktionen etwas abzulesen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Eine andere Sehweise&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&quot;Etwas durch oder mit der Brille der Justiz sehen&quot; sagen wir heute, aber diese und andere Redensarten im Zusammenhang mit &quot;Brille&quot; haben allesamt übertragene Bedeutungen und bezeichnen die Sehweise von etwas. Gerne werden die Dinge auch durch die sprichwörtliche rosarote Brille gesehen, welche die Wirklichkeit in rosigem, hellem, optimistischem Licht erscheinen lässt.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Durch welche Farbe auch immer man sich die Welt einfärbt, ob blau, rosarot oder grün, jedes geschliffene oder gefärbte Brillenglas gibt in gewisser Weise für das fehlsichtige oder auch für das nicht fehlsichtige Auge die Welt in optisch korrigierter Fassung wieder. Jeder kann die Probe aufs Exempel machen, wenn er oder sie eine fremde Brille aufsetzt.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Brillenschlangen und Brillenbären&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&quot;Jemandem eine Brille aufsetzen&quot; bedeutet im sprichwörtlichen Gebrauch, jemanden täuschen, ja hintergehen oder betrügen. Die junge Frau, die ihrem Mann eine Brille aufsetzt, vergnügt sich heimlich mit ihrem Liebhaber. Tatsächlich gab es das Wort &quot;brillen&quot; als Verbum im Sinne von fremdgehen, betrügen. &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Mit Brillenschlangen sind aber nicht die jungen Frauen gemeint, die ihren Männern Brillen beziehungsweise Hörner oder gar Hornbrillen aufsetzten. Nein! Brillenschlange ist einfach ein frauenfeindlicher Ausdruck für Frauen, die Brillen tragen. Die Frau ist gemeint und nicht die Brille. Es gibt aber auch richtige Brillenschlangen. Und Brillenbären. Bei denen ist in der Tat die Brille von Bedeutung. Die Schlange, eine Kobra, wird durch die brillenartige Zeichnung zwischen den Rückenschuppen zur Brillenschlange. Die Schlange setzt ihre Brille aber nur bei Erregungszuständen auf. Sehen kann sie deshalb nicht besser.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Der in den Anden lebende Brillenbär hingegen zeigt sich immer mit Brille. Er ist ziemlich schwarz, nur um die Augen hat er sehr helle Felllinien, die wie eine Brille aussehen. Aber ob mit oder ohne Brille – der Brillenbär ist und bleibt kurzsichtig. &lt;/p&gt;


&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Fragen zum Text&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Wann bekam Johann Heinrich August Duncker das Patent für seine Vielschleifmaschine? &lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;1. am 10. März 1801 &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;2. am 11. März 1901 &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;3. im Mittelalter&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Warum trugen früher chinesische Richter bei Gerichtsverhandlungen Brillen mit dunklen Linsen?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;1. Die chinesischen Richter trugen dunkle Brillen, um den sich streitenden Parteien zu erschweren, an ihren Gesichtern und Augenreaktionen etwas abzulesen. &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;2. Die chinesischen Richter trugen dunkle Brillen, weil es einfach besser aussah. &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;3. Die chinesischen Richter trugen dunkle Brillen, weil sie alle blind waren&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Wer oder was ist ein Brillenbär? &lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;1. ein Mann mit Brille &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;2. ein schwarzer Bär, der um die Augen sehr helle Felllinien hat, die wie eine Brille aussehen &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;3. ein Bär, der gerne Brillen zum Frühstück isst&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Arbeitsauftrag &lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Erörtern Sie die Vor- und Nachteile von Brillen.&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Autor: Michael Utz&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Redaktion: Beatrice Warken&lt;/p&gt;
                        &lt;br /&gt;
                        &lt;p&gt;
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                        &lt;/p&gt;
                    </description>
                                                                        <pubDate>Tue, 02 Jun 2009 02:00:00 +0200</pubDate>
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                <item>
                        <title>Dialog</title>
                                    <link>http://www.dw-world.de/dw/article/0,,1288139,00.html?maca=de-podcast_stichwort-1172-xml-mrss</link>
                                    <description>Die meisten Menschen wüssten wahrscheinlich nicht, was sie sich unter &quot;Dialog von Rindfleischmousse mit Gourmetsalat in Gebäckmantel&quot; vorstellen sollen. Vielleicht würde da ein Zwiegespräch mit einem Koch helfen ...&lt;br /&gt;&lt;p&gt;In gehobenen Restaurants oder in solchen, die in den Augen ihrer Betreiber als solche gelten sollen, befindet er sich auf der Speisekarte. Unter &quot;Köstlichkeiten aus dem Meer und aus heimischen Gewässern&quot; oder so ähnlich. &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Sprechendes Essen&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Dort gibt es ihn, den &quot;Dialog von Edelfischen&quot;, sagen wir einmal Seezungen- und Rotbarbenfilets, &quot;an einer Mousse von Langoustines mit einem Hauch von geschäumter Zitronenbutter überzogen&quot;. Auch Medaillons vom Kalb befinden sich im Dialog mit anderen Fleischstückchen und zum Nachtisch dialogisieren tropische und einheimische Früchte an irgendeiner Sauce mit geraspeltem Dingsbums. &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Und damit verlassen wir die vermeintlich noblen Restaurants und wenden uns den ernst zu nehmenden Dialogformen zu. Damit ist schon angedeutet, dass unser Stichwort der Woche Varianten aufweist, dass Dialog nicht gleich Dialog ist. So ist der zwischen Gewerkschaften und Regierung angestrebte Dialog etwas anderes als der zwischen den Industriestaaten und der so genannten Dritten Welt. Aber immer schön der Reihe nach. &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Rede und Gegenrede&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Am Anfang war das Zwiegespräch. Die Unterredung. In der griechischen Antike, so bei Platon und Sokrates, war der Dialog eine Form von Rede und Gegenrede. Bei Platon ist Dialog schlechthin das Mittel, um zur Einsicht in die Wahrheit zu gelangen. Ein weiß Gott hochgestecktes Ziel. Der Dialog – wir müssen diesen kleinen Ausflug in die Philosophie machen – ist eine kommunikative Beziehung zwischen zwei Partnern. &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Der Dialog, der Austausch, ist nicht nur Methode zum Erreichen von Erkenntnis und Wahrheit, er ist sogar Bedingung dafür – und jetzt kommt ein Zitat – &quot;dass es Personen, die ihrer selbst bewusst sind, also die Fähigkeit haben, sich und die Welt zu erkennen, überhaupt geben kann.&quot; So steht es in ROWOHLTS Philosophie-Lexikon. Was heißt das? Streng genommen bedeutet es, dass sich salopp und ein bisschen gewagt formuliert, niemand selbst erkennen kann, wenn er nicht in der Lage ist, sich durch den anderen erkennen zu wollen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Das Ich und das Du&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Zur Verdeutlichung: Das &quot;Ich&quot; spricht im Dialog zu einem anderen. Dieses wird als &quot;Du&quot; angeredet. Umgekehrt spricht das &quot;Du&quot; das &quot;Ich&quot; an. Nur in dieser wechselseitigen Abhängigkeit, in diesem Gegenüber, kann es überhaupt ein &quot;Du&quot; und ein &quot;Ich&quot; geben. Und: Nur in dieser Beziehung wird deutlich, wer beide sind; was beide denken und wollen. &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Zugegeben, das klingt ein bisschen hochgestochen. Aber vor diesem Hintergrund wird klar, welcher Anspruch zum Beispiel hinter dem arg strapazierten Schlagwort vom &quot;Dialog mit der Jugend&quot; steckt. &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&lt;/strong&gt; &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Der Dialog heute&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Sich verstehen wollen und dann aus einem Interessenabgleich die Einsicht gewinnen, so oder so könnte es gehen, das ist in etwa gemeint, wenn heutzutage von Dialog gesprochen wird. Dazu bedarf es natürlich erst einmal der Dialogbereitschaft; dann steht der Aufnahme eines Dialogs normalerweise nichts mehr im Wege. &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Es gibt das Angebot zum Dialog, es gibt Dialogbemühungen, ein Dialog gerät ins Stocken und wird nach mühseligen Vermittlungsversuchen wieder aufgenommen. Das Wort Dialog erscheint sehr häufig in politischen Zusammenhängen, meist wird eine positive Bedeutung mit ihm in Verbindung gebracht. Dialoge werden gern als demokratisch, konstruktiv und offen bezeichnet. &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Der literarische Dialog&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&lt;/strong&gt; &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Nun gibt es Dialoge keineswegs nur im öffentlichen oder privaten Leben. Der Dialog als Zwiegespräch ist auch eine literarische Form mit langer Tradition. Im Epos, im Roman und vor allem natürlich im Drama ist der Dialog ein Kunstmittel, das zum Beispiel im Dialogroman seine eigene Gattung hat. &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Sollen Bühnen- und Filmdialoge besonders geschliffen, ausgefeilt, subtil oder spritzig-witzig sein, werden sie von Spezialisten, den Dialogautoren, geschrieben. Gerade im literarischen, im künstlerischen Dialog, können Figuren auf faszinierende Weise und sehr genau gezeigt werden. &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Stummfisch&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;So gesehen wird uns der Dialog von Edelfischen ein ewiges Rätsel bleiben. Denn selbst wenn sie Figuren wären, blieben sie stumm. Aber Dialog und Edelfisch klingt halt nach irgendwas Besonderem.&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Fragen zum Text&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Was ist keine Bezeichnung für eine kommunikative Beziehung zwischen zwei Partnern?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;1. Zwiegespräch&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;2. Vermittlung&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;3. Dialog&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Was machen Dialogautoren?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;1. Dialoge schreiben&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;2. Dialoge führen&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;3. Dialoge vermeiden&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Wann besteht Dialogbereitschaft?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;1. wenn zwei Menschen nicht mehr miteinander sprechen&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;2. wenn jemand ein Angebot zum Dialog macht&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;3. wenn ein Dialog ins Stocken gerät&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Arbeitsauftrag &lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ins Gespräch kommen, im Gespräch bleiben – Dialoge zu führen ist wichtig und kann oft von Vorteil für beide Parteien sein. Das gilt in der Politik, in der Wirtschaft und auch für zwischenmenschliche Beziehungen. Schreiben Sie drei Beispiele auf, in denen ein klärendes Gespräch eine eingefahrene Situation verändern könnte. Wählen Sie dann eine der drei Szenen aus und schreiben Sie den Dialog.&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Autor: Michael Utz&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Redaktion: Shirin Kasraeian&lt;/p&gt;
                        &lt;br /&gt;
                        &lt;p&gt;
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                        &lt;/p&gt;
                    </description>
                                                                        <pubDate>Mon, 25 May 2009 15:06:00 +0200</pubDate>
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                <item>
                        <title>Geduld</title>
                                    <link>http://www.dw-world.de/dw/article/0,,2554497,00.html?maca=de-podcast_stichwort-1172-xml-mrss</link>
                                    <description>Minuten, Stunden, Tage – Warten kostet Kraft und Nerven. Vor allem dann, wenn das Ende nicht absehbar ist. Und nur wenn die Erwartungen schließlich erfüllt werden, hat es sich gelohnt, geduldig zu sein.&lt;br /&gt;&lt;p&gt;&quot;Bereitwilliges Ertragen von Unannehmlichkeiten mit sechs Buchstaben&quot; – so könnte im Kreuzworträtsel nach dem Begriff gefragt werden, der diese Woche unser Stichwort ist. Auch &quot;längeres Warten auf eine Veränderung&quot; wäre eine Umschreibungsmöglichkeit. &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Kraft und Nerven&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Das Ertragen und das Warten, wer kennt es nicht? Kein schöner Zustand; denn beides kostet Kraft und Nerven, vor allem dann, wenn völlig ungewiss ist, wann es damit ein Ende haben wird. Wovon wir reden? Nun, Sie müssen noch etwas zuwarten, bis wir des Rätsels Lösung preisgeben und hoffen unterdessen, es möge Ihnen jener Faden nicht reißen, der sprichwörtlich geworden und aufs Engste mit unserem Stichwort verbunden ist. &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Es handelt sich um eine Eigenschaft, in der man/Frau sich allerdings meist ungewollt üben muss, die jedoch – und dies sei ein Trost – von Martin Luther als besonders lobenswerte Tugend bezeichnet wurde. Der Reformator berief sich dabei auf die Heilige Schrift.&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Zum Zerreißen gespannt&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Wer klaglos Schmerzen, Kummer und Leid, ein schweres Schicksal erträgt, auch der verfügt über die Ausdauer im &quot;ruhigen, beherrschten und nachsichtigen Ertragen oder Abwarten&quot;, wie es im Wörterbuch heißt. &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Nun aber wollen wir Ihre Geduld nicht länger strapazieren. Ja. Es geht um die Geduld. Wer bis jetzt zugehört hat, der hat geduldig abgewartet, was es denn mit den sechs Buchstaben auf sich habe, dem ist der Geduldsfaden nicht gerissen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Das kann dauern&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Der sprichwörtliche Geduldsfaden lässt sich sprachgeschichtlich mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit auf die mühselige und langwierige Arbeit des Spinnens zurückführen. Sorgfalt, stete Aufmerksamkeit und eben Geduld waren vonnöten, wenn der dünne Faden nicht reißen sollte. &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Geduld hat mit Zeit zu tun. Besser noch: mit Dauer. &quot;Das kann dauern. Haben Sie noch etwas Geduld.&quot; &quot;Fassen Sie sich in Geduld.&quot; Und am Bahnsteig die Durchsage, wenn wieder einmal eine Verspätung angekündigt wird. &quot;Wir bitten um etwas Geduld.&quot; Das sind die Floskeln, mit denen Geduld eingefordert wird.&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Geduldig wie ein Esel&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Nun wollen wir ja nicht bestreiten, dass geduldig sein eine Tugend ist, aber ist es verwerflich, ungeduldig zu sein? Vor Kurzem hieß es in der Tageszeitung, dass es nun mit der Eselsgeduld ein Ende habe. Der gute Esel nämlich gilt als geradezu sprichwörtlich geduldiges Tier. Man stelle ihn sich vor, wie er ruhig dasteht, sich einen Packen nach dem anderen aufladen lässt und dann brav lostrabt und die schwersten Lasten über Stock und Stein ans Ziel bringt. &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Nun kann es aber Situationen geben, wo es selbst dem geduldigsten Esel zu viel wird. Dann bleibt er stehen. Das ist so eine Art Warnung. Treibt man ihn trotzdem weiter an, ist es durchaus möglich, dass er ausschlägt, sprich, mit gezielten Huftritten seinem Herrn zu verstehen gibt, dass jetzt Schluss ist. Und zwar so lange, bis er – der Herr – sich eines Besseren besinnt. Nicht eines besseren, noch geduldigeren Esels, sondern einer anderen Art, mit dem Esel umzugehen. &lt;/p&gt;


&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Geduldiges Papier&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Sollte dieses Bild dem Journalisten vor Augen gestanden haben, der in einer anderen Zeitung die bange Frage stellte, wann es mit der Eselsgeduld der Deutschen angesichts des Hin und Her zu Ende sei? Fast täglich wird uns versichert, alles werde besser, es bedürfe nur noch der Zeit, des Durchhaltevermögens, der Geduld. So hören und lesen wir. &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Aber wir wissen ja, Papier ist geduldig. Um besser zu verstehen, was damit gemeint ist, schauen wir aufs Original dieser Redensart: &quot;Epistula non erubescit&quot;, steht in einem Brief Ciceros geschrieben; die wörtliche Übersetzung lautet: &quot;Ein Brief errötet nicht&quot;. Oder auch: &quot;Ein Brief kann nicht schamrot werden.&quot; Das stimmt. Also müssen wir uns weiter in Geduld üben. Aber wie zu Anfang gesagt: Auch &quot;längeres Warten auf eine Veränderung&quot; kann Geduld sein.&lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;strong&gt;Fragen zum Text&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Welches Tier gilt als besonders geduldig?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;1. der Esel&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;2. das Schwein&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;3. die Biene&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Die Geduld wurde von Martin Luther als eine besonders ...&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;1. zweifelhafte Charaktereigenschaft angesehen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;2. lobenswerte Tugend bezeichnet.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;3. unwichtige Sache betrachtet.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Die Redewendung Papier ist geduldig geht zurück auf …&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;1. Ovid.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;2. Cicero.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;3. Caesar.&lt;/p&gt;



&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Arbeitsauftrag&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Auf einen Anruf, auf einen Zug, auf den Bus – worauf kann man warten? Schreiben Sie eine Liste mit Dingen und Ereignissen, auf die man häufig wartet. &lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Autor: Michael Utz&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Redaktion: Ingo Pickel&lt;/p&gt;
                        &lt;br /&gt;
                        &lt;p&gt;
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                    </description>
                                                                        <pubDate>Mon, 18 May 2009 17:20:00 +0200</pubDate>
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                <item>
                        <title>Fall</title>
                                    <link>http://www.dw-world.de/dw/article/0,,901827,00.html?maca=de-podcast_stichwort-1172-xml-mrss</link>
                                    <description>Zu einem Fall zu werden, ist meist unangenehm, selbst wenn es nicht gleich ein Todes- oder Mordfall sein muss. Immerhin gibt es auch noch den Glücksfall, der wiederum mit dem Zufall zu tun hat. Klarer Fall, oder?&lt;br /&gt;&lt;p&gt;Wie wird jemand zum Fall? Ist es ein bestürzender, schneller unnatürlicher Tod, ist es der Verdacht, sich am Rande oder gar außerhalb der Legalität zu bewegen beziehungsweise sich bewegt zu haben, oder ist es die Annahme, jemand habe sich in zweifelhafter Weise bewusst Vorteile verschafft, die ohne eine gewisse Machtposition nicht zu erreichen gewesen wären? Jemand ist in solchen und ähnlichen Fällen natürlich nicht irgendjemand, sondern eine Person des öffentlichen Lebens – also der Politik, der Kultur, des Sports, der Medien.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Physikalisch ist der Fall eindeutig …&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Wie auch immer und wer auch immer, eins lässt sich auf jeden Fall festhalten: Wer zum Fall wird, befindet sich entweder in einer sehr kritischen und meist für ihn oder sie äußerst nachteiligen Situation oder hinterlässt – so beispielsweise nach einem äußerst ungewöhnlichen Todesfall – der Nachwelt die traurige Pflicht, nach dem Wie und Warum, also den, wie es dann heißt, &quot;tragischen Umständen&quot; zu fragen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Was die Physik unter dem &quot;Fall&quot; und insbesondere dem &quot;freien Fall&quot; versteht, lässt sich leicht in bildhaften Sprachgebrauch übertragen. &quot;Der freie Fall&quot;, sagen die Physiker, &quot;ist der gesetzmäßig beschleunigte Fall eines Körpers, auf den außer der Schwerkraft keine zusätzliche Kraft einwirkt.&quot; Mit anderen Worten: Ein freier Fall ist eine unaufhaltsame Bewegung von oben nach unten. Das gilt auch für den Apfel, der im Herbst vom Baum fällt und für alles andere Obst auch. &quot;Fallobst&quot; sagt man.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;… juristisch nicht immer&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Der Fall ist, dramatisch ausgedrückt, der Sturz in die Tiefe. Er/Sie ist tief gefallen, sagt man, wenn jemand abgestürzt ist – von seiner oder ihrer vermeintlich unangreifbar hohen und sicheren Position – und sich plötzlich nach schmerzhafter Landung auf dem Boden der Tatsachen und möglicherweise vor den Schranken des Gerichts wiederfindet; also zum juristischen Fall geworden ist.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Unser Stichwort ist in der Rechtssprache geradezu ein Schlüsselbegriff, &quot;der Fall für den Staatsanwalt&quot; sozusagen sprichwörtlich geworden. &quot;Fall&quot; bedeutet hier &quot;Gegenstand einer Untersuchung&quot; respektive Verhandlung. Denn ist der Fall nicht klar, muss er gelöst werden. Bei einem leichten Fall wird dies im Allgemeinen rasch gelingen, bei schweren Fällen sieht die Sache schon anders aus. Und nicht zu vergessen: die ungelösten Fälle.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Alles klar?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Das krasse Gegenteil ist der &quot;klare Fall&quot;. Ein Ausdruck der Umgangssprache, der so viel wie &quot;natürlich&quot;, &quot;selbstverständlich&quot; bedeutet. &quot;Klarer Fall&quot; heißt auch, da gibt es nichts zu fragen, da ist alles klar. Im Lexikon heißt es verallgemeinernd: &quot;Der Fall ist eine sich in einer bestimmten Weise darstellende Angelegenheit, Sache und Erscheinung.&quot;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Darunter fällt durchaus der klare Fall, aber auch der schwere, leichte, komplizierte, der typische, der hoffnungslose und der unheilbare. Letzterer gehört in den Bereich der Medizin. Den &quot;Fall&quot; als grammatikalischen Begriff klammern wir in diesem Stichwort aus, wollen ihn aber für alle Fälle wenigstens erwähnt haben als Form der Beugung von Substantiven, Adjektiven und Pronomen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Alea iacta est&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Interessanter scheint uns zum Schluss des Stichworts, den Fall oder genauer das Fallen der Würfel zu erwähnen. &quot;Die Würfel sind gefallen&quot;, lautet eine Redensart. Was ist gemeint? Übertrieben ausgedrückt könnte man sagen, das Schicksal hat entschieden, nun ist es so gekommen, nun haben wir uns alle danach zu richten. In der Tat hat das Bild der fallenden Würfel etwas Schicksalhaftes. Wer kann sagen, welche Zahlen oben liegen werden? Wird der Wurf zum Glücksfall für den Spieler, den drei Sechsen retten können? Zufall, Glücksfall, Unglücksfall – für den einen dies, für den anderen jenes. Das ist von Fall zu Fall verschieden. &lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;strong&gt;Fragen zum Text:&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Auf welchem Gebiet spielt der Fall als Fachbegriff keine Rolle?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;1. Mathematik&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;2. Justiz&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;3. Grammatik&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Wenn eine Sache eindeutig ist, ist der Fall …&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;1. selbstverständlich.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;2. klar.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;3. natürlich.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Hat das Schicksal entschieden, so …&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;1. gibt es Fallobst.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;2. sind die Würfel gefallen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;3. fällt das nicht ins Gewicht.&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Arbeitsauftrag:&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das Wort &quot;Fall&quot; hat ganz unterschiedliche Bedeutungen, die wenig miteinander zu tun haben bzw. deren Zusammenhang kaum mehr zu erkennen ist, wie &quot;Sturz&quot;, &quot;Gegenstand einer juristischen Auseinandersetzung&quot; oder &quot;grammatischer Kasus&quot;. Finden Sie noch mindestens drei andere Substantive, die mehrere ganz unterschiedliche Bedeutungen haben.&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Autor: Michael Utz&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Redaktion: Ingo Pickel&lt;/p&gt;
                        &lt;br /&gt;
                        &lt;p&gt;
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                        &lt;/p&gt;
                    </description>
                                                                        <pubDate>Mon, 11 May 2009 18:14:00 +0200</pubDate>
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                <item>
                        <title>Bruch</title>
                                    <link>http://www.dw-world.de/dw/article/0,,1267371,00.html?maca=de-podcast_stichwort-1172-xml-mrss</link>
                                    <description>&quot;Du hast mir das Herz gebrochen!&quot; Im Streit zerbrechen nicht nur Vasen, Teller und Tassen. Wenn menschliche Beziehungen in die Brüche gehen, kann das dazu führen, dass jemand seelisch daran zerbricht.&lt;br /&gt;&lt;p&gt;Nichts hält ewig, und wie wir wissen, hat alles ein Ende, außer der Wurst. Es geht diese Woche im Stichwort aber nicht um &quot;Wurst&quot;, auch nicht um Ende, sondern um &quot;Bruch&quot;.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Auf biegen und brechen&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Das Wort &quot;Bruch&quot; hat fast immer einen Klang, der aufhorchen lässt. Ein Bruch ist nichts Angenehmes. &quot;Bruch&quot; kommt von &quot;brechen&quot;, und wenn wir uns vor Augen führen, was &quot;brechen&quot; bedeutet, ist klar, dass der Bruch oder das Brechen immer so etwas Endgültiges haben. Zumindest ist ein Bruch nur schwer wiedergutzumachen. &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Außerdem kommt es immer drauf an, um welche Art von Bruch es sich handelt. Einfache Knochenbrüche, Frakturen, wie die Ärzte sagen, sind im Allgemeinen leicht zu heilen. Bei komplizierten Brüchen ist dies – das Wort &quot;kompliziert&quot; drückt es ja schon aus – nicht so einfach. &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Ge- und zerbrochen&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Verlassen wir aber die Abteilung der medizinischen Brüche und wenden uns dem Bruch als solchem zu, sprich, wir versuchen, eine Definition zu geben. In einem alten deutschen Wörterbuch findet sich Brauchbares: &quot;Die Bedeutungen&quot;, heißt es da, &quot;beruhen auf denen des Zeitwortes: Es ist das Brechen, das Gebrochensein und der gebrochene Gegenstand.&quot; So ist es. &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Machen wir die Probe aufs Exempel. Mit dem zerbrochenen Geschirr, alles beim Umzug zu Bruch gegangen, haben wir den ge- oder zerbrochenen Gegenstand. Wir wissen, dass nicht nur Blumenvasen und Porzellantassen zu Bruch gehen können. Wenn man Glück hat, lassen sich wertvolle Stücke mit Spezialkleber wieder zusammenfügen und man wird die Bruchstellen kaum sehen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Du hast mein Herz gebrochen!&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Das Gebrochensein ist in aller Regel in übertragener Bedeutung gebraucht. Wenn menschliche Beziehungen vielleicht wegen Ehebruchs in die Brüche gehen, so kann das durchaus dazu führen, dass dabei jemand oder auch mehrere Personen seelisch daran zerbrechen oder gebrochen sind. Wir sagen auch: &quot;Das bricht mir das Herz&quot;, was bedeutet, etwas geht uns sehr nahe, rührt uns zu Tränen und tut in gewisser Weise weh. &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Da wir gerade &quot;Ehebruch&quot; erwähnt haben: In vielen zusammengesetzten Substantiven erscheint &quot;-bruch&quot; als Grundwort. Mal in wörtlicher, mal in übertragener Bedeutung. Zum Beispiel in Beinbruch, Wolkenbruch, Dammbruch, Schiffbruch, Stimmbruch, Rechtsbruch, Steinbruch und Waffelbruch. Zu dieser bruchstückhaften Aufzählung ein paar Anmerkungen. &quot;Schiffbruch&quot;, ein Schiffsunglück, kann in der Tat das Auseinanderbrechen des Schiffsrumpfes bedeuten – mit fatalen Folgen, wie man weiß. &quot;Schiffbruch erleiden&quot; heißt aber auch, eine Niederlage hinnehmen müssen, mit einer Sache endgültig scheitern. &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Der Damm bricht&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Was &quot;Dammbruch&quot; heißt, ist spätestens nach den Hochwasserkatastrophen der vergangenen Jahre im Gedächtnis geblieben. Vielleicht erinnert sich jemand in diesem Zusammenhang an den &quot;Oderbruch&quot;. Das ist ein ehemaliges Sumpfgebiet, das Friedrich der Große trockenlegen und kolonialisieren ließ. Der &quot;Oderbruch&quot; hat also nichts mit &quot;brechen&quot; zu tun; vielmehr ist das alte Wort &quot;Bruch&quot; – das &quot;u&quot; wird lang gesprochen – in ihm erhalten geblieben, das &quot;Sumpfgebiet, sumpfige Wiese&quot; bedeutet. &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Beim Waffelbruch indessen handelt es sich wie bei der Bruchschokolade um gebrochene Waffeln beziehungsweise Schokoladentafeln, die bei der Produktion gebrochen sind, deshalb werden sie dann auch billiger verkauft. Da wir beim Essbaren sind: &quot;Nichts zu brechen und zu beißen haben&quot; rührt von der Wendung &quot;das Brot brechen&quot; her. Ein Ausdruck, der an das christliche Abendmahl erinnert: &quot;Er brach das Brot und gab es seinen Jüngern.&quot; &quot;Das Brot brechen&quot; kann auch bedeuten: &quot;das Brot teilen&quot;. Und Bruchstücke sind Teile eines ehedem Ganzen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Bruchrechnen&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Beim mathematischen Bruch bestimmen Zähler und Nenner den Teil eines Ganzen. Und zwar ganz genau. Aber das Bruchrechnen soll uns jetzt nicht weiter interessieren. Wichtiger wäre, darüber nachzudenken, wie Brüche vermieden werden können, denn, wie gesagt, die meisten sind schmerzhaft und manche irreparabel. Ein Bruch im Sinne endgültiger Entzweiung mündet nicht selten in unversöhnliche Feindschaft. Da geht dann immer noch mehr zu Bruch.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;


&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Fragen zum Text&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Bruch kommt von …&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;1. bruchen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;2. brauchen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;3. brechen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Welchen Bruch gibt es nicht?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;1. Ehebruch&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;2. Stimmbruch&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;3. Traumbruch&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Wann sagt man „das bricht mir das Herz“?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;1. wenn einem etwas sehr nahe geht &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;2. wenn man einen Knochenbruch erlitten hat&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;3. wenn man eine schöne Vase zerbrochen hat&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Arbeitsauftrag&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ehebruch, Schiffbruch, Stimmbruch - in vielen zusammengesetzten Substantiven erscheint &quot;-bruch&quot; als Grundwort. Mal in wörtlicher, mal in übertragender Bedeutung. Erstellen Sie eine Liste mit Wörtern in denen Bruch vorkommt und erklären Sie deren Bedeutung.&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;&lt;em&gt;Autor: Michael Utz&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;Redaktion: Ingo Pickel&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
                        &lt;br /&gt;
                        &lt;p&gt;
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                                                                        <pubDate>Mon, 04 May 2009 17:39:00 +0200</pubDate>
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                <item>
                        <title>Knie</title>
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                                    <description>Knie sind verletzungsanfällig: Das Gelenk kann sich entzünden, die Kniescheibe rausspringen, und ein Kreuzbandriss führt zu einer langen Verletzungspause. Als Fußballer kann man da schon mal weiche Knie bekommen. &lt;br /&gt;&lt;p&gt;&quot;Der Körper – ein Spruchbeutel&quot;. Unter dieser Überschrift erschien in der Zeitschrift &quot;Praxis der Psychomotorik&quot; im Februar 1997 ein Aufsatz von Rupert Schoch. Untertitel: &quot;Psychomotorisches im Volksmund&quot;. In der Tat: Da läuft uns die Laus über die Leber, wir bekommen einen dicken Hals, die Angst sitzt uns im Nacken; es ließen sich noch viel mehr Beispiele anführen, wie der menschliche Körper in unserer Sprache in solchen redensartlichen Ausdrücken gewissermaßen gegenwärtig ist. &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Spitze, knochige und runde Knie&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Thema des Stichworts dieser Woche ist das Knie. Es gibt sprachlich gesehen wenig zum Thema Psychomotorik her, ist aber weit mehr als nur das Wort für den vorderen Teil des Kniegelenks mit der Kniescheibe. Natürlich ist Knie nicht gleich Knie. Was die Formgebung betrifft, so gibt es spitze, knochige und runde Knie. Das ist aber nur eine grobe Einteilung. &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Das Knie hat außer seiner rein anatomischen Funktion ganz offensichtlich noch eine andere. Es befördert offensichtlich Zwischenmenschliches und steht auch im Dienste der – wie wir heute ganz modern sagen – nichtverbalen Kommunikation. &quot;Was machst du mit dem Knie, lieber Hans?&quot;, fragt das Mädchen im Schlager von 1925 seinen Tanzpartner; und wer wüsste nicht, was es heißt, unterm Tisch sein Knie an ein anderes zu drücken und das Herz schneller klopfen zu spüren, wenn der Druck erwidert wird! Weiche Knie kann man da kriegen vor lauter Aufregung!&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Weiche Knie&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Da haben wir's wieder mit der Psychomotorik: Bei Erregung, großer Aufregung und vor allem bei Angst werden die Knie weich. Sinngemäß. Man droht umzukippen, weil die Knie einknicken, Schwächegefühl stellt sich ein; gar eine Ohnmacht dann. Etwas ganz anderes ist es, wenn man mit durchgedrückten Knien dasteht, fest auf dem Boden, breitbeinig. Das ist eine Körperhaltung, die kombiniert mit verschränkten Armen und in den Nacken geworfenem Kopf nicht nur Stärke und Furchtlosigkeit demonstrieren soll, sondern auch einschüchtern kann, ja mitunter sogar einschüchtern soll. &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Militärische Ausbilder geben sich gern so. Das soldatische Knie wird nicht weich und schlottert auch nicht, selbst wenn es knietief im Schlamassel steckt. Genauso verhält es sich mit dem Knie des Feindes. Es dauert deshalb im Allgemeinen ziemlich lange, bis der eine den anderen in die Knie gezwungen hat. Das ist natürlich sinnbildlich gemeint. Der jeweilige Feind geht natürlich nicht in die Knie, beugt nicht das Knie, er wird unterworfen. Sein Widerstand wird gebrochen. Statt jemanden &quot;in die Knie zwingen&quot; kann man auch sagen &quot;auf die Knie zwingen&quot;. Es soll schon vorgekommen sein, dass Menschen auf den Knien liegend andere um Gnade und Verschonung bitten, einen Kniefall machen. Man nennt die Entfernung vom Boden bis zum Knie eines stehenden Menschen auch Kniehöhe. Da enden die Kniestrümpfe und beginnen die Kniebundhosen. &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Knie nieder!&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Sitzen muss der Mensch allerdings dann, wenn er einen meist sehr viel jüngeren, aber vor allem körperlich schwächeren Menschen übers Knie legen will, um ihm mit der Hand oder einem Stock Schläge aufs Gesäß zu geben. Auch wenn es darum geht, etwas übers Knie zu brechen, müssen die Knie oder zumindest eines gebeugt sein. Dünnes Holz, das rasch zerkleinert werden soll, wird übers Knie gebrochen und nicht zersägt. &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Gleich lange Teile können so natürlich nicht entstehen. Etwas übers Knie Gebrochene lässt stets den Eindruck von Ungenauigkeit, Flüchtigkeit und unnötiger Hast aufkommen. Im übertragenen Sinn bedeutet &quot;übers Knie brechen&quot; etwas voreilig und unüberlegt tun; statt sich in das Problem reinzuknien, das heißt, sich mit aller Kraft einer Aufgabe und/oder der Lösung eines Problems zu widmen. &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Knien: ein Zeichen der Demut&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die Tatsache, dass der Mensch sich auf einem oder beiden Knien niederlassen kann, hat sprachgeschichtlich dazu geführt, dass es ein Verbum gibt, welches diese Fähigkeit bezeichnet: &quot;knien&quot;. Menschen knieten und knien als Zeichen der Demut und Ehrerbietung vor Kaisern, Königen und hohen kirchlichen Würdenträgern. Und überall auf der Welt knien die Menschen, ob mit gefalteten Händen, mit gebeugtem Oberkörper oder mit ausgebreiteten Armen, wenn sie ihren Gott anrufen, wenn sie beten.&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Fragen zum Text&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Wann bekommt man weiche Knie?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;1. bei großer Anstrengung&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;2. bei Trauer &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;3. bei Erregung, großer Aufregung und bei Angst&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Was bedeutet übers Knie brechen im übertragenen Sinn?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;1. etwas voreilig und unüberlegt tun &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;2. etwas nach reiflicher Überlegung tun&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;3. etwas sehr langsam tun&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Warum knien Menschen vor hohen Würdeträgern nieder?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;1. als Zeichen der Überheblichkeit&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;2. als Zeichen der Demut und Ehrerbietung&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;3. als Zeichen der Selbstherrlichkeit&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Arbeitsauftrag &lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Vor wem würden Sie niederknien, um so Ihre Hochachtung vor der- oder demjenigen zu zeigen? Begründen Sie Ihre Entscheidung.&lt;/p&gt;
                        &lt;br /&gt;
                        &lt;p&gt;
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                            &lt;br /&gt;
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                        &lt;/p&gt;
                    </description>
                                                                        <pubDate>Mon, 27 Apr 2009 16:38:00 +0200</pubDate>
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                <item>
                        <title>Faul</title>
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                                    <description>Faul sein ist wunderschön ... das wissen wir spätestens seit Pippi Langstrumpf. Aber doch nur, wenn damit das Faulenzen gemeint ist und nicht etwa der faule Kompromiss oder gar der faule Apfel.&lt;br /&gt;&lt;p&gt;
&lt;p&gt;Alle – oder fast alle – täten es gerne, haben aber einfach nicht die Zeit dazu. Das ist schlimm. Denn der Mensch braucht Erholung und muss auch mal richtig faul sein dürfen. &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Da ist doch was faul!&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Um es vorweg zu sagen: Nicht jeder Faulenzer ist faul; und Faulenzer sind auch nicht ausschließlich arbeitsunwillige Arbeitslose. Gar nicht faul, sondern fleißig und gewissenhaft, gehen wir &quot;faul&quot; auf den Grund und stellen fest, dass unser Stichwort gar nichts mit &quot;arbeitsscheu&quot; oder &quot;träge&quot; oder auch &quot;lustlos&quot; zu tun hat. &quot;Faul&quot; bedeutet eigentlich &quot;stinkend&quot;, &quot;modrig&quot;. Faul bezeichnet einen Zustand, der durch einen chemischen Prozess hervorgerufen wurde: nämlich den der Zersetzung durch Bakterien. &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Da nahezu alles von der Zersetzung befallen werden kann, gibt es jede Menge fauler Sachen. Denken wir an Lebensmittel, faules Obst zum Beispiel. &quot;Ein fauler Apfel macht zehn neben ihm auch faul&quot;, heißt es schon 1520 in der deutschsprachigen Ausgabe des &quot;Narrenschiffs&quot; von Johann Geiler von Kaisersberg. Wenn man also nicht aufpasst und die faulen Stellen herausschneidet oder faule Früchte auf den Komposthaufen wirft, verfaulen sie alle und sind dahin. Es ist so ähnlich wie mit dem faulen Zahn. Je fauler desto fleißiger der Zahnarzt – wenn man denn Angst und Faulheit überwunden hat und sich mit dicker Backe in die Praxis begibt. &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Stinkend faul&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Auch Holz fault, es riecht dann faulig oder modrig, nasses Laub wird glitschig, es fault. Stehendes Wasser kann faulig werden und schmeckt dann dementsprechend. Von faulen Eiern und ihrem unverwechselbaren Gestank wollen wir gar nicht reden. Stinkfaul oder stinkend faul sind als übertragene Bedeutungen zur treffenden Charakterisierung eines lieben Mitmenschen auf diesen Zusammenhang zurückzuführen. Vor dem &quot;Stinkend-Faulsein&quot; kommt aber zunächst das normale Faulsein oder die alltägliche Faulheit. Etwas Faules bewegt sich nicht. Der tote Fisch rührt sich ebenso wenig wie der vom Baum gefallene vor sich hinfaulende Apfel. &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&quot;Faul&quot; und &quot;faulen&quot; sind Worte, die sich in der Umgangssprache geradezu anbieten, um im bildhaften Ausdruck etwas abzuwerten. Ganz allgemein sagen wir: &quot;Da ist etwas faul.&quot; Was es genau ist, wissen wir nicht, aber wir wissen, dass etwas nicht stimmt, nicht in Ordnung ist. Da gibt es faule Kompromisse, also unbefriedigende, nicht ganz saubere Übereinkünfte. Wir kennen die berühmten faulen Ausreden, von denen jeder weiß, dass sie schlecht erfunden sind, aber man sie dennoch nicht Lüge nennen kann. Wenn wir spüren, dass an einem Geschäft etwas faul ist, sollten wir die Finger davon lassen. Wenn wir feststellen, hier oder auch da stimmt etwas nicht; ist etwas ganz oder gar nicht in Ordnung, zitieren wir Shakespeare und sagen unbekümmert: &quot;Da ist etwas faul im Staate Dänemark.&quot; – Hamlet 1. Akt, 2. Szene. &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Wie faulenzen Faultiere?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Aber Dänemark beziehungsweise Hamlets Faulheit hat nichts mit dem zu tun, was wir unter Müßiggang oder Nichtstun verstehen. Und was das Recht auf Faulheit beziehungsweise Faulsein betrifft: Wir nehmen es uns einfach, zumindest im Urlaub. Da sind wir, wenn wir es überhaupt noch können, so richtig faul, verwandeln uns in zufriedene Faulpelze und legen uns auf die sprichwörtlich faule Haut, sind maulfaul und reden nur das Nötigste. &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Mit der faulen Haut und dem Faulpelz hat es eine besondere Bewandtnis. &quot;Faulpelz&quot; ist ein altes Wort für die dicke Pilzschicht, die die faulenden Stoffe mit der faulen Haut überzieht. &quot;Faulpelz&quot; klingt ganz nett für einen Menschen, der stundenlang, nur so als Beispiel, in der Hängematte liegt. Der Faulenzer ist allerdings einer, der grundsätzlich arbeitsscheu ist. Ganz böse ausgedrückt: jemand, der vor Faulheit stinkt. &quot;Faulenzen&quot; stammt von &quot;vulenzen&quot;, was in der mittelhochdeutschen Sprache &quot;faulig schmecken&quot; bedeutete. Zu Faulenzer wäre noch zu sagen, dass man auch Stützen für Angelruten und besonders bequeme Liegestühle so nennt. &quot;Und was ist mit dem Faultier?&quot;, fragen Sie. Nun, das sieht nur so aus.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt; &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;br&gt;Fragen zum Text&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Was bedeutet faul im eigentlichen Sinne?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;1. geschmackvoll und appetitlich&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;2. gesund und munter&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;3. stinkend oder modrig&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Wenn jemand sagt: &quot;Da ist etwas faul&quot;, dann meint er, dass da …&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;1. etwas nicht stimmt&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;2. alles in Ordnung ist&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;3. etwas schlecht riecht&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Wer oder was ist ein Faulenzer?&lt;/strong&gt; &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;1. eine bestimmte Art von Hängematte&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;2. ein arbeitsscheuer Mensch&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;3. ein faules Ei&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Arbeitsauftrag &lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In der Hängematte unter Palmen oder auf dem Sofa vor dem prasselnden Kaminfeuer – wie sind Sie am liebsten faul? Beschreiben Sie einen Tag, an dem Sie nichts zu tun haben, außer die Seele baumeln zu lassen.&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;&lt;em&gt;Autor: Michael Utz&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;Redaktion: Shirin Kasraeian&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
                        &lt;br /&gt;
                        &lt;p&gt;
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                            &lt;br /&gt;
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                            &lt;br /&gt;
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                        &lt;/p&gt;
                    </description>
                                                                        <pubDate>Tue, 21 Apr 2009 11:19:00 +0200</pubDate>
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                <item>
                        <title>Hase</title>
                                    <link>http://www.dw-world.de/dw/article/0,,833867,00.html?maca=de-podcast_stichwort-1172-xml-mrss</link>
                                    <description>Wer weiß wie sie laufen, weiß auch wo's lang geht. Das dachte sich auch ein Igel, der mit Hilfe seiner Frau einen Hasen ausgetrickste. Zahlreiche weitere Geschichten und Sprichworte ranken sich um Meister Lampe und Co.&lt;br /&gt;&lt;p&gt;Zurzeit ist er überaus beschäftigt und darf nicht gestört werden. Wo genau er seiner künstlerischen Arbeit nachgeht, das weiß niemand. Was man allerdings zumindest für den deutschsprachigen Raum sagen kann ist, dass er seit dem 17. Jahrhundert diese merkwürdige Tätigkeit ausübt. Am Rhein und Neckar soll er zu jener Zeit gesichtet worden sein. Die Rede ist vom Osterhasen und den von ihm bemalten bunten Ostereiern. Natürlich schafft er das nicht alleine.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Viele kleine Häschen&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Nun ist der Hase mit seiner Häsin eines der fruchtbarsten Tiere überhaupt und deshalb gibt es unzählige Hasen, die im Frühjahr an den Farbtöpfen bereitstehen und die ebenso unzähligen Ostereier bemalen. So ist es gekommen, dass Hase und Ei als die Fruchtbarkeitssymbole überhaupt gelten. Die bunten Ostereier sind eigentlich Opfergeschenke. Es gibt sie schon seit urchristlichen Zeiten. &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Dem Hasen ist das schnuppe, aber in einem Stichwort über ihn sollte man solche Dinge schon erwähnen. Wenn der Hase sich gerade nicht vermehrt oder Eier bemalt, sitzt er in seiner Grube und schläft. In einem Kinderlied heißt es ja auch &quot;Häschen in der Grube saß und schlief&quot;. Da soll er in Ruhe bleiben, während wir ein bisschen über ihn plaudern. Wenn er zu den Feldhasen gehört, wohnt er tatsächlich in einer Art Grube, die in der Jägersprache &quot;Sasse&quot; heißt. Das ist eine Vertiefung in der Wiese oder eben im Feld.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Grosse Ohren, kleine Augen&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Dass Hasen mit offenen Augen schlafen, ist nicht ganz richtig. Sie haben lediglich sehr kleine Augenlider, deshalb sind die Augen nicht ganz geschlossen. Allerdings haben Hasen einen sehr leichten Schlaf. Mit ihren riesigen löffelförmigen Ohren – deshalb heißen sie in der Fachsprache auch &quot;Löffel&quot; – können sie außerordentlich gut hören. &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Wie Richtantennen können sie die Ohren stellen und bei drohender Gefahr &quot;das Hasenpanier ergreifen&quot;. Das heißt abhauen. Weithin sichtbar ist das aufgerichtete Stummelschwänzchen, welches auch &quot;Hasenbanner&quot; oder &quot;Hasenpanier&quot; genannt wird. &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;br&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Wie der Angsthase läuft&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Der Hase gilt als furchtsam und ängstlich. Deshalb spricht man in Übertragung auf den Menschen von &quot;Angsthasen&quot; oder man sagt &quot;der hat ein Hasenherz&quot;. &quot;Meister Lampe&quot; oder &quot;Langohr&quot;, so heißt der Hase in den Tierfabeln, ist zwar kein großer Held, aber dafür ein schneller Läufer. Im Märchen vom Hasen und dem Igel wurde er ja von dem stachligen Gesellen und dessen Frau reingelegt. &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;In Wirklichkeit ist der Hase viel schneller als ein Igel. Wenn er die Flucht ergreift, schlägt er Haken. Blitzschnelle Richtungsänderungen. Aber die Jäger wissen &quot;wie der Hase läuft&quot;, das heißt, sie können aus der Beobachtung und langer Erfahrung vorhersehen, welche Richtung der Hase letztendlich einschlägt. Der sprichwörtliche &quot;alte Hase&quot; hat natürlich im Gegensatz zum &quot;heurigen Hasen&quot; – ebenfalls jede Menge Erfahrung und weiß, wie er dem Jäger immer wieder entwischen kann. Dann gibt es eben einen &quot;falschen Hasen&quot; zum Mittagessen. Das ist entweder ein Hackbraten oder – vor allem in Notzeiten – der so genannte Dachhase. Eine Katze.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Hasenbraten&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ein echter Hasenbraten, ein Stück Wildbret also, war im Mittelalter ein Luxus. Oft wurde er in einer Marinade mit vielerlei Gewürz und vor allem Pfeffer eingelegt. So entstand das Gericht, das heute noch &quot;Hasenpfeffer&quot; heißt. Die Redensart &quot;da liegt der Hase im Pfeffer&quot; geht ebenfalls auf den &quot;Hasenpfeffer&quot; zurück, bedeutet aber so viel wie: &quot;das ist der entscheidende Punkt&quot;. Aus der Situation kommen wir nicht so schnell oder gar nicht mehr raus. Für den Hasen im Pfeffer trifft das in der Tat zu.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&quot;Viele Hunde sind des Hasen Tod&quot; sagt man und es muss nicht besonders erklärt werden, was damit gemeint ist. Ein besonderer Hund ist der &quot;hasenreine&quot; Hund. Der ist so abgerichtet, dass er den Hasen nur aufschreckt, aber nicht angreift. &quot;Hasenrein&quot; wird heute nur noch in negativer Form umgangssprachlich verwendet. Wer nicht ganz &quot;hasenrein&quot; ist, dem ist besser mit einer gewissen Vorsicht zu begegnen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Mein Name ist Hase …&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Mit dem Osterhasen haben wir begonnen, mit Viktor Hase wollen wir schließen. Letzterer war Mitte des 19. Jahrhunderts Student in Heidelberg. Ein Kommilitone von Herrn Hase hatte im Duell einen anderen Studenten erschossen, worauf Viktor Hase durch absichtliches Verlieren des Studentenausweises seinem Kumpel zur Flucht nach Frankreich verhalf. Hase musste sich jedoch den Fragen des Universitätsgerichts stellen und antwortete mit der legendären Formulierung: &quot;Mein Name ist Hase. Ich weiß von nichts.&quot;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&lt;br&gt;&lt;/strong&gt; &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Fragen zum Text&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Seit wann gibt es die Legende vom Osterhasen?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;1. seit dem 16. Jahrhundert&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;2. seit dem 17. Jahrhundert&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;3. seit dem 18. Jahrhundert&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Womit können Hasen außerordentlich gut hören?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;1. mit ihren Löffeln&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;2. mit ihren Gabeln &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;3. mit ihren Messern&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&lt;/strong&gt; &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Wenn jemand ein alter Hase ist, dann …&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;1. bewegt er sich langsam&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;2. ist er besonders erfahren&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;3. hat er sehr viele Kinder &lt;/p&gt;


&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Arbeitsauftrag &lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es gibt einige Redensarten um den Hasen. Versuchen Sie folgende Redensarten zu erklären und denken Sie sich eine Situation aus, in der Sie diese benutzen würden. Recherchieren Sie, wenn nötig, im Internet oder in Nachschlagewerken.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;- So läuft also der Hase!&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;- Mein Name ist Hase.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;- Was für ein Hasenfuß!&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;- Hier sagen sich Fuchs und Hase gute Nacht …&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;&lt;em&gt;Autor: Michael Utz&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;Redaktion: Shirin Kasraeian&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
                        &lt;br /&gt;
                        &lt;p&gt;
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                        &lt;/p&gt;
                    </description>
                                                                        <pubDate>Mon, 13 Apr 2009 11:53:00 +0200</pubDate>
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                <item>
                        <title>Buße</title>
                                    <link>http://www.dw-world.de/dw/article/0,,855491,00.html?maca=de-podcast_stichwort-1172-xml-mrss</link>
                                    <description>Ein Wort aus dem religiösen Bereich: Buße tun, Büßergewand, Bußprozession. Im Alltag jedoch stoßen wir wohl häufiger auf das profane Bußgeld wegen begangener Ordnungswidrigkeit.&lt;br /&gt;&lt;p&gt;Fast täglich kommen neue hinzu. Firmen oder auch Privat- beziehungsweise Geschäftsleute, die gegen Vorschriften, ja Gesetze verstoßen und verstoßen haben. Da gibt es die geheimen Absprachen innerhalb einer Branche, also zum Beispiel: &quot;Ihr bekommt den südwestdeutschen Raum, und wir übernehmen dafür Schleswig-Holstein&quot;, oder: &quot;Wir halten alle die Preise bis zu den großen Ferien, dann, mit Beginn der großen Reisezeit, gehen wir mindestens drei Cent rauf.&quot; Eigentlich verboten. Eigentlich. &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Wer muss wofür büßen?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die Kunst ist, sich nicht erwischen zu lassen. Nehmen die Gaunereien immer mehr zu, oder sind die Aufpasser findiger geworden? Wir wissen es nicht. Jedenfalls verhängt Brüssel – wenn es um EU-Belange geht – saftige Strafen am Fließband. Diese Strafen werden in Form von Bußgeldern festgelegt. Merkwürdig, dass in Zeiten auch sprachlicher Globalisierung sich ein so alter Begriff gehalten hat. &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Andererseits ist sein Inhalt zeitlos. Da ist der Sünder, also einer der gegen Gesetze verstoßen hat, und dort ist der Richter, der die Buße festlegt. Buße ist so etwas Ähnliches wie Wiedergutmachung. Der Sünder zum Beispiel soll büßen und damit seine Sünde wieder gutmachen, aber das geht ja eigentlich nicht, denn Sünde bleibt Sünde. &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Herr, ich habe gesündigt&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Wir wollen keine schmalspurige religionsphilosophische Debatte vom Zaun brechen, sondern nur über das Wort &quot;Buße&quot; ein bisschen nachdenken, stichwortartig. Wie dauerhaft manche uralten Wörter sich auch im modernen Sprachgebrauch halten, zeigen die Beispiele &quot;Sünder&quot; und &quot;Buße&quot;, und dies gerade außerhalb des kirchlich-religiösen Bereichs. &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ganz selbstverständlich sprechen wir von Verkehrssündern, ebenso vom Bußgeld, das selbige aufgebrummt bekommen, wenn sie ordentlich gegen die Verkehrsregeln verstoßen haben. Wer falsch parkt, bekommt nur eine Verwarnung. Bußgeld ist ein fester Begriff der Rechtssprache. Es ist eine Geldstrafe – und jetzt kommt ein Zitat – &quot;zur Ahndung bestimmter Ordnungswidrigkeiten im Verkehrs-, im Wirtschafts- und Steuerrecht&quot;.&lt;strong&gt; &lt;/strong&gt;Klarer Fall, große Sünde große Buße, kleine Sünde kleine Buße. &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Wer sündigt, muss zahlen&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Um aber festzustellen, wie denn nun die Höhe des Bußgeldes zu bemessen sei, gibt es das Bußgeldverfahren. Ist dieses abgeschlossen, wird der Bußgeldbescheid erteilt. Nun wissen wir, dass der Mensch ein Gewohnheitstier ist. Nicht nur, dass er immer wieder sündigt, er begeht auch immer wieder die gleichen Sünden. Vor allem im Straßenverkehr. &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Dieser bahnbrechenden Erkenntnis trägt der Bußgeldkatalog Rechnung. Also: Bei Rot über die Ampel kostet so viel, mit 1,0 Promille so und so viel, wer mit 120 statt mit 60 Kilometern durch die Autobahnbaustelle brettert, muss &lt;em&gt;diesen&lt;/em&gt; Betrag berappen, wer das gleich mehrmals innerhalb einer bestimmten Frist tut, &lt;em&gt;jenen&lt;/em&gt;. So hat alles seine Ordnung.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Glauben wir. &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Wäscht Geld von Sünden rein?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Nun bedarf es keiner großen Anstrengung, geschweige denn innerer Einkehr, die eigentliche Bestandteil wirklicher Buße ist, wenn wir lediglich den Geldbeutel öffnen und zahlen müssen. Buße im kirchlich-religiösen Sinn geht tiefer. Wenn, sagen wir einmal, irdische Buße so etwas wie Entschädigung und Wiedergutmachung bedeutet, so ist die religiöse Buße &quot;das Bemühen um die Wiederherstellung eines durch menschliches Vergehen gestörten Verhältnisses zwischen Gott und Mensch.&quot; So lautet eine Begriffsbestimmung im Lexikon. &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Bedeutet die Zahlung von Bußgeld lediglich eine finanzielle Einbuße, so ist das religiöse Buße tun tatsächlich tätige Reue, verbunden mit einem Schuldbekenntnis. Bußtage und Bußrituale haben in allen Religionen ihren festen Platz. Im Judentum ist es der Versöhnungstag &quot;Jom Kippur&quot;, im Christentum wie im Islam sind Pilger- beziehungsweise Wallfahrten Ausdrucksformen der Buße. Büßergewand oder Büßerhemd waren und sind zum Beispiel in Spanien und Lateinamerika immer noch in den großen Bußprozessionen zu sehen; die Gläubigen tragen es als sichtbares Zeichen ihres Willens, Buße zu tun. &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Verkehrssünder im Bußgewand&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Merkwürdig: In allen Religionen und Kulturen besteht offensichtlich so etwas wie ein öffentliches Bewusstsein darüber, dass es eine über dem Menschen stehende Instanz gibt, gegen deren Gesetze man nicht verstoßen soll. Tut man es dennoch, nun ja, dann muss man es büßen. So oder so.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
&lt;p&gt;&lt;br&gt; &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Fragen zum Text&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Buße ist so etwas Ähnliches wie …&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;1. Sünde.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;2. Wiedergutmachung.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;3. Lohn.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Was ist ein Verkehrssünder?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;1. jemand, der gegen die 10 Gebote verstoßen hat&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;2. jemand, der gegen die Straßenverkehrsregeln verstoßen hat&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;3. jemand, der in einer Beziehung alles verkehrt macht &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Warum tragen Menschen Büßergewänder?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;1. als sichtbares Zeichen ihres Willens, Buße zu tun&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;2. weil sie sie modisch finden&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;3. damit sie kein Bußgeld zahlen müssen&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Arbeitsauftrag&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Definieren Sie kurz und präzise folgende Begriffe:&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Büßer, der&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Sünde, die&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Vorschrift, die&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Verkehrsregel, die&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Erkenntnis, die&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Kultur, die&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Religion, die&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Benutzen Sie ein Wörterbuch oder ein Lexikon, wenn Sie Hilfe brauchen.&lt;/p&gt;
                        &lt;br /&gt;
                        &lt;p&gt;
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                    </description>
                                                                        <pubDate>Mon, 06 Apr 2009 12:54:00 +0200</pubDate>
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                <item>
                        <title>Gebet</title>
                                    <link>http://www.dw-world.de/dw/article/0,,276101,00.html?maca=de-podcast_stichwort-1172-xml-mrss</link>
                                    <description>Seit jeher hat sich der Mensch überall auf der Welt im Gebet an eine höhere Instanz gewandt. Dabei mögen Ort oder Art des Betens verschieden sein, die Inhalte sind es nicht – egal ob in Kirche, Moschee oder Synagoge.&lt;br /&gt;&lt;p&gt;Was alle Menschen irgendwann einmal erfahren, ist das Erleben von Not. Sie, die Not, hat viele Gesichter: Hunger und elende Armut, Krieg, Vertreibung, die Todesnot oder Todesangst, die Verzweiflung. Immer dann, wenn die Menschen mit sich und dem, was sie sich geschaffen haben, nicht mehr weiterwissen, wenn alles versagt, was bisher hilfreich schien, wenden sie sich in unmittelbarer Anrufung an etwas, was da draußen, da oben sein und ihnen in ihrer Not beistehen soll. Sie wenden sich an einen Gott.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Gott, hilf!&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;In allen Weltreligionen, ob im Islam, Christen- oder Judentum, auch in den Naturreligionen gibt es diese Anrufung, die von Gläubigen und Nichtgläubigen aus tiefster Seele und größter Not hinaus und hinauf soll: das Gebet, das Stoßgebet.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Es hat keine Form, keine festgelegten Worte, es ist nicht rituell und bedarf keines besonderen Ortes. Es übergreift alle Religionen, ist ein zutiefst menschlicher, ein von allem ideologisch-religiösen Ballast befreiter Hilferuf, der letztlich auch keiner Sprache bedarf. Jedes Gebet ist eine Anrede. Beim Stoßgebet erfolgt sie auf direktestem Wege, ohne Andacht, ohne Distanz: Gott, hilf uns!&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Formvollendet&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Jedes Gebet in jedweder Religion richtet sich an eine als Person oder Geistwesen vorgestellte Gottheit. Im ruhigen Gebet finden die Gläubigen die Form, in dem Glaube und Frömmigkeit in Sprache gefasst sind. Gebete, die einer bestimmten Form und einem festgelegten Rhythmus folgen, nennt man gebundene Gebete.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Das Gebet kennt vielerlei Formen. Es gibt die Fürbitte, das Bittgebet, Gebete des Dankes und der Lobpreisungen. Diese Gebetstypen, wenn man so sagen darf, sind ebenfalls allen Religionen eigen. Im Grunde genommen ist das Gebet die in Worte gefasste Sehnsucht nach einer weltumspannenden Humanitas. Denn wie anders sollte es verstanden werden, dass Menschen in aller Welt um Frieden und Gerechtigkeit, Wohlergehen und um den Widerschein des Göttlichen auf Erden beten?&lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;strong&gt;Haltung bewahren&lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;/strong&gt;Sie tun das freilich in unterschiedlicher Form, und dennoch gibt es große Gemeinsamkeiten. So ist die Körperhaltung des Betenden immer eine besondere, die sich von der gewohnten stark unterscheidet. Es ist letztlich unerheblich, ob das Gebet im Knien oder flach auf dem Boden liegend, mit gefalteten Händen, mit gekreuzten Armen und Beinen in tiefer meditativer Versenkung oder weit ausgebreiteten Armen verrichtet wird. &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Welche Rolle spielt es, ob sich die Muslime nach Mekka oder die Juden nach Jerusalem wenden? Bei den Römern war der Jupitertempel auf dem Kapitol der Ort, dem sie sich im Gebet zuwandten. Es gehört ganz offensichtlich zum Wesen des Gebets, dass sich der betende Mensch in demütiger und würdiger Haltung an seinen Gott wendet.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Wo auch immer&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Auch der Ort des Gebets ist ein besonderer. Sei es die Moschee – das Wort stammt aus dem Arabischen &quot;masgid&quot; und bedeutet &quot;Gebetshaus&quot; –, sei es die Kapelle, der Dom, die Synagoge oder ein Tempel. Das Gebet verlangt nach Reinheit des Betenden. Rituelle Waschungen, das Abstreifen der Schuhe vor dem Betreten des Gebetshauses, saubere Kleidung symbolisieren dies.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Der muslimische Gebetsteppich, die Gebetskleidung des Judentums bestehend aus Gebetsmantel und Gebetsriemen, der Rosenkranz und die geschmückten Gebetsaltäre der katholischen Christen, die buddhistischen Gebetsmühlen aus kostbaren Materialien, all dies bezeugt eines: Die Anrufung des Göttlichen ist immer auch mit seiner Verehrung verbunden.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Wer ist Françoise-Marie Arouet?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Das Gebet als besondere Sprechsituation, um es einmal ganz nüchtern und in der Sprache der Linguisten auszudrücken, hat eine jahrhundertealte Tradition und in vielerlei Formen auch Eingang in die Literatur gefunden. Es soll dieser Text aber mit einem Auszug aus einem ganz besonderen Gebet enden, einem Gebet, das 1763 von Françoise-Marie Arouet geschrieben wurde, der uns allen unter dem Namen Voltaire bekannt ist. &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Voltaire hatte als &quot;Anwalt der Verfolgten&quot;, wie er respektvoll genannt wurde, nach jahrelangem Bemühen die Rehabilitierung des unschuldig zum Tode verurteilten und hingerichteten Jean Calas erreicht. Was Voltaire in jener Zeit an Niedrigkeiten erlebt hatte, ließ ihn eines Nachts beim Betrachten des Sternenhimmels folgende Worte finden:&lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;strong&gt;Endlich: ein Gebet&lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;/strong&gt;&quot;Ich wende mich nicht mehr an die Menschen, sondern an dich, Gott aller Wesen, aller Welten und aller Zeiten (...) Du hast uns kein Herz gegeben, damit wir uns hassen, und nicht die Hände, um uns umzubringen. Gib, dass wir einander helfen, damit wir die Last eines elenden und flüchtigen Lebens ertragen können. Mögen sich alle Menschen erinnern, dass sie Brüder sind! Mögen sie die Tyrannei über die Seelen verabscheuen! Wenn schon die Geißel des Krieges unvermeidlich ist, so lasst uns wenigstens im Frieden nicht einander hassen und peinigen.&quot; Der Text stammt aus dem Traktat über die Toleranz aus Anlass des Todes von Jean Calas.&lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;strong&gt;Fragen zum Text:&lt;br&gt;&lt;br&gt;Wie wird die direkteste Gottesanrede mit der Bitte um Hilfe in großer Not genannt?&lt;br&gt;&lt;/strong&gt;1. Fürbitte&lt;br&gt;2. Stoßgebet&lt;br&gt;3. Andacht&lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;strong&gt;Die Römer wandten sich für das Gebet zum Tempel des …&lt;br&gt;&lt;/strong&gt;1. Bacchus.&lt;br&gt;2. Jupiter.&lt;br&gt;3. Saturn.&lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;strong&gt;Was ist typisch für Gebete im Buddhismus?&lt;br&gt;&lt;/strong&gt;1. Gebetsmühle&lt;br&gt;2. Gebetsriemen&lt;br&gt;3. Gebetsteppich&lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;strong&gt;Arbeitsauftrag:&lt;br&gt;&lt;/strong&gt;Überlegen Sie zunächst allein oder mit ihrem Nachbarn, was Sie über Gebetsrituale, Gebetsort, dessen Ausstattung bzw. bestimmten Accessoires oder die Gebetshaltung in den einzelnen (Welt-)Religionen wissen. Tragen Sie anschließend Ihre Ergebnisse im Kurs zusammen und halten Sie sie in einer Tabelle fest. &lt;/p&gt;
                        &lt;br /&gt;
                        &lt;p&gt;
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                        &lt;/p&gt;
                    </description>
                                                                        <pubDate>Mon, 30 Mar 2009 17:59:00 +0200</pubDate>
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                <item>
                        <title>Sonne</title>
                                    <link>http://www.dw-world.de/dw/article/0,,1529470,00.html?maca=de-podcast_stichwort-1172-xml-mrss</link>
                                    <description>Vor allem jetzt im beginnenden Frühjahr wird mit positiven Attributen für die Sonne nicht gegeizt: Sie ist wahlweise heiter, lachend oder lieb. In wenigen Monaten aber heißt es wohl wieder: Die Sonne brennt unerbittlich.&lt;br /&gt;&lt;p&gt;Die Sonne lacht, und schon ist die Idee geboren: &quot;Sonne&quot; heißt das Stichwort diese Woche. Wer hätte sich nicht nach diesen ersten wärmenden Strahlen gesehnt, dem Sonnenlicht, dem frühlingshaften Sonnenschein? Wir sagen: &quot;die Sonne lacht&quot;, und nicht nur in diesem Ausdruck haben wir ein Beispiel für das, was man Personifizierung nennt.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Sonnenanbeter&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Natürlich lacht die Sonne nicht, sie lächelt auch nicht, und dennoch versehen wir sie mit diesen nur Menschen und Göttern vorbehaltenen – sagen wir einmal – &quot;Verhaltensweisen&quot;. Warum? Dass ohne die Sonne kein Leben auf der Erde möglich wäre, dass ohne ihre Kraft nichts gedeihen würde, es kein Klima, keine Jahreszeiten, keinen Wind und kein Wetter gäbe; das wissen wir alle.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Aber gerade weil das so ist, weil das an ein Wunder grenzt, haben die Menschen in allen Kulturen die Sonne immer mit der Aura des Göttlichen versehen oder als Gottheit verehrt. Ob bei den Inkas und Azteken oder in der griechisch-römischen Antike, die Sonne wurde als Gott, als Person betrachtet:&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Im Osten geht die Sonne auf …&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Helios, der Sonnengott der Griechen, der in seinem Sonnenwagen über das Firmament rollte, auf der Sonnenbahn. Sie erstreckt sich von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang. Entsprechend dem griechischen, lateinischen und italienischen Sprachgebrauch waren die Wörter für Sonnenauf- und Sonnenuntergang auch die für Himmelsrichtungen und wurden so mit Osten und Westen in eins gesetzt.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Der Lauf der Sonne und der je nach Jahreszeit unterschiedliche Sonnenstand waren stets auch Orientierung im Tagesablauf und fanden ihren Ausdruck in Bezeichnungen wie &quot;Morgensonne&quot;, &quot;Mittags-&quot; und &quot;Abendsonne&quot;. Die noch &quot;wärmende Herbstsonne&quot;, die &quot;heitere Frühjahrssonne&quot;, dies sind schon beinahe poetische Ausdrücke, die &quot;liebe Sonne&quot;, die uns scheint und uns wärmt – in solchen Wendungen ist sie das gute Gestirn, das uns heiter und fröhlich stimmt. Die Sonne des Lebens.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Tag und Nacht und Nacht am Tag&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Umgekehrt, wenn sie sich verfinstert, wenn eine Sonnenfinsternis zu erwarten ist, werden die Menschen bis zum heutigen Tage von einer seltsamen, oftmals nicht zugegebenen Unruhe und leiser Angst erfasst, denn der Volksglaube sitzt tief. Eine Sonnenfinsternis kündige den Weltuntergang oder zumindest große Katastrophen an, so hieß es in alter Zeit.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Aber wenden wir uns wieder dem Licht zu. Ein Tag voller Sonne ist ein &quot;Sonnentag&quot;. In diesem Wort steckt eine alte Genitivform, nämlich &quot;Sonnen-&quot;. Ein &quot;Sonnentag&quot; ist nicht ganz dasselbe wie ein &quot;sonniger Tag&quot;. Ein &quot;Sonnentag&quot; ist in gewisser Weise die Steigerungsform eines &quot;sonnigen Tages&quot;. Denn an einem Sonnentag scheint die Sonne den ganzen Tag über. Die Feriendomizile vor allem in südlichen Gefilden werben mit der Vielzahl ihrer Sonnentage.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Warum es auch an Sonntagen regnen kann&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Nehmen wir aus &quot;Sonnentag&quot; den Genitiv heraus, so bekommen wir &quot;Sonntag.&quot; Der Sonntag ist ein Wochentag, aber da es durchaus und nicht wenige verregnete oder trübe Sonntage gibt, darf man fragen, was oder wer ihm zu seinem Namen verholfen hat.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Griechen und Römer haben die Bezeichnung der Wochentage von der Kultur des Vorderen Orients übernommen. Die einzelnen Tage wurden nach den sieben Planetengöttern, zu denen auch Sonne und Mond zählten, benannt. So hieß der erste Tag der Woche im Lateinischen &quot;dies solis&quot;, wörtlich übersetzt: &quot;Tag der Sonne&quot;.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Der Tag des Herrn&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Im Grunde genommen ist also das deutsche Wort &quot;Sonntag&quot; ein Lehnwort aus dem Lateinischen. Es muss sich in seiner Grundform vor der endgültigen Christianisierung, das heißt vor dem 4. Jahrhundert, im germanischen Sprachraum festgesetzt haben.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Denn in den romanischen Sprachen, so im Spanischen, Portugiesischen und im Französischen, ist der Sonntag der &quot;Tag des Herrn&quot;, des christlichen Gottes. Lateinisch: &quot;dies domini&quot; oder &quot;dominica&quot;. &quot;Dimanche&quot;, &quot;domingo&quot;, &quot;domenica&quot; heißt er heute im Französischen, Spanischen und Italienischen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Die Sonne bringt's&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Aber wenden wir uns noch einmal der Sonne zu. Seit der Entdeckung des Kopernikus, dass unsere Sonne keineswegs die einzige im Weltall ist, gibt es das Wort auch im Plural: die &quot;Sonnen&quot;. &quot;Die Sonne bringt es an den Tag&quot;, sagt der Volksmund, und das bedeutet, dass über kurz oder lang bei hellem Sonnenlicht die Wahrheit ans Tageslicht kommt, Verborgenes sichtbar wird.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Wie mit vielen anderen Wörtern ließe sich auch mit der &quot;Sonne&quot; fast das ganze Alphabet durchdeklinieren. Von &quot;Sonnenanbetern&quot;, den Bräunungsbesessenen, die sich ununterbrochen sonnen, bis zur &quot;Sonnenwende&quot;, dem Zeitpunkt, an dem die Sonne am längsten und am kürzesten Tag des Jahres ihren Lauf am Wendekreis ändert. Aber das ist noch eine Weile hin.&lt;br&gt;&lt;br&gt; &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Fragen zum Text:&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&lt;/strong&gt; &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Wer rollte in einem Sonnenwagen über das Firmament?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;1. Ikarus&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;2. Hermes&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;3. Helios&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Der siebte Tag der Woche heißt Sonntag, weil …&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;1. Gott der Bibel zufolge am siebten Tag die Sonne erschaffen hat.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;2. der Name auf den römischen Sonnengott zurückgeht.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;3. die erste bekannte Sonnenfinsternis der Geschichte auf diesen Tag fiel.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&lt;/strong&gt; &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Was bringt die Sonne an den Tag?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;1. die Wahrheit&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;2. den Sonnenbrand&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;3. die Liebe&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Arbeitsauftrag:&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Mit &quot;Sonne&quot;, so hieß es, ließe sich fast das ganze Alphabet durchdeklinieren. Probieren Sie es aus! Etwa fünfzehn Komposita aus &quot;Sonne- &quot; und einem Wort mit jeweils unterschiedlichem Anfangsbuchstaben sollten sich finden lassen.&lt;/p&gt;
                        &lt;br /&gt;
                        &lt;p&gt;
                            &lt;a href=&quot;http://www.podcast.de/episode/1172659/Sonne/&quot;&gt;Zur Detailseite bei podcast.de&lt;/a&gt;
                            &lt;br /&gt;
                            &lt;a href=&quot;http://www.podcast.de/episode/1172659/Sonne/#comments&quot;&gt;Kommentare lesen&lt;/a&gt;
                            &lt;br /&gt;
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                        &lt;/p&gt;
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                                                                        <pubDate>Mon, 23 Mar 2009 10:00:00 +0100</pubDate>
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                <item>
                        <title>Jammer</title>
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                                    <description>Für den Entertainer Harald Schmidt ist jeder, der jammert und schlecht gelaunt durch die Gegend läuft, ein Deutscher – unabhängig von Konfession oder Hautfarbe. Doch jammern die Deutschen wirklich so viel?&lt;br /&gt;&lt;p&gt;Von unseren Nachbarn im Ausland bekommen wir immer wieder zu hören, dass wir in manchen Dingen nicht zu übertreffen sind. Das hört sich doch gut an. Werden sie doch noch wahrgenommen, die deutschen Tugenden, sind wir mit dem &quot;Made in Germany&quot; im Rücken immer noch Wer? Ach nein. So ist es nicht gemeint mit der Unübertrefflichkeit. Im Gegenteil. Kritik und Unverständnis schwappt da von jenseits der Grenzen über unser schönes Land. Weltmeister im Nörgeln und Wehklagen seien wir, ängstliche Pessimisten, ein Volk der Miesmacher und Jammerer.&lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;strong&gt;Das Wort jedenfalls ist deutschen Ursprungs&lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;/strong&gt;Nun gut. Greifen wir den Vorwurf auf, nehmen ihn ernst und schauen einmal nach, was es denn mit dem Jammern auf sich hat. Sprachlich gesehen. Zugegeben: &quot;Jammer&quot; ist ein deutsches Wort. Schon seit Jahrhunderten jammern wir und können uns dabei auf unser althochdeutsches &quot;jamar&quot; – mit Betonung auf der ersten Silbe – berufen, zum Beispiel dann, wenn wir traurig sind. Dem Jammern liegt etwas Trauriges, etwas Bedrückendes zugrunde. Würde man Wörter auf einer Hell-Dunkel-Skala anordnen, &quot;jamar&quot; läge eher im Schatten.&lt;br&gt;&lt;br&gt;Spricht man dieses Wort aus, so kann man sich gut vorstellen, dass es lautmalerischen Ursprungs ist – denn wer schon einmal jemanden jammern gehört hat, es muss ja nicht ein Deutscher gewesen sein, wird wissen, dass Jammern sich in meist lang gezogenen Lauten äußert, die das ganze Elend des Jammernden zum Ausdruck bringen.&lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;strong&gt;Jammer und Schade ist nicht jammerschade&lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;/strong&gt;Meist drückt dieses Jammern Schmerz aus. Schmerz im wörtlichen wie im übertragenen Sinn. Not, Elend, Leid, das sind die Grundbedeutungen des Substantives &quot;Jammer&quot;; das Verbum &quot;jammern&quot; bringt sie entweder rein lautlich – nonverbal – oder auch in ganzen Wörtern und Sätzen zum Ausdruck.&lt;br&gt;&lt;br&gt;Früher gab es das Begriffspaar &quot;Jammer und Schade&quot;, aus dem sich &quot;Jammer und Leid&quot; entwickelt hat. In unserem heutigen &quot;jammerschade&quot; lebt es jedoch in anderer Gestalt fort. &quot;Jammer-&quot; ist in dieser Zusammensetzung eine Verstärkung von &quot;schade&quot;; man könnte auch sagen &quot;sehr schade&quot;. Ein Beispiel: &quot;Es ist jammerschade, dass sie an ihrem Geburtstag krank war und nicht mit ihrer Clique feiern konnte&quot;.&lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;strong&gt;Bild des Jammers, jämmerliche Figur oder doch Jammerlappen?&lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;/strong&gt;Aber bleiben wir beim Jammern. Das Wort ist in seinen Zusammensetzungen sowohl die verbale oder nonverbale Äußerung eines Jammers, eines Leids, eines Elends, einer Not, als auch die Empfindung darüber. Wenn wir sagen &quot;er ist ein Bild des Jammers&quot;, so ist noch nicht gesagt, dass uns das irgendwie berührt. Wenn wir allerdings darüber jammern, dass unser guter Peter nach der Trennung von Gaby ein Bild des Jammers ist und uns allen die Ohren volljammert, nehmen wir sehr wohl Anteil an seinem jammervollen Schicksal. &lt;br&gt;&lt;br&gt;Die Tatsache, dass Peter jammert, macht ihn aber noch nicht zu einer jämmerlichen Figur. Eine solche ist zum Beispiel jemand, der stets großtut und sich dann, wenn’s drauf ankommt, als Drückeberger entpuppt; und mit fadenscheinigen Ausreden das Weite nicht nur sucht, sondern auch findet. Maulhelden dieser Art sind aber keineswegs Jammerlappen. Wir alle wissen, dass sich mit Taschentüchern nicht nur Nasen putzen und Brillengläser sauber reiben lassen, nein, mit Taschentüchern kann man auch Tränen trocknen. Ein scherzhafter Ausdruck für zu solchem Zweck benutzte Taschentücher war in früheren Zeiten das Wort &quot;Jammerlappen&quot;. Heute versteht man unter &quot;Jammerlappen&quot; wehleidige Männer, die unter nicht enden wollendem Wehklagen und meist kränkelnd an sich und der ach so bösen, jammervollen Welt leiden.&lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;strong&gt;Glück gehabt: Deutschland ist kein Jammertal&lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;/strong&gt;Und nun zum krönenden Abschluss kommen wir zum Jammertal. Nein, es ist nicht Deutschland und vor allem nicht die ganze Welt. Das Jammertal ist vielmehr ein in Psalm 84 Vers 7 zwar nicht näher bezeichnetes Tal, aber keineswegs Sinnbild für die ganze Erde. Und nun rufen wir unseren stets fröhlichen Nachbarn ringsum zu: Haben wir in diesem Stichwort etwa gejammert über die Steuern, die Gesundheitsreform, die Deutsche Bahn, das Wetter, die Regierung, die hohen Benzinpreise? Haben wir nicht. Eben!&lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;strong&gt;Fragen zum Text:&lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;/strong&gt;&lt;strong&gt;Jammerschade bedeutet so viel wie …&lt;br&gt;&lt;/strong&gt;1. großer Jammer&lt;br&gt;2. sehr schade&lt;br&gt;3. jammern über einen entstandenen Schaden&lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;strong&gt;Wer sehr wehleidig ist und sich oft beklagt, ist …&lt;br&gt;&lt;/strong&gt;1. eine jämmerliche Figur&lt;br&gt;2. ein Jammerlappen&lt;br&gt;3. ein Bild des Jammers&lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;strong&gt;Woher stammt der Ausdruck Jammertal?&lt;br&gt;&lt;/strong&gt;1. aus der griechischen Mythologie&lt;br&gt;2. aus einem Drama von Goethe&lt;br&gt;3. aus der Bibel&lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;strong&gt;Arbeitsauftrag:&lt;br&gt;&lt;/strong&gt;Deutsche jammern viel, Italiener sind faul und Engländer können nicht kochen? Diskutieren Sie über den Wahrheitsgehalt von Stereotypen und Klischees dieser Art und überlegen Sie, wie stark Sie selbst von solchen Vorurteilen geprägt sind.&lt;/p&gt;
                        &lt;br /&gt;
                        &lt;p&gt;
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                        &lt;/p&gt;
                    </description>
                                                                        <pubDate>Mon, 16 Mar 2009 13:38:00 +0100</pubDate>
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                <item>
                        <title>Hindern</title>
                                    <link>http://www.dw-world.de/dw/article/0,,1463920,00.html?maca=de-podcast_stichwort-1172-xml-mrss</link>
                                    <description>Hindernisse sind dazu da, aus dem Weg geräumt zu werden. Schwierig wird das vor allem dann, wenn einem ständig Steine in den Weg gelegt werden – oder man gar mit einer Behinderung auf die Welt kommt.&lt;br /&gt;&lt;p&gt;Das Stichwort dieser Woche heißt &quot;hindern&quot;. Dass auch dieses Stichwort in ganz unterschiedlichen Varianten, mit Vor- und Nachsilben, als Adjektiv und Substantiv gebraucht wird, überrascht nicht. &quot;Hindern&quot; ist gewissermaßen unser Ausgangswort. Sein ursprünglicher Sinn ist &quot;vom Vorwärtsgehen zurückhalten, hemmen&quot;.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Besser etwas verhindern als behindert werden&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Das kann grundsätzlich zweierlei bedeuten. Erstens: eine Sache in ihrer Entwicklung hindern, also hemmen, und zweitens: eine Person zurückhalten, hindern oder hemmen, etwas zu tun. Wobei eine Person auch in ihrer Entwicklung gehindert, behindert, zurückgehalten, gehemmt werden kann. &quot;Hindern&quot; im wörtlichen wie im übertragenen Sinne heißt: &quot;eine Bewegung erschweren&quot;. Die Gründe dafür können von außen kommen, aber wir wissen, dass uns mitunter auch etwas in uns selbst hindert. Woran? Da mag sich jeder die eigene Erfahrung vor Augen führen. &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Nun klingt das ja alles ganz danach, als sei &quot;hindern&quot; ausschließlich negativ zu verstehen, aber dem ist nicht so. Man kann jemanden durch einen guten Rat daran hindern, unüberlegt zu handeln und so eventuell Schlimmes verhindern. Oder: &quot;Nur durch das beherzte Eingreifen der Nachbarn konnte verhindert werden, dass das Feuer auf andere Räume übergriff.&quot;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Auf der Autobahn&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Und schon sind wir mitten im Alltag mit den folgenden Staus und Behinderungen, die uns über die Radiosender in den Verkehrsmeldungen mitgeteilt werden. Kleine Randbemerkung: Etliche dieser Behinderungen sind sensationslüsternen Verkehrsteilnehmern zuzuschreiben, die von der Gegenfahrbahn aus die Massenkarambolage begaffen und den Verkehr ins Stocken geraten lassen. Zu den Behinderungen durch Staus kommen die Hindernisse in Form verlorener Ladung oder anderer unterschiedlichster Gegenstände auf der Fahrbahn.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ein Hindernis steht oder liegt oder ist im Weg. Hindernisse können unterschiedlichster Natur sein. Und: Sie können konkret oder abstrakt sein. Beispiele gibt es genug. Ein Erdrutsch, der einen Alpenpass versperrt, ist ein geradezu unüberwindliches Hindernis. Wenn der LKW vor uns eine Kiste verloren hat, ist diese zwar auch ein Hindernis, aber mit etwas Glück können wir ausweichen und das Hindernis hinter uns lassen. Für uns ist die Kiste jetzt im eigentlichen Sinne kein Hindernis mehr, denn es liegt im Wesen aller Hindernisse, dass sie vor einem liegen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Ab zum Sport&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Gehen wir zur Abwechslung in ein Stadion. Da gibt es eine Leichtathletikveranstaltung. Nächster Programmpunkt: der 3000-Meter-Hindernislauf. Die Läufer müssen Hindernisse, als da sind Wassergraben und Hürden unterschiedlicher Höhe, überspringen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Man könnte auch sagen, sie müssen &quot;Hindernisse nehmen&quot;, aber &quot;ein Hindernis nehmen&quot;, kann auch bedeuten, Dinge aus dem Weg zu räumen, die – nur ein Beispiel – missgünstige Kollegen aufgebaut haben; &quot;Hindernis&quot; hier in übertragener Bedeutung gebraucht. Ein Hindernis ist, so lautet eine recht griffige und umfassende Definition, etwas, was das direkte Erreichen eines Ziels, das Weiterkommen, be- oder verhindert.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Menschen mit Behinderung&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ein besonders schwerwiegendes Hindernis ist das, was wir körperliche oder geistige Behinderung nennen. Menschen, die es von Geburt an nicht gut getroffen haben oder die durch Krankheit oder Unfall ihre Unversehrtheit eingebüßt haben, sind behinderte Menschen. Ihre Behinderung wird zum Hindernis im Alltag und im Berufsleben. Zwar gibt es inzwischen viele behindertengerechte Einrichtungen, da ist insgesamt viel in Gang gekommen, aber es bleibt noch immer sehr viel zu tun, damit allen behinderten Menschen das Leben etwas leichter gemacht werden kann.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&lt;/strong&gt; &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&lt;/strong&gt; &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Fragen zum Text:&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Was muss ein Läufer beim 3000-Meter-Hindernislauf überspringen?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;1. Hürden und Wassergraben&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;2. Latten und Sandgrube&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;3. Baumstämme und Schlammloch&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Räumt man in übertragener Bedeutung Dinge aus dem Weg, so …?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;1. lebt man mit einer Behinderung&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;2. nimmt man ein Hindernis&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;3. verhindert man eine Entwicklung&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Einrichtungen, die den Bedürfnissen von Behinderten angepasst sind, heißen …?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;1. behindertenbevorzugend&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;2. behindertenfair&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;3. behindertengerecht&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Arbeitsauftrag:&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Stellen Sie sich vor, Sie hätten eine körperliche Behinderung und säßen im Rollstuhl. Beschreiben Sie aus dieser Perspektive einen Ihrer üblichen Tagesabläufe und überlegen Sie, wie Sie dabei auftretende Schwierigkeiten bewältigen können.&lt;/p&gt;
                        &lt;br /&gt;
                        &lt;p&gt;
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                        &lt;/p&gt;
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                                                                        <pubDate>Mon, 09 Mar 2009 11:34:00 +0100</pubDate>
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                <item>
                        <title>Stricken</title>
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                                    <description>Die Assoziationen zu unserem Stichwort können unangenehm sein: kratzige Strickpullis von Muttern, quälende Handarbeitsstunden in der Schule – oder diese peinliche Affäre, in die man dummerweise verstrickt ist.

&lt;br /&gt;&lt;p&gt;Begonnen hat alles damit, dass da einer saß und sein Netz ausbesserte. Sie denken an einen Fischer? Mag sein. Es könnte aber auch ein Jäger oder Fallensteller, ja ein Wilderer gewesen sein. Ihre Netze dienten – und sie tun es heute noch – dazu, dass sich die Beute darin verfängt. Das heißt, eigentlich werden die Tiere oder das Tier erst dann zur Beute, wenn sie sich im Netz hilflos verstrickt haben. Da haben wir's: verstrickt, stricken, Strick. Bevor wir uns aber selbst verstricken, nennen wir das Stichwort dieser Woche beim Namen. Es heißt &quot;stricken&quot;.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Eine Falle stricken?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&quot;Was&quot;, so werden Sie fragen, &quot;hat stricken mit dem Ausbessern von Netzen zu tun?&quot;. Gehen wir zum Fischer und Fallensteller und schauen ihnen bei der Arbeit zu. Sein Netz hat Löcher. Also fügt er mit großem Geschick die zerrissenen Fäden wieder zusammen, macht hier ein Knötchen, zieht dort eine Schlinge etwas fester, damit sie auch schön hält, und dann ist das Netz auch schon fertig ausgebessert, fertig gestrickt.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Tatsächlich war die ursprüngliche Bedeutung von &quot;stricken&quot; diese: Netze ausbessern. Fast genauso alt: einen Strick herstellen. Mit Stricken und Schnüren lassen sich die unterschiedlichsten Dinge herstellen. Grobe und ganz feinmaschige Netze, aus denen es kein Entkommen gibt; und wer jetzt schon Bildhaftes vor Augen hat, zum Beispiel das Strickmuster einer Intrige oder die eng geschlungenen Maschen eines Netzwerkes von Beziehungen und dunklen Kanälen, der ist den Worten &quot;Verstrickung&quot; und &quot;verstrickt&quot; eindeutig auf der Spur.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Keine Witze mit Namen!&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Aber wenden wir uns der durch und durch seriösen Seite unseres Stichwortes zu: Stricken ist natürlich und vor allem jene seit dem 12. Jahrhundert so genannte Tätigkeit, die allerlei Gestricktes hervorbringt und die bis heute fast nur von Frauen ausgeübt wird. Hier und da wird allerdings von einsamen Schäfern berichtet, die sich Jacken und Schals aus naturbelassener Schafs- oder Lammwolle stricken.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Apropos Lamm: 1866 erfand der Amerikaner J.W. Lamb, er hieß tatsächlich so, die Strickmaschine. Gestrickt wurde überall. Selbstgestrickte Sachen wie Socken, Pullover, Topflappen, ja Kleider und selbst Krawatten entstanden in heimischer Produktion. Dabei hatten die wenigsten fleißigen Strickerinnen eine Strickmaschine. Nein, da klapperten die Stricknadeln, wurden Fersen an Strümpfe angestrickt, neue Strickmuster ausprobiert, und der Ehrgeiz vieler Frauen bestand darin, möglichst Feinmaschiges zu verfertigen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Wer sich verstrickt, muss nicht verstrickt sein&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Es gibt in der Tat bewundernswerte Strickarbeiten, ohne jeden stricktechnischen Makel, geschweige denn die hässlichen Knubbel, die eindeutig auf Strickfehler verweisen und schonungslos offen legen, dass sich die Strickerin verstrickt hat. Nicht verstrickt ist, darauf kommen wir noch zu sprechen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Auch sind Fehler beim Stricken keineswegs mit Verstrickungen zu verwechseln. Letztere sind eine Spielart von Beziehungsgefüge, auf das man sich einlässt, um mit mehr Geld herauszukommen, als man reingegangen ist. Aber das ist natürlich ganz unzulässig vereinfacht. Wir bitten alle Verstrickten um Entschuldigung!&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Des Sohnes Alptraum: Selbstgestricktes&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Nun hätten wir beinahe das wahre Stricken und seinen Eingang in die Mode vergessen. Also: &quot;Strick&quot; hieß schließlich der Fachbegriff in der Modebranche und &quot;Chic mit Strick&quot; lautete vor gar nicht langer Zeit ein Slogan. Die häuslichen Strickerzeugnisse, abwertend als &quot;Selbstgestricktes&quot; bezeichnet, konnten da nicht mithalten. &quot;Strickbeutel&quot;, &quot;Strickstrumpf&quot; und &quot;Strickzeug&quot;, das sind Worte, die einen eher biederen Klang haben, aber wieso weiß niemand so recht.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Denn immerhin: Der Strickbeutel hieß auch &quot;Pompadour&quot;, nach der einst in der Mode den Ton angebenden Marquise. Man nannte ihn sogar &quot;Ridikül&quot;, dem französischen &quot;réticule&quot; nachgebildet. &quot;Réticule&quot; aber heißt so viel wie &quot;kleines Netz&quot;. Wenn man genau hinschaut, ist Gestricktes durchaus mit einem Netz zu vergleichen. Es ist jedoch viel feinmaschiger als – sagen wir – ein Einkaufsnetz.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Wenn sich das Netz zuzieht&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Es ist ein für den Laien geheimnisvoll in sich verschlungenes Gewebe, verstrickt eben, wie eine kompliziert aufgebaute Organisation, ein Netzwerk, in dem alles miteinander verknüpft ist. Leicht verliert man darin die Orientierung, kommt nicht mehr raus, hängt mit drin, ist verstrickt in die Sache, hat sich bestricken lassen. Jetzt muss man alles erklären. Verstrickt sich in Widersprüche. Sich verstricken: Sich durch eigene Schuld in eine schwierige, ausweglose Lage bringen. Verstrickt in eine Sache sein: üble Geschichte! Jetzt zieht sich das Netz zusammen. Das alte hatte zu große Löcher bekommen. Immer dasselbe Strickmuster.&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Fragen zum Text:&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Wie hieß der Erfinder der Strickmaschine?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;1. G. W. Sheep&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;2. W. J. Lamb&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;3. J. G. Shepard&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Ein früherer Slogan der Modebranche lautete …?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;1. Chic mit Strick&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;2. Strick gibt dir den Kick&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;3. Strick ohne Trick&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Wiederholen sich bestimmte Strukturen regelmäßig, so spricht man von …?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;1. derselben Stricknadel&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;2. dem gleichen Strickzeug&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;3. demselben Strickmuster&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Arbeitsauftrag:&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In der Bundesrepublik gab es – genau wie in anderen Ländern – im Laufe der Geschichte eine Reihe von Affären und Skandalen, in die Politiker verstrickt waren. Informieren Sie sich darüber und suchen Sie sich dann eine dieser Verstrickungen aus, die Sie im Kurs vorstellen.&lt;/p&gt;
                        &lt;br /&gt;
                        &lt;p&gt;
                            &lt;a href=&quot;http://www.podcast.de/episode/1147161/Stricken/&quot;&gt;Zur Detailseite bei podcast.de&lt;/a&gt;
                            &lt;br /&gt;
                            &lt;a href=&quot;http://www.podcast.de/episode/1147161/Stricken/#comments&quot;&gt;Kommentare lesen&lt;/a&gt;
                            &lt;br /&gt;
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                        &lt;/p&gt;
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                                                                        <pubDate>Mon, 02 Mar 2009 11:37:00 +0100</pubDate>
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                <item>
                        <title>Maske</title>
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                                    <description>Die Idee, sein Gesicht hinter einer Maske zu verbergen, ist alt. Und egal, ob für Kulthandlungen, Jagd, Kunst oder zu Karneval – die Einsatzzwecke sind vielfältig. Nicht zu vergessen natürlich: der Banküberfall.
&lt;br /&gt;&lt;p&gt;Die Mitternacht ist von jeher etwas Besonderes, Geheimnisvolles und Unheimliches gewesen. Die Geisterstunde, in der Wirkliches und Unwirkliches miteinander verschmelzen. Die Stunde, in der die Tiere sprechen können. Die Stunde der Wahrheit auch bei ganz bestimmten Anlässen, zum Beispiel während eines Balles, eines Maskenballes.&lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;strong&gt;Ungeschriebene Gesetze und Traditionen&lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;/strong&gt;Um Mitternacht war es bei Maskenbällen üblich, die Maske abzulegen. Wir stellen Ihnen heute die Maske vor. Im Stichwort. Die Maske also, die dem Tanzpartner das Gesicht des jeweils anderen verborgen gehalten hatte, musste fallen. Ungeschriebenes Gesetz. Der Tanzpartner konnte bei Weigerung sogar auf sein Recht pochen. Natürlich ist mitunter die Überraschung groß, wenn jemand die Maske fallen lässt und sein wirkliches Gesicht zeigt. &quot;Das wahre Gesicht zeigen&quot;, entspräche der übertragenen Bedeutung von der abgelegten Maske.&lt;br&gt;&lt;br&gt;Masken und Maskenbälle haben Tradition. Masken gibt es bei allen Völkern, in allen Kulturen, und es gab sie zu allen Zeiten. Schon in der altsteinzeitlichen Kunst gibt es Darstellungen von Menschen mit Tiermasken. Das mögen Schamanen gewesen sein, Teilnehmer an Kulthandlungen oder auch Jäger, die sich gewissermaßen in Verkleidung an das Jagdwild anschlichen.&lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;strong&gt;Kunst in der Maske&lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;/strong&gt;&quot;Maske&quot; heißt &quot;Verkleidung&quot;, &quot;Unkenntlichmachen&quot;. Aus ganz verschiedenen Gründen. &quot;Maske&quot; bedeutet aber auch &quot;Bewahren&quot;, zum Beispiel das Abnehmen der Totenmaske, die Malern und Bildhauern gewissermaßen als Modell diente, um den verstorbenen Menschen im Abbild unsterblich zu machen. Weshalb aber benutzen die Lebenden, die weder Schamanen noch Jäger sind, Masken? Oder anders gefragt: Warum maskiert man sich? Weil man für kurze Zeit eine andere, ein anderer sein will oder sein muss.&lt;br&gt;&lt;br&gt;Dann nämlich, wenn man den Beruf des Schauspielers beziehungsweise der Schauspielerin ausübt. Da wird in der Maske, so heißt das beim Theater, aus einer blutjungen Schauspielerin eine steinalte Frau, wenn's denn sein muss; und der exaltierte Schönling muss sich auch mal potthässlich schminken lassen und mit einem dicken Bauch über die Bühne watscheln. Die Maskenbildner und Maskenbildnerinnen sind Künstler. Sie erschaffen die Unkenntlichkeit des vorher Dagewesenen.&lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;strong&gt;An Aschermittwoch ist alles vorbei&lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;/strong&gt;Jetzt, zur Karnevalszeit, ist die Sehnsucht, einmal jemand ganz anderes zu sein, augenfällig. Wer könnte es dem braven Büroangestellten verdenken, dass er wenigstens zum Schein ein gleichermaßen tollkühner wie gutaussehender Pirat sein möchte?&lt;br&gt;&lt;br&gt;Also schlüpft er in selbige Maske und entdeckt beim Faschingsball die wunderschöne Prinzessin, die er aus den Klauen widerwärtiger Finsterlinge befreit und in die er sich verknallt. Doch, ach, auch sie ist schöne Maske nur; und beim Date am nächsten Abend kommt sie aus dem Reiche &quot;Supermarkt&quot;, wo sie für den schnöden &quot;König Mammon&quot; täglich an der Kasse arbeiten muss. Aber sie lieben sich trotzdem.&lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;strong&gt;Auch bei Ganoven beliebt&lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;/strong&gt;Nun haben wir uns hinreißen lassen von der Musik der Maskenbälle, vom Tanz, vom Spiel. Dabei gäbe es noch so viel Ernstes über die Maske zu sagen. Aber da wir alle um das volksschwere Brauchtum der handgeschnitzten Fastnachtsmasken aus Holz wissen, die böse Geister vertreiben sollen, genügen ein paar Sätze.&lt;br&gt;&lt;br&gt;Da gibt es noch die Stülpmasken, den ganzen Kopf verhüllend, gerne von Bankräubern benutzt, oder riesige Schultermasken, wie sie bei den Maskenzügen, den Karnevalszügen getragen werden. Maske ist Verstellung, Verhüllung. &quot;Mashara&quot;, das alte arabische Wort, von dem &quot;Maske&quot; abgeleitet ist, bedeutet auch &quot;Verspottung&quot; und &quot;Possenreißerei&quot;.&lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;strong&gt;…Schweigen ist Gold&lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;/strong&gt;Aber Vorsicht: Auch die beste Maske, die raffinierteste Verkleidung ist entlarvt, wenn es hinter ihr zu sprechen beginnt: &quot;Deine Maske nützt dir nichts&quot;, sagte der Fuchs zum Esel, der sich in eine Löwenhaut gehüllt hatte, &quot;man kennt dich an der Stimme.&quot;&lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;strong&gt;Fragen zum Text:&lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;/strong&gt;&lt;strong&gt;Wie heißt die Redewendung korrekt: Jemand zeigt sein …?&lt;br&gt;&lt;/strong&gt;1. wirkliches Gesicht&lt;br&gt;2. richtiges Gesicht&lt;br&gt;3. wahres Gesicht&lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;strong&gt;Wer sitzt in der Maske?&lt;br&gt;&lt;/strong&gt;1. Narren&lt;br&gt;2. Schauspieler&lt;br&gt;3. Jäger&lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;strong&gt;Aus welcher Sprache ist das Wort &quot;Maske&quot; abgeleitet?&lt;br&gt;&lt;/strong&gt;1. aus dem Lateinischen&lt;br&gt;2. aus dem Jiddischen&lt;br&gt;3. aus dem Arabischen&lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;strong&gt;Arbeitsauftrag:&lt;br&gt;&lt;/strong&gt;Informieren Sie sich über die Geschichte des Karnevals in Deutschland, über seine Ursprünge, Bräuche und Verkleidungen. Sie können dabei im Kurs eine Aufteilung nach Regionen vornehmen, wie z. B. der Karneval in den rheinischen Hochburgen oder die alemannische Fastnacht. Tragen Sie anschließend Ihre Ergebnisse zusammen.&lt;/p&gt;
                        &lt;br /&gt;
                        &lt;p&gt;
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                            &lt;br /&gt;
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                            &lt;br /&gt;
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                        &lt;/p&gt;
                    </description>
                                                                        <pubDate>Mon, 23 Feb 2009 12:43:00 +0100</pubDate>
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                <item>
                        <title>Beruf</title>
                                    <link>http://www.dw-world.de/dw/article/0,,671298,00.html?maca=de-podcast_stichwort-1172-xml-mrss</link>
                                    <description>Vor 50 Jahren war die Sache noch einfach: Ein Beruf wurde erlernt, ein Arbeitsplatz gesucht, und dort blieb man bis zur Rente. Heutzutage ist das Erwerbsleben komplizierter, und nicht wenige hangeln sich von Job zu Job.&lt;br /&gt;&lt;p&gt;Eines der geläufigsten nicht-deutschen Wörter der deutschen Alltagssprache ist das Wort &quot;Job&quot;. Dass es aus dem Englischen stammt und auch englisch ausgesprochen wird, ist nichts Besonderes, das hat es mit vielen anderen Lehnwörtern gemeinsam. Nein, das Besondere ist seine traurige Aktualität. Jobs, und das heißt vor allem Arbeitsplätze, werden andauernd und überall gestrichen. Man verliert seinen Job und ist von heute auf morgen gezwungen, sich einen neuen zu suchen. Oder es geht darum, den Job zu behalten, den Arbeitsplatz. Hauptsache man hat einen Job, der genügend Geld einbringt. Von Beruf spricht niemand mehr. Der Beruf ist Nebensache. &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Göttliche Berufung&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Zugegeben, das ist ein wenig übertrieben, aber folgen Sie uns durch das Stichwort der Woche, nämlich &quot;Beruf&quot;, und es wird klar werden, dass &quot;Job&quot; und &quot;Beruf&quot; nicht grundsätzlich verschiedene Begriffe sind, aber sie liegen doch um einiges auseinander. Das Wort &quot;Beruf&quot; und das zu ihm gehörende Verbum &quot;berufen&quot; sind religiösen Ursprungs. In der Bibel wird &quot;Ruf&quot; und &quot;rufen&quot; in einem ganz besonderen Sinn gebraucht. Gott lässt einen Ruf an die Menschen ergehen, er ruft sie, fordert auf, an ihm teilzuhaben.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;In Martin Luthers Bibelübersetzung erscheint neben &quot;Ruf&quot; und &quot;rufen&quot; auch &quot;Beruf&quot; und &quot;berufen&quot;. Überall dort, wo sich das Christentum ausbreitete, entstanden Klöster. Das Mönchstum fühlte sich als Träger einer ganz besonderen Berufung, und nur die Mönche hatten als Berufene einen Beruf. Wir sagen heute noch, jemand fühlt sich zum Arzt, Künstler oder Wissenschaftler berufen und meinen damit, dass die betreffende Person in besonderem Maße und gleichsam durch Vorbestimmung für diesen oder jenen Beruf geeignet ist.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Profanes Erlernen&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Einen Beruf erlernt man. Es gibt die Berufsausbildung, die Berufsschulen, berufliche Fortbildung und das Berufsbildungswerk, eine Einrichtung, die es behinderten Jugendlichen mittels fachkundiger Anleitung und unter Berücksichtigung ihrer besonderen Bedürfnisse ermöglicht, einen Beruf zu erlernen und später auszuüben. Im Allgemeinen ist man schon als junger Mensch berufstätig und wird nach dem Schul- und/oder Studienabschluss zum Berufsanfänger.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Das Wort &quot;Beruf&quot; ist erst im 17. Jahrhundert zu einem weltlichen Begriff geworden. Es wurde gleichbedeutend mit &quot;Amt&quot;, &quot;Stand&quot; und auch &quot;Befehl&quot;. Interessant in diesem Zusammenhang sind die noch heute gebräuchlichen zusammengesetzten Hauptwörter wie &quot;Berufsbeamtentum&quot;, &quot;Berufsstand&quot; und beispielsweise &quot;Einberufungsbefehl&quot;, den junge Männer erhalten, wenn sie zum Militär eingezogen werden sollen. Die Frage nach dem Beruf, also was jemand von Beruf ist, oder, anders ausgedrückt, was jemand beruflich macht, ist streng genommen immer die Frage nach der Art einer erlernten Tätigkeit.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Jobs statt Arbeitsplätze&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Wir wissen, dass auf dem Arbeitsmarkt insbesondere Frauen und Männer mit großer Berufserfahrung gefragt sind. Die erwerben sich Mann oder Frau im beruflichen Alltag, im Berufsleben. Wir wissen aber auch, dass allzu oft selbst die beste berufliche Qualifikation keine Garantie für einen Arbeitsplatz bedeutet.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Immer mehr Menschen scheiden nicht freiwillig aus dem Berufsleben aus; viele verlieren ihre Arbeit oder werden in den vorgezogenen Ruhestand geschickt. Vor diesem Hintergrund werden die Jobs – das heißt, die Möglichkeiten, im nicht erlernten Beruf den Lebensunterhalt zu verdienen, – immer wichtiger.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Was der Job nicht kann&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Darüber hinaus ist das Wort &quot;Job&quot; längst so etwas wie ein modischer Ersatz für die Worte &quot;Arbeit&quot;, &quot;Arbeitsplatz&quot; und mit Einschränkungen auch für den &quot;Beruf&quot; geworden. Allerdings kann es keines der mit &quot;Beruf&quot; zusammengesetzten Hauptwörter ersetzen. Oder hat man schon von &quot;Jobethos&quot;, &quot;Jobschulen&quot;, &quot;joblicher Weiterbildung&quot; oder &quot;Jobauffassung&quot; und &quot;Jobberatung&quot; gehört?&lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;strong&gt;Fragen zum Text:&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&lt;/strong&gt; &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Jemand, der einer regelmäßigen Arbeit nachgeht, ist …&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;1. beruflich beschäftigt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;2. berufsfähig.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;3. berufstätig.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Einen Einberufungsbefehl erhalten …&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;1. junge Menschen, die eine Berufsausbildung beginnen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;2. Männer, die zum Militär eingezogen werden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;3. Mönche, die in göttlichem Auftrag handeln.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Welche dieser Einrichtungen gibt es nicht?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;1. Berufsuniversität&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;2. Berufsbildungswerk&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;3. Berufsschule&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Arbeitsauftrag:&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Spielen Sie &quot;Stadt, Land, Fluss&quot;, mindestens ergänzt um die Kategorie &quot;Beruf&quot;. Das heißt, jeder schreibt sich mehrere festgelegte Kategorien in Tabellenform auf. Ein Kursteilnehmer beginnt nun, für die anderen nicht hörbar, das Alphabet aufzusagen – so lange, bis ein anderer &quot;Stopp&quot; sagt. Mit dem Buchstaben, bei dem angehalten wurde, müssen nun so schnell wie möglich zu jeder Kategorie Begriffe gefunden werden. Eine Runde ist beendet, wenn der erste alle Felder ausgefüllt hat.&lt;/p&gt;
                        &lt;br /&gt;
                        &lt;p&gt;
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                            &lt;br /&gt;
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                            &lt;br /&gt;
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                        &lt;/p&gt;
                    </description>
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                <item>
                        <title>Vergessen</title>
                                    <link>http://www.dw-world.de/dw/article/0,,1457718,00.html?maca=de-podcast_stichwort-1172-xml-mrss</link>
                                    <description>Haben Sie schon mal gegen ein Kind &quot;Memory&quot; gespielt? Und garantiert verloren, nicht wahr? Kinder haben meist ein ausgezeichnetes Gedächtnis und vergessen selten etwas – im Gegensatz zu uns Erwachsenen ...&lt;br /&gt;&lt;p&gt;Wenn etwas vergessen wird, ist das im Allgemeinen unangenehm, ja mitunter peinlich. Andererseits ist das Vergessen auch ein Schutzmechanismus, etwas Gutes. Psychologen können genau erklären, weshalb. Wir aber wenden uns der sprachlichen Dimension von &quot;vergessen&quot; zu.&lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;strong&gt;Akkusativ oder Genitiv?&lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;/strong&gt;Das Verbum &quot;vergessen&quot; steht in seinen konjugierten Formen am häufigsten mit einem Akkusativobjekt in Verbindung. Banales, aber gleichermaßen vertrautes Beispiel: &quot;Ich habe meine Schlüssel vergessen.&quot; Oder: &quot;Wir dürfen auf keinen Fall Tante Gerdas Geburtstag vergessen.&quot; Dieser – wie es in den Grammatiken heißt – transitive Gebrauch ist verhältnismäßig jung. &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Bis ins 18. Jahrhundert standen die &quot;Objekte des Vergessens&quot; im Genitiv. Besonders in der Literatur hielt sich dieser Gebrauch recht lange. So findet sich beispielsweise in einem Text des schwäbischen Dichters Ludwig Uhland von 1812 die Formulierung: &quot;Nun, armes Herz, vergiss der Qual.&quot; &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Kurze Etymologie&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die Hauptbedeutung von &quot;vergessen&quot; ist im heutigen Sprachgebrauch &quot;aus dem Gedächtnis verlieren&quot;. Man kann aber auch sagen, &quot;vergessen&quot; bedeutet &quot;nicht mehr an etwas denken.&quot; In diesem Zusammenhang lohnt ein kleiner Blick auf die Geschichte, die sprachliche Wurzel unseres Stichworts.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&quot;Vergessen&quot; stammt vom germanischen &quot;get&quot; ab. Dieses &quot;get&quot; hatte in wörtlichem wie in bildhaftem Gebrauch die Bedeutung von &quot;erreichen&quot;, &quot;fassen&quot;, &quot;ergreifen&quot;. Diese ursprüngliche Bedeutung ist durch die Vorsilbe &quot;ver-&quot; ins Gegenteil verkehrt. So entstand wahrscheinlich aus &quot;ver-get&quot; im Mittelhochdeutschen &quot;Vergezzen&quot;, das schließlich zu unserem heutigen &quot;vergessen&quot; geworden ist. &quot;Vergessen&quot; heißt also streng genommen &quot;nicht erreichen&quot;, &quot;nicht fassen&quot;, &quot;nicht ergreifen&quot;. Oder, und dies ist entscheidend, &quot;aus seinem Besitz verlieren.&quot;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Wer vergisst, muss nicht vergesslich sein &lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Das hört sich alles reichlich theoretisch an. Nur: &quot;Ich habe ihn im Lauf der Jahre ganz vergessen&quot;, heißt ja, dass ich ihn aus dem Gedächtnis, meinem gedanklichen Besitz, verloren habe. Und noch etwas: An den Sätzen &quot;ich habe nicht daran gedacht&quot; und &quot;ich habe es vergessen&quot; – beide sind gleichbedeutend – lässt sich in ihrer Gegenüberstellung zeigen, dass die Vorsilbe &quot;ver-&quot; als Negation funktioniert. Ganz wie in ver-laufen, ver-lieren, ver-unstalten und so weiter.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Aber zurück zum Stichwort. &quot;Vergessen&quot; heißt auch &quot;etwas nicht mehr empfinden&quot;. &quot;Alle Müdigkeit war vergessen, als wir endlich bei unseren Freunden angekommen waren.&quot; Oder: &quot;Er schien vergessen zu haben, dass sie ihn noch vor ein paar Minuten vor allen Leuten lächerlich gemacht hatte.&quot; In diesen Beispielen hat &quot;vergessen&quot; nichts mit dem zu tun, was wir als &quot;Vergesslichkeit&quot; bezeichnen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Vom Kurz- und Langzeitgedächtnis&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Nicht zwangsläufig, aber vorwiegend im Alter lassen die Gedächtnisleistungen des Gehirns, vor allem die des Kurzzeitgedächtnisses, nach. Die ständige Suche nach Auto- und Wohnungsschlüssel, der Brille ist allerdings auch bei jüngeren Leuten häufiges Indiz akuter Vergesslichkeit: Sie haben vergessen, wo sie diese Alltagsutensilien hingelegt haben.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&quot;Ich kann mir nicht merken, wo …&quot; heißt: &quot;Ich vergesse immer, wo …&quot; Und das bedeutet: Ich bin vergesslich und möglicherweise werde ich immer vergesslicher. Merkwürdigerweise scheint das Langzeitgedächtnis einen zuverlässigeren Speicher zu haben. Einschneidende Erlebnisse, aber auch Winzigkeiten werden über Jahrzehnte in Erinnerung behalten, also nicht vergessen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Nicht zu vergessen: eine kleine blaue Blume&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die Redewendung: &quot;Das werde ich ihr/ihm nie vergessen&quot;, drückt zum einen aus, dass irgendetwas von so großer Bedeutung war, dass es eben nicht vergessen wird. Zum anderen kann dieses &quot;Etwas&quot; positiv oder auch negativ gewesen sein. Im ersten Fall wäre also das Nicht-Vergessen eine Form der Dankbarkeit, im zweiten ein Nachtragen, alles andere als eine gute Erinnerung an die erinnerte Person. Da hilft auch die wohlmeinende Aufforderung: &quot;Vergiss es&quot;, oder: &quot;Vergessen Sie’s&quot; nicht. Bis ins 18. Jahrhundert und darüber hinaus standen die Objekte des Vergessens im Genitiv, haben wir gesagt. Am Schluss dieses Stichworts soll eine kleine blaue Blume stehen, die heißt &quot;Vergissmeinnicht&quot;. &lt;/p&gt;


&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Fragen zum Text:&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Welche dieser Aufforderungen war zu keiner Zeit grammatisch richtig?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;1. Vergiss des Ärgers!&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;2. Vergiss dem Ärger!&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;3. Vergiss den Ärger!&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Bei dem Verb &quot;vergessen&quot; fungiert die Vorsilbe &quot;ver-&quot; als …? &lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;1. Negation&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;2. Betonung&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;3. Verdopplung&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Was lässt im Alter als erstes nach?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;1. das Personengedächtnis&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;2. das Zahlengedächtnis&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;3. das Kurzzeitgedächtnis&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Arbeitsauftrag:&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Spielen Sie zum Erlernen neuer Vokabeln ein Gedächtnisspiel, etwa indem eine bestimmte Anzahl von Abbildungen/Begriffen für kurze Zeit zum Einprägen gezeigt und dann wieder entfernt bzw. verdeckt wird. Bei den nächsten Präsentationen wird jeweils die Reihenfolge geändert und eine Abbildung/ein Begriff weggelassen. Die Kursteilnehmer müssen den fehlenden Begriff benennen.&lt;/p&gt;
                        &lt;br /&gt;
                        &lt;p&gt;
                            &lt;a href=&quot;http://www.podcast.de/episode/1112578/Vergessen/&quot;&gt;Zur Detailseite bei podcast.de&lt;/a&gt;
                            &lt;br /&gt;
                            &lt;a href=&quot;http://www.podcast.de/episode/1112578/Vergessen/#comments&quot;&gt;Kommentare lesen&lt;/a&gt;
                            &lt;br /&gt;
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                        &lt;/p&gt;
                    </description>
                                                                        <pubDate>Mon, 09 Feb 2009 15:22:00 +0100</pubDate>
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                <item>
                        <title>Warnen</title>
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                                    <description>Warnungen sind allgegenwärtig und mannigfaltig, ob in akustischer, optischer oder schriftlicher Form. Interessanterweise ist lediglich der Satz &quot;Ich warne dich&quot; häufig gar keine Warnung, sondern vielmehr eine Drohung.&lt;br /&gt;&lt;p&gt;Das Leben ist gefährlich. Am besten, wir denken gar nicht daran, was alles passieren kann. Aber soll man immer zu Hause bleiben, nur weil einem ein Dachziegel auf den Kopf fallen kann? Oder nicht ins Flugzeug steigen? Und erst die Autobahnen! Wenn man nur im Stau steht, ist es ja gut, aber vor dem Stau war der Auffahrunfall oder noch Schlimmeres. Nicht auszudenken, wenn wir es gewesen wären ... Auch Reifenteile, Fußgänger, Radfahrer oder gar Falschfahrer können Schreckliches auf den Schnellstraßen verursachen. Zum Glück gibt es den Verkehrsservice im Radio, der vor solchen Gefahren warnt: &quot;Vorsicht auf der A3 kommt Ihnen zwischen ...&quot; und so weiter.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Allgegenwärtige Gefahren&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Gefahren lauern überall. Und deshalb werden wir auch überall vor ihnen gewarnt. Wenn der Zug in den Bahnhof rollt und wir schon an der Tür stehen, was lesen wir? &quot;Nicht öffnen, bevor der Zug hält&quot;. Damit unsere europäischen Nachbarn nicht aus den Waggons stürzen, ist dieser Hinweis gleich mehrsprachig neben den knallroten Griffen zu lesen. Müssen wir erwähnen, dass Rot eine Warnfarbe ist? Gut. Bleiben wir zu Hause. Völlig ungefährlich.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Aber kaum haben wir einen Fuß vor die Tür gesetzt, lesen wir auf einem Warnschild den Hinweis: &quot;Vorsicht Dacharbeiten. Fußgänger bitte andere Straßenseite benutzen.&quot; Die Bauarbeiter haben ein Gerüst aufgebaut. Sehr gefährlich. Nachts blinken gelbe Warnlampen, und tagsüber warnt eine Warnbake. Was das ist? Baken sind die schmalen, senkrecht stehenden Tafeln mit schrägen roten Streifen auf weißem Grund, die am Straßenrand aufgestellt werden, um die Verkehrsteilnehmer auf eine Gefahr aufmerksam zu machen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Akustische oder optische Warnsignale&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Übrigens sind wir als Autofahrer verpflichtet, das Warndreieck stets im Fahrzeug mitzuführen, in bestimmten Situationen die Warnblinkanlage einzuschalten und zum Beispiel nach einem Unfall den nachfolgenden Verkehr durch Handzeichen zu warnen. Warnblinker und Warndreieck gehören zu den so genannten Warneinrichtungen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Auch das Martinshorn, welches die ohrenbetäubende Tatütata-Tonfolge hervorbringt, gehört dazu. Übrigens heißt das Martinshorn einfach deshalb &quot;Martinshorn&quot;, weil es jemand in der Firma &quot;Martin&quot; erfunden hat. Das Blaulicht verdankt seinen Namen nur der Farbe.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt; &lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Was man so alles unterlassen sollte&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Alle Warnungen, seien sie akustischer, sprachlicher oder optischer Natur, alle Warnsysteme, haben eines gemeinsam: Sie erregen sofort Aufmerksamkeit, mit dem Ziel, eine bevorstehende oder mögliche Gefahr anzukündigen, damit sie rechtzeitig erkannt und umgangen werden kann. Drastisches Beispiel: der Warnhinweis auf den Zigarettenpackungen: &quot;Rauchen verursacht Krebs.&quot;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Oder: Der Fußballer wird nach dem Foulspiel verwarnt und sollte dann wissen, dass die Gefahr besteht, vom Platz gestellt zu werden, wenn er statt des Balles wieder seinen Gegenspieler tritt. Oder: Man/Frau warnt jemanden vor der Person X, weil X alles andere als eine vertrauenswürdige Person ist. &quot;Tu das nicht. Ich warne dich!&quot; Was auch immer gemeint sein mag, die Warnung ist ein Appell, etwas zu unterlassen beziehungsweise das Richtige zu tun.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Sturmwarnungen&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Beispiel Sturmwarnung: Besser Kurs auf den nächsten Hafen nehmen, statt noch länger draußen zu bleiben. Oder ganz banal: Fenster schließen, Rollläden runter und vorher die Wäsche vom Balkon holen. Wenn die Unwetterwarnung aufgehoben, also Entwarnung gegeben wird, kann die Wäsche wieder draußen weiter trocknen. Es gibt natürlich auch Zeitgenossen, die gern den Helden machen und sämtliche Warnungen in den Wind schlagen. Frei nach dem Motto: &quot;Es wird schon nichts passieren.&quot; Oder wie der Kölner zu sagen pflegt: &quot;Et is noch immer jot jejange ...&quot;&lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;strong&gt;Fragen zum Text:&lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;/strong&gt;&lt;strong&gt;Wie heißt das akustische Warnsignal von Polizei oder Notarzt?&lt;br&gt;&lt;/strong&gt;1. Martinshorn&lt;br&gt;2. Blaulicht&lt;br&gt;3. Warnblinkanlage&lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;strong&gt;Was in den Wind geschlagen wird, das wird …&lt;br&gt;&lt;/strong&gt;1. besser gehört.&lt;br&gt;2. nicht beachtet.&lt;br&gt;3. schnell verbreitet.&lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;strong&gt;Was sind Warnbaken?&lt;br&gt;&lt;/strong&gt;1. weiße Tafeln mit schrägen roten Streifen&lt;br&gt;2. gelb blinkende Lampen an Baustellen&lt;br&gt;3. rote Schilder mit der Aufschrift: &quot;Nicht öffnen, bevor der Zug hält&quot;&lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;strong&gt;Arbeitsauftrag:&lt;br&gt;&lt;/strong&gt;Stellen Sie sich vor, Sie müssten einen Warnhinweis für einen bestimmten Gegenstand (oder ein Lebewesen) entwerfen: Erklären Sie, wovor Sie warnen würden und warum, wie Sie die Warnung formulieren würden und welche optischen oder akustischen Signale Sie verwenden würden?&lt;/p&gt;
                        &lt;br /&gt;
                        &lt;p&gt;
                            &lt;a href=&quot;http://www.podcast.de/episode/1103449/Warnen/&quot;&gt;Zur Detailseite bei podcast.de&lt;/a&gt;
                            &lt;br /&gt;
                            &lt;a href=&quot;http://www.podcast.de/episode/1103449/Warnen/#comments&quot;&gt;Kommentare lesen&lt;/a&gt;
                            &lt;br /&gt;
                            &lt;a href=&quot;http://www.podcast.de/episode/1103449/herunterladen/&quot;&gt;Sendung hier herunterladen&lt;/a&gt;
                        &lt;/p&gt;
                    </description>
                                                                        <pubDate>Mon, 02 Feb 2009 16:58:00 +0100</pubDate>
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                <item>
                        <title>Stimmung</title>
                                    <link>http://www.dw-world.de/dw/article/0,,778274,00.html?maca=de-podcast_stichwort-1172-xml-mrss</link>
                                    <description>Die Stimmung beschreibt unseren seelischen Zustand. Sie ist einerseits individuell und kann durch sehr verschiedene Dinge hervorgerufen werden. Andererseits wird auch gerne von der öffentlichen Stimmung gesprochen.&lt;br /&gt;&lt;p&gt;Ist es die bestimmte augenblickliche Gemütsverfassung, der sinnliche Eindruck, das Angerührtsein, hervorgerufen durch ein Bild, eine Landschaft, ein Kunstwerk, oder einfach nur der vorübergehende Zustand unseres Befindens? Man könnte sagen, ja, das ist es, was in der deutschen Sprache Stimmung genannt wird. Es ist aber auch anderes. Mehr als nur ein Ausdruck für privates Empfinden. Wir werden sehen was es mit diesem Wort, unserem Stichwort für diese Woche, auf sich hat.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Ein Barometer, das nicht den Luftdruck misst&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Viel ist von der &quot;Stimmung im Lande&quot; oder der &quot;Stimmung in der Bevölkerung&quot; wie die Politiker sagen, derzeit die Rede. Diese gewissermaßen öffentliche Stimmung ist aus unterschiedlichen Gründen eher gedrückt. &quot;Das Stimmungsbarometer&quot;, hieß es in einer Tageszeitung, &quot;ist im Keller.&quot; Sehr viele Menschen machen sich Sorgen, ängstigen sich. Wie soll es in der ohnehin schwierigen wirtschaftlichen Situation weitergehen? Was bringt die Zukunft? Werde ich meinen Arbeitsplatz behalten? Die Altersversorgung, wird sie ausreichend sein?&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Stimmung und Stimmungen sind wechselhaft. Egal ob es sich um die Stimmung einer einzigen Person oder die so genannte allgemeine Stimmung handelt. Denn jedwede Art von Stimmung ist eine Reaktion auf etwas. Wir sind bester Stimmung, ja ausgelassen, freuen uns mit unseren Gästen, feiern den Geburtstag und da läutet das Telefon. Eine Schreckensnachricht erreicht uns; im Nu ist die Stimmung weg.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Von ganz oben bis tief nach unten&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt; &lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Stimmung ist ein anderer Ausdruck für unser seelisches Befinden. Und weil dieses sich sehr oft ändert oder ändern kann, ist auch &quot;Stimmung&quot; immer von einem Adjektiv oder prädikativen Ausdruck begleitet. Die Werteskala dieser Ergänzungen reicht von ganz oben bis tief nach unten. &quot;Himmelhoch jauchzend zum Tode betrübt&quot;; dieses Zitat aus Goethes Egmont hat sich zur Charakterisierung der dauernden Stimmungsschwankungen des Sanguinikers eingebürgert. Aber wir alle kennen Stimmungen, Stimmungslagen von &quot;todtraurig&quot; bis &quot;fröhlich ausgelassen&quot;.&lt;br&gt;&lt;br&gt;Und da wir noch Beispiele für prädikative Ausdrücke schuldig sind: Wir wissen was es heißt, wenn wir sagen &quot;die Stimmung ist schlecht&quot; beziehungsweise &quot;die Stimmung ist gut&quot;. Dazwischen gibt es unzählige Varianten, Nuancen; Stimmungen, die sich durch ein oder auch mehrere Adjektive kaum beschreiben lassen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Stimmung ist ansteckend&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Das liegt daran, dass Stimmung etwas zutiefst Persönliches ist. Wie empfinden wir die Abendstimmung am Meer oder in einer idyllischen Landschaft? Was rührt uns an? Weshalb lassen wir uns von der Stimmung anderer manchmal anstecken und ein anderes Mal nicht? Es liegt wohl daran: &quot;Jeder Mensch hat ein eigenes Maß, gleichsam eine eigene Stimmung aller sinnlichen Gefühle zueinander.&quot; So jedenfalls hat es der Philosoph und Theologe Johann Gottfried Herder 1785 formuliert.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Es ist dies wahrscheinlich die Grundstimmung, so etwas wie das Naturell des Individuums, die uns so oder so reagieren lässt und Stimmungen hervorruft. Mit dem Hervorrufen ist es allerdings so eine Sache. Stimmung für oder gegen etwas lässt sich machen. Meist sind es unlautere Mittel, mit denen versucht wird, ein Publikum, eine Gemeinde, die Öffentlichkeit zu beeinflussen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt; &lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Bombenstimmung mit Stimmungskanonen&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Das ausschließlich in abwertendem Sinn gebrauchte Wort &quot;Stimmungsmache&quot; kommt hier ins Spiel. Wer aber Stimmung macht, betreibt nicht zwangsläufig Stimmungsmache; sondern versucht das herzustellen, was man &quot;gute Stimmung&quot; nennt. Stichwort Karnevalsveranstaltung. Da gibt es die &quot;Stimmungskanonen&quot;, oft genug professionelle Spaßmacher, die einen ganzen Saal in kreischende Verzückung versetzen können. &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Wenn sich dann alle vor Lachen die Bäuche halten und der Tusch der Stimmungskapelle in lärmender allgemeiner Hochstimmung untergeht, herrscht das, was merkwürdigerweise &quot;Bombenstimmung&quot; genannt wird. Die passt ja auch zur Stimmungskanone und zur Stimmungsmusik, bei der die richtige Stimmung der Instrumente irgendwann keine Rolle mehr spielt.&lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;strong&gt;Fragen zum Text&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt; &lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;1. Die Stimmung in der Bevölkerung ist gedrückt, weil …&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;a) Stimmung etwas sehr Persönliches ist.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;b) man sich fragt, was die Zukunft bringt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;c) Bombenstimmung herrscht.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;2.&lt;/strong&gt; &lt;strong&gt;Was ist Stimmung nicht?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;a) die augenblickliche Gemütsverfassung&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;b) sehr individuell&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;c) ein Gerät, mit dem man den Luftdruck misst&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;3. &quot;Du bist aber eine echte …!&quot;&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;a) Stimmungspistole&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;b) Stimmungskanone&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;c) Stimmungsgranate&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Arbeitsauftrag&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Stellen Sie eine Stimmung pantomimisch dar und lassen Sie Ihre Gruppe raten, welche Stimmung Sie – nur mit Gesten – darzustellen versuchen.&lt;/p&gt;
                        &lt;br /&gt;
                        &lt;p&gt;
                            &lt;a href=&quot;http://www.podcast.de/episode/1094139/Stimmung/&quot;&gt;Zur Detailseite bei podcast.de&lt;/a&gt;
                            &lt;br /&gt;
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                            &lt;br /&gt;
                            &lt;a href=&quot;http://www.podcast.de/episode/1094139/herunterladen/&quot;&gt;Sendung hier herunterladen&lt;/a&gt;
                        &lt;/p&gt;
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                                                                        <pubDate>Mon, 26 Jan 2009 12:16:00 +0100</pubDate>
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                        <title>Glatt</title>
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                                    <description>Die Wogen, die im Streit hochgehen, können geglättet werden, genauso wie zerknitterte Wäsche. Schön auch, wenn alles glatt läuft, doch Vorsicht, wenn es zu glatt wird, man gar aufs Glatteis geführt werden soll …&lt;br /&gt;&lt;p&gt;Es gibt Wörter, die haben so etwas wie eine Saison. Ein Wort, das sich nun schon seit einiger Zeit vor allem in den Verkehrsmeldungen der Radiosender geradezu festgesetzt hat, ist &quot;glatt&quot;. Im Stundenrhythmus werden glatte Straßen gemeldet, wird vor Glättebildung und Glatteisgefahr sowie Schneeglätte gewarnt. &quot;Glatt&quot; also ist diese Woche unser Stichwort. Es liegt am Wetter, dass &quot;glatt&quot; in den eben genannten Beispielen nur negative Assoziationen weckt.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Von Glätte und Reibung&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Wie bei jedem Wort kommt es auf den Zusammenhang, auf die sprachliche Umgebung an, welche Bedeutung, ja Bewertung, es jeweils annimmt. Die Grundbedeutung von &quot;glatt&quot; im Hochdeutschen ist: &quot;frei von Unebenheiten, keine Reibung bietend&quot;. Rein physikalisch gesehen gibt es auch bei einer sehr glatten Oberfläche wie beispielsweise einer polierten Tischplatte Reibung. Das angeschubste Glas kommt eben doch zum Stehen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Aber wir wissen, was gemeint ist, wenn wir auf einer gänzlich von Unebenheiten freien vereisten Stelle auf dem Bürgersteig ausrutschen, keinen Halt mehr finden und stürzen. &quot;Zu geringer Reibungswiderstand&quot;, würden die Physiker sagen. Falls uns Naturwissenschaftler zuhören, bitten wir gegebenenfalls um Nachsicht beziehungsweise Korrektur, falls das mit dem Reibungswiderstand nicht ganz so richtig ist.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Glänzende Aussichten&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Da wir gerade von einer polierten Tischplatte gesprochen haben: Viele glatte Oberflächen glänzen. In der Tat bedeutete &quot;glatt&quot; im Mittelhochdeutschen – mit einem &quot;t&quot; geschrieben – auch &quot;glänzend&quot;. Aber das nur nebenbei. &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Eine Art von Steigerung erfährt &quot;glatt&quot; in dem Adjektiv &quot;spiegelglatt&quot;. Nur eine völlig glatte, nicht die geringsten Unebenheiten aufweisende Spiegelglasfläche erzeugt ein verzerrungsfreies Bild. Ähnlich die spiegelglatte Wasseroberfläche eines Sees, in der sich Wolken, der Himmel oder die Landschaft spiegeln. &lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;strong&gt;Auch aalglatte Typen können Locken haben&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Was ist das Gegenteil von &quot;glatt&quot;? &quot;Uneben&quot;? Oder gar &quot;unglatt&quot;? Weder noch. Wir kommen einer Abgrenzung von &quot;glatt&quot; und &quot;nicht glatt&quot; näher, wenn wir wieder die sprachliche Umgebung unseres Stichworts anschauen: Glattes Haar zum Beispiel ist nicht-gelocktes Haar. Eine glatte Haut ist – zumindest nahezu – faltenlos. Der nette Hund von nebenan hat ein glattes Fell. Sein Kumpel nicht. Der ist nämlich ein Rauhaardackel.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Bleiben wir noch einen Augenblick bei den Tieren. Glatt sind insbesondere schuppenlose Fische. Der Aal beispielsweise ist so glatt und glitschig, dass er sich mit bloßen Händen nicht greifen lässt. Er ist aalglatt. Spricht man von einem &quot;aalglatten Typen&quot;, so ist damit ein Mensch der unsympathischen Art gemeint; sich geschickt allem entziehend, sich windend, in Sprache und Verhalten sich unnahbar, ja unangreifbar gebend. So verstanden kann &quot;Glätte&quot; und &quot;eiskalte Glätte&quot; eine negative Charaktereigenschaft bedeuten.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Glatteis und Glätteisen&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Einen aalglatten Typen kann man nur sehr schwer &quot;aufs Glatteis führen&quot;. Diese Redensart bedeutet – wir zitieren ein Wörterbuch –: &quot;jemanden durch bewusst irreführende Fragen und Behauptungen auf die Probe stellen, überlisten, in Gefahr bringen.&quot;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&quot;Glatt&quot;, das Adjektiv, &quot;Glätte&quot;, das Nomen, &quot;Glatteis&quot;, das Kompositum; was fehlt, ist das Verb. Es heißt &quot;glätten&quot;. Vieles lässt sich glätten. Die sprichwörtlichen Wogen, die im Streit hochgehen, können durch gutes Zureden geglättet werden, zerknittertes Papier wird geglättet, Wäsche wird geglättet. Übrigens sagt man in der Schweiz &quot;glätten&quot; statt &quot;bügeln&quot; und &quot;Glätteisen&quot; für &quot;Bügeleisen&quot;.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Alles klar?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&quot;Glatt&quot;, haben wir gesagt, bedeutet &quot;frei von Unebenheiten&quot;. Man könnte auch sagen &quot;frei von Hindernissen&quot; oder &quot;ohne Komplikationen&quot;, denn anders sind die folgenden Beispiele nicht zu verstehen. Da haben wir die glatte Landung des Flugzeugs, die glatt vorangehende Arbeit, die Besprechung, die trotz unserer Befürchtungen glatt ausgegangen ist. An diesen Beispielen fällt auf, dass &quot;glatt&quot; in seiner Bedeutung recht ungenau, ja verschwommen sein kann. Da ist es doch mit den derzeit glatten Straßen etwas anderes: Da wissen wir genau, woran wir sind.&lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;strong&gt;Fragen zum Text:&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Im Mittelhochdeutschen bedeutete &quot;glatt&quot; auch …&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;1. klar&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;2. glänzend&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;3. wertvoll&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Wie nennt man einen Mensch, der sich allem entzieht und unnahbar ist?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;1.&lt;strong&gt; &lt;/strong&gt;spiegelglatt&lt;strong&gt;&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;2. geglättet&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;3. aalglatt&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Geht etwas glatt, so …&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;1. funktioniert es ohne Schwierigkeiten&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;2. geht es vollkommen schief&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;3. wird es sehr riskant&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Arbeitsauftrag:&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Führen Sie die anderen Kursteilnehmer aufs Glatteis: Bilden Sie Gruppen zu mindestens fünf Teilnehmern und besorgen Sie sich pro Gruppe ein (Fremdwörter-)Lexikon oder Wörterbuch. Der Spielleiter, der von Runde zu Runde wechselt, sucht sich nun einen – mutmaßlich unbekannten – Begriff aus und liest ihn vor. Die Mitspieler überlegen sich, was der Begriff bedeuten könnte, und schreiben Ihre Idee auf einen Zettel. Anschließend sammelt der Spielleiter alle Zettel ein und liest in willkürlicher Reihenfolge die Vorschläge inklusive der richtigen Lösung vor. Die Teilnehmer entscheiden sich nun für die Bedeutung, die Ihnen am plausibelsten erscheint. Nachdem der Spielleiter das Rätsel gelüftet hat, erhält jeder Spieler, der die richtige Lösung erraten hatte, einen Punkt. Für jeden Spieler, der sich für eine der falschen Bedeutungen entschieden hatte, bekommt derjenige, von dem dieser Vorschlag stammt, ebenfalls einen Punkt.&lt;/p&gt;
                        &lt;br /&gt;
                        &lt;p&gt;
                            &lt;a href=&quot;http://www.podcast.de/episode/1084092/Glatt/&quot;&gt;Zur Detailseite bei podcast.de&lt;/a&gt;
                            &lt;br /&gt;
                            &lt;a href=&quot;http://www.podcast.de/episode/1084092/Glatt/#comments&quot;&gt;Kommentare lesen&lt;/a&gt;
                            &lt;br /&gt;
                            &lt;a href=&quot;http://www.podcast.de/episode/1084092/herunterladen/&quot;&gt;Sendung hier herunterladen&lt;/a&gt;
                        &lt;/p&gt;
                    </description>
                                                                        <pubDate>Mon, 19 Jan 2009 17:49:00 +0100</pubDate>
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                <item>
                        <title>König</title>
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                                    <description>Die Zeiten, in denen es in Deutschland noch Könige und Kaiser gab, sind lange vorbei, und die Erfahrungen mit ihnen waren selten erfreulich. Wortverbindungen mit &quot;König&quot; bleiben dennoch erstaunlich positiv besetzt.&lt;br /&gt;&lt;p&gt;Jedes Jahr am 6. Januar wird im Christentum das Erscheinungsfest und das Fest der Heiligen Drei Könige gefeiert. Es ist der Legende nach jener Tag, an dem die Könige Kaspar, Melchior und Balthasar dem Jesuskind in der Krippe ihre Referenz erwiesen und als Zeichen der Ehrerbietung und Demut im Stall von Bethlehem vor dem Kind, dem Christus-König niederknieten.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Kein Durchschnittstyp&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ein König ist ein ganz besonderer Mensch, ein Mann – und diese Definition stellen wir an den Beginn unseres Stichworts – der aus vornehmem Geschlecht stammt. &quot;Kunic&quot; war das mittelhochdeutsche Wort für eine solche höher gestellte Persönlichkeit. Das Königtum im Sinne einer staatsrechtlichen Institution gab es zu allen Zeiten. Und der König kam immer nur aus den angesehensten Familien.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Über Funktion und Macht der Könige im Laufe der Geschichte und in verschiedenen Ländern ließe sich vieles sagen. Für unser Stichwort jedenfalls gilt, ganz gleich in welchem Zusammenhang: &quot;König&quot; bezeichnet stets etwas Besonderes, etwas Herausragendes, ja Einzigartiges.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Was man besser nicht trinken sollte&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Kein Wunder, dass wir &quot;König&quot; oft in einem Zusammenhang finden, wo wir es kaum vermutet hätten. Zum Beispiel gibt es das Wort &quot;Königswasser&quot;, das ist keine Ortsbezeichnung wie Königsberg oder Königswusterhausen, sondern ein recht gefährliches Gemisch aus Salzsäure und Salpetersäure, in welchem Gold löslich ist.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Weshalb aber nun Königswasser, werden Sie fragen. Die Antwort ist gleichermaßen verblüffend wie einleuchtend. Gold war für die Alchimisten der &quot;König&quot; unter den Edelmetallen. Eine Flüssigkeit, die selbst dieses löst und in gewisser Weise verwandelt, war somit königlich.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Sei doch kein Frosch&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Um Könige und Königinnen gibt es ungezählte Sagen und Märchen. Es gibt Zwergenkönige und Feenköniginnen und nicht zu vergessen den kleinen grünen Frosch, der es ohne den Kuss der Prinzessin niemals zum Froschkönig gebracht hätte.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Im Bereich der Musik finden wir in Mozarts &quot;Zauberflöte&quot; die Königin der Nacht, die eine Namensschwester in der Pflanzenwelt hat. Diese &quot;Königin der Nacht&quot; zählt zu den Kakteengewächsen. Sie ist in Mittel- und Südamerika heimisch. Ihre großen, weißen, duftenden Blüten öffnen sich nur für eine einzige Nacht.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Gut, besser, königlich&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&quot;König&quot; als Bestandteil zusammengesetzter Hauptwörter dient zur Bezeichnung von Außergewöhnlichem. Das jeweils Besondere, das Schönste oder Beeindruckendste wird dadurch hervorgehoben. So wurde der Königsfasan mit prächtigem, buntem Gefieder aus gutem Grund in königlichen Gärten und Fasanerien gehalten. Freilich wurden Fasan und anderes edles Getier auch gern an königlicher Tafel aufgetischt und verspeist. Noch heute nennt man übrigens ein Essen, das sowohl üppig als auch fein und von ausgesuchter Qualität ist, ein &quot;königliches Mahl&quot;.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Selbst im Reich der Farben gibt es eine königliche. Sie ist kräftig, leuchtend. König Ludwig XIV von Frankreich, der Sonnenkönig, hat sie über die Maßen geschätzt und populär gemacht. Bis auf den heutigen Tag ist &quot;Königsblau&quot; ein fester Begriff. Könige beziehungsweise Königshäuser haben Wappen. Der so genannte König der Tiere, nämlich seine Majestät der Löwe, und der König der Lüfte, der Adler, sind nicht von ungefähr königliche Wappentiere.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Nur Übung macht den Meister – selbst für den König&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Bei allen Privilegien und Annehmlichkeiten, die das Königtum so mit sich bringt, eines bleibt auch den Königen und Königinnen verschlossen: Es ist der Königsweg. Alter Überlieferung zufolge sollen antike Herrscher die Mathematiker in ihren Reichen befragt haben, ob es denn keinen schnellen und leicht zu findenden Zugang zu den letzten Geheimnissen der Mathematik gäbe. Zur Antwort erhielten sie allesamt, dass auch sie nur durch fleißiges und langwieriges Lernen ans Ziel kommen könnten. Einen Königsweg gäbe es nicht.&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Fragen zum Text:&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Was ist die Königin der Nacht nicht?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;1. ein Kakteengewächs&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;2. eine Figur in Mozarts &quot;Zauberflöte&quot;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;3. eine Flüssigkeit, die Gold auflöst&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Eine besonders kräftige, leuchtende Farbe ist …?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;1. Königspurpur&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;2. Königsblau&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;3. Königsrot&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Was ist der Königsweg?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;1. eine besonders gut ausgebaute Straße&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;2. der rote Teppich, der zu königlichen Empfängen ausgerollt wird&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;3. eine ideale Lösung für komplizierte Probleme&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Arbeitsauftrag:&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Informieren Sie sich über die Geschichte des König- bzw. Kaisertums in Deutschland. Konzentrieren Sie sich dabei besonders auf die letzten Jahrzehnte von 1871 bis zum Sturz der Monarchie und halten Sie hierzu einen kurzen Vortrag.&lt;/p&gt;
                        &lt;br /&gt;
                        &lt;p&gt;
                            &lt;a href=&quot;http://www.podcast.de/episode/1076371/K%2525C3%2525B6nig/&quot;&gt;Zur Detailseite bei podcast.de&lt;/a&gt;
                            &lt;br /&gt;
                            &lt;a href=&quot;http://www.podcast.de/episode/1076371/K%2525C3%2525B6nig/#comments&quot;&gt;Kommentare lesen&lt;/a&gt;
                            &lt;br /&gt;
                            &lt;a href=&quot;http://www.podcast.de/episode/1076371/herunterladen/&quot;&gt;Sendung hier herunterladen&lt;/a&gt;
                        &lt;/p&gt;
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                                                                        <pubDate>Mon, 12 Jan 2009 16:50:00 +0100</pubDate>
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                        <title>Gehen</title>
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                                    <description>&quot;Wie geht's? – Gestern ging's noch!&quot; Ha, ha, sehr komisch, aber vor allem wollen wir heute nicht zurückschauen, sondern nach vorne sehen, ins neue Jahr: &quot;Ob da wohl alles gutgeht? – Wird schon gehen.&quot;&lt;br /&gt;&lt;p&gt;Das erste Stichwort im neuen Jahr heißt &quot;gehen&quot;. Warum? Nun, gerade haben wir Silvester gefeiert und kaum sind ein paar Tage vergangen, ist schon wieder Ostern. Leicht übertrieben, aber: &quot;Einszweidrei, im Sauseschritt läuft die Zeit, wir laufen mit.&quot; So heißt es bei Wilhelm Busch, und wir zitieren den umgangssprachlichen Ausdruck, der dasselbe meint: &quot;Kinder, wie die Zeit vergeht!&quot; Mancher wird sich zu Beginn des neuen Jahres fragen, wie wird es weitergehen für mich, die Familie, die Freunde, die Kollegen. Was wird sein?&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Zunächst mal ist es ganz einfach&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&quot;Gehen&quot; ist – und damit sagen wir nichts Neues – ein Verb der Bewegung. Allerdings ist diese Bewegung überaus mannigfaltig in ihren unterschiedlichen Bedeutungen, sie ist in wörtlichem wie im übertragenen Sinn zu verstehen. Stellen Sie sich eine Strecke vor, eine gedachte Strecke von A nach B. Zum Beispiel von Ihrem Zuhause bis zur nächsten Bushaltestelle. Sie gehen zu Fuß dahin? &quot;Gehen&quot; in seiner Grundbedeutung: &quot;sich in aufrechter Haltung auf den Füßen schrittweise fortbewegen.&quot;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Für dieses &quot;Gehen&quot; im Sinne der Fortbewegung gibt es eine Vielzahl umgangssprachlicher Redensarten. Zum Beispiel für überaus vorsichtiges Gehen: &quot;Gehen wie auf rohen Eiern.&quot; Wer langsam geht, kommt zwar auch ans Ziel, aber &quot;gehen wie eine lahme Ente&quot; muss man deshalb trotzdem nicht.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Zu Lande, zu Wasser und in der Luft&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&quot;Gehen&quot; wird fast immer mit einem Ziel und/oder einem Zweck in Verbindung gesetzt. Beispiele hierfür: Der Spaziergang, der Gang zum Postamt, der sonntägliche Kirchgang. Das Wort &quot;Gang&quot; für sich genommen kann aber auch, das mag spitzfindig klingen, den Ort des Geschehens selbst bezeichnen. &quot;Gang&quot; in der Bedeutung von &quot;Flur&quot;. Beispielsatz: &quot;Unruhig ging er auf dem Gang hin und her.&quot; Auch in Zusammensetzungen wird &quot;Gang&quot; als Ort des Gehens näher bezeichnet, so in &quot;Durchgang&quot;, &quot;Ausgang&quot;, &quot;Eingang&quot;, &quot;Kreuzgang&quot;.&lt;/p&gt;&lt;br&gt;
&lt;p&gt;Auch wenn wir mit &quot;gehen&quot; in erster Linie &quot;zu Fuß gehen&quot; meinen, beschränkt sich die Bedeutung von &quot;gehen&quot; keineswegs auf diese Fortbewegungsart. &quot;Zu Pferde gehen&quot;, &quot;zu Wagen&quot;, ja, &quot;zu Schiff gehen&quot;, waren bis ins Neuhochdeutsche durchaus gängige Ausdrücke. &quot;Zu Pferd nach der Stadt gehen&quot;, das klingt befremdlich. &quot;Gehen&quot; hat in solchen Wendungen die Grundbedeutung von &quot;sich begeben&quot;. In heutiger Sprache steckt dieses &quot;Sich-Begeben&quot; noch in durchaus geläufigen Ausdrücken wie &quot;aufs Land&quot;, &quot;an die See&quot; oder &quot;ins Ausland gehen&quot;.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Für den Weggang geht ein Zug – oder ein Flugzeug?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Sie reisen mit der Eisenbahn? Wann geht Ihr Zug? Sie müssen zum Flughafen? Wann geht Ihr Flieger? Natürlich &quot;geht&quot; keine Eisenbahn und kein Flugzeug. Trotzdem ist es kein schlechtes Deutsch, zu sagen: &quot;Der Zug geht um 17.30 Uhr&quot;, und verstanden wird das allemal. Um noch deutlicher zu machen, dass auch in diesem &quot;Gehen&quot; das Fortbewegen gemeint ist, kann man auch sagen: &quot;Der nächste Zug von Köln nach Hamburg geht um 17.30 Uhr.&quot;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Bleiben wir bei diesem Beispiel: Wer nach Hamburg oder sonst wohin geht, tut dies möglicherweise, um dort zu bleiben. Weggehen, um wegzubleiben. &quot;Weggang&quot;, &quot;Fortgang&quot;, &quot;Abgang&quot;; diese Komposita stehen gewissermaßen für ein Ergebnis, für – wenn man so will – das Ende des Gehens oder dessen baldiges Ende. Ein Vorgang indessen kann zwar abgeschlossen sein, beinhaltet jedoch stets den Aspekt einer Dauer. In der Floskel: &quot;Was geht hier eigentlich vor?&quot;, ist dies besonders deutlich.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Was geht auf der Befindlichkeitsskala?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Und nun noch einmal zur gedachten Strecke von A nach B. Allerdings jetzt als eine Art Werteskala oder Maßstab verstanden. Nehmen wir die Allerweltsfrage, wenn wir jemanden treffen: &quot;Wie geht’s denn so?&quot; Treiben wir es auf die Spitze: Streng genommen wollen wir wissen, an welcher Stelle einer Befindlichkeitsskala sich der oder die Gefragte befindet. An welchem Punkt der Strecke zwischen sehr schlecht und sehr gut.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Aber so ernst nimmt diese Frage kaum jemand, so dass wir in aller Regel zur Antwort bekommen: &quot;Es geht so&quot;, also irgendwo zwischen A und B. Oder: &quot;Es könnte besser gehen&quot;, also mehr Richtung A, und mitunter werden wir hören: &quot;Es könnte nicht besser gehen.&quot; In diesem Fall ist klar: eindeutig B. Angekommen. Da geht nichts drüber.&lt;/p&gt;&lt;br&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Immer locker bleiben&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Und noch eine Skala, die der Akzeptanz. &quot;Geht’s noch?&quot; ist ein verhältnismäßig junger Ausdruck der Umgangs- und Alltagssprache. Gemeint ist in etwa: &quot;Sagen Sie, muss das sein?&quot; Oder: &quot;Es ist unmöglich, wie Sie sich verhalten.&quot; Jemand, der sich danebenbenimmt oder nur wenig auf sein Äußeres achtet und ungepflegt rumläuft, der lässt sich gehen. Das geht im Allgemeinen nicht lange gut und nimmt mitunter ein schlechtes Ende. So. Unser Stichwort geht zu Ende. Bleibt uns nur noch zu wünschen, dass für Sie alles gut geht im neuen Jahr. Lassen Sie’s langsam angehen.&lt;/p&gt;
&lt;em&gt;Michael Utz&lt;/em&gt; 


&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Fragen zum Text:&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Wer sich sehr vorsichtig fortbewegt, …&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;1. geht wie auf rohen Eiern.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;2. geht wie eine lahme Ente.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;3. lässt es langsam angehen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Welche dieser Wendungen ist nicht mehr üblich?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;1. Heute geht kein Zug mehr.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;2. Der Flieger geht um 16.30 Uhr.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;3. Wann geht es nach der Stadt?&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Eine vor allem von älteren Menschen häufig gebrauchte Phrase lautet: &quot;Kinder, …&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;1. was geht denn hier ab?&quot;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;2. wie die Zeit vergeht!&quot;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;3. geht's noch?&quot;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Arbeitsauftrag:&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&quot;Wie geht's?&quot;, &quot;Der lässt sich gehen.&quot;, &quot;Geht's noch?&quot;, &quot;Was geht hier vor?&quot;, &quot;Es geht so.&quot; Vor allem in der Umgangssprache wird &quot;gehen&quot; nicht bloß im Sinne von &quot;fortbewegen&quot; gebraucht. Suchen Sie solche Ausdrücke mit übertragener Bedeutung aus dem Text und formulieren Sie sie um, indem Sie das Wort &quot;gehen&quot; ersetzen.&lt;/p&gt;
                        &lt;br /&gt;
                        &lt;p&gt;
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                            &lt;br /&gt;
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                            &lt;br /&gt;
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                        &lt;/p&gt;
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                                                                        <pubDate>Mon, 05 Jan 2009 14:33:00 +0100</pubDate>
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                <item>
                        <title>Vergeltung</title>
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                                    <description>Ein blutiger Anschlag hier, der Ruf nach Vergeltung dort, und bald folgen die ersten Vergeltungsschläge. Mittlerweile ist kaum mehr bekannt, dass mit Vergeltung im ursprünglichen Sinne keineswegs Negatives verbunden war.&lt;br /&gt;&lt;p&gt;Wir wissen es nicht ganz genau, aber mit einiger Sicherheit. Es war wohl George Bernard Shaw gewesen, der gesagt hatte: &quot;Strafen heißt, die Stalltür zuschlagen, wenn die Kuh schon fortgelaufen ist.&quot; Er hatte das auf Kindererziehung bezogen, aber man könnte diese Äußerung durchaus in einem umfassenderen Sinne verstehen; und vor allem etwas daraus lernen, zum Beispiel dafür sorgen, dass es gar nicht erst dazu kommt, dass die Kuh fortläuft.&lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;strong&gt;Wie du mir, so ich dir – im Guten wie im Schlechten&lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;/strong&gt;Gehen wir heraus aus diesem noch friedlichen Bild mit Kuh und Stall, wenden wir uns der Wirklichkeit zu. Sprich der Politik und dem Weltgeschehen. Da wird gestraft und bestraft, dass es eine Art hat. Jener hat angefangen, also hau ich ihm auch eine runter! Diese sind die Bösen, wir werden es ihnen schon zeigen! Und umgekehrt. &quot;Vergeltung&quot; heißt unser Wort, um das es uns in dieser Woche geht, und es wird ein schwacher Trost sein, festzustellen, dass Vergeltung nicht nur ein Begriff für jeweils gegenseitiges Zerstören und Vernichten ist.&lt;br&gt;&lt;br&gt;Es bedeutet keineswegs ausschließlich jenes &quot;Auge um Auge, Zahn um Zahn&quot;, jenes fürchterliche und ausweglose &quot;Wie du mir, so ich dir&quot;. Aber aufgepasst: Wir sollten da nicht in die Falle tappen und annehmen, dass &quot;Wie du mir, so ich dir&quot; nur negativ gemeint ist. Es kann ja gerade, aber diese Bedeutung ist in den Hintergrund getreten, auch Gutes, Positives bedeuten. &quot;Vergelt's Gott&quot;, heißt es immer noch vor allem im südlichen Teil Deutschlands, und was damit gemeint ist, darauf kommen wir noch zu sprechen.&lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;strong&gt;Ochse um Ochse&lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;/strong&gt;&quot;Vergeltung&quot; zählt zu den so genannten Verbalsubstantiven. Das Verbum dazu heißt &quot;vergelten&quot;, und wenn wir jetzt noch die Vorsilbe weglassen, haben wir &quot;gelten&quot;. Was gilt im Leben? Was hat Bestand und Geltung? Oder, besser gesagt, was soll gelten? Vielleicht Gerechtigkeit? Falls ja, so wird dieser durch das jeweils geltende Recht Geltung verschafft. Oder es wird zumindest versucht.&lt;br&gt;&lt;br&gt;Nehmen wir ein Beispiel, das zwar aus Martin Luthers Bibelübersetzung stammt, aber etwas durchaus Modernes veranschaulicht, nämlich die Haftpflicht: Bei Martin Luther heißt es: &quot;Wenn jemandes Ochse einen anderen Ochsen stößet, dass er stirbt (...) und sein Herr hat ihn nicht verwahret, so soll er einen Ochsen um den anderen vergelten.&quot; Da haben wir's: &quot;Vergelten&quot; und &quot;Vergeltung&quot; heißt eben auch &quot;Rückerstattung&quot;, &quot;Ersatz&quot;, &quot;Zurückzahlung&quot; oder mit einem Wort, das sich im Amtsdeutsch bis heute gehalten hat: &quot;Entgelt&quot;. Mit &quot;t&quot; geschrieben, denn das Wort ist von &quot;entgelten&quot; abgeleitet.&lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;strong&gt;Wer muss bezahlen?&lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;/strong&gt;Die Sprachforscher gehen bei unserem Stichwort davon aus, dass &quot;rückerstatten&quot; beziehungsweise &quot;zurückzahlen&quot; seine ursprüngliche Bedeutung war, &quot;Vergeltung&quot; und &quot;vergelten&quot; also durchaus Begriffe aus dem Wirtschaftsleben. Wie so oft in der Sprachgeschichte lässt sich nicht genau datieren, wann unser Stichwort hinübergewechselt ist in den Bereich des Sittlich-Moralischen, wann es sich im Begriffspaar &quot;Gut&quot; und &quot;Böse&quot; ansiedelte. Letzteres wird derzeit ja ganz besonders strapaziert.&lt;br&gt;&lt;br&gt;Da &quot;Gut&quot; und dort &quot;Böse&quot;, das ist einfach. Vor allem für denjenigen, der es feststellt. Und so lässt sich prima vergelten, zurückschlagen, vernichten, zerstören, denn: Wie du mir, so ich dir. Und so haben wir gleich mehrere Spiralen der Gewalt auf der Welt, haben Vergeltungsschläge einmal hin und einmal her, auf Vergeltungsaktionen folgen neue von der jeweils anderen Seite, und weil das so ist und man das weiß, lassen sich sämtliche Vergeltungsmaßnahmen mit dem Fingerzeig auf den bösen anderen rechtfertigen: &quot;Herr, ich danke dir, dass ich nicht so bin, wie jene.&quot; Von wegen.&lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;strong&gt;Eine Notiz bei Gott&lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;/strong&gt;Aber, wir haben es schon angedeutet, da gibt es noch etwas. &quot;Vergelt's Gott!&quot;, heißt es bei den einfachen Leuten, auf die sich die weniger einfachen immer dann besinnen, wenn sie nicht mehr weiter wissen. &quot;Vergelt's Gott&quot; steht in engem Zusammenhang mit den Armen-Seelen-Geschichten. Das sind Erzählungen im Volksmund. Die Bäuerin, die dem Bettler, dem Armen ein Vesper oder gar Geld schenkt, die ihn in der Scheune schlafen lässt, sie erwartete kein städtisches &quot;Dankeschön&quot;. Ein &quot;Vergelt's Gott&quot; sollte es sein. Dies allein zählte, als Notiz beim lieben Gott für eine gute Tat. Wer zu wenig Gutes getan hatte, musste als arme Seele um die fehlenden betteln gehen. Und konnte sie durchaus bekommen. Es geht auch so mit der Vergeltung. Aber das ist eine alte Geschichte.&lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;strong&gt;Fragen zum Text:&lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;/strong&gt;&lt;strong&gt;Der Begriff &quot;Vergeltung&quot; stammte ursprünglich aus dem Bereich der …&lt;br&gt;&lt;/strong&gt;1. Religion.&lt;br&gt;2. Wirtschaft.&lt;br&gt;3. Medizin.&lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;strong&gt;Ein geflügeltes Wort aus der Bibel lautet: Auge um Auge, …&lt;br&gt;&lt;/strong&gt;1. Zahn um Zahn.&lt;br&gt;2. Ohr um Ohr.&lt;br&gt;3. Finger um Finger.&lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;strong&gt;Welcher Begriff existiert bis heute im Amtsdeutsch?&lt;br&gt;&lt;/strong&gt;1. Abgelt&lt;br&gt;2. Ungelt&lt;br&gt;3. Entgelt&lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;strong&gt;Arbeitsauftrag:&lt;br&gt;&lt;/strong&gt;Diskutieren Sie im Kurs über Möglichkeiten und Wirksamkeit ziviler Konfliktbewältigung jenseits von Vergeltungsschlägen.&lt;/p&gt;
                        &lt;br /&gt;
                        &lt;p&gt;
                            &lt;a href=&quot;http://www.podcast.de/episode/982347/Vergeltung/&quot;&gt;Zur Detailseite bei podcast.de&lt;/a&gt;
                            &lt;br /&gt;
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                            &lt;br /&gt;
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                        &lt;/p&gt;
                    </description>
                                                                        <pubDate>Mon, 29 Dec 2008 18:12:00 +0100</pubDate>
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                <item>
                        <title>Nuss- und Mandelkern</title>
                                    <link>http://www.dw-world.de/dw/article/0,,717781,00.html?maca=de-podcast_stichwort-1172-xml-mrss</link>
                                    <description>Vom zuckersüßen Naschwerk bis zum Mädchen mit den Mandelaugen: Nüsse und Mandeln sind verführerische Zutaten – nicht nur in der vorweihnachtlichen Backstube, sondern auch in der deutschen Sprache.&lt;br /&gt;&lt;p&gt;Es sind nur noch wenige Tage bis Weihnachten, und wer selbstgemachtes Gebäck haben möchte, der muss sich sputen. &quot;Sputen&quot; ist ein altes deutsches Wort für &quot;sich beeilen&quot;. Aber nicht darum geht es in unserem letzten Stichwort vor den Feiertagen, sondern um Backzutaten. Nach Zucker und Zimt sind heute Nüsse und Mandeln dran, wobei diese keineswegs nur zur Herstellung von Weihnachtsplätzchen und Kuchen verwendet werden. Außerdem versteht man unter Nuss und Mandel nicht nur die Frucht des Nuss- und Mandelbaums.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Von harten Nüssen und süßen Mandelstangen&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&lt;/strong&gt; &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Ausdruck &quot;harte Nuss&quot;, umgangssprachlich immer noch recht häufig, steht vielmehr für eine Sache, die Schwierigkeiten bereitet, oder ein Problem, das schwer zu lösen ist. Viele solcher Nüsse sind, wie die essbaren auch, schwer zu knacken. Wobei es für die letzteren den Nussknacker gibt. Dieser kann zangenförmig sein, aber auch die Gestalt einer mit kantigem und überdimensionalem Gebiss ausgestatteten Männerfigur haben. Dieser steckt man die Nuss in den Mund oder besser ins Maul, drückt den Hebel auf dem Rücken runter und – kracks – ist die Nuss geknackt. &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Meistens handelt es sich dabei um eine Walnuss. In der Weihnachtsbäckerei werden aber auch Hasel- und Paranüsse verwendet, die Kokosflocken aus dem Kern der Kokosnuss und natürlich der Mandelkern oder einfach die Mandel. Da gibt es Mandelstangen und Mandelbögen, sächsisches Mandelbrot, Mandelstifte und Frankfurter Brenten. Ein Stichwort würde nicht ausreichen, um all die Backrezepte mit Mandeln und Nüssen aufzuzählen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Nur keine hohle Nuss sein&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Nüsse wachsen auf Bäumen oder Sträuchern. Sie sind rundlich und meist essbar. Allerdings ist schwer an sie ranzukommen, denn ihre Schale ist hart. Manchmal enthält sie nichts weiter als eine so genannte taube Nuss, also einen Kern, der zu nichts mehr taugt und somit völlig wertlos ist. Wer als taube, hohle oder auch dumme Nuss bezeichnet wird, zählt nicht gerade zu den Mitmenschen, mit denen man/frau um jeden Preis arbeiten oder sonst wie zu tun haben möchte. &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Am liebsten würde man diesen Zeitgenossen ab und zu eins auf die Nuss hauen; eine Kopfnuss verpassen; sprich auf den Kopf schlagen. Kopfnüsse geben war eine beliebte Maßnahme abgründiger Pädagogen, um den ihnen anvertrauten Schülern angeblich auf die Sprünge zu helfen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Liebe, Tod und ganz viel Nüsse&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&lt;/strong&gt; &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Im Gegensatz zu &quot;Mandel&quot; gibt es für &quot;Nuss&quot; viele übertragene Bedeutungen. Die sprichwörtliche Nussschale, das kleine Boot auf hoher See, gehört dazu, die Nuss als Fleischstück aus der Kalbs- oder Rinderkeule und die inzwischen nur noch in einigen ländlichen Gegenden zu hörende Redensart &quot;in die Nüsse gehen&quot;. Diese bedeutet auf höchst unterschiedliche Weise zweierlei: zum einen &quot;sterben&quot; und zum anderen so ziemlich das Gegenteil, nämlich die Geliebte oder den Geliebten aufsuchen, um mit ihr oder ihm ins Bett oder, wie es auch heißt, &quot;in die Haseln&quot; zu gehen – wenn grad' kein Bett zur Verfügung steht.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Wenn wir uns in diesem Zusammenhang vorstellen, dass das Mädchen oder die Frau mandelförmige Augen hat und vielleicht zart nach Mandelöl duftet, haben wir doch zumindest sprachlich eine ganz nette Verbindung zwischen Nüssen und Mandeln geschaffen. Und umgekehrt. &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Bittersüß und etwas giftig&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&lt;/strong&gt; &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Beide weisen in der Tat etliche Gemeinsamkeiten auf. Auch Mandeln wachsen auf Bäumen. Im Frühjahr in der Pfalz, oft schon Ende Februar, treiben sie weiße oder zartrosa Blüten aus, die vor den Blättern erscheinen. Die Früchte des Mandelbaums, die Mandeln, gehören zu den Steinfrüchten. Es gibt Süß- und Bittermandeln; beide werden zur Herstellung und Verfeinerung von allerlei Kuchen und Süßspeisen, Lebkuchen und Torten, Desserts und Soßen verwendet. Mandeln enthalten über 50 Prozent Öl und rund 20 Prozent Eiweiß. Süße Mandeln dazu etwa 10 Prozent Zucker.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Man verwendet sie in der Süßwarenherstellung unter anderem für Marzipan. Auch Bittermandeln werden in Lebensmitteln verwendet, wobei die Bittermandel aufgrund des Gehalts an Amygdalin – das ist ein Blausäureglykosid – nicht ganz ungefährlich ist. Großer Beliebtheit erfreuen sich gerade zurzeit die würzig duftenden gebrannten Mandeln, die, wie der Glühwein, auf keinem Weihnachtsmarkt fehlen dürfen. Aber was auch immer Sie kochen oder backen, ob mit oder ohne Nuss- und Mandelkern, was immer Sie tun und wo immer Sie auch sein werden: Wir wünschen Ihnen ein friedliches Weihnachtsfest. &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&lt;/strong&gt; &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&lt;/strong&gt; &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Fragen zum Text&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&lt;/strong&gt; &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Wen oder was bezeichnet man umgangssprachlich als eine &quot;Kopfnuss&quot;?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;a) ein Weihnachtsgebäck&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;b) einen leichten Schlag auf dem Kopf&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;c) einen Pädagogen&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&lt;/strong&gt; &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Zu welcher Fruchtart werden die Mandeln gezählt?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;a) zu den Steinfrüchten&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;b) zu den Nüssen&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;c) zu den Kernfrüchten&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Süße Mandeln enthalten unter anderem …&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;a) Marzipan.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;b) Amygdalin.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;c) Eiweiß.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Arbeitsauftrag: &lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Suchen Sie mit im Internet nach traditionellen Backrezepten in deutscher Sprache, in denen Nüsse oder Mandeln als Zutaten verwendet werden. Einigen sie sich auf ein oder auch mehrere Rezepte, kaufen Sie die notwendigen Zutaten ein und verwandeln Sie Ihren Klassenraum in eine deutsche Backstube. Guten Appetit!&lt;/p&gt;
                        &lt;br /&gt;
                        &lt;p&gt;
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                            &lt;br /&gt;
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                        &lt;/p&gt;
                    </description>
                                                                        <pubDate>Mon, 22 Dec 2008 18:00:00 +0100</pubDate>
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                        <title>Freude</title>
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                                    <description>Die Ausdrucksformen sind verschieden. Doch ob Freudengesang, Freudensprung oder Freudenfeuer, meist genügen uns die sprichwörtlichen &quot;kleinen Freuden des Alltags&quot;. Wenn auch nicht unbedingt jetzt, zum Fest der Freude …&lt;br /&gt;&lt;p&gt;Rechtzeitig zum Fest der Freude das passende Stichwort: Freude. Wer Weihnachtslieder singt oder sich zumindest noch an einige Texte erinnern kann, weiß, dass Freude und Fröhlichsein ziemlich häufig in Liedversen vorkommen: &quot;Nun singet und seid froh&quot;, &quot;O du fröhliche&quot;, &quot;Freut euch ihr Christen&quot; und so weiter.&lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;strong&gt;&quot;Alle Tage sind wir fröhlich, und da machen wir Musik&quot;&lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;/strong&gt;Freude ist ein Gemütszustand. Ausdruck einer Befindlichkeit, der – ganz allgemein gesprochen – eine gute Stimmung zugrunde liegt. In welcher Mannigfaltigkeit diese Stimmung des Gemüts sich äußern kann, dafür liefert die Sprache genügend Beispiele. Müsste Freude in Farben dargestellt werden, es wären die hellen, lichten.&lt;br&gt;&lt;br&gt;Freudige Musik erklingt ebenfalls in hellen, ja festlichen Tönen. Das wohl bekannteste europäische Musikstück solch freudiger Art ist der Schlusssatz von Beethovens Neunter Symphonie. Dort erscheint die Freude in den Worten Friedrich Schillers als &quot;schöner Götterfunken&quot;. Freude also auch ein Geschenk der Götter an die Menschen. Nicht umsonst heißt es &quot;himmlische&quot; und &quot;göttliche Freude&quot;. &lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;strong&gt;Was wäre die Freude ohne ihr Gegenstück?&lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;/strong&gt;Die Freude, die überschäumende, die einem vor Freude tanzen lässt, die Freudensprünge auslöst; diese Freude enthebt die Menschen von aller Last, allen Sorgen, allen dunklen Gedanken. Aber: nur für kurze Zeit. Nicht nur in der redensartlichen Wendung &quot;Freud und Leid&quot; liegen das Helle und das Dunkle nahe beieinander.&lt;br&gt;&lt;br&gt;Freud und Leid wechseln sich ab im Leben, sind seltsam verteilt. Für jeden gibt es mal mehr, mal weniger von Freud und von Leid. &quot;Zwischen Freud und Leid ist die Brücke nicht breit&quot;, lautet das Sprichwort, und Goethe hat diese Weisheit in Faust II so formuliert: &quot;Freud muss Leid, Leid muss Freude haben.&quot;&lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;strong&gt;Schenken wir uns Freude – oder einen Schnellkochtopf&lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;/strong&gt;Aber nun Schluss mit den schlauen Sprüchen, schließlich ist Weihnachten, die Zeit der stillen, der besinnlichen Freude, die Zeit, in der man gerne Freude schenken möchte. Glaubt man der Werbung, so ist nichts einfacher als das. &quot;Mit Freude und mit Liebe schenken&quot; ist ein gängiger Slogan – ganz gleich, ob es sich um ein Diamantcollier oder einen Schnellkochtopf handelt.&lt;br&gt;&lt;br&gt;Aber: Jeder weiß, dass Freude nicht zu kaufen ist. Darüber – und das erwähnen wir jetzt trotz des hohen Weihnachtsfestes – können auch so beschönigende Worte wie &quot;Freudenmädchen&quot; und &quot;Freudenhaus&quot; nicht hinwegtäuschen. Unbestritten, dass der Mensch Freude braucht, Zuwendung, Liebe. Haben wir dieses im Sinn, bekommt der Ausdruck &quot;Freude schenken&quot; einen ganz anderen Klang.&lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;strong&gt;Schön wär's: Vorfreude auf einen Tag im Büro&lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;/strong&gt;Passend zu Weihnachten die Freude der Eltern über ihr neugeborenes Kind: Mutterfreuden und Vaterfreuden. Freude empfinden, sich freuen wie ein Kind, eine stille Freude an etwas haben, freudig erregt, voller Vorfreude sein; wir wissen es: Tausende von Gründen kann es dafür geben.&lt;br&gt;&lt;br&gt;Wir wollen hier die sprichwörtlichen kleinen Freuden des Alltags nennen, die nicht zu unterschätzen sind. Eine freundliche Begrüßung am Morgen, und der Tag im Büro sieht schon ganz anders aus. Stimmt’s? Natürlich gibt es auch die Muffel, die Kolleginnen und Kollegen, die ein gegrunztes &quot;Morn&quot; ablassen und ansonsten nur rummeckern und einem das Leben schwer machen.&lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;strong&gt;Wie war das noch mit der schönsten aller Freuden?&lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;/strong&gt;Beschleicht einen da nicht eine klammheimliche Freude, wenn so ein Miesmacher beim rückwärts Einparken eine kleine Delle in die neue Karre macht? Fast möchte man glauben, Schadenfreude sei wirklich die schönste Freude. Nun ja. &quot;Was des einen Leid, ist des anderen Freud.&quot; So ist das wohl, und weil dies und so vieles andere auch einfach nicht zu ändern ist, sollte man das Motto jenes Gesellschaftsliedes aus dem 18. Jahrhundert beherzigen, das da heißt: &quot;Freut euch des Lebens.&quot; – Und zwar nicht nur an Weihnachten.&lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;strong&gt;Fragen zum Text:&lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;/strong&gt;&lt;strong&gt;Von wem stammt der Text zum Schlusssatz von Beethovens Neunter Symphonie?&lt;br&gt;&lt;/strong&gt;1. Heinrich Hoffmann von Fallersleben&lt;br&gt;2. Friedrich Schiller&lt;br&gt;3. Johann Wolfgang von Goethe&lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;strong&gt;Ein Sprichwort lautet: &quot;Zwischen Freud und Leid …&quot;?&lt;br&gt;&lt;/strong&gt;1. entscheidet nur die Zeit&lt;br&gt;2. liegt eine halbe Ewigkeit&lt;br&gt;3. ist die Brücke nicht breit&lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;strong&gt;Wie heißt ein bekanntes Weihnachtslied?&lt;br&gt;&lt;/strong&gt;1. O du fröhliche&lt;br&gt;2. Froh zu sein, bedarf es wenig&lt;br&gt;3. Ode an die Freude&lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;strong&gt;Arbeitsauftrag:&lt;br&gt;&lt;/strong&gt;Deutsche gelten als eher reserviert, Emotionen werden meist zurückgehalten. Diskutieren Sie über Ihre persönlichen Erfahrungen hierzu und vergleichen Sie diese mit der Mentalität in Ihrem Land.&lt;/p&gt;
                        &lt;br /&gt;
                        &lt;p&gt;
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                        &lt;/p&gt;
                    </description>
                                                                        <pubDate>Mon, 15 Dec 2008 16:34:00 +0100</pubDate>
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                <item>
                        <title>Schein</title>
                                    <link>http://www.dw-world.de/dw/article/0,,722467,00.html?maca=de-podcast_stichwort-1172-xml-mrss</link>
                                    <description>Wo genau der Unterschied zwischen &quot;scheinbar&quot; und &quot;anscheinend&quot; liegt, wissen viele nicht. Klar jedoch ist, der Schein ist nicht die Realität, sondern das, was wir von der Realität wahrnehmen. Oder wahrnehmen wollen.&lt;br /&gt;&lt;p&gt;Was wollen wir sehen? Sind es im physikalischen Sinn jene Bilder, die auf der Netzhaut unseres Auges abgebildet werden, also das, was uns umgibt? Falls nicht, können wir zwar die Augen vor diesen Bildern verschließen, aber sie bleiben dennoch gegenwärtig. Es gibt so etwas wie die inneren Bilder. Abbilder. Es sind dies Abbilder der realen Welt, die wir gewissermaßen als Erinnerung speichern. Wenn wir einmal das Brandenburger Tor gesehen haben, werden wir zeitlebens wissen, wie es aussieht. Daneben aber gibt es die Wunschbilder, die in uns und nur für uns Gestalt annehmen, die wir aber so gerne in Wirklichkeit verwandelt sähen. Zum Beispiel Bilder der Ruhe, des inneren und äußeren Friedens. Sie erscheinen im Schein der Kerzen, jetzt, zu Weihnachten.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Besinnlicher Kerzenschein&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Was geschieht, wenn die Kerzen angezündet sind? Es breitet sich etwas aus, was oft mit heimeliger Atmosphäre, Besinnlichkeit, Gemütlichkeit, Wärme beschrieben wird. Dies scheint sich einzustellen, wenn sich das Licht im Schein der Kerzen ausbreitet. Aber er selbst, der Lichtschein ist ja weder Wärme noch Gemütlichkeit; er ist scheinbar und damit Licht.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Und was bedeutet &quot;scheinbar&quot;? &quot;Scinbari&quot;, das althochdeutsche Wort, ist der Ursprung von &quot;scheinbar&quot;. &quot;Scinbari&quot; war das Wort für &quot;Licht bringen&quot;, &quot;Licht herantragen&quot;, &quot;Helligkeit bringen&quot;. Was Helligkeit bringt, eine Lichtquelle also, ist selbst gut sichtbar. Kerzen-, Sonnen- und Mondschein macht immer auch Kerze, Sonne und Mond sichtbar. Dieses Wort &quot;scheinbar&quot; – &quot;Licht tragen&quot; – hat im Laufe der Zeit seine Bedeutung nicht grundlegend verändert, aber verfeinert.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Besser anscheinend als scheinbar gerettet&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Im 18. Jahrhundert tritt der Aspekt der sinnlichen Wahrnehmung zurück und macht der Bedeutung von &quot;geistiger Wahrnehmung&quot; im Sinne von &quot;erkennbar&quot; Platz. Was aber im geistigen Sinne erkennbar ist, muss nicht unbedingt eine Entsprechung im Realen haben. Das Erkannte kann als Ergebnis eines Denkprozesses lediglich einleuchtend oder wahrscheinlich sein; muss aber nicht stimmen; nicht richtig sein. Und jetzt sind wir bei der heutigen Bedeutung und dem Gebrauch von &quot;scheinbar&quot; angekommen. &quot;Scheinbar&quot;, der Gegensatz zu &quot;wirklich&quot;, &quot;scheinbar&quot; drückt einen der Wirklichkeit nicht entsprechenden Schein aus.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Und was ist mit &quot;anscheinend&quot;? Man könnte so sagen: An das Anscheinende möchte man glauben, es für richtig, für zutreffend halten. Da man aber nicht weiß, ob es tatsächlich so ist, wird man sich nicht dafür verbürgen. &quot;Anschein&quot; beinhaltet auch Zweifel. Ein Beispiel: &quot;Es hat den Anschein, als ob alle gerettet werden könnten&quot;, bedeutet: Die Rettung mag gelingen, aber sie kann genauso gut misslingen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;So tun als ob&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Wir bitten um Nachsicht, wenn dieses Stichwort zum Thema &quot;Schein&quot; etwas kompliziert daherkommt. Nur: Das Wort und sein Begriff sind nicht ganz einfach zu erklären. Eine häufig verwendete Redensart der deutschen Sprache ist: &quot;Mehr Schein als Sein&quot;. Wir wissen alle, was damit gemeint ist.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Der Ausdruck kennzeichnet zum Beispiel das Missverhältnis zwischen der – natürlich – äußeren Erscheinung eines Menschen und seinem Verhalten, seiner Art, seinem Charakter. Der Schein trügt eben. Und: Der Schein erweckt den Anschein, als wäre etwas so, wie es zu sein vorgibt.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Keine Lüge, nur ein Symbol&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Wir kommen noch einmal zum Schein der Kerze, zum Kerzenschein. Zu einer rein physikalischen Erscheinung. Die brennenden Kerzen, die Lichterketten, die leuchtenden Weihnachtsbäume allüberall erwecken nur den Anschein von Frieden, Geborgenheit, und Ruhe. Die Nachrichten zur jeweils vollen Stunde bestätigen uns dies auch an Weihnachten in aller Härte. Das Licht der Kerzen, der schöne Schein, ist nur Symbol. Das wahre Licht geht vom Menschen aus. Um es mit den Worten der Christen zu sagen: vom Menschensohn, der seinen Nachfolgern mit auf den Weg gab: &quot;Ihr seid das Licht der Welt.&quot;&lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;strong&gt;Fragen zum Text:&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Eine Sache, die anscheinend auf eine bestimmte Weise beschaffen ist,&lt;/strong&gt; &lt;strong&gt;ist in Wirklichkeit …?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;1. nicht so&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;2. soweit man erkennen kann, so&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;3. ganz sicher so&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Eine verbreitete Redensart lautet vollständig: Mehr Schein als …?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;1. Wein&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;2. rein&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;3. Sein&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&quot;Scheinbar&quot; in seiner ursprünglichen Form bedeutete …?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;1. Licht bringen&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;2. abbilden&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;3. mit einem Geldschein bezahlen&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Arbeitsauftrag:&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Stellen Sie sich vor, Sie sind auf einer Feier, und alle Gäste geben schrecklich an und tun so, als ob Sie ein anderes Leben führen würden. Auch Sie möchten nun etwas vorgaukeln, was Sie nicht sind, aber gerne wären. Was würden Sie erzählen? Benutzen Sie dabei den Konjunktiv.&lt;/p&gt;
                        &lt;br /&gt;
                        &lt;p&gt;
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                            &lt;br /&gt;
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                            &lt;br /&gt;
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                        &lt;/p&gt;
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                                                                        <pubDate>Mon, 08 Dec 2008 11:34:00 +0100</pubDate>
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                        <title>Nikolaus</title>
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                                    <description>Er ist zu einer unsterblichen Figur geworden, die jedes Jahr mit rotem Umhang, Mütze, weißem Bart und goldenem Stab Häuser und Wohnungen besucht und die Schuhe der Kinder mit Süßigkeiten füllt: der heilige Nikolaus.&lt;br /&gt;&lt;p&gt;Der 6. Dezember ist ein ganz besonderes Datum in der Vorweihnachtszeit. Dieser Tag ist nach dem Heiligenkalender der Tag des Heiligen Nikolaus. Weshalb er im Range eines Heiligen steht, ist es wert, erzählt zu werden. Stichwortartig versteht sich. &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Von Myra in die Welt hinaus&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&lt;/strong&gt; &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Nikolaus, der Bischof von Myra, einer Hafenstadt in Kleinasien, die heute zur Türkei gehört, lebte dort im 4. Jahrhundert. Um das Jahr 350 ist er gestorben. Als die Menschen seiner Stadt großen Hunger litten, beschwor er die Seeleute der kaiserlichen Flotte, die mit Schiffen voll Getreide im Hafen lagen, ihnen von dem Weizen zu geben. Aber sie hatten strengsten Befehl, die gesamte Ladung bis aufs letzte Korn in die kaiserlichen Vorratshäuser zu liefern. Schließlich gelang es dem Bischof Nikolaus, die Herzen der Kapitäne zu erweichen. Säckeweise wurde Korn an Land gebracht, niemand musste mehr hungern, ja es wurde sogar Korn auf den Feldern ausgesät. Die Not war zu Ende. Die Legende will, dass bei der Ankunft der Schiffe in ihrem Heimathafen kein Pfund Getreide fehlte. Ein Wunder war geschehen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&lt;/strong&gt; &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Kein Wunder hingegen, dass die Verehrung für den Bischof von Myra sich über ganz Europa ausbreitete. Der Nikolaus wurde zur Symbolfigur des Retters der Armen und Notleidenden, der Kranken und Schwachen, der Großen und der Kleinen. Er ist zu einer unverkennbaren und wahrscheinlich unsterblichen Figur geworden, die mit rotem Bischofsumhang, weißem Bart und goldenem Stab am Nikolausabend vorbeischaut, ob denn alles in Ordnung ist und es den Leuten auch gut geht.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Ein Kinderschreck betritt die Bühne&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&lt;/strong&gt; &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es müssen Erwachsene gewesen sein, die irgendwann auf die Idee gekommen sind, dem guten Nikolaus einen furchteinflößenden Begleiter an die Seite zu stellen. So ungefähr ab der Mitte des 17. Jahrhunderts kommt der Nikolaus nämlich nicht mehr allein, sondern mit Knecht Ruprecht zu den Kindern. Der verkündet in einem 1663 erschienenen Weihnachtsspiel mit folgenden Worten, was Sache ist: &quot;Ich bin der alte böse Mann, der alle Kinder fressen kann.&quot;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Und so sieht er auch aus: Stechender Blick, ein hässlicher Bocksbart, aus der derben Pelzmütze ragen Geißbockhörner und mit Händen wie Pratzen will er die Kinder packen und in den Sack auf seinem Rücken stecken. Manchmal gibt es auch nur Prügel mit der Rute, die er auch gleich mitgebracht hat. Was ist da geschehen? Wie passen ein Heiliger und ein Kinderschreck zusammen? Ein Bischof und einer aus der 'civitas diaboli', dem Reich des Bösen?&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Ruprecht als probates Erziehungsmittel?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&lt;/strong&gt; &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Negativgestalt an der Seite von Nikolaus hat viele Namen. Aber ob Ruprecht, Zemper, Krampus oder Wubartl, es sind allesamt Angstmacher. Jetzt wird beim abendlichen Hausbesuch nicht mehr gefragt, wie es den Kindern geht, sondern ob es gute oder böse Kinder sind.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Als böse galten unter anderen natürlich jene, die den Eltern nicht immer gehorchten, Dummheiten machten oder zu Hause oder in der Schule faul waren. Und das wurde bestraft. Vom Kinderschreck Knecht Ruprecht. Das Straf-Inventar ist lang und war über Jahrhunderte Mittel der Kindererziehung. Wer kennt sie nicht, zumindest aus Erzählungen, die Drohung mit dem Schwarzen Mann? Oder wie beim &quot;Struwwelpeter&quot;, einem der meist übersetzten Kinderbücher: &quot;Da taucht der Nikolas&quot; drei böse Buben &quot;in das große Tintenfass.&quot; Merke: Wer faul und böse ist, dem geht’s an Leib und Leben.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Niklaus ist ein guter Mann!&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&lt;/strong&gt; &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Zum Glück haben all diese schrecklichen Sachen nichts mit dem Heiligen Nikolaus zu tun. Der wusste nämlich ganz genau, was wirklich wichtig und gut für die Menschen ist. Als er einmal – und dies ist die älteste Nikolausgeschichte – von drei Mädchen hörte, die so arm und elend waren, dass ihnen nur der Weg ins so genannte Freudenhaus blieb, da warf er heimlich bei Nacht jedem der Mädchen eine goldene Kugel ins Bett. So wurden sie reich und konnten ihre Liebsten heiraten.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Woher kommt es wohl, dass in ländlichen Gegenden sich noch heute Danksagungen für Ehe- und Liebesglück an den Kirchenwänden finden? Danksagungen an den heiligen Nikolaus? &quot;Niklaus ist ein guter Mann&quot;, singen die Kinder, und sie haben völlig recht. &lt;/p&gt;


&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Fragen zum Text:&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Nikolaus steht als Symbolfigur für …&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;1. einen Retter, der den notleidenden Menschen hilft.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;2. einen Heiligen, der über die Seeleute wacht.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;3. einen Ritter, der für eine gute Getreideernte sorgt. &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Was ist eine Legende?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;1. ein Tatsachenbericht&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;2. eine Erzählung, für die es keinen Beweis gibt&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;3. eine Frau, die auf dem Boden liegt&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Seit wann kommt der Nikolaus mit einem bösen Begleiter zu den Kindern?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;1. seit dem 6. Dezember&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;2. um 350 nach Christus&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;3. ab Mitte des 17. Jahrhunderts&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Arbeitsauftrag:&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Knecht Ruprecht, der böse Begleiter vom Nikolaus, ist einer von vielen Schreckgestalten in der Literatur. Schreiben sie einen kurzen Aufsatz über einen anderen Bösewicht, der Ihnen in der Kindheit Angst eingejagt hat.&lt;/p&gt;
                        &lt;br /&gt;
                        &lt;p&gt;
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                            &lt;br /&gt;
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                        &lt;/p&gt;
                    </description>
                                                                        <pubDate>Mon, 01 Dec 2008 17:31:00 +0100</pubDate>
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                <item>
                        <title>Zucker und Zimt</title>
                                    <link>http://www.dw-world.de/dw/article/0,,713435,00.html?maca=de-podcast_stichwort-1172-xml-mrss</link>
                                    <description>Noch vor gut 200 Jahren waren Zucker und Zimt Spezialitäten, für die hohe Preise bezahlt werden mussten. Heutzutage fehlt beides wohl in kaum einem Haushalt – genauso wenig wie im Weihnachtsgebäck.&lt;br /&gt;&lt;p&gt;Eine Frage an Sie: Was gehört zu Milchreis und Grießbrei? – Sie haben es erraten und sich ein vorweihnachtliches Stichwort verdient: &quot;Zucker und Zimt&quot;. Beide sind unverzichtbar für den in Milch gekochten Reis und den aus Weizengrieß zubereiteten Brei. &quot;Zucker und Zimt&quot; sind gewissermaßen zu einem Begriffspaar geworden wie &quot;Pfeffer und Salz&quot; oder &quot;Essig und Öl&quot;. Natürlich muss man nicht immer Zucker und Zimt verwenden, aber zumindest in der Weihnachtsbäckerei gehen die beiden zusammen mit anderen Zutaten die köstlichsten Verbindungen ein. Während bei Ihnen zuhause möglicherweise gerade der Duft von Zimtsternen oder Zimtkipferl die Wohnung durchzieht, die Marillenringe, die nachher mit weißem Hagelzucker bestreut werden, schon im Backofen sind, möchten wir Ihnen ein bisschen erzählen vom Zucker und Zimt.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Was die Kreuzzüge gebracht haben&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Wenn wir heute Zucker und Zimt brauchen, gehen wir einfach in den Laden und kaufen uns welchen. Früher waren Zucker und Zimt allerdings teure Kostbarkeiten; der Zucker wurde in Mitteleuropa erst im Mittelalter bekannt. Die Ritter der Kreuzzüge brachten ihn aus fernen Ländern mit.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Wenn der Zucker eine Heimat hat, dann ist sie irgendwo im heutigen Indien. Dort, im südasiatischen Raum, gab es schon vor Urzeiten Zuckerrohr. Wahrscheinlich durch Alexander den Großen, dessen Heere bis nach Indien vorgestoßen waren, gelangte das Rohr mit dem süßen Mark, das man kauen konnte, in den Mittelmeerraum.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Sukkar, sucre, sugar&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Den Arabern gelang es im 7. nachchristlichen Jahrhundert als ersten, das herzustellen, was wir heute noch &quot;Rohrzucker&quot; nennen. Ihnen verdanken wir auch den Namen für den &quot;ohne die Hilfe von Bienen hervorgebrachten Honig&quot;. Er hieß &quot;sukkar&quot;. Das arabische Wort klingt nach im französischen &quot;sucre&quot;, dem englischen &quot;sugar&quot; und auch im deutschen &quot;Zucker&quot;.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Selbst das 1879 erfundene Sacharin – Süßstoff, der mit Zucker nichts zu tun hat und in Reinform nur ekelhaft süß schmeckt – leiht sich den Namen vom Zucker. Für das &quot;süße Salz&quot;, wie der Zucker auch wegen seiner Konsistenz und Farbe genannt wurde, für Rohr- oder Kolonialzucker waren wie für den Zimt hohe Preise zu bezahlen. Was den Zucker betrifft, änderte sich das erst gegen Ende des 18. Jahrhunderts.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Rübe statt Rohr&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Der deutsche Wissenschaftler Andreas Markgraf erinnerte sich einer alten Schrift seines Kollegen Oliver de Serres, der zweihundert Jahre zuvor festgestellt hatte, dass Runkelrüben süße Säfte enthielten. Bald gelang es, aus den Rüben Zucker herzustellen. Die Engländer hatten geahnt, was es bedeuten würde, falls der Deutsche mit seinen Zuckerrüben Erfolg haben würde und boten dem Forscher die damals gigantische Summe von 200.000 Talern – für die Einstellung der Versuche.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Sie hätten ihm gewissermaßen – um eine sehr derbe Redensart zu verwenden – &quot;Zucker in den Hintern geblasen&quot;, wenn er denn aufgehört hätte, seinen verdammten Rübenzucker herzustellen. Heute werden weltweit etwa 50 Millionen Tonnen Zucker pro Jahr gewonnen. Ungefähr die Hälfte aus Zuckerrüben.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Von China nach Pisa&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Venedig, Pisa und Genua, das waren die Hauptumschlagplätze für die Gewürze aus dem Fernen Osten und dem Orient, aber auch für Zucker gewesen. Von dort wurden die wertvollen Waren über die Alpen nach Mitteleuropa gebracht und zu horrenden Preisen verkauft. Auch der Zimt. Um es gleich zu sagen: Für Zimt gibt es keinen Ersatz. Nur unterschiedliche Qualitäten.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Zimt stammt aus Ceylon, das ist dann &quot;Cinnamomum zeylanicum&quot;, oder &quot;Kassiazimt&quot;, der aus China kommt und auch &quot;Chinazimt&quot; genannt wird. Die Zimtstangen, das sind eigentlich aufgerollte und getrocknete Rindenstücke des chinesischen Zimtbaums, und auch der feinere &quot;Caneel&quot; oder &quot;Ceylonzimt&quot; sind neben Zimtpulver bei uns im Handel erhältlich. Zimt schmeckt süß, feurig und hat einen unverwechselbaren Duft. Man würzt und verfeinert keineswegs nur das Weihnachtsgebäck mit Zimt; auch Braten, Eintöpfe und Gemüse – natürlich nicht alle – werden mit einer Prise Zimt verfeinert.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Ziegen und der Zimt&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Aber wir müssen aufhören; es hat an der Wohnungstür geklingelt. Es war tatsächlich die Nachbarin, diese blöde Zimtzicke, die scheinheilig mit dem Plastikschüsselchen in der Hand gefragt hat, ob wir nicht ein paar Eiweiße übrig hätten, sie wolle Mandelzimtgebäck machen, und es hätte so gut geduftet, da hätte sie … na ja. Für Rezepte haben wir jetzt keine Zeit mehr, denn wahrscheinlich wollen Sie alle wissen, was es mit dem Wort &quot;Zimtzicke&quot; auf sich hat. Also: Auf seltsamen sprachlichen Wegen hat Zimt irgendwann die Bedeutung von &quot;Plunder&quot;, &quot;wertlosem Zeug&quot;, oder auch &quot;Unsinn und dummes Zeug reden&quot; bekommen. Die Ziege oder Zicke springt, wenn sie aufgeregt ist, hektisch hin und her, spielt verrückt. Die Zimtzicke, so etwas wie eine blöde Kuh, nur aufgeregter, macht das immer und redet Stuss dabei. Aber – schauen Sie jetzt mal nach den Marillenringen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt; &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Fragen zum Text:&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Wo liegt die mutmaßliche Heimat des Zuckers?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;1. in Indien&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;2. in China&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;3. in Nordafrika&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Aus welchem Teil des Zimtbaumes werden Zimtstangen hergestellt?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;1. aus den Wurzeln&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;2. aus dem Harz&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;3. aus der Rinde&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Der Begriff &quot;Zimtzicke&quot; …?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;1. ist ein Schimpfwort&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;2. bezeichnet hochwertigen Zimt aus Ceylon&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;3. stammt aus dem Arabischen&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Arbeitsauftrag:&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In unserem Stichwort, so hieß es, sei keine Zeit mehr für Rezepte gewesen: Formulieren Sie deshalb Ihre Lieblingsrezepte für Festtagsgebäck – ob mit oder ohne Zimt.&lt;/p&gt;
                        &lt;br /&gt;
                        &lt;p&gt;
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                            &lt;br /&gt;
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                        &lt;/p&gt;
                    </description>
                                                                        <pubDate>Mon, 24 Nov 2008 14:22:00 +0100</pubDate>
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                <item>
                        <title>Disziplin</title>
                                    <link>http://www.dw-world.de/dw/article/0,,687732,00.html?maca=de-podcast_stichwort-1172-xml-mrss</link>
                                    <description>Sie ist untrennbar mit jeder Art von militärischer Ausbildung verbunden und gilt noch immer als typisch deutsch. Doch das ist nicht mal die halbe Wahrheit. Es lohnt sich, genauer hinzusehen ...&lt;br /&gt;&lt;p&gt;Er steckt in jedem von uns, ist zäh und ausdauernd, immer auf dem Sprung und manchmal nur sehr schwer oder gar nicht zu besiegen. Die Rede ist von jenem Phänomen, das man umgangssprachlich den &quot;inneren Schweinehund&quot; nennt. Er ist so etwas wie der Lockruf der Faulheit, er ist die Schatztruhe, gefüllt mit allen möglichen und unmöglichen Ausreden, sich vor ernsthafter Arbeit oder auch nur lästigem Fensterputzen und dem Bügeln von Oberhemden zu drücken. Aber nicht der Schweinehund ist diese Woche unser Stichwort, sondern das, womit man ihn überwinden kann: die Disziplin.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Selbstdisziplin als Gegner des Schweinehunds&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Natürlich war und ist Disziplin viel mehr als nur ein Mittel, sich der eigenen Trägheit mutig entgegenzustellen. Und außerdem: Disziplin lässt sich erlernen – um den kleinen dicken Schweinehund braucht man sich insofern nicht bemühen, als er schon da ist und stets und mit großer Geduld darauf wartet, was wir ihm denn an Selbstdisziplin entgegenzusetzen haben.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Jetzt, Sie merken es, müssen wir ran, müssen uns diszipliniert dem Stichwort &quot;Disziplin&quot; widmen, sonst siegt der Schweinehund. Um es vorweg zu sagen: &quot;Disziplin&quot; ist ein Fremdwort in der deutschen Sprache, gleichwohl gehört es zum festen Bestandteil unseres Vokabulars. Das Wort taucht bereits im 12. Jahrhundert im Deutschen auf, dem Lateinischen &quot;disciplina&quot; entlehnt. In beiden Sprachen bedeutete es ursprünglich schulische und/oder militärische Zucht, Ordnung und nicht zuletzt Erziehung.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Disziplin jenseits von Ideologie&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Spätestens seitdem die so genannte Pisa-Studie die Deutschen aufgeschreckt hat, geht es in der Diskussion um schulische Bildung auch wieder um Disziplin. Aber was heißt gerade in diesem Zusammenhang Disziplin? Mindestens zweierlei. Zum einen ist Disziplin das Einhalten bestimmter, festgelegter Verhaltensregeln, das sich Einfügen in eine Gruppe, der Klassen- beziehungsweise Schulgemeinschaft; und zum anderen ist sie die Fähigkeit, den eigenen Willen zu beherrschen, Gefühle zurückzustellen, Schwächen zu unterdrücken, um so alle Kräfte zu bündeln, damit ein gesetztes Ziel erreicht werden kann.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Früher wurde oft bespöttelt, wer auf Disziplin hielt; und wer gar von eiserner Disziplin sprach und sie auch forderte, der stand leicht im Verdacht, jener bedingungslosen Unterordnung das Wort zu reden, die von den Nationalsozialisten als Disziplin und typisch deutsche Tugend ausgegeben und ideologisch vereinnahmt wurde. Disziplin ist viel mehr Ein- statt Unterordnung; und Disziplin in der Schule, im öffentlichen Leben, im Straßenverkehr ist gerade durch das Befolgen verbindlicher Regeln und Regelungen auch Rücksichtnahme.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Zum Beispiel: die Medizin&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Aber wir wollen uns nicht vor einem Beispiel für eiserne Disziplin drücken, die es – nebenbei bemerkt – keineswegs nur im militärischen Bereich gibt. Würde das medizinische Team im Operationssaal nicht mit äußerster Konzentration unter Aufbietung allen Wissens und Könnens und ohne die geringste Gefühlsregung dem Menschen auf dem Tisch helfen wollen, die Patientin oder der Patient hätte in vielen Fällen nicht den Hauch einer Chance.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Da wir gerade bei der Medizin sind: Sie ist wie alle anderen an den Universitäten gelehrten Disziplinen eine wissenschaftliche Disziplin. Diese lassen sich gewissermaßen unterteilen. So ist zum Beispiel die Anatomie eine selbständige Disziplin der Medizin. Die Bedeutung von Disziplin als wissenschaftlicher Unterweisung, Belehrung und Unterricht gibt es im deutschsprachigen Raum seit dem ausgehenden Mittelalter.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Von Disziplinarverfahren und Wintersport&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Disziplin ist auch ganz einfach Pflicht- und Diensterfüllung, das Einhalten bestimmter Vorschriften und die Verpflichtung auf den Staat im Berufsbeamtentum. Wer als Beamter dagegen verstößt, hat in schwerwiegenden Fällen folgerichtig ein Disziplinarverfahren zu erwarten, eine juristische Untersuchung also.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Seit den frühen Jahren des 20. Jahrhunderts wurde der Begriff der Disziplin auch auf den sportlichen Bereich ausgedehnt. Im Sinne von sportlichem Teilbereich, Sportart und sportlicher Übung. Da in unseren Breiten bald der Winter beginnt, nehmen wir den Skilanglauf als Beispiel für eine sogar olympische Disziplin des Wintersports. Soll sehr gesund sein. Aber wenn es dann morgens bei eisigen Temperaturen auf die Loipe gehen soll, muss man schon ein bisschen Disziplin im Leib haben, um den inneren Schweinehund zu überwinden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;strong&gt;Fragen zum Text:&lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;/strong&gt;&lt;strong&gt;Was bezeichnet der Begriff &quot;innerer Schweinehund&quot;?&lt;br&gt;&lt;/strong&gt;1. ein Fabelwesen aus der griechischen Mythologie&lt;br&gt;2. die Trägheit, anstehende Aufgaben zu erledigen&lt;br&gt;3. die innere Ausgeglichenheit und Zufriedenheit&lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;strong&gt;Aus welcher Sprache wurde das Wort &quot;Disziplin&quot; entlehnt?&lt;br&gt;&lt;/strong&gt;1. aus dem Griechischen&lt;br&gt;2. aus dem Englischen&lt;br&gt;3. aus dem Lateinischen&lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;strong&gt;Wo spricht man nicht von Disziplinen?&lt;br&gt;&lt;/strong&gt;1. in der Wissenschaft&lt;br&gt;2. im Straßenverkehr&lt;br&gt;3. im Sport&lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;strong&gt;Arbeitsauftrag:&lt;br&gt;&lt;/strong&gt;&quot;Früher war im Bildungswesen alles besser, weil den Schülern noch Disziplin beigebracht wurde!&quot; Setzen Sie sich kritisch mit dieser These auseinander.&lt;/p&gt;
                        &lt;br /&gt;
                        &lt;p&gt;
                            &lt;a href=&quot;http://www.podcast.de/episode/1173863/Disziplin/&quot;&gt;Zur Detailseite bei podcast.de&lt;/a&gt;
                            &lt;br /&gt;
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                            &lt;br /&gt;
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                        &lt;/p&gt;
                    </description>
                                                                        <pubDate>Mon, 17 Nov 2008 16:23:00 +0100</pubDate>
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                        <title>Disziplin</title>
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                                    <description>Sie ist untrennbar mit jeder Art von militärischer Ausbildung verbunden und gilt noch immer als typisch deutsch. Doch das ist nicht mal die halbe Wahrheit. Es lohnt sich, genauer hinzusehen ...&lt;br /&gt;&lt;p&gt;Er steckt in jedem von uns, ist zäh und ausdauernd, immer auf dem Sprung und manchmal nur sehr schwer oder gar nicht zu besiegen. Die Rede ist von jenem Phänomen, das man umgangssprachlich den &quot;inneren Schweinehund&quot; nennt. Er ist so etwas wie der Lockruf der Faulheit, er ist die Schatztruhe, gefüllt mit allen möglichen und unmöglichen Ausreden, sich vor ernsthafter Arbeit oder auch nur lästigem Fensterputzen und dem Bügeln von Oberhemden zu drücken. Aber nicht der Schweinehund ist diese Woche unser Stichwort, sondern das, womit man ihn überwinden kann: die Disziplin.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Selbstdisziplin als Gegner des Schweinehunds&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Natürlich war und ist Disziplin viel mehr als nur ein Mittel, sich der eigenen Trägheit mutig entgegenzustellen. Und außerdem: Disziplin lässt sich erlernen – um den kleinen dicken Schweinehund braucht man sich insofern nicht bemühen, als er schon da ist und stets und mit großer Geduld darauf wartet, was wir ihm denn an Selbstdisziplin entgegenzusetzen haben.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Jetzt, Sie merken es, müssen wir ran, müssen uns diszipliniert dem Stichwort &quot;Disziplin&quot; widmen, sonst siegt der Schweinehund. Um es vorweg zu sagen: &quot;Disziplin&quot; ist ein Fremdwort in der deutschen Sprache, gleichwohl gehört es zum festen Bestandteil unseres Vokabulars. Das Wort taucht bereits im 12. Jahrhundert im Deutschen auf, dem Lateinischen &quot;disciplina&quot; entlehnt. In beiden Sprachen bedeutete es ursprünglich schulische und/oder militärische Zucht, Ordnung und nicht zuletzt Erziehung.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Disziplin jenseits von Ideologie&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Spätestens seitdem die so genannte Pisa-Studie die Deutschen aufgeschreckt hat, geht es in der Diskussion um schulische Bildung auch wieder um Disziplin. Aber was heißt gerade in diesem Zusammenhang Disziplin? Mindestens zweierlei. Zum einen ist Disziplin das Einhalten bestimmter, festgelegter Verhaltensregeln, das sich Einfügen in eine Gruppe, der Klassen- beziehungsweise Schulgemeinschaft; und zum anderen ist sie die Fähigkeit, den eigenen Willen zu beherrschen, Gefühle zurückzustellen, Schwächen zu unterdrücken, um so alle Kräfte zu bündeln, damit ein gesetztes Ziel erreicht werden kann.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Früher wurde oft bespöttelt, wer auf Disziplin hielt; und wer gar von eiserner Disziplin sprach und sie auch forderte, der stand leicht im Verdacht, jener bedingungslosen Unterordnung das Wort zu reden, die von den Nationalsozialisten als Disziplin und typisch deutsche Tugend ausgegeben und ideologisch vereinnahmt wurde. Disziplin ist viel mehr Ein- statt Unterordnung; und Disziplin in der Schule, im öffentlichen Leben, im Straßenverkehr ist gerade durch das Befolgen verbindlicher Regeln und Regelungen auch Rücksichtnahme.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Zum Beispiel: die Medizin&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Aber wir wollen uns nicht vor einem Beispiel für eiserne Disziplin drücken, die es – nebenbei bemerkt – keineswegs nur im militärischen Bereich gibt. Würde das medizinische Team im Operationssaal nicht mit äußerster Konzentration unter Aufbietung allen Wissens und Könnens und ohne die geringste Gefühlsregung dem Menschen auf dem Tisch helfen wollen, die Patientin oder der Patient hätte in vielen Fällen nicht den Hauch einer Chance.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Da wir gerade bei der Medizin sind: Sie ist wie alle anderen an den Universitäten gelehrten Disziplinen eine wissenschaftliche Disziplin. Diese lassen sich gewissermaßen unterteilen. So ist zum Beispiel die Anatomie eine selbständige Disziplin der Medizin. Die Bedeutung von Disziplin als wissenschaftlicher Unterweisung, Belehrung und Unterricht gibt es im deutschsprachigen Raum seit dem ausgehenden Mittelalter.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Von Disziplinarverfahren und Wintersport&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Disziplin ist auch ganz einfach Pflicht- und Diensterfüllung; das Einhalten bestimmter Vorschriften und die Verpflichtung auf den Staat im Berufsbeamtentum. Wer als Beamter dagegen verstößt, hat in schwerwiegenden Fällen folgerichtig ein Disziplinarverfahren zu erwarten, eine juristische Untersuchung also.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Seit den frühen Jahren des 20. Jahrhunderts wurde der Begriff der Disziplin auch auf den sportlichen Bereich ausgedehnt. Im Sinne von sportlichem Teilbereich, Sportart und sportlicher Übung. Da in unseren Breiten bald der Winter beginnt, nehmen wir den Skilanglauf als Beispiel für eine sogar olympische Disziplin des Wintersports. Soll sehr gesund sein. Aber wenn es dann morgens bei eisigen Temperaturen auf die Loipe gehen soll, muss man schon ein bisschen Disziplin im Leib haben, um den inneren Schweinehund zu überwinden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;strong&gt;Fragen zum Text:&lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;/strong&gt;&lt;strong&gt;Was bezeichnet der Begriff &quot;innerer Schweinehund&quot;?&lt;br&gt;&lt;/strong&gt;1. ein Fabelwesen aus der griechischen Mythologie&lt;br&gt;2. die Trägheit, anstehende Aufgaben zu erledigen&lt;br&gt;3. die innere Ausgeglichenheit und Zufriedenheit&lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;strong&gt;Aus welcher Sprache wurde das Wort &quot;Disziplin&quot; entlehnt?&lt;br&gt;&lt;/strong&gt;1. aus dem Griechischen&lt;br&gt;2. aus dem Englischen&lt;br&gt;3. aus dem Lateinischen&lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;strong&gt;Wo spricht man nicht von Disziplinen?&lt;br&gt;&lt;/strong&gt;1. in der Wissenschaft&lt;br&gt;2. im Straßenverkehr&lt;br&gt;3. im Sport&lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;strong&gt;Arbeitsauftrag:&lt;br&gt;&lt;/strong&gt;&quot;Früher war im Bildungswesen alles besser, weil den Schülern noch Disziplin beigebracht wurde!&quot; Setzen Sie sich kritisch mit dieser These auseinander&lt;/p&gt;
                        &lt;br /&gt;
                        &lt;p&gt;
                            &lt;a href=&quot;http://www.podcast.de/episode/936005/Disziplin/&quot;&gt;Zur Detailseite bei podcast.de&lt;/a&gt;
                            &lt;br /&gt;
                            &lt;a href=&quot;http://www.podcast.de/episode/936005/Disziplin/#comments&quot;&gt;Kommentare lesen&lt;/a&gt;
                            &lt;br /&gt;
                            &lt;a href=&quot;http://www.podcast.de/episode/936005/herunterladen/&quot;&gt;Sendung hier herunterladen&lt;/a&gt;
                        &lt;/p&gt;
                    </description>
                                                                        <pubDate>Mon, 17 Nov 2008 16:23:00 +0100</pubDate>
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                <item>
                        <title>Mist</title>
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                                    <description>&quot;Mist!&quot; – Wenn mal wieder einer den Karren gehörig in den Dreck gefahren hat, dann wirkt es befreiend und ist außerdem erlaubt, denn &quot;Mist&quot; ist eines der harmloseren Schimpfworte im Deutschen. Probieren Sie es mal aus!&lt;br /&gt;&lt;p&gt;Es beginnt zu regnen, und den Schirm, den wir die letzten Tage immer dabei hatten, haben wir heute vergessen. So ein Mist! Dann fährt uns noch der Bus vor der Nase weg. Noch mal: So ein Mist! Manchmal scheint sich alles gegen einen verschworen zu haben. Von morgens bis abends nichts als Mist. Weshalb &quot;Mist&quot; als Stichwort? Nun, es gehört zu den Wörtern, die meistens mit negativer Konnotation gebraucht werden, und darüber hinaus ist es in einem ganz bestimmten Zusammenhang höchst aktuell. Davon aber später. &lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;strong&gt;Mist – nicht nur tierischen Ursprungs&lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;/strong&gt;Es gibt wenige Wörter im Deutschen, deren übertragene Bedeutungen im Sprachgebrauch so im Vordergrund stehen, wie die von &quot;Mist&quot;. Aber wie sieht es mit der ursprünglichen, gewissermaßen natürlichen und wörtlichen Bedeutung von &quot;Mist&quot; aus? Was vielleicht nicht jeder weiß: &quot;Mist&quot; in seiner ältesten überlieferten Bedeutung war nicht nur das Wort für tierischen, sondern fast gleichrangig für menschlichen Kot.&lt;br&gt;&lt;br&gt;Wann genau dann der &quot;Mist&quot; zum Wort auch für Dünger wurde, weiß niemand. Mit Sicherheit aber bald nachdem die Menschen angefangen hatten, Nutzpflanzen anzubauen und Haustiere zu halten, also sesshaft wurden. Haustiere – aber nicht nur die – machen Mist. Wenn das im Stall geschieht, fällt selbiger auf Stroh und dieses Gemisch heißt ebenfalls &quot;Mist&quot;.&lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;strong&gt;Von großen Ställen …&lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;/strong&gt;Natürlich muss so ein Stall regelmäßig ausgemistet werden. Aber wohin mit dem Mist? Raus damit. Mit der Mistgabel auf die Mistkarre geladen und ab geht’s auf den Misthaufen. Der berühmteste, dreckigste und größte Stall war zumindest in der antiken Sagenwelt der Stall des Königs Augias.&lt;br&gt;&lt;br&gt;&quot;Einen Augiasstall ausmisten&quot; ist in der politischen Rhetorik ein gängiger Ausdruck im Sinne von &quot;gründlich aufräumen&quot;, wenn es zum Beispiel um die Aufdeckung eines Korruptionsskandals geht. Den sagenhaften Augiasstall auszumisten, schien unmöglich. Der griechische Held Herakles aber schaffte es. Er grub einen Kanal und ließ das Wasser zweier Flüsse mitten durch den Stall fließen.&lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;strong&gt;… und großen Haufen&lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;/strong&gt;Zurück zum Misthaufen. Auf diesem postiert sich mitunter heute noch der Hahn und schaut von oben stolz auf die Heerschar seiner Hennen. In diesem Zusammenhang müssen wir die alte und nicht allzu ernst zu nehmende Bauernregel zitieren: &quot;Kräht der Hahn auf dem Mist, ändert sich das Wetter oder es bleibt wie's ist&quot;. Eine Grundwahrheit, der sich nicht widersprechen lässt.&lt;br&gt;&lt;br&gt;Übrigens war der Misthaufen zumindest früher so etwas wie ein Standessymbol. Je größer der Misthaufen, desto reicher der Bauer. Wer genügend Mist hatte, brauchte keinen hinzuzukaufen und konnte so alles auf dem eigenen Mist wachsen lassen. Umgekehrt und in übertragener Bedeutung bedeutet &quot;das ist nicht auf seinem Mist gewachsen&quot;, dass da jemand anderes die Hand im Spiel hatte: Die Idee stammt nicht von ihm, die ist nicht auf seinem Mist gewachsen.&lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;strong&gt;Bloß keinen Mistkerl heiraten&lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;/strong&gt;&quot;Heirat' übern Mist, dann weißt', wo du bist.&quot; Ein befremdlich klingendes Sprichwort, heute noch in ländlichen Gebieten zum Beispiel in Franken gebräuchlich. Dieses &quot;Über-den-Mist-Heiraten&quot; bedeutet, in die unmittelbare Nachbarschaft, gewissermaßen einen Misthaufen weiter, einzuheiraten. Da weiß man oder Frau, was man oder Frau hat. &lt;br&gt;&lt;br&gt;Sicher, die Leute kennen sich gut, und das Mädel wird wissen, ob der Bursche nebenan erste Wahl oder schlimmstenfalls einfach ein Mistkerl ist; also von weniger gutem Charakter. Nun gibt es überall Mistkerle, und ziemlich oben auf der Beschimpfungsskala finden wir das elende Miststück oder gar Mistvieh. Der Mistfink ist nicht etwa Vogel des Jahres, sondern ein Zeitgenosse dessen Gesinnung als anrüchig bezeichnet werden darf, der mit Vorliebe Schlüpfriges und Gemeines von sich gibt. Die harmlosere Ausgabe des Mistfinken ist unordentlich, schlampig, außerdem hygienisch zu beanstanden.&lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;strong&gt;Ab in die Sonne?&lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;/strong&gt;Bevor wir zum Schluss kommen und den aktuellen Anlass für unser Stichwort preisgeben, noch ein Trostwort, das sich an die vielen Sparer in unserem Lande richtet: &quot;Kleinvieh macht auch Mist&quot;. Will heißen: Aus wenig wird eines Tages viel. Vielleicht reicht es ja irgendwann, um die trüben Wochen des Jahres dort zu verbringen, wo es warm und sonnig ist. Wer würde ihm nicht gerne entfliehen, dem Grau, der Kälte, dem Niesel- und Schneeregen, diesem Mistwetter. &quot;Mistwetter&quot; darf beim Stichwort &quot;Mist&quot; einfach nicht fehlen. Wir wollen uns ja nicht vorwerfen lassen, wir hätten Mist gebaut.&lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;strong&gt;Fragen zum Text:&lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;/strong&gt;&lt;strong&gt;Ein sagenhafter Stall war der Stall des …&lt;br&gt;&lt;/strong&gt;1. Herakles.&lt;br&gt;2. Königs Augias.&lt;br&gt;3. Achilles.&lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;strong&gt;Derjenige Bauer, der früher den größten Misthaufen hatte, war in der Regel …&lt;br&gt;&lt;/strong&gt;1. sehr dreckig.&lt;br&gt;2. reich.&lt;br&gt;3. ein Angeber.&lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;strong&gt;Was ist kein gängiges Schimpfwort?&lt;br&gt;&lt;/strong&gt;1. Mistkerl&lt;br&gt;2. Mistvieh&lt;br&gt;3. Mistvogel&lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;strong&gt;Arbeitsauftrag:&lt;br&gt;&lt;/strong&gt;Finden Sie heraus, wie man sich im Deutschen gerne beschimpft und üben Sie mit Ihrem Nachbarn. Aber bitte nicht zu ernst nehmen ...&lt;/p&gt;
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                    </description>
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                        <title>Mist</title>
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                                    <description>&quot;Mist!&quot; – Wenn mal wieder einer den Karren gehörig in den Dreck gefahren hat, dann wirkt es befreiend und ist außerdem erlaubt, denn &quot;Mist&quot; ist eines der harmloseren Schimpfworte im Deutschen. Probieren Sie es mal aus!&lt;br /&gt;&lt;p&gt;Es beginnt zu regnen, und den Schirm, den wir die letzten Tage immer dabei hatten, haben wir heute vergessen. So ein Mist! Dann fährt uns noch der Bus vor der Nase weg. Noch mal: So ein Mist! Manchmal scheint sich alles gegen einen verschworen zu haben. Von morgens bis abends nichts als Mist. Weshalb &quot;Mist&quot; als Stichwort? Nun, es gehört zu den Wörtern, die meistens mit negativer Konnotation gebraucht werden, und darüber hinaus ist es in einem ganz bestimmten Zusammenhang höchst aktuell. Davon aber später. &lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;strong&gt;Mist – nicht nur tierischen Ursprungs&lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;/strong&gt;Es gibt wenige Wörter im Deutschen, deren übertragene Bedeutungen im Sprachgebrauch so im Vordergrund stehen, wie die von &quot;Mist&quot;. Aber wie sieht es mit der ursprünglichen, gewissermaßen natürlichen und wörtlichen Bedeutung von &quot;Mist&quot; aus? Was vielleicht nicht jeder weiß: &quot;Mist&quot; in seiner ältesten überlieferten Bedeutung war nicht nur das Wort für tierischen, sondern fast gleichrangig für menschlichen Kot.&lt;br&gt;&lt;br&gt;Wann genau dann der &quot;Mist&quot; zum Wort auch für Dünger wurde, weiß niemand. Mit Sicherheit aber bald nachdem die Menschen angefangen hatten, Nutzpflanzen anzubauen und Haustiere zu halten, also sesshaft wurden. Haustiere – aber nicht nur die – machen Mist. Wenn das im Stall geschieht, fällt selbiger auf Stroh und dieses Gemisch heißt ebenfalls &quot;Mist&quot;.&lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;strong&gt;Von großen Ställen …&lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;/strong&gt;Natürlich muss so ein Stall regelmäßig ausgemistet werden. Aber wohin mit dem Mist? Raus damit. Mit der Mistgabel auf die Mistkarre geladen und ab geht’s auf den Misthaufen. Der berühmteste, dreckigste und größte Stall war zumindest in der antiken Sagenwelt der Stall des Königs Augias.&lt;br&gt;&lt;br&gt;&quot;Einen Augiasstall ausmisten&quot; ist in der politischen Rhetorik ein gängiger Ausdruck im Sinne von &quot;gründlich aufräumen&quot;, wenn es zum Beispiel um die Aufdeckung eines Korruptionsskandals geht. Den sagenhaften Augiasstall auszumisten, schien unmöglich. Der griechische Held Herakles aber schaffte es. Er grub einen Kanal und ließ das Wasser zweier Flüsse mitten durch den Stall fließen.&lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;strong&gt;… und großen Haufen&lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;/strong&gt;Zurück zum Misthaufen. Auf diesem postiert sich mitunter heute noch der Hahn und schaut von oben stolz auf die Heerschar seiner Hennen. In diesem Zusammenhang müssen wir die alte und nicht allzu ernst zu nehmende Bauernregel zitieren: &quot;Kräht der Hahn auf dem Mist, ändert sich das Wetter oder es bleibt wie's ist&quot;. Eine Grundwahrheit, der sich nicht widersprechen lässt.&lt;br&gt;&lt;br&gt;Übrigens war der Misthaufen zumindest früher so etwas wie ein Standessymbol. Je größer der Misthaufen, desto reicher der Bauer. Wer genügend Mist hatte, brauchte keinen hinzuzukaufen und konnte so alles auf dem eigenen Mist wachsen lassen. Umgekehrt und in übertragener Bedeutung bedeutet &quot;das ist nicht auf seinem Mist gewachsen&quot;, dass da jemand anderes die Hand im Spiel hatte: Die Idee stammt nicht von ihm, die ist nicht auf seinem Mist gewachsen.&lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;strong&gt;Bloß keinen Mistkerl heiraten&lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;/strong&gt;&quot;Heirat' übern Mist, dann weißt', wo du bist.&quot; Ein befremdlich klingendes Sprichwort, heute noch in ländlichen Gebieten zum Beispiel in Franken gebräuchlich. Dieses &quot;Über-den-Mist-Heiraten&quot; bedeutet, in die unmittelbare Nachbarschaft, gewissermaßen einen Misthaufen weiter, einzuheiraten. Da weiß man oder Frau, was man oder Frau hat. &lt;br&gt;&lt;br&gt;Sicher, die Leute kennen sich gut, und das Mädel wird wissen, ob der Bursche nebenan erste Wahl oder schlimmstenfalls einfach ein Mistkerl ist; also von weniger gutem Charakter. Nun gibt es überall Mistkerle, und ziemlich oben auf der Beschimpfungsskala finden wir das elende Miststück oder gar Mistvieh. Der Mistfink ist nicht etwa Vogel des Jahres 2005, sondern ein Zeitgenosse dessen Gesinnung als anrüchig bezeichnet werden darf, der mit Vorliebe Schlüpfriges und Gemeines von sich gibt. Die harmlosere Ausgabe des Mistfinken ist unordentlich, schlampig, außerdem hygienisch zu beanstanden.&lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;strong&gt;Ab in die Sonne?&lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;/strong&gt;Bevor wir zum Schluss kommen und den aktuellen Anlass für unser Stichwort preisgeben, noch ein Trostwort, das sich an die vielen Sparer in unserem Lande richtet: &quot;Kleinvieh macht auch Mist&quot;. Will heißen: Aus wenig wird eines Tages viel. Vielleicht reicht es ja irgendwann, um die trüben Wochen des Jahres dort zu verbringen, wo es warm und sonnig ist. Wer würde ihm nicht gerne entfliehen, dem Grau, der Kälte, dem Niesel- und Schneeregen, diesem Mistwetter. &quot;Mistwetter&quot; darf beim Stichwort &quot;Mist&quot; einfach nicht fehlen. Wir wollen uns ja nicht vorwerfen lassen, wir hätten Mist gebaut.&lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;strong&gt;Fragen zum Text:&lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;/strong&gt;&lt;strong&gt;Ein sagenhafter Stall war der Stall des …&lt;br&gt;&lt;/strong&gt;1. Herakles.&lt;br&gt;2. Königs Augias.&lt;br&gt;3. Achilles.&lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;strong&gt;Derjenige Bauer, der früher den größten Misthaufen hatte, war in der Regel …&lt;br&gt;&lt;/strong&gt;1. sehr dreckig.&lt;br&gt;2. reich.&lt;br&gt;3. ein Angeber.&lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;strong&gt;Was ist kein gängiges Schimpfwort?&lt;br&gt;&lt;/strong&gt;1. Mistkerl&lt;br&gt;2. Mistvieh&lt;br&gt;3. Mistvogel&lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;strong&gt;Arbeitsauftrag:&lt;br&gt;&lt;/strong&gt;Finden Sie heraus, wie man sich im Deutschen gerne beschimpft und üben Sie mit Ihrem Nachbarn. Aber bitte nicht zu ernst nehmen ...&lt;/p&gt;
                        &lt;br /&gt;
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                        &lt;/p&gt;
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                        <title>Grau</title>
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                                    <description>Drückt das Grau in dieser Jahreszeit auch auf Ihre Stimmung? Dann lassen Sie doch einfach mal einen bunten Drachen steigen! Oder Sie lesen unser Stichwort, da bekommt das Grau richtig Farbe.&lt;br /&gt;&lt;p&gt;Es stimmt schon. Der Herbst ist schön. Die bunten Blätter. Die Farben. Jetzt aber, da fast alle Blätter von Bäumen und Büschen gefallen sind, wird es grau draußen. Grau und ungemütlich und kalt. Wir sind mitten drin in der dunklen Jahreszeit. Aber nicht &quot;Dunkel&quot; ist das Stichwort dieser Woche, sondern &quot;Grau&quot;. Beide Wörter haben indessen miteinander zu tun und werden in ihrer Zusammensetzung zu dem Adjektiv &quot;dunkelgrau&quot;. Die Tatsache, dass es auch das Farbadjektiv &quot;hellgrau&quot; gibt, macht deutlich, dass Grau nicht gleich Grau ist. &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Keine Farbe für Optimisten&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Aber so richtig mag uns das nicht trösten, wenn wir zum Fenster hinausschauen und die grauen Wolken vorüberziehen sehen. Wobei diese durchaus abwechslungsreich sein können. Ganz schlimm wird es – der November hat in dieser Beziehung einiges zu bieten – wenn alles, aber wirklich alles, grau in grau erscheint. Das drückt auf die Stimmung.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Aus gutem Grund ist die Redensart &quot;Alles grau in grau malen&quot; Ausdruck für eine durch und durch pessimistische Sichtweise, die nichts mit einer bestimmten Maltechnik zu tun hat. &quot;Grau in grau&quot;, das bedeutet ohne Licht und Schatten, alles erscheint ohne Konturen. Müssen wir etwas über den sprichwörtlichen grauen Alltag erzählen? Wir alle kennen ihn zur Genüge, und hätte er nicht schon seine Farbe, wir würden ihm mit Sicherheit ein mittleres Grau zuordnen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Von Mäusen und Menschen&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Dass Grau durchaus in Nuancen erscheint, haben wir schon angedeutet. Da gibt es das doppeldeutige &quot;Mausgrau&quot;, das einerseits die Farbe von Mäusen bezeichnet, andererseits im übertragenen Sinne – &quot;er hat so was Mausgraues an sich&quot; – Ausdruck für eine völlig uninteressante, unauffällige Person ist. Diese Person bezeichnet man dann als &quot;graue Maus&quot;, wobei diese weibliche Form für Menschen beiderlei Geschlechts verwendet wird.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Wie relativ doch alles ist, zeigt sich an unserem Stichwort &quot;Grau&quot; unter anderem daran, dass ein Herrenanzug der Farbe &quot;Mausgrau&quot; alles andere als lediglich grau ist, wenn er aus edlem Tuch geschneidert und – beispielsweise – italienischer Herkunft ist. Gäbe es das Wort &quot;Edelgrau&quot;, da hätte es seinen Platz.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;In Ehren ergrauen&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&quot;Silbergrau&quot; hingegen ist ein gängiges Farbadjektiv. Wir sprechen von &quot;silbergrauem Haar&quot; und meinen damit die besonders schöne Haarfarbe, die in Ehren ergrauten Damen und Herren ganz besonders gut steht. Angeblich sollen Männern grau melierte Schläfen besonders gut stehen und nicht wenigen Frauen gefallen. Im Allgemeinen aber ist das mit den grauen Haaren so eine Sache. &quot;Grau werden&quot;, also graue Haare bekommen, heißt &quot;älter werden&quot;; und das ist nicht unbedingt ein Grund, aus lauter Freude Luftsprünge zu machen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Allerdings sollten sich Frauen und Männer keine grauen Haare wachsen lassen, bloß weil die Haare grau werden. Sie vermuten richtig: Das mit den &quot;grauen Haaren wachsen lassen&quot; ist eine Redensart. &quot;Mach dir darüber keine weiteren Gedanken, keine Sorgen&quot; bedeutet sie. Ob man oder frau früher oder später ergraut und ob überhaupt; das ist Veranlagungssache und nicht zu ändern – höchstens durch farbige Strähnchen oder komplettes Färben zu verdecken. Nun denn.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Asche und Staub&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Was hat uns &quot;Grau&quot; noch zu bieten? Das &quot;Aschgrau&quot; etwa oder das &quot;Taubengrau&quot;, das &quot;Staubgrau&quot;. Was auch immer, das Grau überwiegt. Was aber ist mit den &quot;graublauen Augen&quot;? Da hat man genau hingeschaut. &quot;Graublau&quot;. Da war ein Blick, eine Frau, ein Mann.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Bei &quot;Mann&quot; fällt uns in diesem Zusammenhang natürlich die so genannte &quot;graue Eminenz&quot; ein. Père Joseph, der Berater Kardinal Richelieus und später der Baron Friedrich von Holstein, hatten diesen Beinamen. Die graue Eminenz ist eine Person, die zwar im Hintergrund agiert, aber maßgeblichen Einfluss auf das meist politische Geschehen hat.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Im Zwielicht&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Man täte der grauen Eminenz Unrecht, würde man sie ausschließlich jenem Bereich zwischen Hell und Dunkel zurechnen, der &quot;Grauzone&quot; genannt wird. Als &quot;Grauzone&quot; definiert ein Lexikon einen &quot;zwielichtigen oder zweifelhaften Bereich, besonders zwischen Legalität und Illegalität&quot;. Ebenfalls zwischen Hell und Dunkel findet das statt, was wir &quot;Morgendämmerung&quot; oder das &quot;Morgengrauen&quot; nennen. Letzteres kann aber auch scherzhafterweise bedeuten, dass uns das Grauen packt, wenn wir morgens aus dem Fenster schauen, und alles ist wieder &quot;grau in grau&quot;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&lt;/strong&gt; &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Fragen zum Text:&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Wer alles &quot;grau in grau malt&quot;, der …?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;1. hat eine pessimistische Lebenseinstellung&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;2. mag keine Kontraste&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;3. hält sich stets im Hintergrund&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Was ist kein gängiges Farbadjektiv?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;1. silbergrau&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;2. taubengrau&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;3. rattengrau&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Eine unauffällige, uninteressante Person bezeichnet man auch als …?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;1. graue Eminenz&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;2. grauen Star&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;3. graue Maus&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Arbeitsauftrag:&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Üben Sie sich als Pessimist. Beschreiben Sie einen beliebigen Tagesablauf und malen Sie dabei alles grau in grau.&lt;/p&gt;
                        &lt;br /&gt;
                        &lt;p&gt;
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                            &lt;br /&gt;
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                            &lt;br /&gt;
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                        &lt;/p&gt;
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                                                                        <pubDate>Mon, 03 Nov 2008 11:49:00 +0100</pubDate>
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                        <title>Rolle</title>
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                                    <description>Etwas spielt keine Rolle oder jemand fällt aus der Rolle – es scheint, als sei es ein weiter Weg von hier beispielsweise zur Rindsroulade oder zum Purzelbaum. Doch weit gefehlt, wie unser Stichwort zeigt.&lt;br /&gt;&lt;p&gt;Es ist merkwürdig, wie schnell und wie viel vergessen wird. Da können sich selbst Minister an ziemlich wichtige Vorgänge nicht mehr erinnern. &quot;Die Dinge&quot;, sagen sie dann, &quot;seien völlig aus der Luft gegriffen.&quot; Welche das im Einzelnen sind, ist unerheblich. Halt mal wieder ein Skandal oder eine Affäre. Welche Rolle hat dabei Herr X oder Frau Y gespielt? Nein, wir gehen nicht ins Theater und wollen auf keinen Fall das, was auf der politischen Bühne gespielt wird, mit der ehrenhaften Arbeit derer vergleichen, die auf den richtigen Bühnen stehen. Bei Schauspielern weiß man, woran man ist, und es steht sogar im Programm, welche Rollen sie spielen. Aber weil das Stichwort Theater gefallen ist und das Stichwort dieser Woche &quot;Rolle&quot; heißt, wollen wir gleich klären, weshalb die Rolle, die eine Schauspielerin oder ein Schauspieler spielt, &quot;Rolle&quot; heißt.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Theater, Theater&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Seit Ende des 16. Jahrhunderts wurde das, was der einzelne Schauspieler zu sagen beziehungsweise zu spielen hatte, auf einen Papierstreifen geschrieben. Es versteht sich von selbst, dass je nach Stück und Umfang der Rolle, diese Streifen recht lang sein konnten. Was lag näher, als sie zusammenzurollen. Bei den Proben wurde dann praktischerweise die jeweils benötigte Stelle aufgerollt und damit sicht- und lesbar. Der übrige Text blieb aufgerollt. So konnte jeder seine Rolle auch bequem mit nach Hause nehmen und den Text, der auf ihr geschrieben stand, auswendig lernen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Bald war &quot;Rolle&quot; nicht nur das Wort für den aufgerollten Papierstreifen, sondern auch für den Text. Rolle und Rolle wurden gewissermaßen eins. Wenn wir heute sagen &quot;jemand fällt aus der Rolle&quot;, so ist damit in aller Regel schlechtes Benehmen oder Schlimmeres gemeint. Früher war dieses Aus-der-Rolle-Fallen Schauspielerjargon, wenn einer auf der Bühne plötzlich nicht mehr weiterwusste, den Text vergessen hatte und in seiner Verzweiflung etwas anderes spielte und sagte als er sollte.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Was nicht alles rollt&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Nun aber schauen wir uns so eine Papierrolle etwas genauer an. Angenommen sie wäre perfekt gerollt, ergäbe sich als Rollenquerschnitt die Form eines Kreises. Und jetzt basteln wir uns eine Rolle. Wir schneiden einen Streifen Papier, rollen ihn sorgfältig auf und kleben am Ende ein Stückchen Tesa drauf, damit er sich nicht aufrollen kann. Nun stellen wir unsere Rolle auf ein schräg gehaltenes Küchenbrettchen und lassen sie los. Was passiert? Sie rollt.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Damit ist klar: Alles was rollt, muss rund und rollenähnlich sein. Räder rollen. Die Rollen an unserem Bürostuhl. Der Rollladen rollt rauf und runter. Das Rolltor ist in aufgerolltem Zustand eine Rolle mit rundem Querschnitt. Wie der Rollladen. Eine Rolle ist, so steht es im Lexikon, &quot;etwas Walzenförmiges, zu einer Walze (länglich mit rundem Querschnitt) Zusammengerolltes oder -gewickeltes&quot;.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Von der Erdbeerrolle zur Speckrolle ist es nicht weit&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Es ist aber auch eine Kugel, eine Walze oder ein Rädchen, auf und wodurch etwas rollt. Da gibt es das Gardinenröllchen oder die Rolle, über die das Seil eines Flaschenzugs läuft. Nicht zu vergessen: den Deoroller mit der rollierenden Kugel! Jahreszeitlich bedingt haben wir es aber auch mit einer Rolle ganz anderer Art zu tun: Der Erdbeerrolle.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Vor allem, wenn sie häufig und mit ordentlich Extra-Sahne genommen wird, trägt sie bei anfälligen Menschen zur Bildung – oh Wunder – der so genannten &quot;Speckrolle&quot; bei. Beide sind durchaus walzenförmig und genügen somit unserer Definition. Letztere kann nur durch zähe Turnübungen unter Einschluss von Vor- und Rückwärtsrollen eingedämmt und schließlich zum Verschwinden gebracht werden.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Gerollte Fische&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Da wir gerade bei essbaren Rollen sind, müssen wir die gute Rindsroulade erwähnen. Natürlich handelt es sich hierbei keineswegs um ein aufgerolltes Rind, sondern wie bei der Papierrolle auch lediglich um einen Streifen, also um den Teil des jeweils größeren Ganzen. &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ähnlich ist es beim Rollmops. Auch er nur ein gerolltes Teil, aber mitnichten das eines Mopses, sondern eines Herings. Weshalb er Rollmops heißt, wird nie so ganz zu klären sein. Sicher ist jedoch, dass &quot;Rollmops&quot; besser als &quot;Rollhering&quot; klingt. Ach, nun haben wir ganz die politische Bühne mit ihren Akteuren vergessen. Aber das spielt jetzt auch keine große Rolle mehr.&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Fragen zum Text:&lt;br&gt;&lt;br&gt;Wer aus der Rolle fällt, …&lt;br&gt;&lt;/strong&gt;1. benimmt sich schlecht.&lt;br&gt;2. bricht sich sämtliche Knochen.&lt;br&gt;3. ist sehr dick.&lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;strong&gt;Was ist nicht essbar?&lt;br&gt;&lt;/strong&gt;1. die Erdbeerrolle&lt;br&gt;2. die Speckrolle&lt;br&gt;3. die Rindsroulade&lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;strong&gt;Ein beliebtes Fischgericht ist der …&lt;br&gt;&lt;/strong&gt;1. Rollhering.&lt;br&gt;2. Rollbarsch.&lt;br&gt;3. Rollmops.&lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;strong&gt;Arbeitsauftrag:&lt;br&gt;&lt;/strong&gt;Spielen Sie ein wenig &quot;Theater&quot; in Form einer Scharade: Bilden Sie zunächst zwei Mannschaften. In den Gruppen denken Sie sich dann eine bestimmte Anzahl von zweigliedrige, anschauliche Begriffen aus, die anschließend ein Spieler der jeweils anderen Mannschaft seinen Mitspielern pantomimisch darstellt.&lt;/p&gt;
                        &lt;br /&gt;
                        &lt;p&gt;
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                            &lt;br /&gt;
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                            &lt;br /&gt;
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                        &lt;/p&gt;
                    </description>
                                                                        <pubDate>Mon, 27 Oct 2008 17:39:00 +0100</pubDate>
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                        <title>Kraut und Rüben</title>
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                                    <description>Wenn das Stichwort mal kein Wort ist, sondern gleich eine ganze Reihe von Wörtern und gebräuchlichen Redewendungen behandelt, dann ist alles ein wenig durcheinander. Es geht drunter und drüber – Kraut und Rüben eben.&lt;br /&gt;&lt;p&gt;Man stelle sich folgende Szene vor: Zwei Kollegen befinden sich im Büro eines dritten. Da poltert einer los: &quot;Mein lieber Mann, das sieht ja hier wieder aus wie Kraut und Rüben. Jetzt reicht's mir aber. Den nehm' ich am Schlafittchen. Und dann aber schnurstracks zum Chef mit ihm!&quot; &quot;Jetzt mach doch nicht so ein Gedöns. Am Ende bist du doch der Gelackmeierte.&quot;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Wie man Vögel am Fliegen hindert&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Damit lassen wir die beiden allein im heillosen Durcheinander eines Büros, in dem es chaotisch aussieht, eben wie Kraut und Rüben. Ein Haufen von Rüben, an denen das Kraut, die Rübenblätter, noch dran sind.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Wenn man auf jemanden stocksauer ist, möchte man ihn schon gerne mal am Schlafittchen packen. Das Schlafittchen ist abgeleitet von den Wörtern &quot;Schlagfeder&quot; beziehungsweise &quot;Schwungfeder&quot;. Wenn man Vögel am Flügelgelenk, dort, wo die Schlagfedern ansetzen, festhält, dann können sie nicht mehr davonfliegen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Direkt oder doch eher hin und her?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Der erboste Kollege aus unserem Minidialog will schnurstracks zum Chef, auf direktestem Wege heißt das. Zimmerleute spannen – zumindest taten sie das früher – eine Schnur, um eine gerade Strecke anzuzeigen, oder anders ausgedrückt: die kürzeste Verbindung zwischen zwei Punkten. Zur Schnur kommt nun noch &quot;stracks&quot; – vom mittelhochdeutschen &quot;strackes&quot; abstammend – was &quot;geradewegs&quot;, &quot;auf dem kürzesten Wege&quot; bedeutet.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Der muss nicht unbedingt immer der beste sein, weshalb Kollege zwei im Kraut-und-Rüben-Büro zu bedenken gibt: &quot;Mach doch nicht so ein Gedöns.&quot; Man macht ein großes Gedöns, ein großes Aufhebens von einer Sache, ein überflüssiges Getue, ein Hin und Her. Das Hin und Her führt uns auf die Spur dieses seltsamen Ausdrucks. &quot;Gedöns&quot; hat nichts, wie man vielleicht vermuten könnte, mit &quot;Getön&quot; oder &quot;Getöse&quot;, sondern mit &quot;gedense&quot;, dem uralten Wort für &quot;hin- und herziehen&quot; zu tun.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Alles Quatsch!&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Der wohlmeinende Kollege hätte auch sagen können: &quot;Mach keinen Quatsch, mach keine Dummheit.&quot; &quot;Quatsch machen&quot; heißt aber auch &quot;Unsinn machen&quot;, netten, freundlichen Unsinn. &quot;Wir haben den ganzen Abend Quatsch gemacht&quot;, ist der Ausdruck für &quot;harmlose Blödelei&quot;, &quot;lustiges Miteinandersein&quot;. &quot;Quatsch&quot;, von &quot;quat&quot; abstammend, bedeutet eigentlich &quot;schlecht&quot;, ja &quot;böse&quot;. Das klingt noch an in den Ausdrücken: &quot;Lass jetzt das Gequatsche&quot; und &quot;über jemanden quatschen&quot;.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Zum Unsinn fällt uns aber noch etwas ein: Der heißt in gesteigerter Form auch &quot;Quatsch mit Soße&quot;; in seiner höchsten Stufe spricht man vom &quot;hanebüchenen Unsinn&quot;. Ja, Sie haben richtig gehört. Es gibt da eine Baumart, die heißt &quot;Hainbuche&quot;, auch &quot;Weißbuche&quot; oder &quot;Hagebuche&quot;. Das Holz derselben ist sehr hart und zäh. Zäune und Latten aus hanebüchenem Holz gelten als besonders langlebig. Denen kann nichts etwas anhaben. Hanebüchenem Unsinn auch nicht, und gegen hanebüchene Dummheit ist absolut kein Kraut gewachsen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Verdammt, verflucht und verflixt&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Verflixt und zugenäht, wir müssen ja auch noch dem Gelackmeierten ein paar erklärende Worte zukommen lassen; aber der harmlose Fluch &quot;verflixt&quot; darf auch nicht so einfach im Raume stehen bleiben. Also, &quot;verflixt&quot; ist eine sprachliche Entstellung aus &quot;verflucht&quot; und Ausdruck heftigen Ärgers. &quot;Verdammt noch mal&quot; und &quot;verflixt noch mal&quot; bedeuten dasselbe.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Mit &quot;verflixt und zugenäht&quot; hat es jedoch eine besondere Bewandtnis. Mit gewisser Wahrscheinlichkeit stammt der Ausdruck aus der Welt der schlagenden Studentenbewegungen. Wenn ein Student auf dem Paukboden einen schweren Schmiss, also eine richtige Schnittwunde bekam, musste die mitunter sofort zugenäht werden. Aber, verflixt und zugenäht, damit lassen wir uns doch nicht aus der Fassung bringen!&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Bevor der Lack ab ist …&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Der Dichter Fritz Reuter dagegen reimte: &quot;Als mir mein Liebchen die Folgen unserer Liebe gesteht, da hab ich meinen Hosenschlag verflucht und ihn zugenäht.&quot; Zu spät, möchte man sagen, denn immerhin war das Mädchen die Gelackmeierte. Dieser Ausdruck hat tatsächlich mit &quot;Lack&quot; zu tun. Lack ist das glänzende Äußere, und dieses kann täuschen. Die bittere Wahrheit ist unter der Lackschicht verborgen. Wer sich vom Glanz blenden lässt, ist – wenn er Pech hat – der Gelackmeierte.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&lt;/strong&gt; &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Fragen zum Text:&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Gesteigerten Unsinn nennt man auch Quatsch mit …&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;1. Hainbuche.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;2. Quark.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;3. Soße.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Wer auf direktestem Weg irgendwohin gelangen möchte, geht …&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;1. stocksauer.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;2. schnurstracks.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;3. hin und her.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Der Gelackmeierte …&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;1. reißt Witze.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;2. ist sehr eingebildet.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;3. steht dumm da.&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Arbeitsauftrag:&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Überlegen Sie sich eine Redewendung im Deutschen, deren Herkunft Sie interessiert. Schreiben Sie diese auf einen Zettel. Alle Zettel werden anschließend im Kurs neu verteilt. Finden Sie heraus, woher die Redewendung stammt, die auf dem Zettel steht, den Sie erhalten haben.&lt;/p&gt;
                        &lt;br /&gt;
                        &lt;p&gt;
                            &lt;a href=&quot;http://www.podcast.de/episode/901062/Kraut%252Bund%252BR%2525C3%2525BCben/&quot;&gt;Zur Detailseite bei podcast.de&lt;/a&gt;
                            &lt;br /&gt;
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                        &lt;/p&gt;
                    </description>
                                                                        <pubDate>Mon, 20 Oct 2008 19:13:00 +0200</pubDate>
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                <item>
                        <title>Nase</title>
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                                    <description>Kaum ein anderer Körperteil muss so häufig als Objekt des Spotts herhalten wie die Nase. Aber mit ihr kann man sich auch wehren: Machen Sie dem Spötter doch einfach eine lange Nase oder führen Sie ihn an der Nase herum.&lt;br /&gt;&lt;p&gt;Sie springt hervor und bleibt dennoch an ihrem Ort. Rechts und links befinden sich an ihrem untersten Teil zwei Flügel, die im Erregungszustand zu zittern beginnen oder sich wie ein Segel im Wind blähen. Außerdem verfügt sie über einen Rücken. Sie hat auch eine Wurzel. Die befindet sich nicht, wie zu vermuten wäre, unten, sondern oben, zwischen den Augen. Zwei Öffnungen, die im Allgemeinen schlicht als Löcher bezeichnet werden, tun sich rechts und links von ihrer Spitze auf, die sich allerdings auch unten befindet. Diesem merkwürdigen Gebilde wird Halt durch einen Knochen gegeben, der Bein heißt. Wir wollen Sie, liebe Hörerinnen und Hörer, nicht etwa an der Nase herumführen, sondern ganz im Gegenteil, Ihnen etwas über die selbige erzählen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Ein wunderbares Objekt für Witzbolde und Wortspielfreunde&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die Nase ist – sprachlich gesehen – eine wahre Fundgrube, ein Ort, an dem sich die Metaphern auf engstem Raum tummeln. Nehmen wir als ein Beispiel dafür die Nasenflügel oder auch das Nasenbein. Was hat Flügel und kann nicht fliegen? Die Nase. Was hat ein Bein und kann nicht gehen? Die Nase. An diesen Scherzfragen sieht man ganz deutlich, was übertragene Bedeutungen, und im Fall der Nase, Metaphern sind. &lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Zwar kann die Nase nicht gehen, aber gerade um diese Jahreszeit läuft vielen Menschen die Nase, sprich, sie haben Schnupfen. Da sind Taschentücher, im Süddeutschen und Schweizerischen sagt man auch &quot;Nastücher&quot;, gefragt. Man kann auch mit Nasensprays dem Schnupfen zu Leibe rücken, allerdings mahnen die Ärzte hier zur Vorsicht. Mit Nasenheilkunde können wir uns aber nicht befassen, denn so ein Stichwort ist kurz und die Nase nicht unbedingt lang, aber es gibt viel über sie zu erzählen, und sie erscheint, jetzt zitieren wir ein Wörterbuch, in einer Unmenge von Redensarten.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Vom Tragen, Fallen und Liegen&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Es geht los: Wer die Nase hoch trägt, ist ein eingebildeter Affe, ist hochnäsig und rümpft seine Nase recht gern und häufig über andere; denn man selbst oder auch frau ist halt was Besseres. Mitunter kann man jemandem auch an der Nasenspitze ansehen, wie es ihm geht. &quot;Die Nase als Trägerin des Gemütsausdrucks&quot; heißt es dazu in einem alten Lexikon.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die Nase als vorspringender Teil des Gesichts, ob es nun die Adler- oder Habichtsnase, die Kartoffel- oder Stupsnase oder, ganz derb, die Gurke oder der Zinken ist, die Nase also ist es, auf die man – sprichwörtlich – fällt, wenn etwas schief gegangen ist. Wer auf der Nase liegt, ist krank und muss das Bett hüten. Das kann auch Vorteile haben, denn während dieser Zeit ist die Wahrscheinlichkeit, dass einem auf der Nase herumgetanzt wird, ziemlich gering.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Wozu die Nase nicht alles dienen kann …&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Sicherlich haben Sie auch schon den Ausdruck gehört, dass jemand mit der Nase auf etwas gestoßen wurde. Nun ist die Nase ja wie ein Wegweiser zwischen den Augen platziert; wenn also etwas direkt vor einem liegt, im übertragenen Sinne versteht sich, kann man von einem energisch wohlwollenden Mitmenschen gleichsam mit der Nase darauf gestoßen werden. Und wenn es immer geradeaus geht, kann man auch sagen: &quot;immer der Nase nach&quot;.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Nun dürfen wir ja bei einem Stichwort über die Nase deren Hauptaufgabe nicht unerwähnt lassen. Schließlich ist sie unser Geruchsorgan. &quot;Ein feines Näschen&quot; oder &quot;einen guten Riecher haben&quot; heißt allerdings nicht, dass da jemand feinste Düfte unterscheiden kann – dies wohl auch, in erster Linie aber ist damit das Gespür für etwas, was auf einen zukommt, gemeint.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Narretei mit Nasen&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Wer ahnt, was kommen wird, der kann den anderen dann bei passender Gelegenheit eine lange Nase machen. Wie das geht? Die Finger beider Hände spreizen und dann den Daumen der einen Hand an die Nasenspitze setzen. Diese Spottgebärde hat eine jahrhundertealte Tradition. Und damit sind wir bei den Narren. In Sebastian Brants &quot;Narrenschiff&quot;, einer Ende des 15. Jahrhunderts erschienenen Moralsatire, trugen die Narren lange wächserne Nasen. Es gibt unzählige bildhafte Darstellungen langer Nasen. Bei Wilhelm Busch etwa oder im &quot;Struwwelpeter&quot;.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Heutige Narren spotten nicht mehr mit Nasen aus Wachs; sie stülpen sich entweder Pappnasen über ihren Riechkolben oder klemmen geschlitzte Schaumstoffkugeln auf die Nasenspitze. Diese knallroten Dinger, zum ersten Mal in der Karnevalshochburg Köln gesichtet, sind zwar federleicht und praktisch, führen aber beim Sprechen, wie man hört, zu jener lautlichen Verfärbung, die im allgemeinen als &quot;näseln&quot; bezeichnet wird. Das kommt daher, weil die bereits erwähnten Nasenflügel ein bisschen zusammengedrückt werden.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Ein Ende mit Neugier&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Noch ein Wort zu &quot;naseweis&quot;? Bitteschön. Es bedeutet ursprünglich: &quot;mit der Nase die Spur weisend&quot;. Das machen im Allgemeinen die Spürhunde. Wer – als Mensch – seine Nase in alles steckt, allem nachschnüffelt, alles wissen will, ist naseweis. So, und jetzt lassen wir uns keine Würmer mehr aus der Nase ziehen.&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Fragen zum Text:&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Was hat die Nase nicht?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;1. ein Bein&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;2. einen Rücken&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;3. eine Hand&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Geht es immer der Nase nach, so führt der Weg …&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;1. bis zu einem Bauernhof.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;2. weiter geradeaus.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;3. durch einen dunklen Wald.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Im Karneval tragen Narren häufig ein rote …&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;1. Wachsnase.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;2. Pappnase.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;3. Holznase.&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Arbeitsauftrag:&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Nase hat Flügel, sie kann laufen oder man kann mit ihr auf etwas gestoßen werden. Suchen Sie weitere metaphorische Begriffe oder Redewendungen, die mit der Nase oder anderen Körperteilen zu tun haben, und erklären Sie ihre Bedeutung.&lt;/p&gt;
                        &lt;br /&gt;
                        &lt;p&gt;
                            &lt;a href=&quot;http://www.podcast.de/episode/892960/Nase/&quot;&gt;Zur Detailseite bei podcast.de&lt;/a&gt;
                            &lt;br /&gt;
                            &lt;a href=&quot;http://www.podcast.de/episode/892960/Nase/#comments&quot;&gt;Kommentare lesen&lt;/a&gt;
                            &lt;br /&gt;
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                        &lt;/p&gt;
                    </description>
                                                                        <pubDate>Mon, 13 Oct 2008 17:59:00 +0200</pubDate>
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                <item>
                        <title>Schirm</title>
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                                    <description>Spätestens wenn hierzulande der Herbst beginnt, ist er aus dem Straßenbild nicht mehr wegzudenken: der Regenschirm. Da könnte man glatt vergessen, dass Schirme auch vor ganz anderen Gefahren schützen können.&lt;br /&gt;&lt;p&gt;Es beginnt – zumindest hier in Deutschland – jene Jahreszeit, die mit dunkleren, deutlich kürzer werdenden Tagen, längeren und schon sehr kühlen Nächten auch schlechtes Wetter bringt. Regen, kalte Schauer, böiger Wind. Schluss mit den Sommerklamotten, Wind- und Regenjacken haben wieder Saison und nicht zuletzt auch der Regenschirm. Und damit sind wir bei unserem Stichwort: &quot;Schirm&quot;.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Ritter mit Schirm?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Schirm ist Schutz. Heute und schon immer gewesen. Das alte Wort, längst bevor es zum Kürzel für Schutzschirme aller Art wurde, bezeichnete den Schirm des Kriegers, der sich mit ihm vor den Schlägen des Gegners schützte. Schirm ist aber auch stets Schutzwehr gewesen; &quot;schirmen&quot; hieß &quot;beschützen&quot;, &quot;schützen&quot; und auch &quot;verteidigen&quot;.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Der moderne, militärische Schutzschirm ist bildlich zu verstehen. Er ist der Abwehrschild bestehend aus High-Tech-Waffensystemen, der den Menschen die Vorstellung und das Gefühl geben soll, sie stünden hinter oder auch unter einem sie beschützenden Schirm.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Was Marias Mantel damit zu tun hat&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Schon immer wandten sich die Menschen überall auf der Welt an eine höhere Instanz, wenn sie beschützt und beschirmt werden wollten. In allen Religionen der Welt gibt es Gebete, in denen um Schutz und Schirm gebeten wird. Der Autor hat als Kind nicht verstanden, was gemeint war, wenn Maria, die Mutter Gottes, mit den Worten angerufen wurde: &quot;Maria, breit‘ den Mantel aus, mach‘ Schutz und Schirm für uns daraus.&quot;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Der Madonnenmantel: Schutz, Zufluchtsort. Darunter ist jeder beschirmt und geborgen. Es ist nicht verwunderlich, dass sich dem Kind diese Bedeutung von &quot;Schirm&quot; zunächst entzieht, denn da ist zu Hause im Flur der wirkliche, handgreifliche Regenschirm und im Sommer draußen im Garten der Sonnenschirm.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Schattenspendendes Statussymbol&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Diese beiden Schirmarten haben übrigens eine recht interessante Geschichte. Der Sonnenschirm ist wesentlich älter als der Regenschirm. In den Hochkulturen des Fernen Ostens, in China und Japan, aber auch im Orient war der Sonnenschirm keineswegs nur ein schützender Schattenspender, er galt als Herrschaftssymbol.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Es gab mehrstöckige Sonnenschirme; Sonnenschirme aus kunstvoll miteinander verbundenen Vogelfedern, es wurden – naheliegend – großflächige kühlende Palmblätter zum Schirmbau verwendet, aber auch aus Stoff und Leder wurden die Schirmdächer hergestellt, unter denen es sich auch bei großer Hitze aushalten ließ.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Einen Knirps für jeden&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Als reinen Gebrauchsgegenstand gibt es den Schirm erst seit dem 16. Jahrhundert. In Italien wurden – sehr praktisch – sogar Mehrpersonenschirme hergestellt. Ein Urahn des kleinen zusammenschieb- und klappbaren Schirms war der so genannte &quot;Knicker&quot;, den ein Franzose so um das Jahr 1825 erfunden hat. Der Stock konnte geklappt werden und war dadurch weniger im Wege.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Mit einiger Sicherheit dürfen wir annehmen, dass es sich um einen Regenschirm handelt, dem 1852 ein englischer Gentleman ein Stahlgestell verpasste. Der Schirm ließ sich besser und fester aufspannen und gewann dadurch mehr Stabilität. Vor dieser segensreichen Erfindung war das Schirmgestänge, wenn man es so nennen durfte, aus Fischbein. Der zusammenlegbare Taschenschirm, im deutschen Sprachraum unter dem geschützten Warenzeichen &quot;Knirps&quot; bekannt, wäre ohne Metallstäbe nicht zu konstruieren gewesen. Es gibt ihn seit 1928.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Schirme im All&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Wenn man sich den Vorgang des Schirmaufspannens vor Augen führt, wird deutlich, was jedem Schirm gemeinsam ist: Er schützt; und eigentlich müssen wir sagen: &quot;Er beschirmt&quot;. &quot;Schirm&quot; und &quot;schirmen&quot; aber – wir haben es schon erwähnt – hat auch übertragene Bedeutung. Wir sprechen von &quot;Schirmherrschaft&quot; beziehungsweise von einem &quot;Schirmherrn&quot;, wenn beispielsweise eine Veranstaltung unter dem symbolischen Schutz und Schirm einer prominenten Person oder Vereinigung stattfindet.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Und wir haben die militärischen Abwehrschirme, die dem Bild des aufgespannten Schirms vergleichbar, aber in gigantischen Dimensionen, irgendwo da draußen das Unheil von uns abhalten sollen. Aber dort, wo jeweils das Unheil vermutet wird, gibt es ebenfalls solche Schirme. Man sollte sie einfach alle zumachen können.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt; &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Fragen zum Text:&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Jemand, der durch einen Schirm geschützt wird, ist …&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;1. geschirmt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;2. verschirmt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;3. beschirmt.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Wann wurde der erste (Regen-)Schirm mit Stahlgestell entwickelt?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;1. Mitte des 19. Jahrhunderts&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;2. im 16. Jahrhundert&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;3. zur Zeit der fernöstlichen Hochkulturen&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Ein Schirmherr …&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;1. entwickelt Waffensysteme.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;2. verkauft Regenschirme.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;3. unterstützt eine Veranstaltung.&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Arbeitsauftrag:&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&quot;Man sollte sie alle zumachen können&quot;, heißt es im Text in Bezug auf Raketenabwehrsysteme. Vor allem militärische Schutzschirme im Weltall sind umstritten. Was ist Ihre Meinung? Diskutieren Sie über Vor- und Nachteile.&lt;/p&gt;
                        &lt;br /&gt;
                        &lt;p&gt;
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                            &lt;br /&gt;
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                            &lt;br /&gt;
                            &lt;a href=&quot;http://www.podcast.de/episode/884165/herunterladen/&quot;&gt;Sendung hier herunterladen&lt;/a&gt;
                        &lt;/p&gt;
                    </description>
                                                                        <pubDate>Mon, 06 Oct 2008 17:47:00 +0200</pubDate>
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