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        <title>Podcast: Radio Vatikan - Clips-GER</title>
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                        <pubDate>Sun, 27 May 2012 03:20:22 +0000</pubDate>
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                        <title>Irak: Westen für Zukunft der Christen mit verantwortlich</title>
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                                    <description>00:01:50:16  Ob die Christen im Irak eine Zukunftschance haben, hängt nicht zuletzt davon ab, ob sie Unterstützung aus dem Westen bekommen – materiell, vor allem aber auch politisch. Das hat Hans Hollerweger, Obmann der Initiative Christlicher Orient (ICO), im Gespräch mit Kathpress betont. 
Hollerweger befindet sich derzeit mit dem Heiligenkreuzer Altabt Gregor Henckel-Donnersmarck und einer kleinen Delegation aus Österreich im kurdisch kontrollierten und verwalteten Nordirak, wo die Initiative Christlicher Orient in der Diözese Zakho-Dohuk christliche Dörfer auf dem Land unterstützt.

„In einigen Dörfern befindet sich immer noch christliches Ackerland in Händen von Kurden und Jesiden. Die Regierung hat zwar zugesagt, diese zu entschädigen und abzusiedeln, noch ist aber wenig passiert. Hier wäre politischer Druck aus dem Westen notwendig. In Kurdistan haben ausländische Stimmen großes Gewicht. Das Land ist ringsum von ablehnend eingestellten Staaten umgeben, man braucht Unterstützung und Wohlwollen aus dem Westen.“

Die kurdische Regierung bemühe sich, das Land zu entwickeln. Er höre immer auch von Seiten der kurdischen Politik, dass man die Christen im Land brauche. Diese seien in der Regel überdurchschnittlich gebildet und friedliebend. Hollerweger: 

„Die kurdischen Politiker wissen das sehr genau. Von den ehemals 23 christlichen Dörfern in der Diözese Zakho-Duhok wurden zwischen 1970 und 1975 vom Regime Saddam Husseins 20 zerstört. In einem Dorf wurden auch alle Bewohner ermordet. Die Christen wanderten in andere Landesteile ab, die meisten gingen in die irakische Hauptstadt Bagdad. In den verlassenen und noch bewohnbaren Dörfern wurden teilweise Kurden, Jesiden, aber auch Araber angesiedelt. Freilich verübte das Regime nicht nur Verbrechen an den Christen. Rund 500 Dörfer wurden damals insgesamt zerstört.“

Inzwischen hat die kurdische Regierung 16 Dörfer für die aus den Süden vor Gewalt und Terror fliehenden Christen wieder aufgebaut. Seit 2003 wurden die Dörfer allmählich wieder besiedelt. Allein 2011 konnte die ICO in diesen Dörfern größere und kleinere Hilfsprojekte im Wert von mehr als 210.000 Euro durchführen. Dazu konnten Hilfsmittel von anderen Organisationen im Wert von knapp 100.000 Euro vermittelt werden. Am wichtigsten, so Hollerweger, sei die die Entwicklung der Landwirtschaft. Vier Dörfer wurden mit landwirtschaftlichen Geräten, Traktoren und Saatgut ausgestattet werden. Diese Hilfe müsse fortgesetzt werden, um möglichst vielen Familien eine Existenzgrundlage zu bieten, so der Obmann.

(kap 25.04.2012 mg)
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                        <title>Papst bei Generalaudienz: Nein zu „bloßem Aktivismus“</title>
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                                    <description>00:03:01:06  Von Anfang an musste die Kirche um ihre Einheit ringen: Darauf hat Papst Benedikt an diesem Mittwoch bei seiner Generalaudienz hingewiesen. Schon die erste christliche Gemeinde in Jerusalem habe „auf neue Situationen immer wieder aus dem Licht des Glaubens nach Antworten“ suchen müssen, so der Papst in seiner deutschsprachigen Katechese. Das schnelle Wachstum der Urgemeinde habe viele Probleme aufgeworfen:

„Es gab die Gefahr der Spaltung zwischen aramäisch und griechisch sprechenden Gläubigen, die Bedürftigen der griechisch sprechenden Gläubigen fühlten sich vernachlässigt bei der Zuteilung der guten Gaben. In dieser Situation einer drohenden Spaltung riefen die Apostel die Jünger zusammen, um diese für das Leben der Kirche grundlegende Frage zu entscheiden.“

Wie das ausging, ist bekannt: Die Apostel blieben bei der Verkündigung, während die „ebenfalls wichtige Aufgabe der Sorge um die Notleidenden“ sieben Männern anvertraut wurde, darunter dem heiligen Stephanus.

„Diese Begebenheit aus der Apostelgeschichte unterstreicht die Wichtigkeit der Arbeit und der täglichen Aufgaben, besonders die Wichtigkeit der Gerechtigkeit, des Einsatzes für die Armen und Bedürftigen als eine wirkliche Priorität der heiligen Kirche! Sie zeigt aber auch, dass wir zuallererst Gott brauchen.“

Menschen, die für die Caritas in der Kirche bestellt sind, müssen „voll Weisheit und Heiligem Geist“ sein, betonte Papst Benedikt mit einer Formulierung aus der Apostelgeschichte:

„Es dürfen nicht bloße Macher sein! Es müssen Menschen sein, die mit dem Licht des Glaubens, mit dem Herzen sehen und handeln.“

Der Papst regte an, die Christen sollten immer wieder „innehalten und auf den Herrn hören“, statt sich „vergebens Sorgen über Probleme und Schwierigkeiten zu machen“. Liebe dürfe „nicht veräußerlicht und bloßer Aktivismus“ werden. Zu viele Besorgnisse und ein hektisches Leben führten, wie schon Bernhard von Clairvaux einmal gesagt habe, letztlich zur „Verhärtung des Herzens“.

„Ohne das treue tägliche Gebet, ohne das innere In-Kontakt-Sein-mit Gott wird die noch so gut gemeinte Aktivität leer, läßt uns leer zurück und dient auch den anderen nicht.“ 

Inmitten der Herausforderungen des täglichen Miteinanders hätten die Apostel „den Vorrang Gottes betont“, so Benedikt XVI.. 

„Auch wir wollen die Prioritäten richtig setzen, damit das Gebet und das Wort Gottes der Atem unserer Seele und unseres Lebens sein können und wir nicht unter den vielen Alltagsdingen ersticken, die Maßstäbe verlieren und selber leer werden. Der Herr schenke uns allen dazu seinen Segen!“

(rv 25.04.2012 sk)
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                        <title>ZdK im Vatikan: „Kein Aufruf zum Ungehorsam beim Katholikentag“</title>
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                                    <description>00:10:15:38  Deutschlands oberste Laien-Katholiken sind derzeit zu Gesprächen mit Vatikanvertretern in Rom. Alois Glück und Stefan Vesper, der Präsident bzw. der Generalsekretär des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), trafen sich u.a. mit dem deutschen Kurienkardinal Walter Kasper und – an diesem Mittwoch – mit Kardinal Gianfranco Ravasi vom Päpstlichen Kulturrat. Am Dienstagabend waren sie bei uns in der Redaktion. Stefan Kempis fragte sie zunächst nach ihren Erwartungen an den 98. Deutschen Katholikentag, der vom 16. bis 20. Mai in Mannheim stattfinden wird.


Glück: „Ich bin sehr zuversichtlich, dass es in Mannheim möglich sein wird, all die Fragen, die uns als Katholikinnen und Katholiken bewegen (innerkirchliche Fragen in ihrer Bandbreite, manches auch in seinem Konfliktstoff, wie auch gesellschaftliche Fragen) in einer guten Diskussionskultur miteinander zu beraten. Mannheim ist allerdings nicht nur eine Diskussionsveranstaltung: Es ist ein geistliches Erlebnis, und es ist ein Miteinander-Ringen, Miteinander-Beten, -Feiern, -Diskutieren. Aber ich bin sehr zuversichtlich, dass uns das auch gerade in dieser Situation unserer Kirche gut gelingen wird!“

Zu Katholikentagen gehört auch immer ein gewisses Störfeuer – das war in den letzten Jahren häufig das Thema Interkommunion. Dieses Jahr zeichnet sich ab, dass die österreichische Pfarrer-Initiative ausgreifen könnte nach Mannheim.

Vesper: „Katholikentage wollen ein Bild der Realität sein, und in der Realität gibt es immer Diskussionen und unterschiedliche Wege, die man gehen will. Der Katholikentag ist eine große und, von der Geschichte her gesehen, auch großartige Chance, miteinander über die richtigen Wege zu sprechen. Da darf man niemanden von vornherein ausgrenzen, sondern man muss zum Gespräch zulassen, und man muss gemeinsam gute Wege finden, die für eine bestimmte Zeit, aber auch für eine bestimmte kirchliche und gesellschaftliche Situation die richtigen Auswege finden!“

„Auf Katholikentag kein Aufruf zum Ungehorsam“

Glück: „Ja, aber ich will hinzufügen: Alles, was in Österreich die Menschen bewegt, werden wir auch diskutieren, aber ohne Aufruf zum Ungehorsam! Sondern wir haben die Möglichkeit, miteinander diese Dinge zu beraten, und ich denke, das ist eine spezifische Chance, die wir in Deutschland mit einem Katholikentag haben!“

Der Katholikentag ist ja ein Teil – eine Station – des Dialogprozesses. Wie läuft der Prozess im Moment, und wie groß ist die Gefahr, dass bestimmte immer wiederkehrende Forderungen, die sich aus dem Dialogprozess ergeben könnten, dann irgendwann mal hier von Rom abgeschmettert werden?

Glück: „Es gibt dabei nicht nur einige der sogenannten Reizthemen, die wir ja auch nicht isoliert in Deutschland entscheiden können – etwa die Frage des Zölibats, des Zugangs zum Priesterberuf –, sondern es gibt viele Themen, die innerhalb des bestehenden Kirchenrechts und als Antwort auf seelsorgliche Themen vorangetrieben werden können. Im Kern geht es immer um die Frage: Wie können wir als Kirche dem Sendungsauftrag, dem Menschen unserer Zeit das Evangelium zu vermitteln, besser gerecht werden? Der große gemeinsame Ruf oder das gemeinsame Fazit der ersten Veranstaltung auf der Bundesebene in Mannheim war der Ruf nach einer barmherzigen Pastoral. Das ist eine Signalthematik, denn zunächst sagt dies ja offensichtlich, dass Pastoral heute weithin nicht so empfunden wird! Wir werden beim Katholikentag beispielsweise in den Vordergrund stellen: Unser Leitbild ist eine dienende Kirche! Kirche, die nicht Selbstzweck ist. Eine dienende Kirche für die Menschen in ihren Nöten, in kritischen Lebenssituationen usw. 

Es gibt viele gute Ansätze im Dialogprozess – auch in den Diözesen, nicht nur auf der Ebene der Veranstaltungen, die federführend von der Bischofskonferenz gestaltet werden. Es hat aber in sich auch das Risiko des Scheiterns...“

Wie hoch schätzen Sie dieses Risiko ein? 50-50?

Glück: „Na, momentan sage ich eher: 60-40, dass es nicht scheitert. Oder 70-30, wer weiß das schon. Aber es ist natürlich immer enthalten. Ich glaube, das wird auch den Bischöfen immer mehr bewusst, dass es natürlich jetzt auch Konkretisierungen braucht, dass es Prozesse geben muss, in denen auch das Ringen um Veränderung spürbar und erlebbar wird. Ansonsten könnten wir dann natürlich in einigen Jahren eine Gegenbewegung der Frustration, der Enttäuschung, des Auszugs der Engagierten, die kirchliches Leben im wesentlichen tragen, erleben. Das Risiko ist mit dabei – aber es geht auch anders!“

„Man braucht einen langen Atem“

Sie haben schon in Ihrem politischen Leben viele Kämpfe durchgestanden, und jetzt erleben Sie auch viel Frust bei kirchlich Engagierten in Deutschland. Haben Sie manchmal die Versuchung, einfach hinzuschmeißen?

Glück: „Nein. Man braucht ganz einfach einen langen Atem. Und wenn man ein bißchen in die Kirchengeschichte hineinschaut (ich hatte erst kürzlich beim Lesen wieder so ein Erlebnis), dann denke ich: Mein Gott, eigentlich ist der ganze Weg der Kirche ein Weg des Konflikts, des Ringens um den richtigen Weg, auch tiefer Krisen, und daraus ist Neues entstanden. Natürlich gibt es Situationen der Entmutigung und des Moments, wo man sagt: Ja, lohnt das dafür? Aber wir engagieren uns ja nicht um der Institution willen oder um der Bischöfe willen – und es gibt ja viele positive Erlebnisse, es gibt viele Menschen, die darauf warten, dass wir uns engagieren und dass wir auch etwas bewegen. Aber es ist ein eher mühsameres Geschäft als in der Politik.“

Vesper: „Im Zentralkomitee sitzen Menschen, die stark in ihrem Glauben verwurzelt sind, in ihren verschiedenen Lebensverhältnissen, und die sich deswegen sehr stark engagieren. Da bringt einen so schnell nichts aus der Bahn. Ich glaube, das Evangelium ist immer stärker als Momente der Resignation, und die Grundfragen, die z.B. im Konzil in „Nostra Aetate“ behandelt worden sind (Was ist der Mensch? Was ist der Sinn des Lebens? Was ist gut, was ist böse?), das bewegt uns doch alle, und wir wollen in der Gesellschaft und in der Kirche mitgestalten, um gemeinsam das Evangelium Frucht werden zu lassen für unsere Zeit! Da muss man mutig und tapfer und auch fröhlich durchs Leben gehen.“

Sie haben im Moment Gespräche hier in Rom – wie reagieren die Römer auf Sie, wie reagiert die Kurie? Welche Fragen werden da gestellt, und was überrascht Sie am ehesten?

„Deutsche Kirche wird in Rom manchmal schwer verstanden“

Glück: „Generell scheint es so zu sein, dass die katholische Kirche in Deutschland in ihren Bedingungen manchmal schwer verstanden wird. Insbesondere auch ein relativ selbstständiger Laienkatholizismus, den es so weltkirchlich ja nicht gibt, der sich aus der deutschen Geschichte entwickelt hat. Ich erlebe aber auch viel offenes Interesse, und wenn man Zusammenhänge deutlich macht, auch ein neues Verständnis. Ich glaube, es ist ganz wichtig, dass wir vielleicht noch mehr hier präsent sind und selbst authentisch informieren, was wir tun, wie wir Dinge sehen. Ich erlebe hier auch viele Zerrbilder der katholischen Kirche Deutschlands.“

Wo denn zum Beispiel?

Glück: „Ja – etwa dass das eine reiche, selbstgefällige Kirche sei, der es ja materiell gut geht im Vergleich zu anderen Bereichen. Oder, dass das alles prinzipiell nur romkritisch wäre, was da stattfindet (was ja auch nicht stimmt!). Wir sehen uns als Teil der Weltkirche, und von daher ist es in vielen Fällen ein Informationsdefizit. Auf der anderen Seite ist es auch so, dass gelegentlich der Informationsfluss aus Deutschland etwas einseitig ist, was hierher transportiert wird. Es gibt sicher innerhalb unserer Kirche unterschiedliche theologische Positionen, unterschiedliche Bewertungen von Entwicklungen. Das ist soweit auch ganz verständlich, und zunächst ist es auch eine Anfrage an uns selbst, dass wir vielleicht noch mehr tun im Sinne von Information und Gespräch. Die Gesprächssituation war durchweg gut. Konstruktiv.“

Vesper: „Ich glaube, wir haben als Katholiken in Deutschland auch eine Bringschuld: Wir müssen unsere Positionen in Rom öfter vertreten. Darum sind solche Besuche wertvoll und für beide Seiten immer sehr interessant. Darum werden wir sicher auch wiederkommen!“

Heißt das: Von jetzt an alle zwei, alle vier, alle fünf Jahre ein ZdK-Besuch in Rom?

Vesper: „Mindestens alle zwei Jahre! Wir sind öfter als alle zwei Jahre hier, weil wir auch andere Anlässe haben, um an Delegationen teilzunehmen oder Gespräche zu führen. Das ist für uns sehr wichtig.“

Der Papstbesuch im Rückblick – eher ein Bremsklotz am Bein des Dialogprozesses, oder eine Ermutigung?

Glück: „Ganz gewiß kein Bremsklotz! Viele haben allerdings gesagt: Ja, es wäre doch auch ganz gut gewesen, wenn der Heilige Vater auch den Dialogprozess angesprochen hätte. Ich glaube, es war ganz wichtig, dass er dem Raum läßt, nichts eingrenzt, nichts begrenzt für den Dialogprozess. Und so ist es. Von daher ist es für sich schon einmal eine positive Weichenstellung. Er hat sich sehr gut informiert im Vorfeld seines Besuches; der Papstbesuch war sicher eine starke Präsenz der katholischen Kirche und des Glaubens, nicht nur des Papstamtes, in Deutschland, mit großen geistlichen Ereignissen. Er hat inhaltlich Spuren hinterlassen – von der Rede im Bundestag bis hin zur berühmten Freiburger Rede im Zusammenhang mit dem Thema Entweltlichung. Das heißt: Er hat auch Aufgaben hinterlassen, über die zu beraten ist. Von daher ist auch mein Gesamteindruck, dass nach einer eher kritischen Phase Papst Benedikt in Deutschland wieder präsenter ist.“

Wie entweltlicht ist denn jetzt zum Beispiel der Mannheimer Katholikentag?

Vesper: „Darauf gibt es keine kurze Antwort, weil ja gerade das Stichwort Entweltlichung etwas ist, das zum langen Gespräch und langen Erklären herausfordert. Der Katholikentag ist gleichzeitig ein großes Glaubensfest mit Hunderten von Gottesdiensten und Gebeten, und ein Ort der Debatte, wie wir unsere Kirche und unsere Gesellschaft im Sinne des Evangeliums weiter gestalten können – und wie wir einen neuen Aufbruch wagen können!“

(rv 25.04.2012 sk)
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                        <title>Brasilien: Der stille Genozid</title>
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                                    <description>00:01:48:62  Die internationale Organisation „Survival“ ruft zum Schutz der Awá in Brasilien auf. Es handle sich um das meistbedrohte Volk der Erde, so die Hilfsorganisation an diesem Mittwoch. Zur Unterstützung hat sie eine Kampagne lanciert, um auf die Situation dieser indigenen Bevölkerung, die im Norden Brasiliens lebt, aufmerksam zu machen. Selbst berühmte Hollywood-Stars wie Collin Firth unterstützen das Projekt, betont im Gespräch mit Radio Vatikan die Pressesprecherin von Survival Deutschland, Linda Poppe.

„Wir begleiten die Awá schon seit über 40 Jahren. Sie wurden erstmals in den 70er Jahren kontaktiert. Seitdem sind wir immer wieder darum bemüht, sie zu schützen. Es gab leider schon Massaker und sehr schreckliche Gewalt gegenüber diesem Indianer-Volk. Wir haben uns deshalb immer dafür eingesetzt, dass ihr Gebiet geschützt wird. Es gibt zwar ein Schutzgebiet, das aber nicht immer respektiert wird. Das Ziel unserer Kampagne ist es, politischen Druck in Brasilien aufzubauen, damit dieses Schutzgebiet eingehalten wird.“

Es handle sich um ein Genozid der rund 300-Leute-zählenden Gemeinschaft, so Poppe. Aber darüber spreche fast niemand.

„Das größte Problem der Awá ist die illegale Abholzung auf ihrem Gebiet. Diese Abholzung ist dann besonders stark, wenn die Regenzeit zu Ende geht. Das ist bald wieder der Fall. Das heißt, bald werden wieder Holzfäller in das Gebiet eindringen und im großen Stil den Wald abholzen. Teilweise gibt es da gewaltsame Zusammenstösse. Deshalb erachten wir es als sehr wichtig, jetzt zu handeln, sodass die Regierung jetzt etwas tut, damit diese Abholzung gestoppt wird.“

(rv 25.04.2012 mg)
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                        <title>US-Bischöfe beim Papst: Erneute Kritik an der US Politik</title>
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                                    <description>00:01:38:76  Die US-Bischöfe sind mit der derzeitigen politischen Situation in den Vereinigten Staaten mehr als nur unzufrieden. Das wurde an diesem Montag anlässlich eines Treffens von Bischöfen mit dem Papst zu ihrem Ad Limina Besuch im Vatikan deutlich. Hierbei konnte sich Benedikt XVI. über die Lage vor Ort aus erster Hand informieren. Im Gespräch mit Radio Vatikan sagt Bischof Joseph Cordileone aus Oakland, dass die Bischöfe bisher sehr viel Geduld gezeigt hätten.

„Ich denke, wir erleben derzeit eine wichtige Phase, die für die Zukunft des Landes von Bedeutung sein wird. Das stimuliert die Bischöfe auch dazu, aktiv für das Allgemeinwohl einzustehen. Wir möchten ja nur helfen, das Beste für unser Land zu erreichen. Wir gingen immer davon aus, dass das auch von der Politik so gesehen wird. Aber wir sind enttäuscht, weil oftmals die Politik über das Limit des Ertragbaren hinaus gegangen ist, indem sich die Regierung in das Leben der Kirche eingemischt hat und uns Sachen aufgezwungen hat oder will, die für uns nicht hinnehmbar sind.“

Konkret geht es um Barack Obamas Gesundheitsreform, die auch die Finanzierung von Abtreibung sowie Verhütungsmittel durch katholische Arbeitgeber vorsieht.

„Wir wollen einfach nur, dass wir nach unserem Gewissen leben und wirken können. Damit können wir unserem Land sicherlich viel nützlicher sein. Im Übrigen schadet das, was unser Gewissen sagt, niemanden. Im Gegenteil: Das katholische Gewissen ist ein Gewinn für die gesamte Gesellschaft.“

(rv 23.04.2012 mg)
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                        <title>Nuntius im Sudan: „Tiefpunkt erreicht“</title>
                                    <link>http://www.radiovaticana.org/TED/articolo.asp?c=582160</link>
                                    <description>00:02:13:13  Eine christliche Kirche in Khartum ist am Sonntag angezündet worden. Dahinter steht nach Medienberichten ein muslimischer Mob, der in der sudanesischen Hauptstadt herumwütete. Wie örtliche und internationale Medien am Sonntag unter Berufung auf Augenzeugen berichten, stürmten mehrere hundert Muslime die Kirche, die häufig von Christen aus dem Südsudan sowie von äthiopischen Flüchtlingen besucht werde. Die Menge habe Parolen gegen den südlichen Nachbarstaat geschrien und das Gotteshaus abgebrannt, berichtet die Katholische Nachrichten-Agentur. Die Feuerwehr habe nichts mehr ausrichten können.

Der Vorfall steht mutmaßlich im Kontext der jüngsten Konflikte um die Ortschaft Heglig im Grenzgebiet beider Länder. Daran erinnert auch der Apostolische Nuntius in Khartum, Erzbischof Leo Boccardi, im Gespräch mit Radio Vatikan.

„Der Konflikt in Heglig ist ein Zeichen dafür, dass die Beziehungen zwischen dem Sudan und dem Südsudan alles andere als friedlich sind. Wir haben mittlerweile den tiefsten Punkt erreicht. Nun heißt es für alle, entweder man spricht miteinander oder ansonsten wird die Gewaltwelle nur noch schlimmer. Wir haben aber bereits viele Tote, Flüchtlinge und Schäden und es gibt kein Anzeichen dafür, dass Friedensgespräche aufgenommen werden.“

Der Nuntius spricht sich für „seriöse und mutige“ Verhandlungen aus. Beide Seiten sollten bereit sein, alles zu tun, damit die Gewaltwelle stoppt und Lösungen für die Überwindung des Konflikts gefunden werden.

„Was nun am Wochenende in Khartum passiert ist, soll uns daran erinnern, dass Intoleranz zu keiner Lösung führen kann. Im Übrigen passen solche Fälle nicht zur Geschichte und Kultur dieses Landes. Der Sudan war schon immer ein offenes und gastfreundliches Land. Wir hoffen, dass die Friedensappelle aus der ganzen Welt nicht aufhören werden und bitten Gott darum, dass Er allen beisteht.“

Hintergrund
Der Sudan ebenso wie der 2011 unabhängig gewordene Südsudan beanspruchen die Kontrolle rund um die ölreiche Kleinstadt Heglig. In den vergangenen Wochen kam es dort wiederholt zu Kampfhandlungen. Am Freitag kündigte die südsudanesische Regierung einen Truppenrückzug bis Montag an. Khartum vermeldete seinerseits, Heglig sei militärisch „befreit“ worden. Der vorwiegend von Christen bewohnte Südsudan hatte sich im vergangenen Juli per Volksentscheid vom überwiegend von Muslimen bewohnten Norden abgespalten.

(rv/kna/reuters 23.04.2012 mg)
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                        <title>Benedikt XVI.: Menschenwürde und Umweltschutz auch im Tourismus</title>
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                                    <description>00:01:08:18  Der Sextourismus und Organhandel sind eine der niederträchtigsten Formen menschlicher Verirrungen. Daran erinnert Papst Benedikt XVI. in seiner Botschaft zum 7. Weltkongress für Tourismusseelsorge. Vom 23. bis zum 27. April kommen Kirchenvertreter und Experten im mexikanischen Cancún zusammen. In seiner Botschaft, die an diesem Montag veröffentlich wurde, geht Benedikt weiter auf die Konsequenzen des Sextourismus ein, die aus moralischer, psychologischer und gesundheitlicher Sicht das Leben der Personen, vieler Familien und manchmal ganzer Gemeinschaften zerstören würde. Es müsse „eine Kultur des ethischen und verantwortungsvollen Tourismus“ gefördert werden, so der Papst weiter. Dies müsse dazu führen, dass immer mehr die Würde der Menschen und der Völker respektiert und gleichzeitig auch der Umweltschutz miteinbezogen werde. „Freizeit und in regelmäßigen Abständen Urlaub zu machen stellt eine Gelegenheit wie auch ein Recht dar“, so der Papst wörtlich.

(rv 23.04.2012 mg)



Hier die Botschaft im Wortlaut auf Deutsch

An die verehrten Mitbrüder
Kardinal Antonio Maria Vegliò,
Präsident des Päpstlichen Rates der Seelsorge
für die Migranten und Menschen unterwegs,
und Bischof Pedro Pablo Elizondo Cárdenas LC,
Prälat der Gebietsprälatur Cancún-Chetumal

Anlässlich des VII. Weltkongresses für Tourismusseelsorge, der vom 23. bis zum 27. April in Cancún (Mexiko) stattfindet, möchte ich Ihnen meine herzlichen Grüße übermitteln und schließe darin auch die verehrten Brüder im Bischofsamt und die Teilnehmer an dieser bedeutsamen Konferenz ein. Zu Beginn dieser Tage des Nachdenkens über die pastorale Tätigkeit der Kirche im Bereich des Tourismus versichere ich allen Kongressteilnehmern meine geistliche Nähe und grüße aufrichtig auch die Vertreter der Behörden und der internationalen Organisationen, die bei dieser Veranstaltung zugegen sind.

Der Tourismus ist sicher ein charakteristisches Phänomen unserer Zeit, sowohl wegen der beachtlichen Dimensionen, die er erreicht hat, als auch wegen des zu erwartenden Wachstums. Wie die ganze Wirklichkeit des Menschen, so muß auch dieser Bereich vom Wort Gottes erleuchtet und umgewandelt werden. Von dieser Überzeugung her und im Bewusstsein des großen Einflusses, den dieses Phänomen auf das menschliche Sein hat, begleitet die Kirche in ihrer pastoralen Sorge es von seinen ersten Anfängen an und unterstützt und fördert seine Möglichkeiten. Zugleich zeigt sie seine Risiken und Fehlentwicklungen auf und arbeitet daran, diese zu korrigieren.

Der Tourismus erscheint in Verbindung mit Urlaub und Freizeit als ein bevorzugter Raum für die körperliche und geistige Erholung, er ermöglicht die Begegnung von Angehörigen verschiedener Kulturen und bietet Gelegenheit zum Kontakt mit der Natur. Mit all dem fördert er inmitten von Verschiedenheit das Zuhören und Betrachten, die Toleranz und den Frieden, den Dialog und die Harmonie.

Das Reisen ist Ausdruck unseres Seins als homo viator, während es zugleich einen anderen, tieferen und bedeutungsvolleren Weg widerspiegelt, den zu gehen wir berufen sind und der uns zur Begegnung mit Gott führt. Die Möglichkeit, die uns das Reisen bietet, die Schönheit der Länder, der Kulturen und der Natur zu bewundern, kann uns zu Gott führen, da sie die Erfahrung des Glaubens begünstigt, „denn von der Größe und Schönheit der Geschöpfe lässt sich auf ihren Schöpfer schließen“ (Weish 13,5).

Andererseits ist der Tourismus, wie jede menschliche Wirklichkeit, nicht frei von Gefahren und negativen Elementen. Es handelt sich um Übel, denen dringend begegnet werden muß, weil sie die Rechte und die Würde von Millionen von Menschen, besonders der Armen, der Minderjährigen und der Behinderten verletzen. Der Sextourismus ist eine der niederträchtigsten Formen dieser Verirrungen, die aus moralischer, psychologischer und gesundheitlicher Sicht das Leben der Personen, vieler Familien und manchmal ganzer Gemeinschaften zerstören. Der Menschenhandel aus sexuellen Motiven oder für Organtransplantationen wie auch die Ausbeutung von Minderjährigen, ihre Auslieferung in die Hände von Menschen ohne Skrupel, Mißbrauch und Folter kommen traurigerweise in vielen Bereichen des Tourismus vor. All das muß jene, die sich seelsorgerisch oder aus Arbeitsgründen mit der Welt des Tourismus beschäftigen, wie auch die ganze internationale Gemeinschaft dazu veranlassen, größere Wachsamkeit an den Tag zu legen, um diesen Abirrungen vorzubeugen und entgegenzutreten.

In der Enzyklika Caritas in veritate habe ich das Phänomen des Tourismus im Zusammenhang mit der ganzheitlichen Entwicklung des Menschen hervorgehoben. „Man muß daher an einen anderen Tourismus denken, der in der Lage ist, ein echtes gegenseitiges Kennenlernen zu fördern, ohne der Erholung und dem gesunden Vergnügen Raum wegzunehmen“ (Nr. 61). Ich lade Sie ein, daran zu arbeiten, dass der Kongress unter dem Motto „Der Tourismus, der den Unterschied macht“ zur Entwicklung dieser Pastoral beiträgt und schrittweise zu diesem „anderen Tourismus“ führt.

Ich möchte drei Bereiche aufzeigen, auf welche die Tourismusseelsorge ihre Aufmerksamkeit konzentrieren muß. Erstens ist dieses Phänomen mit der Soziallehre der Kirche zu beleuchten. Dabei ist eine Kultur des ethischen und verantwortungsvollen Tourismus zu fördern, so dass dieser immer mehr die Würde der Menschen und der Völker respektiert, allen zugänglich als auch gerecht, nachhaltig und ökologisch ist. Freizeit und in regelmäßigen Abständen Urlaub zu machen stellt eine Gelegenheit wie auch ein Recht dar. Die Kirche möchte weiterhin ihre aufrichtige Mitarbeit auf dem ihr eigenen Gebiet anbieten, damit dieses Recht für alle Menschen, besonders für Gruppen, die am meisten benachteiligt sind, Wirklichkeit werde.

Zweitens darf das pastorale Wirken nie die via pulchritudinis, den „Weg der Schönheit“, vergessen. Viele Zeugnisse des religiösen Erbes der Geschichte und Kultur sind „wahre Wege zu Gott, der erhabensten Schönheit, die sogar dabei helfen können, in der Beziehung zu ihm, im Gebet zu wachsen. Es handelt sich um die Werke, die aus dem Glauben heraus entstehen und die den Glauben zum Ausdruck bringen“ (Generalaudienz, 31. August 2011). Es ist wichtig, den Empfang und die touristischen Besichtigungen so durchzuführen, daß stets die Achtung vor dem heiligen Ort und den Gottesdiensten gewahrt wird, um derentwillen viele dieser Werke entstanden sind und worin weiterhin ihr Hauptzweck besteht.

Drittens hat die Tourismusseelsorge die Christen bei ihrem Urlaub und ihrer Freizeit zu begleiten, so dass sie ihrem menschlichen und spirituellen Wachstum nutzen. Dies ist sicherlich „eine günstige Zeit, um den Leib zu entspannen und den Geist durch größeren Raum für das Gebet und die Betrachtung zu nähren, um in der persönlichen Beziehung zu Christus zu wachsen und immer mehr seinen Lehren zu folgen“ (Angelus, 15. Juli 2007).

Die Neuevangelisierung, zu der wir alle gerufen sind, fordert uns auf, die zahlreichen Gelegenheiten, die uns das Phänomen des Tourismus bietet, zu berücksichtigen und zu nutzen, um Christus als höchste Antwort auf die Fragen des Menschen von heute vorzulegen.

Schließlich fordere ich dazu auf, dass die Tourismusseelsorge im Rahmen der ordentlichen Seelsorge der Kirche einen Bereich mit vollen Rechten bilde, so dass wir durch die Koordinierung der Vorhaben und Bemühungen dem Sendungsauftrag des Herrn immer treuer entsprechen.

In diesem Sinne vertraue ich die Früchte dieses Kongresses der mächtigen Fürsprache der seligen Jungfrau Maria, Unserer Lieben Frau von Guadalupe, an und erteile allen Teilnehmern als Unterpfand reicher göttlicher Gnaden gerne den erbetenen Apostolischen Segen.

Aus dem Vatikan, am 18. April 2012

								Benedictus PP. XVI
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                        <title>Kardinal Marx: Betreuungsgeld gehört zur Familienpolitik</title>
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                                    <description>00:02:07:92  Eine umfassende Familienpolitik muss auf Betreuungsgeld zählen können. Daran erinnert der Münchner Erzbischof, Kardinal Reinhard Marx, anlässlich der ökumenischen „Woche für das Leben“. Eine generelle Ablehnung dieser Leistung finde er merkwürdig, so Marx im Münchner Kirchenradio.

„Die katholische Kirche spürt, dass den Familien nicht so einfach zu helfen ist, weil die Situation so unterschiedlich ist. Dabei ist das Betreuungsgeld nur ein Moment, es ist nicht die große familienpolitische Maßnahme. Alle Maßnahmen richten sich nach dem Nutzen für das Kind und die Familie. Die Kirche hat hier natürlich auch die sozial schwachen Familien und die Alleinerziehenden im Blick. Deshalb ist die Debatte Betreuungsgeld „Ja oder Nein“ eine schwache Diskussion, die das gesamte Feld der Familienpolitik eher wieder aus dem Blickfeld geraten lässt.“

Kardinal Marx ist Vorsitzender der Kommission für gesellschaftliche und soziale Fragen in der Deutschen Bischofskonferenz.

Der Landesbischof der evangelisch-lutherischen Kirche in Bayern, Heinrich Bedford-Strohm, betonte mit Blick auf das Betreuungsgeld, dass die Menschen selbst bestimmen müssten, wie sie die Kindererziehung gestalten. Wichtig sei, dass die Leistung keine falschen Anreize gibt, so Bedford-Strohm im Münchner Kirchenradio. 

„Es darf nicht dazu führen, dass Kinder, die dringend eine Förderung außerhalb des Elternhauses brauchen, dann das Betreuungsgeld in Anspruch nehmen und die außer häuslichen Angebote nicht bekommen. Dieser Gesichtspunkt in der Diskussion ist sehr ernst zu nehmen.“

Kardinal Marx und Landesbischof Bedford-Strohm haben die bundesweite „Woche für das Leben“ am Samstagvormittag auf dem Freisinger Domberg gemeinsam eröffnet. Die Initiative befasst sich noch bis 28. April mit ihrem Jahresthema „Engagiert für das Leben: Mit allen Generationen“. Dazu finden zahlreiche Veranstaltungen in Kirchen und Pfarrgemeinden statt.

(münchner kirchenradio 23.04.2012 mg)
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                        <title>Warum macht uns der Koran so nervös?</title>
                                    <link>http://www.radiovaticana.org/TED/articolo.asp?c=581904</link>
                                    <description>00:14:55:42  Die Koran-Verteilaktion bringt einmal mehr das Verhältnis zwischen Islam und deutscher Gesellschaft auf den Plan. Mehr nur als die Absicht der Salafisten werden mit Sätzen wie „der Islam gehört nicht zu Deutschland“ grundsätzliche Fragen aufgeworfen. Nicht zuletzt auch die nach dem Verständnis von Schrift und Offenbarung, im Islam wie im Christentum.
Was sagt man jemandem, der in einer Fußgängerzone einen Koran mit der Aufforderung „Lies!“ verteilt? Was ist das, der Koran, jenseits der Vorurteile unserer Kultur? Und warum diese Aktion Politik und Gesellschaft so nervös? Ein Gespräch mit dem Islamwissenschaftler und katholischen Theologen Pater Felix Körner, Dozent an der päpstlichen Universität Gregoriana in Rom.

„Die Mehrheit der Menschen, die hier das erste mal mit dem Koran in Berührung kommt, entdeckt damit eine neue Welt, entdeckt, dass es hier viele Diskussionsmöglichkeiten gibt und dass es ungeheuer anregend ist, sich mit dem Koran auseinander zu setzen. Insofern ist die Aktion „Lies!“ erst einmal nicht gefährlich, sondern bereichernd.“

Aber was ist das Verunsichernde am Koran, es sind ja nicht nur die Salafisten, die ihn verteilen?

„Zweierlei. Verunsichernd daran ist, dass mit so viel Begeisterung eine andere Religion, die auch mit einer anderen Kulturprägung daherkommt, und plötzlich so deutlich, mit so viel Energie – und offenbar auch mit viel Geld – begegnet.
Was darüber hinaus verunsichernd sein kann, ist Folgendes: Bis auf die erste Sure, die ein Gebet ist, sprechen alle anderen Texte im Koran mit dem Anspruch, hier kommt Gott selbst zu Wort und redet Dich an. Diese Unmittelbarkeit gibt es auf der Seite der christlichen Bibel nicht. Die christliche Bibel sagt immer, dass hier ein bestimmter Autor erzählt, hier schreibt der Apostel Paulus, hier schreibt Lukas die Jesusgeschichte an Theophilus und so weiter. Dieser Anspruch, dass Gott höchstpersönlich und unvermittelt spricht, der stellt dem, der das eigentlich nicht als Wort Gottes anerkennen will, die Frage, wie wehre ich mich gegen diesen Impuls, der mit dem Anspruch kommt, dass mich hier Gott anredet.“

Bei der Aktion geht es ja nicht nur um das Verteilte – den Koran – sondern auch um die Verteiler, die Salafisten. Was für eine Theologie steckt da dahinter?

„Die Salafia macht etwas typisch modernes, auch wenn Sie sich auf das Mittelalter beziehen. Die sagen, dass unsere Zeit Produkt einer Verfallserscheinung ist und dass wir unsere Identität verloren haben. Um wieder echt „Wir“ sein zu können, müssen wir heute zurückgreifen auf die Altvorderen, auf die ersten Vorbilder, und die heißen auf Arabisch die „Salaf“.

Die Rückkehr zu den Ursprüngen ist notwendigerweise immer eine Fiktion, denn ich kann ja nicht zurück in der Zeit. Das gibt es im Christentum mit dem Sprechen über das Urchristentum auch. Warum macht uns diese Fiktion so nervös?

„Wer sagt, dass eine Bewegung aus dem siebten Jahrhundert nach Christus genau das getan hat, was wir heute tun müssen, der geht natürlich mit einer gewissen Blindheit vor. Der sieht die heutigen Herausforderungen an Religion, an Weltanschauung, an Lebensordnung nicht als konstruktive Fragen und interessante Herausforderungen, sondern als etwas, was ich nur damit beantworten kann, dass ich mich davor verschließe und über 1.000 Jahre zurück greife.
Die Auseinandersetzungsfreudigkeit ist bei solchen Rückgriffversuchen natürlich gering bis nicht vorhanden.“
  

(rv 22.04.2012 ord)
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                        <title>P. Lombardi: Die 10 Prioritäten des Papstes</title>
                                    <link>http://www.radiovaticana.org/TED/articolo.asp?c=581968</link>
                                    <description>00:01:57:00  Er ist der Leiter des vatikanischen Pressesaals und damit eine Art „Sprachrohr“ für den Papst: P. Federico Lombardi SJ. In seiner wöchentlichen Kolumne für die TV-Sendung „Octava Dies“ formuliert der Jesuit seine Glückwünsche für das kommende achte Jahr des Pontifikats. Einige erkennen darin eine Art „10 Prioritäten-Liste“, vom Dialog mit den Piusbrüdern bis zur Neuevangelisierung. Hier eine Zusammenfassung:
1. Der Dialog mit der Priesterbruderschaft Pius X. solle erfolgreich abgeschlossen werden und so ein schmerzender Bruch überwunden werden, ohne dass neue Brüche entstehen. 
2. Der Papst möge den Familien eine Botschaft der Liebe und der Hoffnung übermitteln bei seinem geplanten Besuch beim Weltfamilientreffen in Mailand. 
3. Die Mahnungen des Papstes an Gruppen in der Kirche im Dissens sollten mit Respekt und Aufmerksamkeit gehört und in ihrer Bedeutung verstanden werden. 
4. Die Kirche in Irland solle – auch durch den Eucharistischen Kongress – in ihrem Weg der Erneuerung gestärkt werden. 
5. Die Aufarbeitung der Missbrauchsskandale in der katholischen Kirche solle überall auf Welt konsolidiert werden, damit die Kirche ihrerseits ihren Beitrag zum Schutz der Kinder in den Gesellschaften leisten kann. 
6. Der 50. Jahrestag des II. Vatikanischen Konzils solle ein Anlass sein, seine „epochale Botschaft“ angemessen und sachlich zu verstehen. 
7. Die Bischofssynode zur Neuevangelisierung solle der Kirche neue Kreativität und Missionseifer schenken. 
8. Das von Benedikt XVI. ausgerufene „Jahr des Glaubens“ solle nicht nur aus einer Folge schöner Veranstaltungen bestehen, sondern tatsächlich dazu beitragen, die Beziehung der Glaubenden zu Gott und zu Jesus Christus zu vertiefen in einem Kontext, der immer mehr von Gottvergessenheit geprägt sei.
9. P. Lombardi hofft, dass der Papst den letzten Teil seines Jesusbuchs veröffentlich kann.
10. Die Vorbereitungen auf den Weltjugendtag in Rio de Janeiro laufen schon auf Hochtouren. Aber das betreffe ja, so Lombardi, bereits das neunte Pontifikatsjahr… 

(rv 22.04.2012 mc)
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                <item>
                        <title>Quo Vadis: Das Begegnungszentrum der Ordensgemeinschaften in Wien</title>
                                    <link>http://www.radiovaticana.org/TED/articolo.asp?c=570413</link>
                                    <description>00:16:02:06  Auf den ersten Blick käme man vielleicht nicht darauf, was man hier vor sich hat. In einem typischen Wiener Innenstadthof direkt am Stephansdom liegt ein Ladenlokal; große Schaufenster, innen in warmen Braun- und Cremetönen eingerichtet, freundlich und offen. Quo Vadis heißt der Ort, und hier haben die Ordensgemeinschaften Österreichs ein Zentrum eingerichtet für Informationen, für Begegnung, aber auch für Menschen, die entecken möchten, ob sie nicht selber eine Berufung zum Ordensleben haben. Pater Bernd Hagenkord hat das Quo Vadis in Wien besucht.

(rv 10.03.2012 ord)
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                <item>
                        <title>Unser Buchtipp: Sexueller Missbrauch im kirchlichen Strafrecht</title>
                                    <link>http://www.radiovaticana.org/TED/articolo.asp?c=570264</link>
                                    <description>00:01:07:73  Johann J. Reißmeier: Sexueller Missbrauch im kirchlichen Strafrecht. Eine Rezension von Mario Galgano

Der Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche stand in den vergangenen Monaten oft in den Schlagzeilen. Bei einigen weltlichen Medien wurde der Anschein vermittelt, die katholische Kirche habe sich vorher nie damit beschäftigt und tue sich weiterhin schwer damit. Ein neues Buch vom Tyrolia-Verlag widerspricht diesem Vorurteil. Geschrieben hat es der österreichische Prälat Johann J. Reißmeier. Er hatte die Ombudsstelle für Opfer sexuellen Missbrauch in der Erzdiözese Salzburg aufgebaut und sein Kirchenrechtsstudium 2011 mit einer Arbeit zu diesem Thema abgeschlossen. In seinem Werk „Sexueller Missbrauch im kirchlichen Strafrecht: Verfahren – Zuständigkeiten – Strafen“ erläutert er Sinn und Zweck von Kirchenstrafen im Bezug auf die sexuellen Übergriffe durch Kirchenmitarbeiter. Das Werk ist in erster Linie für Experten gedacht, da es sehr wissenschaftlich-technisch verfasst ist. Dennoch können auch Nicht-Experten viel Neues erfahren, wie beispielsweise die konkreten Zuständigkeiten und Vorgehensweise innerhalb der katholischen Kirche kennenlernen. Reißmeier geht auch auf das Problem der Verjährung ein und nennt des Weiteren auch mögliche Strafen für die Täter.

Anliegen seiner Arbeit sei es gewesen aufzuzeigen, welche Normierungen es seitens der Weltkirche gibt, so Reißmeier in seinem Buch. Auch wenn er das Thema von einer wissenschaftlichen Perspektive betrachtet, benützt der Autor eine verständliche Sprache. Erfreulich ist, dass die Erläuterungen kurz und klar geschrieben sind. Am Schluss der Lektüre hat man den Eindruck, verlässliche Informationen zu dem Thema erhalten zu haben.

Sexueller Missbrauch im kirchlichen Strafrecht. Verfahren – Zuständigkeiten – Strafen. Eine Handreichung. Geschrieben von Johann J. Reißmeier. Das Buch ist im Tyrolia-Verlag erschienen.

(rv 10.03.2012 mg)
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                        <title>Zahl der Katholiken steigt</title>
                                    <link>http://www.radiovaticana.org/TED/articolo.asp?c=570218</link>
                                    <description>00:02:14:74  Auch 2010 geht der Trend der letzten Jahre weiter: Die Zahl der Katholiken weltweit steigt. Gab es 2009 rund 1 Milliarde 181 Millionen Katholiken auf der Welt, so gehörten 2010 über 1 Milliarde 196 Millionen Menschen der katholischen Kirche an. Das teilte der Vatikan an diesem Samstag anlässlich der Übergabe des neuen „Päpstlichen Jahrbuchs“ an Benedikt XVI. mit. Das mehr als tausendseitige Werk umfasst die Namen der wichtigsten Kirchenmitarbeiter weltweit.

Der Papst habe sich bei den Verantwortlichen des vatikanischen Statistikbüros für die Arbeit bedankt, so eine Note des Pressesaals von diesem Samstag. Neben dem „Annuario Pontificio“ erhielt der Papst auch das jährliche Statistikbuch „Annuarium Statisticum Ecclesiae“ von den Mitarbeitern des entsprechenden Büros. Bei der Übergabe war auch Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone zugegen. Aus dem neuen Jahrbuch ist ersichtlich, dass 2011 acht neue Bischofssitze errichtet wurden sowie eine Personalprälatur und eine Militärprälatur.

Aus dem Statistikbuch hingegen ist ersichtlich, dass der Anteil der Katholiken an der Weltbevölkerung rund 17,5 Prozent beträgt. Weiterhin leben die meisten Katholiken in Lateinamerika. Das sind etwa 28 Prozent der Gläubigen. In Europa hingegen ist der Anteil leicht auf 24 Prozent gestiegen. In Afrika sind 15 Prozent der Bevölkerung Katholiken und in Südostasien beträgt der Anteil etwas mehr als zehn Prozent.

Mehr Priester
Eine erfreuliche Tendenz ist auch bei der Anzahl der Priester festzustellen: 2010 gab es weltweit 412.236 Geistliche - mit einer Zunahme zum Vorjahr von 1.643 Priestern. Auf allen Kontinenten ist die Zahl leicht steigend, nur in Europa zeigt die Statistikkurve nach unten.

(rv 10.03.2012 mg)
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                <item>
                        <title>Lombardi: „Aufnahme in Geldwäsche-Liste ist normal“</title>
                                    <link>http://www.radiovaticana.org/TED/articolo.asp?c=570193</link>
                                    <description>00:02:06:98  So seltsam das zunächst auch klingt: Die Aufnahme des Heiligen Stuhls in die Liste der Staaten, die wegen des Verdachts auf Geldwäsche von der US-Regierung beobachtet werden, ist nach den Worten von Vatikansprecher Federico Lombardi eine „gute Nachricht“. Der Vorgang sei keineswegs Anlass zur Besorgnis, sagte Lombardi in einem Interview mit Radio Vatikan.

„Der Bericht spiegelt vielmehr die Bemühungen des Heiligen Stuhls um eine vollständige Transparenz seiner wirtschaftlichen und finanziellen Angelegenheiten wieder. Man muss das Dokument nur richtig lesen. Dann ist es gar nicht erstaunlich, dass der Heilige Stuhl in diesem Jahr erstmals in dem Verzeichnis auftaucht.“

Dies ergebe sich nämlich automatisch aus dem Beitritt des Heiligen Stuhls im Jahr 2011 als Beobachter bei „Moneyval“, dem Expertenkomitee für die Bewertung von Maßnahmen gegen Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung. Zugleich weist Lombardi darauf hin, dass der Vatikan anders als etwa Frankreich, Deutschland, Italien oder Großbritannien nicht in der Kategorie jener Länder aufgelistet sei, die mit „vordringlicher Sorge“ beobachtet würden.

„Allerdings hat die Bewertungskommission leider nicht berücksichtigt, dass der Heilige Stuhl im Januar einigen internationalen Abkommen zur Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung beigetreten ist. Doch ich glaube, dass das Einreihen des Heiligen Stuhls in die Kategorie „Sorge“ die angemessene Kategorie für Staaten ist, die wie der Heilige Stuhl gegenwärtig von Moneyval begutachtet werden.“

Im jährlichen Strategiebericht des US-Außenministeriums zum Kampf gegen Drogenkriminalität war der Heilige Stuhl erstmals unter die in diesem Jahr insgesamt 68 Staaten aufgenommen worden, die wegen des Verdachts auf Geldwäsche beobachtet werden. Der Bericht bemängelt, dass der Heilige Stuhl sich an bestimmten internationalen Abkommen nicht oder nur unter Vorbehalt beteilige.

Vatikanbank unter Beobachtung
Im Mittelpunkt der Prüfung durch Moneyval steht die sogenannte Vatikanbank, das „Institut für die religiösen Werke“ - kurz IOR. Moneyval will im Juni entscheiden, ob der Vatikan auf die Weiße Liste jener Länder kommt, die internationale Standards im Kampf gegen Geldwäsche und dubiose Finanzgeschäfte einhalten. Ende 2010 hatte Papst Benedikt XVI. eine vatikanische Finanzaufsichtsbehörde geschaffen, die über das Einhalten der entsprechenden Normen wachen soll.

(rv/kna 10.03.2012 mg)
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                        <title>Vatikan-UNO: Gegen Diskriminierung von Homosexuellen</title>
                                    <link>http://www.radiovaticana.org/TED/articolo.asp?c=570107</link>
                                    <description>00:01:24:12  Der Heilige Stuhl wendet sich grundsätzlich gegen eine Diskriminierung von Homosexuellen. Gleichzeitig lehnt er aber Sonderrechte für bestimmte gesellschaftliche Gruppen ab. Das sagte der Ständige Vatikan-Vertreter bei den Vereinten Nationen in Genf, Silvano Maria Tomasi, vor dem UNO-Menschenrechtsrat. Im Interview mit Radio Vatikan erklärte der Erzbischof:

„Die kirchliche Haltung gegen Diskriminierung schließt auch jene ein, die aufgrund ihres Sexualverhaltens diskriminiert werden. Jüngste Versuche, bestimmten Minderheiten zusätzlich zu den durch die universellen Menschenrechte bereits gewährleisteten Garantien besondere Rechte zu geben, gehen jedoch nicht in die richtige Richtung. Durch ein solches Vorgehen wird nämlich die Allgemeingültigkeit der Menschenrechte infrage gestellt.“

Deutlich wendet sich der Ständige Beobachter des Heiligen Stuhls bei den Vereinten Nationen gegen die sogenannte „Gender-Theorie“.

„Diese Theorie ist eine ideologische Konstruktion, weil sie vorgibt, Männer oder Frauen könnten selbst über ihre sexuelle Identität bestimmen.“

(rv/kna 10.03.2012 mg)
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                <item>
                        <title>Die Radioexerzitien zur Fastenzeit</title>
                                    <link>http://www.radiovaticana.org/TED/articolo.asp?c=570184</link>
                                    <description>00:17:17:45  Die Radioexerzitien zur Fastenzeit bei Radio Vatikan, Teil 5. Von und mit Pater Benedikt Lautenbacher, Rektor des Priesterseminars Collegium Germanicum et Hungaricum in Rom. Wenn Sie alle Folgen nachhören möchten, schicken Sie bitte eine eMail an cd @ radiovatikan.de, wir senden Ihnen dann gerne eine CD zu.

(rv 03.03.2012 ord)
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                <item>
                        <title>D: Keine seriösen Untersuchungen zu Abtreibungsrückgang</title>
                                    <link>http://www.radiovaticana.org/TED/articolo.asp?c=570062</link>
                                    <description>00:01:47:90  Die Zahl der Abtreibungen in der Bundesrepublik ist auch 2011 gesunken. Das teilte diese Woche das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mit. Seit zehn Jahren zeigt die Statistik steil nach unten. Doch immer noch gibt es in Deutschland über 100.000 Abtreibungen im Jahr. Vor zehn Jahren waren es fast 135.000 Abtreibungen im Jahr. Wir haben Gabriele Hund-Martin, Stellvertretende Bundesvorsitzende des Sozialdiensts katholischer Frauen gefragt, worauf man den Rückgang der Abtreibungen zurückführen kann.

„Uns sind keine seriöse Untersuchungen bekannt, die Aufschluss über die Gründe der zurückgehenden Abtreibungen geben. Der Sozialdienst katholischer Frauen bietet schwangeren Frauen viele unterstützende Hilfen an, die die Frauen ermutigen ihr Kind auszutragen. Sehr frühzeitig erreichen wir schwangere Frauen in Konfliktsituationen über unsere katholische Schwangerschaftsberatungsstellen und die Angebote der frühen Hilfen. Sie geben uns die Chance, die Frauen während der Schwangerschaft und nach der Geburt des Kindes zu begleiten und zu unterstützen. Damit leistet der Sozialdienst katholischer Frauen einen wesentlichen Beitrag zur Entscheidung für das Kind.“

Die Ortsvereine des Verbands sind Träger von insgesamt rund 120 Schwangerschaftsberatungsstellen. Karin Lange vom Statistischen Bundesamt führt die sinkende Anzahl vor allem darauf zurück, dass es immer weniger Frauen im gebährfähigen Alter gibt. Regine Wlassitschau vom Verein Pro Familia führt den Rückgang vor allem auf die gute Sexualaufklärung zurück.

(rv/faz 09.03.2012 mg)
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                        <title>Bischof Hanke: Energiewende ist auch kirchliches Thema</title>
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                                    <description>00:01:47:02  Der Eichstätter Bischof Gregor Maria Hanke sieht ein Jahr nach dem Reaktorunglück in Fukushima den Energiewandel in Deutschland auf einem guten Weg. Es seien Fortschritte erkennbar. Dennoch müsse sich die Gesellschaft weiter fragen, wo die Grenzen des Wachstums lägen, so Hanke im Münchner Kirchenradio.

Wenn der Mensch sich als Verwalter der Güter und Dinge der Welt begreife, dann habe dies eine größere Nachhaltigkeit als reine ökologische Sachzwänge, sagte Bischof Hanke.

„Es ist etwas anderes, ob ich verzichte, um Ressourcen zu stretchen, oder ob ich verzichte, weil ich aus einem geistlichen Sinn und Ansatz heraus Welt gestalten will.“ 

Aber auch praktisch geschehe viel in den Bistümern, so Hanke. Es gebe viele Bildungshäuser, die sich regional versorgen, der Energiebedarf in kirchlichen Häusern werde ökologisch ausgerichtet und viele Pfarreien förderten fair gehandelte Produkte.

„Da brauchen wir uns nicht zu schämen, da können wir was herzeigen. Persönlich versuche ich, so viele Termine wie möglich mit der Bahn zu erreichen und mich bewusst zu ernähren. Wichtig ist es mir, nicht in einen Trott zu verfallen, in dem der Umweltgedanke nur noch am Rand auftaucht. Ökologisches Bewusstsein braucht Kreativität, und wir können hier tatsächlich viel bewegen.“

(muenchner kirchenradio 09.03.2012 mg)
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                        <title>Papst bekräftigt katholische Lehre von Ehe und Familie</title>
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                                    <description>00:04:21:41  Das letzte Mal ging es um das Thema Religionsfreiheit, das in den USA derzeit ein Streitthema ist; diesmal sprach der Papst bei einem Treffen mit US-Bischöfen über das nicht minder heikle Thema Ehe und Familie. Im Vatikan empfing Benedikt XVI. an diesem Freitag US-Bischöfe zu ihrem turnusgemäßen ad-limina-Besuch; seine Äußerungen werden im US-Wahlkampf nicht ungehört bleiben.

„Es ist doch immer offensichtlicher, dass eine Aufweichung der Unauflöslichkeit der Ehe und das weitverbreitete Zurückweisen einer verantwortlichen, reifen Sexualethik zu schwerwiegenden Problemen für die Gesellschaft geführt haben – Problemen, die auch immense menschliche und wirtschaftliche Kosten mit sich bringen. Wie Johannes Paul II. bemerkt hat, verläuft die Zukunft der Menschheit nun einmal über die Familie. Man muss in diesem Zusammenhang die starken politischen und kulturellen Strömungen nennen, die versuchen, die legale Definition von Ehe zu ändern. Die Kirche widersteht diesem Druck und verteidigt die Ehe als eine natürliche Einrichtung, die aus zwei Personen unterschiedlichen Geschlechts besteht und offen für die Weitergabe des Lebens ist. Sexuelle Unterschiede können nicht als irrelevant für die Definition von Ehe abgetan werden.“

Viele Bischöfe klagten ihm ihr Leid, wie schwierig die katholische Ehe- und Familienlehre heute doch zu vermitteln sei, so der Papst. Und es stimme schon, dass es der Kirche „manchmal nicht gelungen“ sei, „das reiche Erbe katholischer Auffassungen über die Ehe gut darzustellen“. Vielleicht könne man sich bei künftigen Bemühungen stärker auf den Weltkatechismus und das Kompendium kirchlicher Soziallehre stützen, regte er an.

„Auf der praktischen Ebene müssen die Programme zur Vorbereitung von Paaren auf die Ehe sorgfältig überprüft werden, damit die soziale und kirchliche Verantwortung christlicher Ehepartner noch deutlicher wird. In diesem Zusammenhang können wir nicht über das ernste seelsorgliche Problem hinweggehen, das die weitverbreitete Praxis des Zusammenlebens darstellt. Oft sind sich diese Paare noch nicht einmal im klaren, dass ihr Tun sündhaft ist, vom Schaden für die Stabilität der Gesellschaft einmal zu schweigen. Ich ermuntere euch, klare pastorale und liturgische Norm für eine würdige Eheschließung zu entwickeln, die unzweideutig Zeugnis geben von den objektiven Anforderungen christlicher Moral – und die gleichzeitig Sensibilität und Anteilnahme an jungen Paaren zeigen.“

Es sei richtig, auf alle zuzugehen, die geschieden oder getrennt seien, die früh Mutter geworden seien oder Kinder allein aufzögen. Benedikt XVI. sprach von einer „großen pastoralen Anstrengung“. Dazu gehöre aber auch „eine Wiederentdeckung der Tugend der Keuschheit durch die ganze christliche Gemeinschaft“. Wenn Keuschheit überzeugend gelebt werde und Sexualität als „Quelle wahrer Freiheit und wahren Glücks“ dargestellt werde, sei „der Reichtum dieser Vision attraktiver als die alles erlaubenden Ideologien“, die oft „eine mächtige und destruktive Anti-Katechese für junge Leute“ bedeuteten.

„Junge Leute sollten die kirchliche Lehre in ihrer Ganzheit kennenlernen, so herausfordernd und gegen den Strom diese Lehre auch sein mag. Vor allem sollten sie sie aber durch gläubige Ehepaare überzeugend vorgelebt bekommen. Sie brauchen außerdem Unterstützung, wenn sie in einem schwierigen und konfusen Moment ihres Lebens kluge Entscheidungen treffen sollen. Keuschheit ist eine Lehre in Selbstbeherrschung, die gleichzeitig ein Training in menschlicher Freiheit bedeutet. In einer Gesellschaft, die die wesentliche Dimension christlicher Lehre immer mehr missversteht oder ins Lächerliche zieht, müssen junge Leute ermutigt werden, dass wir nichts verlieren, wenn wir Christus in unser Leben einlassen.“ 

Auch wenn die US-Kirche durch die Missbrauchsskandale der letzten Jahre „schwer geprüft“ sei, hoffe er doch, so Papst Benedikt, „dass sie weitermacht in ihrer historischen Mission, junge Leute zu erziehen“.
(rv 09.02.2012 sk)
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                        <title>Fastenpredigten für den Papst</title>
                                    <link>http://www.radiovaticana.org/TED/articolo.asp?c=569870</link>
                                    <description>00:03:30:29  In der Vatikan-Kapelle Redemptoris Mater haben an diesem Freitag Fastenpredigten für Papst Benedikt und seine Mitarbeiter begonnen. Kapuzinerpater Raniero Cantalamessa hat bei seinem Predigtzyklus das im Oktober beginnende „Jahr des Glaubens“ im Blick. Er denkt über die Aktualität der Kirchenväter nach, wünscht sich für das Glaubensjahr ihre Wiederentdeckung. An diesem Freitag dachte er über den heiligen Athanasius nach, vor allem über dessen Lehre zur Natur Christi.


„Die Göttlichkeit Christi ist heute der tatsächliche Glaubensartikel, mit dem die Kirche steht oder fällt“, führte Cantalamessa in der Predigt vor dem Papst aus. Zu anderen Zeiten, etwa während der Reformation, bot sich ein anderes Bild: da wurde „die Göttlichkeit Christi von allen geglaubt, stattdessen war die Rechtfertigung des Menschen vor Gott das große Thema“. 

„Heute ist das nicht mehr so: Heute glaubt doch niemand, sich überhaupt rechtfertigen zu müssen, also auch nicht vor Gott. Die Selbst-Rechtfertigung des Menschen gehört zu vielen religiösen Angeboten von heute, bei New Age etwa. Die Göttlichkeit Christi hingegen ist ein Grundstein, auf dem zwei zentrale Geheimnisse des christlichen Glaubens aufruhen: die Dreifaltigkeit und die Inkarnation. Sie sind wie zwei Türen, die sich zusammen auftun oder schließen. Wenn man diesen Grundstein wegnimmt, stürzt das ganze Gebäude des christlichen Glaubens in sich zusammen.“

Die Theologen von heute sollten also nicht an diesen Grundstein rühren, so der Päpstliche Hausprediger. Erst am Donnerstag hatte die Internationale Theologenkommission des Vatikans ein Dokument veröffentlicht, das den Glauben und das Eingebundensein in die Kirche zu Bedingungen für das Betreiben von Theologie erklärt. Cantalamessa zeigte ein gewisses Unbehagen, was universitäre Theologie heute betrifft:

„Die Wissenschaft verlangt vom Menschen, dass er seine Materie dominiert und neutral ist gegenüber dem Objekt seiner Wissenschaft. Aber wie kann der Theologe den, den er als seinen Gott verehrt, dann als seine Materie dominieren, wie kann er neutral bleiben, wenn er an sein Studienobjekt Christus glaubt? Das war einer der Gründe, der mich vor vielen Jahren dazu gebracht hat, nicht mehr an der Universität zu unterrichten, sondern in den Predigtdienst überzuwechseln. Wenn die Welt der Wissenschaft Christus den Rücken zukehrt – so dachte ich damals –, dann drehe ich eben der Welt der Wissenschaft den Rücken zu!“


Aber die Lösung besteht auch nicht im Aufgeben der akademischen Theologie, räumt Cantalamessa ein. Im Gegenteil: In Italien mache sich doch gerade das Fehlen theologischer Fakultäten an staatlichen Universitäten negativ bemerkbar. Die katholisch-religiöse Kultur sei „in einem Ghetto“. 

„In den weltlichen Buchhandlungen findet man praktisch kein religiöses Buch, der Dialog zwischen Theologie und menschlichem Wissen bzw. Philosophie findet aus gegenseitiger Entfernung statt. Ich sage in universitärem Umfeld öfter: Folgt nicht meinem Beispiel, der Welt der Wissenschaft den Rücken zu kehren! Das war ein privater Entschluss. Versucht vielmehr, eurem Forschen auch irgendeine pastorale Aktivität, die sich damit vereinbaren lässt, an die Seite zustellen. Natürlich darf man die Theologie nicht aus dem universitären Umfeld herausreißen, aber eines können die theologischen Akademiker tun: ihre Grenzen anerkennen. Anerkennen, dass ihr Ausdruck des Glaubens nicht der einzige und noch nicht einmal der höchste ist.“

(rv 09.03.2012 sk)
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                        <title>Klein-Canterbury am Tiber: Besuch in San Gregorio Magno</title>
                                    <link>http://www.radiovaticana.org/TED/articolo.asp?c=569559</link>
                                    <description>00:06:16:39  Am Samstag beten Papst Benedikt und der anglikanische Primas Rowan Williams in einer kleinen römischen Kirche auf dem Celio-Hügel. Der Grund dafür ist etwa 1.500 Jahre her, also älter als die anglikanische Kirche überhaupt an Jahren zählt. Stefan Kempis auf Entdeckungstour.
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                <item>
                        <title>Papstbesuch bei Mönchen: „Ein Stimulus für unsere ökumenischen Hoffnungen“</title>
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                                    <description>00:02:24:46  Am Samstag beten Papst Benedikt und der anglikanische Primas Rowan Williams in der Kirche San Gregorio auf dem römischen Celio-Hügel. Damit erinnern sie daran, dass von hier vor anderthalb Jahrtausenden die Missionierung der Britischen Inseln ihren Ausgang nahm. Der Prior der Camaldulenser-Gemeinschaft von San Gregorio, Pater Peter Hughes, bereitet die ökumenische Vesper vor.

„Da gibt es im Moment noch viel zu tun an praktischen Dingen – aber es freut uns doch sehr, dass sich der Papst und der anglikanische Primas hier bei uns treffen. Das ist ein großer Stimulus für all unsere ökumenischen Hoffnungen! Wir stehen hier an der historischen Schnittstelle zwischen der römischen Kirche und der Kirche von England; Papst Gregor der Große und der damalige Prior Augustinus schickten von hier aus vierzig Mönche nach England, am Ende des sechsten Jahrhunderts. Das verbindet uns direkt mit Canterbury. Wir hoffen, dass unsere Gregor-Kapelle hier neuentdeckt wird und zu einem Ort des Gebets für anglikanische Pilger in Rom wird. Es gibt jetzt schon viele, die wollen die Kirche sehen, in der sich ja schon zweimal Päpste mit einem anglikanischen Primas getroffen haben. 1996 war das letzte Treffen dieser Art, und an diesem Samstag ereignet es sich nun zum dritten Mal.“

1000 Jahre ist der Orden der Camaldulenser jetzt alt; auch diesem Jubiläum gilt die Visite von Papst und Primas. Auf den Celio kam der Orden aber erst in der Renaissance-Zeit, lange nach Gregor dem Großen. Warum zog es die beschaulichen Beter mitten in die Großstadt?

„Das war die römische Basis für die Camaldulenser-Gemeinschaft, und eigentlich passt es schon zum Charisma, das der Gründer, der heilige Romualdus, unserem Orden gab: Einsamkeit und Gemeinschaft – also eine Einsamkeit ohne Isolation, gelebt in der Gemeinschaft – und schließlich Mission. Wir dürfen uns nicht von der Kultur da draußen abschneiden. Wir wollen dahin gehen, wo viele Menschen leben, um ihnen die christliche Botschaft zu überbringen.“

(rv 08.03.2012 sk)
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                        <title>Rowan Williams: Für die Ökumene von den Mönchen lernen</title>
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                                    <description>00:03:19:13  Die Vesper in San Gregorio am Samstagabend war der Abschluss Tages der Begegnungen für Rowan Williams, den Erzbischof von Canterbury und Haupt der anglikanischen Kirche. Weniger als sechs Monate nach dem Friedenstreffen von Assisi hatte er wieder die Gelegenheit, sich mit Papst Benedikt auszutauschen.

Bei der Privataudienz am Samstagmorgen sei es um ähnliche Themen gegangen wie schon in Assisi, so Erzbischof Rowan im Interview mit Radio Vatikan.

„Wir haben ein wenig über die Situation im Nahen Osten und die Antwort der Kirche darauf gesprochen. Wir teilen die Sorge, die Frustration und auch die Unsicherheit darüber, was die Zukunft dort bringen wird. Wir haben dann auch über meine Ansprache gesprochen, die ich in Genf bei der UNO über Menschenrechte allgemein gehalten habe. Wir haben uns dann recht lebhaft über die theologischen Fundamente für Menschenrechte unterhalten und darüber, eine solides Verständnis des Bildnisses Gottes im Menschen zu haben. Wir sind uns hier ganz einig darin, dass die theologische Debatte wieder mehr in den Diskurs muss.“

Erzbischof Williams war gekommen, um mit Papst Benedikt die Vesper zu feiern, ganz in der Tradition der jeweiligen Vorgänger. Die Tatsache, dass bereits drei Erzbischöfe von Westminster hier gewesen seien, mache deutlich, wie sehr der Beginn der Missionierung Englands mit diesem Ort verbunden würde.

„Dadurch, dass wir zu den gemeinsamen Wurzeln und der gemeinsamen Vergangenheit zurück gehen, schaffen wir auch eine Gemeinschaft in der Gegenwart. Selbst die protestantischsten der englischen Christen erkennen diese Wurzel an. Das gibt uns die Kraft, weiter für die sichtbare Einheit zu streiten, wann immer sie kommen mag.“

Neben den gemeinsamen Wurzeln sei aber auch die Mönchsgemeinschaft der Kamaldulenser, die in diesem Jahr 1.000 Jahre alt wird und zu deren Kloster die Kirche gehört, in der Papst Benedikt und Erzbischof Rowan feierten, eine Inspiration: Auch die Ökumene könne von den Mönchen lernen:

„Die Bedeutung des Mönchslebens sowohl für die Ökumene als auch für die Evangelisierung – auch das war ein Thema – liegt daran, dass die Mönchsgemeinschaft eine Gemeinschaft ist, die sich um das Wort Gottes versammelt. Sie sind nicht verwandt oder haben Stammesloyalitäten, sie sind schlicht eine Gemeinschaft, die gemeinsam die Psalmen singt und die sich mit dem Gebet Jesu identifizieren.“

Erzbischof Williams wird bereits im Oktober dieses Jahres nach Rom zurückkehren, um vor der Bischofssynode zur Neuevangelisierung zu sprechen, ein weiteres Thema der Privataudienz bei Papst Benedikt.

„Es ist glaube ich sehr klar, dass ich eingeladen bin, um eine theologische Reflexion über die Natur der Evangelisierung zu geben. Ich fühle mich geehrt, das tun zu dürfen. Ich hoffe, dass das ein Zeichen dafür ist, dass wir bei der Evangelisierung in Europa zusammen arbeiten können. Es wäre desaströs, wenn das eine Kirche alleine versuchen würde und glauben würde, sie allein könne es schaffen. Es gibt nicht den einen und wahren Schlüssel für die Evangelisierung, wir brauchen so viele und so tiefe Ressourcen, wie wir finden können.“

(rv 10.03.2012 ord)
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                        <title>Schweizer Bischöfe: Sexualkundeunterricht Sache der Eltern</title>
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                                    <description>00:05:14:59  Beim Sexualunterricht an öffentlichen Schulen sollen besorgte Eltern in der Schweiz die Möglichkeit haben, ihre Bedenken auszusprechen. Dafür plädieren die Schweizer Bischöfe. In einem Dokument der Bischofskonferenz anerkennen sie den schulischen Sexualkundeunterricht als von den Kantonen verantwortete „Dienstleistung“ an. Das Dokument wurde am Mittwoch zum Abschluss der Vollversammlung der Bischofskonferenz vorgestellt. Im Gespräch mit Radio Vatikan sagt der Präsident der Bischofskonferenz, Bischof Norbert Brunner, dass die Eltern die letzte Verantwortung bei der Erziehung der Sexualkunde tragen. Deshalb sollten die Eltern auch die Möglichkeit haben, ihre Kinder von dem Fach dispensieren zu lassen, falls sie bedenken haben.

„Aber wir haben auch darauf hingewiesen, dass die Eltern ihre Verantwortung für die Gesamtheit der Erziehung nur dann wahrnehmen können, wenn nicht einfach die Kinder von der Schule entfernt werden und die Schüler alleine gelassen werden. Wir rufen die Eltern dagegen auf, dass sie ihre Verantwortung für alle Schüler wahrnehmen sollten, also auch für jene, die nicht ihre Kinder sind. Eine Dispens an sich ist von uns aus gesehen nicht eine Lösung, vielmehr sollte man mit den Lehrern zum Thema ins Gespräch kommen.“

Es beunruhige aber die Bischöfe auch, dass jegliche Familienmodelle als gleichwertig mit dem christlichen Familienbild dargestellt werden. Im Dezember hatte der Churer Bischof Vitus Huonder den Sexualkundeunterricht in der Schweiz kritisiert und gefordert, dass Eltern ihr Kind für dieses Fach dispensieren lassen können. Bischof Huonder stand in den letzten Tagen des Weiteren wegen seines diesjährigen Fasten-Hirtenbriefs in den Schlagzeilen. Er thematisierte u.a. den Umgang mit geschiedenen Wiederverheirateten. Dazu Bischof Brunner:

„Dieser Hirtenbrief war bei unserer Versammlung kein Thema, weil wir der Meinung sind, dass Hirtenbriefe – solange sie nicht von der gesamten Bischofskonferenz verfasst sind – Sache des entsprechenden Diözesanbischofs sind. Jeder Bischof kann in seiner Verantwortung und entsprechend der Situation seines Bistums Themen aufgreifen, die ihm wichtig erscheinen. Deshalb hat die Bischofskonferenz keine Stellung genommen.“

Das Christentum habe dazu beigetragen, die Schweizer Kultur zu formen, schreiben die Bischöfe. Dazu gehöre „ein ganzheitliches Verständnis von Liebe“, in dem die Sexualität ihren Platz habe. Das Hauptproblem beim Sexualkundeunterricht sei vor allem der Zeitpunkt. In einigen Kantonen soll schon im Kindergarten mit diesem Unterricht begonnen werden. Bischof Brunner fügt noch weitere Argumente an:

„Es geht um die allgemeinen Grundsätze der Kirche und zwar, was die christliche Anthropologie betrifft und was die Kirche über Ehe und Familie sagt. Sexualkundeunterricht, aber auch der Ethikunterricht, dürfen auf jeden Fall nicht dazu benutzt werden, der Lehre der katholischen Kirche zu widersprechen und einfach andere Modelle zu vermitteln.“

Bischof Huonder hatte in einem Interview mit der „NZZ am Sonntag“ gesagt, dass der Sexualkundeunterricht nur dann in der Schule stattfinden dürfe, wenn er dem religiösen Glauben der Eltern als Erziehungsberechtigten „nicht fundamental“ widerspreche.

Brief vom Abt
Bei der Vollversammlung der Schweizer Bischöfe war auch der Abt von Einsiedeln ein Thema. Der Benediktiner Martin Werlen war am 13. Januar verunfallt. Er befindet sich noch in der Rehabilitation, ist aber mittlerweile wieder in das Kloster Einsiedeln zurückgekehrt. Am 15. März wird er bei einer Pressekonferenz sprechen, kündigte der Abt via Twitter an. Werlen ist ebenfalls Mitglied der Schweizer Bischofskonferenz und hat einen Brief an seine Mitbrüder geschrieben, die diese Woche in Delsberg getagt hatten. Bischof Brunner:

„Wir haben mit Freude erfahren, dass er Fortschritte macht und dass er eben zurück ins Kloster gekehrt ist. Die Bischöfe haben ihm einen Gruß und besten Wünsche gesandt. Auch möchte ich noch hinzufügen, dass die Versammlung in einer schönen Atmosphäre stattgefunden hat. Wir hatten zum zweiten Mal den neuen Bischof von Lausanne, Genf und Freiburg, Charles Morerod, in unserer Mitte.“

(rv 08.03.2012 mg)
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                        <title>Neues Vatikandokument: „Theologie heute“</title>
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                                    <description>00:03:40:63  „Theologie heute – Perspektiven, Prinzipien und Kriterien“. So heißt ein neues Dokument der Internationalen Theologischen Kommission, die der vatikanischen Glaubenskongregation angegliedert ist. Der Text wurde an diesem Donnerstag auf englisch veröffentlicht, Übersetzungen in weitere Sprachen werden folgen. Zuletzt hatte die Theologenkommission 2009 ein längeres Grundlagendokument zum Thema Naturrecht herausgebracht. Seit ihrer Gründung vor vierzig Jahren kommt sie auf etwa 25 große Publikationen. 

Seit 2008 hatte eine Unterkommission von Theologen das Papier zu „Theologie heute“ vorbereitet. Es untersucht einige aktuelle Fragen der Theologie und schlägt methodologische Kriterien vor, die für die katholische Theologie im Gegensatz zu anderen verwandten Disziplinen, wie etwa den Religionswissenschaften, bestimmend sind. Der Text besteht aus drei Kapiteln: Die Theologie setzt das Hören auf das Wort Gottes im Glauben voraus (Kapitel 1); sie wird in der Gemeinschaft der Kirche ausgeübt (Kapitel 2); und sie hat zum Ziel, eine wissenschaftliche Weise der Annäherung an die Wahrheit Gottes unter dem Blickwinkel authentischer Weisheit zu begründen (Kapitel 3). Approbiert hat die Theologische Kommission das Dokument Ende November letzten Jahres. Kardinal William Levada, der Präfekt der Glaubenskongregation und gleichzeitig Präsident der Kommission, hat es jetzt zur Veröffentlichung freigegeben.

Wer katholische Theologie betreibt, sollte „dem Wort Gottes gehorsam“ sein, den Dreiklang von „Heiliger Schrift, Tradition und Lehramt“ im Auge behalten und sich „in Gemeinschaft mit der Kirche“ sehen. Das wird in „Theologie heute“ vielfältig ausgeführt. Der polnische Priester Krzysztof Olaf Charamsa, Sekretär der Theologenkommission, formuliert die Stoßrichtung des Textes so: 

„Der Theologe muss zuallererst ein gläubiger Mensch sein, und so kann die Theologie wirklich das sein, was sie von Natur aus sein soll, nämlich ein Verstehen des Glaubens. Aber eine Antwort des Glaubens auf das Wort Gottes ist nie ein nur individueller Akt, eingeschlossen im Horizont des Einzelnen, sondern immer ein gemeinschaftlicher Akt. Und daraus ergibt sich das zweite Kriterium der Theologie: ihre Kirchlichkeit. Dazu gehört die Treue zur apostolischen Tradition, und das ist auch nicht abtrennbar vom Lehramt der Kirche. Katholische Theologen sollten nie Einzelgänger sein, sie sind keine Privatleute. Vielmehr gehen sie ihrer Wissenschaft in Gemeinschaft und Kollegialität nach, in einer Art Solidarität mit der Kirche und untereinander.“

Dreißig Theologen aus aller Welt, darunter zwei Frauen, gehören der Internationalen Theologischen Kommission im Vatikan an. Sie wollen „ihren Kollegen rund um den Globus so etwas wie einen gemeinsamen Nenner an die Hand geben“, formuliert Charamsa. So legitim auch eine „Vielzahl theologischer Methoden und Herangehensweisen“ sei, so wichtig sei doch auch der Verweis auf „die gemeinsame Wurzel“. Der erste der hundert Absätze im neuen Dokument proklamiert „den Primat des Wortes Gottes, das im Gehorsam des Glaubens aufgenommen werden muss“: „Jedes Wissen über Gott, auch das wissenschaftliche, theologische, setzt den Glauben voraus.“ 

„Die Kommission hat das Thema mit einem wachsamen Auge auf die derzeitige Lage verfasst, auf die Jahrzehnte nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil. Wir haben ein Aufblühen der Theologie erlebt: mit neuen Stimmen und neuen theologischen Schulen. Aber wir müssen gleichzeitig eine Fragmentarisierung der Theologie feststellen. Dabei müsste sie sich immer der Herausforderung bewusst bleiben, ihre katholische Identität beizubehalten.“

(rv 08.03.2012 sk)
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                        <title>Vatikan: Hacker-Angriff</title>
                                    <link>http://www.radiovaticana.org/TED/articolo.asp?c=569590</link>
                                    <description>00:01:49:94  Internetseiten des Vatikans sind am Mittwoch Nachmittag von Hackern lahmgelegt worden. Die Gruppe „Anonymous Italia“ bekannte sich zu einem Angriff auf die wachsende Internetpräsenz des Heiligen Stuhls. Sie nannte ihre Aktion eine „Antwort auf die Lehren, Liturgien sowie die absurden und anachronistischen Gebote“ der Kirche. 

vatican.va, vaticanstate.va, osservatoreromano.va – solche Webseiten hatte sich die italienische Spielart von „Anonymous“ für ihre Blockadeaktion ausgesucht. Wer nach Infos etwa über die Generalaudienz des Papstes vom Vormittag suchte, tappte zumindest im WWW, dem weltweiten Web, im Dunkeln. Es war wohl der bisher größte Cyberangriff auf den kleinen Vatikan. Am Abend war die Sache wieder gelöst, und wer wollte, konnte im Blog von „Anonymous Italia“ einen verbalen Großangriff auf den Heiligen Stuhl lesen: „Ihr habt im Lauf der Geschichte Texte von höchstem Wert verbrannt, habt eure Kritiker hingerichtet, habt universell anerkannte wissenschaftliche Theorien verneint und Ablasshandel betrieben“ usw. Ein „Zusammenrühren von Gemeinplätzen mit antikatholischer Soße drüber“ nannte das in einer Retourkutsche die Tageszeitung „Avvenire“, herausgegeben von der Italienischen Bischofskonferenz. „Anonymous“ habe „nichts als schwache und bösartige Argumente vorgebracht“, die mit den Prinzipien von Freiheit und Toleranz nichts zu tun hätten, auf die sich die Hacker doch sonst so gerne beriefen. „Für solche Prinzipien“, so „Avvenire“ weiter, „treten Katholiken in jedem Teil der Welt ein, oft müssen sie dafür sogar ihr Leben lassen“. 

(rv 08.03.2012 sk)
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                        <title>Vatikan: Das weibliche Gesicht der Migration</title>
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                                    <description>00:04:52:49  Am Vatikan will man mehr wissen über das weibliche Gesicht der Migration. Pünktlich zum Weltfrauentag am 8. März legt Caritas Internationalis ein neues Dokument vor, in dem genau das angemahnt wird: Mehr Aufmerksamkeit, mehr Forschung, mehr Information über die Migration von Frauen. Wir haben anlässlich des Weltfrauentages mit Martina Liebsch gesprochen, die bei Caritas Internationalis die Grundlagen-Abteilung leitet. Weibliche Migration – welche Entwicklungen gibt es da?

„Zum einen muss man sagen, damit es nicht missverstanden wir, dass es natürlich immer einen Anteil an Frauen gegeben hat, die ihr Land verlassen haben, um in ein anderes Land zu gehen, aber meist im Familienverbund, mit ihren Ehemännern. Was wir jetzt sehen, und das mag nicht zuletzt mit der Krise zusammenhängen, ist dass zunehmend Frauen allein ihr Land verlassen, sozusagen ungeschützt - und sich oft in prekären Sektoren des Arbeitsmarktes wiederfinden.“

Welche Tätigkeiten wären das?

„Eine Gruppe, die uns besonders am Herzen liegt überdie letzten Jahre, das sind die Hausangestellten. Ungefähr 100 Millionen Menschen weltweit. Davon ist auch der überwiegende Teil Frauen, die in Ländern eine Arbeit suchen und bekommen, aber oft unter ausbeuterischen Verhältnissen arbeiten, weil die Arbeit der Hausangestellten nicht als reguläre Arbeit anerkannt wird und es somit auch keine rechtliche Grundlage gibt, sie zu schützen.“ 

Der Heilige Stuhl hat sich ja gemeinsam mit anderen Organisationen dafür eingesetzt, dass letztes Jahr die UNO-Konvention über Arbeit für Hausangestellte angenommen wurde. An welchem Punkt steht das jetzt?

„Die Konvention befindet sich im Prozess der Ratifizerung, das heißt, es muss durch die nationalen Parlamente gehen, und wir werden das weiter über unser Netz befördern, weil wir denken, dass diese Gruppe, die ja für uns, die Wohlhabenderen, arbeitet, die sich Hausangestellte leisten können, dass wir die genauso schützen müssen wie sie uns schützen, nämlich indem sie bei uns arbeiten.“

Oft ist es ja so, dass das, was Frauen tun und leisten, in der Öffentlichkeit lange unbeachtet bleibt. so ist es letztlich auch inder Frage der weblichen Migration. Die Auswirkungen der Migration von Frauen sind nicht erforscht. Was bedeutet das?

„Das bedeutet letztlich, dass man Migration ja oft nur vom negativen Blickwinkel aus betrachtet, aber man genausogut weiß, dass Frauen dadurch dass sie wandern, auswandern, zurückwandern, auch viel Wissen mit sich bringen, sehr viel Kapital. und das ist überhaupt nicht untersucht. Man schätzt, dass die Frauen einen großen Teil der geldlichen Transferleistungen zu ihren Familien schicken, also der gesamten Transferleistungen - davon kommt ein großer Anteil von Frauen. Aber es gibt keine Daten dazu. Es gibt auch keine Daten dazu, wie viele Frauen letzlich allein wandern. wir denken, dass das mehr untersucht werden müsst,e und wieviel nicht nur finanezielles, sondern auch sozisales Kapital Frauen transferieren, sowohl auf dem Weg in ein anderes Land als auch wieder zurück in ihre Heimatland.“
(rv 07.03.2012 gs)
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                        <title>Republik Kongo: Nuntius hilft mit</title>
                                    <link>http://www.radiovaticana.org/TED/articolo.asp?c=569208</link>
                                    <description>00:02:14:98  Auch der päpstliche Nuntius in Brazzaville hilft mit bei der Versorgung der Überlebenden nach der Explosion in einem Munitionslager. Das sagte Erzbischof Jan Romeo Pawlowski im Gespräch mit Radio Vatikan. Papst Benedikt XVI. hat am Dienstag ein Beileidstelegramm nach Kongo-Brazzaville geschickt, wo bei der Tragödie an die 150 Menschen starben. Der Nuntius sagte uns, er sei am Montag zum Ort der Tragödie gefahren und habe Überlebende und Hinterbliebene der Opfer getroffen.

„Ich glaube, die Stadt braucht jetzt unsere spirituelle Nähe, aber vor allem auch ärztliche Versorgung. Wir sollten nicht nur an die Katastrophe selbst denken. Viele Opfer müssen nun für lange Zeit versorgt werden und dementsprechend in Krankenhäusern untergebracht werden. Das ist derzeit die größte Sorge.“

Denn die Gesundheitsversorgung in der Republik Kongo sei „sehr schwierig“. Es fehle an Krankenhäusern und vor allem an medizinische Geräte und Medizin, so der Nuntius.

„Wir gehen auch davon aus, dass unter den Trümmern noch weitere Opfer begraben liegen. Manche sprechen von 500 oder gar 1.000 Toten, andere vermuten, dass noch viele Menschen unter den Trümmern verschüttet sind. Unter solchen Umständen ist eine Einschätzung der Lage schwierig. Außerdem ist es derzeit sehr heiß hier, und es wird der Ausbruch von Epidemien befürchtet. Deshalb ist die Lage nicht einfach bloß kritisch, sondern wirklich schlimm.“

Am Sonntag und Montag war es zu einer Serie von Explosionen in einer Kaserne in Brazzaville gekommen; auch das Munitionslager ging in die Luft, was die eigentliche Katastrophe auslöste. Viele umliegende Gebäude wurden zerstört, darunter auch mehrere Kirchen. Nach offiziellen Angaben wurden 3.000 Menschen obdachlos. Nuntius Pawlowski:

„Die Welt darf die Tragödie von Brazzaville nicht vergessen. Die katholische Kirche hat Aufnahmezentren eingerichtet und stellt den Betroffenen Wasser, Nahrung und ein Nachtlager bereit. Jetzt ist auch die internationale Gemeinschaft gefordert, konkrete Hilfe zur Verfügung zu stellen.“

(rv/fides 07.03.2012 mg)
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                        <title>Unsere Fastenexerzitien</title>
                                    <link>http://www.radiovaticana.org/TED/articolo.asp?c=569075</link>
                                    <description>00:16:52:49  Die Radioexerzitien zur Fastenzeit bei Radio Vatikan, Teil 4. Von Pater Benedikt Lautenbacher, Rektor des Collegium Germanicum et Hungaricum in Rom.

(rv 03.03.2012 ord)
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                        <title>Österreich: Religion ist Teil der Lösung, nicht Teil des Problems</title>
                                    <link>http://www.radiovaticana.org/TED/articolo.asp?c=568627</link>
                                    <description>00:01:32:86  Die orthodoxen Kirchen in Österreich bilden eine Brückenfunktion bei der Integration. Davon ist Integrationsstaatssekretär Sebastian Kurz überzeugt. Er äußerte sich am Montag nach einem Treffen mit dem orthodoxen Metropoliten von Austria, Arsenios Kardamakis. Das Zusammenleben funktioniere gut, so Kurz, Orthodoxe machten Österreich nicht nur bunter und vielfältiger, sondern leisteten auch einen Wesentlichen Beitrag zur Integration:

„Ich glaube, dass die Religion bei der Integration nicht Teil des Problems sein sollte, sondern Teil der Lösung sein kann. Ich habe schon bei den fremdsprachigen katholischen Gemeinden in Wien kennen lernen dürfen, dass diese Gemeinden oft eine wichtige Basis für Menschen mit Migrationshintergrund sind, wo sie ihre Wurzeln wahren können und gleichzeitig aber den Schritt in die österreichische Gesellschaft hinein schaffen.“

„Für viele orthodoxe Christen ist Österreich ihre Heimat, und für viele weitere wird Österreich noch Heimat werden&quot;, erwiderte Metropolit Arsenios. Um ihren Aufgaben gerecht werden zu können, müssten die einzelnen orthodoxen Kirchen ein gemeinsames Zeugnis ihres Glaubens abgeben, so Kardamakis. Nationalistische Tendenzen, die die einzelnen Kirchen trennen, müssten überwunden werden.

Der Besuch von Staatsekretär Kurz war der Auftakt der Frühjahrstagung der orthodoxen Bischofskonferenz in der griechischen Metropolis. Unter dem Vorsitz von Metropolit Arsenios nahmen u. a. Erzbischof Mark (Golowkow) von Jegorjewsk (Patriarchat Moskau), der in Berlin residierende Weihbischof Hanna Haikal (Patriarchat von Antiochien), Bischof Irinej (Bulovic) von Novi Sad (Belgrader Patriarchat) und der in Nürnberg residierende rumänisch-orthodoxe Metropolit Serafim (Joanta) an der Bischofskonferenz teil.

(kap 05.03.2012 ord)
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                        <title>Nahost: „Nicht heuchlerisch und nicht hysterisch“</title>
                                    <link>http://www.radiovaticana.org/TED/articolo.asp?c=568586</link>
                                    <description>00:02:10:87  „Tod den Christen“, „Griechen raus“, und „Ihr seid angezählt“: Solche hebräischen Graffiti verunstalteten im Februar das orthodoxe Heilig-Kreuz-Kloster in Jerusalem sowie ein davor parkendes Auto. Unbekannte Sprayer hatten sich da, nur wenige Schritte von der Knesset entfernt, über Nacht ausgetobt. Baut sich in Israel eine anti-christliche Stimmung auf, zumal die dortigen Christen in der Regel Araber sind? Alles halb so wild, sagt uns der italienische Franziskaner Pierbattista Pizzaballa; er ist der Kustos des Heiligen Landes.

„Das ist nicht etwa eine neue Spannung, die da auftritt, sondern leider etwas sehr Häufiges. Das Neue ist diesmal, dass man jetzt mehr davon redet, weil die Christen angefangen haben, stärker mit einer Stimme zu sprechen, und dadurch werden sie auch lauter gehört. Die Mehrheit der israelischen Gesellschaft ist empört über diese Episoden und solidarisiert sich mit den Christen: Da ist ein Prozess des Bewusstwerdens in Gang gekommen, dass diese Vorfälle aufhören müssen.“

Nicht das Unwesen von Sprayern bereitet dem Kustos Kopfzerbrechen, sondern eher die Lage seiner Glaubensbrüder in den Ländern des so genannten Arabischen Frühlings. 

„Es gab und gibt eine Verfolgung von Christen, es wird sie auch künftig geben: Das ist ein Zeichen für die Instabilität der Region, für schwache Regimes und natürlich auch für extremistische Bewegungen, die auf eine ausgesprochen komplexe Situation (die auch noch von Land zu Land im Nahen Osten sehr verschieden ist) eine sehr einfache Antwort geben und damit attraktiv sind. Aber die Christen sollten sich nicht aus den Veränderungsprozessen dieser Länder herausdrängen lassen! Sie sollten keine Angst haben, und sie sollten sich weder heuchlerisch-friedfertig geben noch sich als hysterische Opfer aufführen.“

Stattdessen sollten sie, so hofft Pater Pizzaballa, mitkämpfen für eine neue Form von Staatsbürgerlichkeit. Diese neue Form bilde sich derzeit allmählich heraus – auch wenn dieser Prozess nach seiner Schätzung noch viele Jahre dauern wird.
(rv 05.03.2012 sk)
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                        <title>Irland: &quot;Missbrauchsprävention muss weiter gehen&quot;</title>
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                                    <description>00:02:32:42  Der Missbrauchsskandal ist nicht vorbei, unsere Wachsamkeit darf nicht nachlassen, Kinderschutz muss weiter oberste Priorität haben. Daran hat der Primas von Irland, der Dubliner Erzbischof Diarmuid Martin, kurz vor Beginn der Frühjahrsvollversammlung der irischen Bischöfe erinnert. Er äußerte sich in einem Interview mit dem amerikanischen Fernsehsender CBS, das am Sonntag ausgestrahlt wurde. 

Zurücklehnen kann sich die irische Kirche nicht, ja das wird sie wohl nie mehr können, lässt der Dubliner Erzbischof im Interview mit CBS durchblicken: Probleme im Zusammenhang mit dem Missbrauchsskandal sind keineswegs gelöst, erinnert jener Kirchenmann, der schon kurz nach Bekanntwerden der Missbrauchsfälle den Skandal ungeschönt beim Namen nannte. Und so klingt Diarmuid Martins Statement im amerikanischen Fernsehen dann auch wie sein Wunschmotto für Irlands katholische Kirche, deren Oberhirten sich ab diesem Montag zur Frühjahrsvollversammlung treffen: 

„Es gibt heute die echte Gefahr, dass die Leute sagen: Der Missbrauchsskandal ist vorbei, lasst uns doch nach vorne schauen, weitergehen. Er ist nicht vorbei. Kinderschutz muss für den Rest unserer Tage und in Zukunft weitergehen, denn das Problem gibt es immer noch.“ 

Nach Vorwürfen gegen die irische Kirche wegen einer mutmaßlichen Vertuschung der Missbrauchsfälle hatte der Heilige Stuhl eine apostolische Visitation in den einzelnen Diözesen des Landes eingeleitet. Das Ergebnis dieser Untersuchung steht noch aus. Offen ist auch noch, ob Papst Benedikt die Einladung zum Internationalen Eucharistischen Weltkongress dieses Jahr in Dublin annehmen wird. Ein Papstbesuch bei dem Kongress vom Juni hätte die krisengeschüttelte irische Kirche endlich wieder in ein besseres Licht rücken können, hoffte so mancher Kirchenvertreter. Erzbischof Martin kann dem nicht allzuviel abgewinnen: Ohne weitere innere Erneuerung der Kirche sei ein Papstbesuch in Irland kein „signifikanter Gewinn“, sagte der Erzbischof laut dem irischen Fernsehsender RTE. Für Martin sind die Verluste in Folge des Missbrauchsskandals nicht zu übertünchen – und der Erzbischof denkt da nicht nur an die seelischen Schäden der Opfer, sondern auch an innerkirchliche Folgen:
 
„Das sind wirklich enorme Schäden, vielleicht ist es kein Bruchpunkt, aber ganz sicher ein Umbruchspunkt, unsere Kirche befindet sich in einem sehr schwierigen Stadium. (…) Als ich damals als junger Mann in das Dubliner Priesterseminar kam, gab es 120 andere Priesterkandidaten, und das Seminar wurde räumlich vergrößert. Heute habe ich zehn Seminaristen - naja, zehn wirklich gute.“ 

„Dieser Bericht wird uns alle und die Kirche in Dublin demütiger machen“, hatte Erzbischof Martin damals prophezeiht, als der Murphy-Report in Irland veröffentlicht wurde. Er hatte auch davor gewarnt, dass der Preis des Schweigens ein enormer Glaubwürdigkeitsverlust der Kirche sein werde. Er selbst hatte versucht, dem Schrecken mit rigoroser Aufklärungsarbeit entgegenzuwirken und arbeitete von Anfang an mit den staatlichen Behörden zusammen:

„Ich habe der Murphy-Untersuchungskommission in der Erzdiözese Dublin allein über 65.000 Dokumente übergeben. Das Material war da, es lag in meinen Archiven.“

In diesen Akten war von Priestern zu lesen, die bis zu einhundert Kinder missbrauchten. In einem anderen Fall hatte ein Geistlicher Kinder über 25 Jahre hinweg zweimal im Monat missbraucht. Erzbischof Martin glaubt, dass tausende Kinder in Irland Ähnliches erlebten. Als Seelsorger ist ihm durchaus bewusst, dass die meisten Fälle erst Jahre später überhaupt zur Sprache kamen bzw. immer noch kommen: 

„Bei Missbrauch löst nicht nur der konkrete sexuelle Akt Horrorvorstellungen bei uns aus. Sexueller Missbrauch von Kindern bedeutet totaler Machtmissbrauch. Er bedeutet, einem Kind zu sagen: Ich kontrolliere dich. Und das heißt übersetzt: Du bist wertlos.“

(rv 05.03.2012 pr)
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                        <title>D: Das Schweigen der Jugend</title>
                                    <link>http://www.radiovaticana.org/TED/articolo.asp?c=568566</link>
                                    <description>00:02:24:19  Still zu werden, Ruhe zu suchen, mit Geist und Seele aufzuatmen: Dazu lädt die Gemeinschaft von Taizé ein, in ihrem Kloster oder auch vor Ort, zum Beispiel in Köln monatlich in der Nacht der Lichter in der Kirche Sankt Agnes. An diesem Sonntag gab es hohen Besuch, der Leiter der Gemeinschaft von Taizé, Frère Alois, war zu dem Treffen gekommen. Die Brüder von Taizé seien selber immer wieder erstaunt darüber, wie sehr gerade die Stille für Jugendliche wichtig ist, so Frère Alois im Kölner Domradio. Das bedeute, dass es möglich sei, in der Kirche - in Taizé und auch in Köln und an allen anderen Orten - die tieferen Sehnsüchte der Jugendlichen anzusprechen. Man könne natürlich durch Veranstaltungen wie die in Köln nicht die Lücken füllen, die es für die Jugendlichen in der Kirche vor Ort gebe, so Frère Alois, 

„Aber wir können den Jugendlichen Mut machen und ihnen Vertrauen zeigen. Das ist wichtig: dass Jugendliche merken, dass ihnen in der Kirche Vertrauen entgegengebracht wird, dass sie ernst genommen werden, dass sie begleitet werden, dass sie auch auf der Suche sein dürfen und nicht schon angekommen, nicht schon immer fertig sein müssen, sondern auf der Suche sein können. Und dafür braucht es Orte.“

Taizé sei so ein Ort, ein Ort der Liturgie, der Stille und des Gebetes, der sich immer noch großer Anziehungskraft erfreut, sowohl im Burgund, wo das Kloster der Gemeinschaft steht, als auch bei den internationalen Jugendtreffen auf Reisen. Frère Alois widerspricht aber einem weit verbreiteten Vorurteil:

„Wir wollen ja nicht eine Nische schaffen, wo man sich wohl fühlt, das ist nicht das Ziel. Das Ziel ist, dass wir die Herausforderung des Evangeliums hören: dass Jesus uns auch herausfordert. Aber dafür braucht es auch Orte des Friedens und der Stille. Aber nicht als Nische, sondern als Ort, von dem aus man wieder in die Welt geht, jeder in seine Welt. Und für die Jugendlichen ist das nicht immer leicht.“

Ein nächster Höhepunkt für die Gemeinschaft von Taizé wird der Eucharistische Kongress in Irland in drei Monaten sein. Man wolle dadurch ganz besonders junge Menschen ansprechen, dazu sei gerade diese Form des Betens und Singens sehr geeignet, so der Verantwortliche für Jugendpastoral bei dem Event gegenüber Radio Vatikan.


Hintergrund
Taize zählt zu den Symbolen der ökumenischen Bewegung. Der kleine Ort im Südburgund ist Sitz einer ökumenischen Bruderschaft, die zum Treffpunkt für Jugendliche aus der ganzen Welt geworden ist. Ihr gehören rund 100 Brüder aus mehr als 25 Ländern an, die aus verschiedenen evangelischen und aus der katholischen Kirche stammen. 

Seit im August 1974 Zehntausende zu einem „Konzil der Jugend“ nach Taize kamen, veranstalten die Brüder regelmäßig Jugendtreffen in allen Teilen der Welt. Jährlich findet zudem über Silvester in einer europäischen Großstadt ein Taize-Treffen statt. Geleitet wird die Bruderschaft von dem deutschen Katholiken Frère Alois Löser. Er wurde 2005 Nachfolger des beim Abendgebet von einer vermutlich psychisch kranken Frau getöteten Gründers Frère Roger Schutz.

Der gebürtige Schweizer Schutz hatte Taize erstmals im August 1940 besucht. Der Protestant gründete dort 1944 eine geistliche Gemeinschaft, die sich eine Aussöhnung zwischen den Konfessionen, europäische Verständigung und einen einfachen Lebenswandel zum Ziel setzte. 1949 legten sieben Männer aus Kirchen der Reformation Ordensgelübde ab. Sie versprachen Armut, Ehelosigkeit und Gehorsam.

(domradio 05.03.2012 ord)
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                        <title>D: Die Kirche umarmen - Zukunft im Bistum Augsburg</title>
                                    <link>http://www.radiovaticana.org/TED/articolo.asp?c=568543</link>
                                    <description>00:03:54:79  Menschenketten, die Kirchen umringen: Dieses Bild aus zahlreichen Gemeinden im Bistum Augsburg ging an diesem Sonntag durch die Medien. Die Gemeinden hatten dazu eingeladen, die eigene Kirche zu „umarmen“. Die Kundgebungen waren ein Zeichen des Protests gegen die Strukturreformen in der Diözese, die Bischof Konrad Zdarsa Ende Januar angekündigt hatte. Das Bistum will die bisher 1.000 Pfarreien langfristig auf 200 reduzieren, Wortgottesdienste am Wochenende nicht mehr erlauben und zentrale Eucharistieorte einrichten. Viele Laien fühlen sich brüskiertm, sie werfen Bischof Zdarsa vor, er wolle die Laienarbeit zurückdrängen und Großpfarreien einrichten. Andere Gemeinden wollten ihre Aktion des Umarmens der Kirche bewusst nicht als Protest, sondern vielmehr als „Zeichen der Solidarität“ mit der Ortsgemeinschaft verstehen.

In seinem Hirtenwort zur Fastenzeit war Bischof Zdarsa auf die geplante Strukturreform eingegangen. Beispielsweise darauf, dass in Zukunft Wort-Gottes-Feiern am Samstagabend und am Sonntag nicht mehr genehmigt werden, mit Ausnahme von Krankenhäusern und ähnlichen Einrichtungen. 

„Wir haben Grund und Auftrag, jeder Entwicklung zu wehren, in deren Verlauf das Bewusstsein für die zentrale Bedeutung der sonntäglichen Eucharistiefeier verloren zu gehen droht. Aufgrund der zurück gehenden Zahl der Priester wird es weniger und weniger möglich sein, in jeder Kirche unseres Bistums Sonntag für Sonntag die heilige Messe zu feiern.“

Gleichzeitig betonte der Bischof, dass sich in der nächsten Zeit für viele Pfarrgemeinden gar nichts ändern wird.

„Wir haben aber mit dieser Regelung die Möglichkeit uns in Gelassenheit auf künftig eintretende personelle Veränderungen einzustellen. Die Tatsache, dass eine Wort-Gottes-Feier die Euchariestiefeier am Sonntag nicht ersetzen kann, mindert keineswegs ihren Wert. Aber wir dürfen uns nicht auf die bloße Alternative von Eucharistiefeier oder Wort-Gottes-Feier am Sonntag einengen lassen. Katholische Kirche kann sich am Sonntag nicht eucharistielos organisieren.“

Genau das war im Bistum und in den Medien auf Kritik gestoßen, die so entstehenden großen Pfarreien würden dazu führen, dass die Menschen noch weniger Bindung an ‚ihre’ Kirche entwickeln würden. Dazu Bischof Zsarsa:

„Ich halte es für eine bewusste Irreführung, wenn publiziert worden ist, nun müssten sich alle Gläubigen nur noch auf den Weg in eine andere Kirche machen, um am Sonntag die heilige Messe zu besuchen.“

Die angestrebte Neuordnung wolle stattdessen möglichst viel Initiative in den Ortsgemeinschaften belassen und die Laieninitiativen vor Ort stärken, so der Bischof. Gleichzeitig sollen die klaren Vorgaben des Bischofs etwa in Bezug auf die Wort-Gottes-Feier die Priester vor Ort entlasten. Für die Reform brauche es aber jedenfalls eine gesunde Dialogkultur, so der Bischof:

„Nicht selten höre ich im Hinblick auf die vorzunehmenden Veränderungen verschiedener Art Klage, ja Angst und ziemlich sichere Befürchtungen. Die dürfen ja auch sein vor dem, was immer wieder vor uns liegt und wir wollen sie nicht vom Tisch fegen oder als gegenstandlos ideologisieren. Manchmal empfinde ich das aber auch nur als Protest: Reden um des Redens willen, bei dem gar keine Antwort erwartet oder auch gar nicht mehr darum gerungen wird. Auf meinen ersten Hirtenbrief, der kein anderes Thema zum Inhalt hatte, habe ich viel Widerspruch bekommen. Die darauf folgenden Begegnungen bei verschiedenen Konferenzen und Dekanatstagen waren für mich alles andere als ein Spaziergang. Dennoch konnte dabei im gemeinsamen Gespräch und Austausch manche Klärung erreicht werden. Darum wiederhole ich, dass hier nun wirklich der vernünftige respektvoll vorgenommene Dialog seinen Platz und seine Bedeutung hat.“

(rv/pm 05.03.2012 ord)
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                        <title>Russland: „Ein angekündigter Sieg“ – Wo steht die orthodoxe Kirche?</title>
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                                    <description>00:03:30:50  „Ein angekündigter Sieg“: So nennt die Vatikanzeitung „Osservatore Romano“ die Präsidentenwahlen in Russland von diesem Sonntag. Der Leitartikel betont, dass an einem Sieg Vladimir Putins nicht zu zweifeln sei. Die Proteste gegen Putin hätten „die Popularität des früheren KGB-Agenten nicht untergraben, aber doch die Zivilgesellschaft und Aktivisten zum genauen Hinsehen bei dieser Wahl ermutigt“. Das Vatikanblatt betont, dass Putin sich in jüngster Zeit speziell um gute Beziehungen zur EU gekümmert habe. 


Insgesamt sind 110 Millionen Russen zur Wahl eines neuen Präsidenten aufgerufen. Der 59-jährige Putin stand schon von 2000 bis 2008 an der Spitze des Staates. Weil die Verfassung mehr als zwei Amtszeiten in Folge verbietet, durfte Putin vor vier Jahren nicht wieder antreten. Er machte damals Dmitri Medwedew Platz, der nun Ministerpräsident werden soll. 


„Die orthodoxe Kirche Russlands sieht in Putin und in dem, was Putin vertritt, eine gute Ausgangsposition für sich selber.“ Das sagt der deutsche Ökumene-Experte Thomas Bremer im Interview mit uns an diesem Sonntag. Der Kirche gehe es vor allem „um eine Stabilisierung ihrer Position“, z.B. was den orthodoxen Religionsunterricht an Schulen betrifft, und sie stehe auch Putins außenpolitischen Vorstellungen von einem starken Russland im internationalen Gefüge nahe. Außerdem schätze sie Putins „Positionierung als orthodoxer Christ“. Der in Münster lehrende Bremer ist einer der eminentesten Kenner der russisch-orthoxen Kirche.


„Patriarch Kyrill hat sich, zumindest indirekt, doch sehr deutlich für Putin ausgesprochen. Das hängt auch damit zusammen, dass die anderen Kandidaten keine reelle Chance haben. Man muss allerdings auch sehen, dass in Russland derzeit eine Zivilgesellschaft entsteht: Das wird zwar an diesen Wahlen nicht viel ändern, aber es bedeutet doch für die Kirche ein gewisses Problem, weil doch eine Reihe von Gläubigen gegen Putin sind. Die Kirche hat deswegen nicht sofort eindeutig zu den Demonstrationen der jüngsten Zeit Stellung bezogen, weil auch eigene Gläubige daran teilgenommen haben.“

(rv 04.03.2012 sk)
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                        <title>Aktenzeichen: ‚Mit brennender Sorge’. Vor 75 Jahren veröffentlichte Papst Pius XI. seine Enzyklika an die Deutschen</title>
                                    <link>http://www.radiovaticana.org/TED/articolo.asp?c=568218</link>
                                    <description>00:16:30:00  Papst Pius XI. wandte sich ab 1931 erstmals per Radio aus dem Vatikan direkt an die Menschen. Noch herrschte Frieden auf der Welt. Aber es sollte nicht mehr lange dauern bis zur Katastrophe des 2. Weltkrieges. In der Tat: 1933 kam Adolf Hitler zur Macht, im Vatikan sah man mit zunehmender Sorge auf das dumpfe Geschehen in Berlin. Papst Pius XI. und sein Kardinalstaatssekretär Eugenio Pacelli – langjähriger Nuntius in Deutschland - trugen immer schwerer die Last einer großen Verantwortung.

„Mit brennender Sorge und steigendem Befremden beobachten Wir seit geraumer Zeit den Leidensweg der Kirche, die wachsende Bedrängnis der ihr in Gesinnung und Tat treubleibenden Bekenner und Bekennerinnen inmitten des Landes und des Volkes, dem St. Bonifatius einst die Licht- und Frohbotschaft von Christus und dem Reiche Gottes gebracht hat.“

Es ist in diesen Tagen 75 Jahre her, dass Papst Pius XI. sich mit diesen Worten an alle deutschen Katholiken wandte. „Mit brennender Sorge&quot; ist die erste und bisher einzige Enzyklika in deutscher Sprache. Lange hatten fünf deutsche Bischöfe und der Papst darum gerungen, in welcher Form und mit welchen Inhalten es klug und richtig sei, in aller Öffentlichkeit die Rechte der deutschen Katholiken gegenüber dem nationalsozialistischen Staat einzuklagen. Die Enzyklika trug die Handschrift Eugenio Pacellis und Kardinal Michael Faulhabers. Alle diplomatischen Bemühungen hatten nichts erbracht.

Diese Enzyklika vom Passionssonntag 1937 sollten sich alle diejenigen zu Gemüte führen, die es sich angewöhnt haben, die katholische Kirche anzuklagen, man habe damals nichts und zu wenig gegen den Nationalsozialismus unternommen. Natürlich blieb der Kirche keine andere Basis als die der geistig-geistlichen Auseinandersetzung mit dieser christusfeindlichen Ideologie. Sie nutzte aber auch alle Möglichkeiten, die den Konkordatspartnern offenstanden. Drei Bände umfassten allein die Briefe zwischen 1934 und 1936, die Nuntius Pacelli, der spätere Pius XII., an die deutsche Seite in Berlin richtete. Und dabei war eine der ersten und wichtigsten Forderungen Pacellis, die Freiheit der Katholischen Presse. Später kamen alle Bereiche hinzu, in denen die Rechte einer freien Religionsausübung und grundsätzliche Menschenrechte verletzt wurden. Dass dies alles mit scheinbar leiser Stimme geschah, lag am Charakter diplomatischer Beziehungen, aber auch an der alles überdröhnenden nationalsozialistischen Propaganda. Wohl auch deshalb stellte Nuntius Pacelli allen deutschen Bischöfen seine Korrespondenz mit der Reichsregierung zu. Der Grat war schmal zwischen Einmischung in staatliche Angelegenheiten und dem Bestehen auf kirchlichen Belangen. Deshalb gilt für die Enzyklika &quot;Mit brennender Sorge&quot;: 

„Die Enzyklika blieb ein geistliches Wort.... Die Beschreibung, die das politische System Deutschlands in der Enzyklika fand, war zugleich seine Verurteilung. Es war vertragsbrüchig, kirchenfeindlich, verletzte Rechte und Menschenwürde, Freiheit der Religion und des Gewissens, vergötzte Rasse, Volk, Staat und Führer.&quot;

14. März 1937 unterschrieben, wurde der Brief bereits am darauffolgenden Sonntag in allen deutschen katholischen Kirchen verlesen. Viele Priester verschlossen ihn, um ganz sicher zu gehen, nach Erhalt im Tabernakel in der Kirche. Keiner der Priester hat sich geweigert, den recht langen Text zu verlesen. Die Berichte über die Wirkung der Enzyklika betonen den tiefen Eindruck, den die Verlesung bei den Zuhörern hinterließ. Die Enzyklika war „bei weitem das Schärfste, was eine souveräne Instanz in Ausübung ihres Amtes über das Dritte Reich bisher öffentlich ausgesprochen hat..

Nicht zufällig wurden aber noch zwei andere totalitäre Systeme in den gleichen Tagen angeprangert. In „Divini Redemptoris&quot; klagte Pius XI. den leninistisch-stalinistischen Kommunismus an, unterschrieben am 19. März 1937, und am 28. März richtete sich der Papst an die Kirche in Mexiko (Firmissimam constanziam), die schwer unter ihren antichristlichen Machthabern zu leiden hatte. Diese drei Enzykliken zusammen waren das Kernstück der Lehramtlichen Aussagen gegenüber den totalitären Systemen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts

Es hat etwas Tragisches an sich, dass die deutsche Bischofskonferenz zwar von Rom klare Worte erwartete, selbst aber durch Uneinigkeit gelähmt war. Das betraf aber niemals die generelle Analyse, dass dieses Regime kirchenfeindlich war, sondern die sehr verschiedenen Vorstellungen, wie damit seelsorglich und öffentlich umzugehen sei. Jeder Vorschlag einzelner Bischöfe wurde von anderen nicht akzeptiert und damit wieder lahm gelegt. Die Angst, dass durch weitere Worte im Stil der Enzyklika „Mit brennender Sorge&quot;, der Hass der Nationalsozialisten ins Irrationale gesteigert werde, war allenthalben groß und nicht unberechtigt. Die Sittlichkeitsprozesse gegen Priester und Ordensleute gaben Anlass zu schlimmen Befürchtungen. Es zeigte sich Hass gegen die Kirche auch in unteren Parteiorganisationen. Dies beweisen nicht nur die zahlreichen Kreuzfrevel dieser Zeit, sondern auch eine Vielzahl anderer Aktionen. An die Tür des Bischofs von Eichstätt schmierte man: &quot;Schurken, schwarze Brut, Schweinehunde, Volksverhetzer, Römlinge.

„Hängt die Juden, stellt die Schwarzen an die Wand&quot; - das war Repertoire nationalsozialistischer Hetze. Die Zeugnisse dieser Art ließen sich fortsetzen. Aber es waren ja nicht nur Worte. Über eintausend Priester und Ordensleute starben in Gefängnissen und im KZ. Zehntausende litten wegen ihres christlichen Bekenntnisses und wurden umgebracht. All das hatte 1937 bereits seinen Anfang genommen und wurde in den folgenden acht Jahren bittere Realität.

‚Mit brennender Sorge’ verurteilt nicht nur die Kirchenverfolgung in Deutschland, sondern auch das Neuheidentum der nationalsozialistischen Theorien, die Vergötterung des Staates und den Gebrauch von Rasse und Blutlinien, um den menschlichen Wert zu bestimmen.

Sie sagt:
„Wer die Rasse, oder das Volk, oder den Staat, oder die Staatsform, die Träger der Staatsgewalt oder andere Grundwerte menschlicher Gemeinschaftsgestaltung – die innerhalb der irdischen Ordnung einen wesentlichen und ehrengebietenden Platz behaupten – aus dieser ihrer irdischen Wertskala herauslöst, sie zur höchsten Norm aller, auch der religiösen Werte macht und sie mit Götzenkult vergöttert, der verkehrt und fälscht die gottgeschaffene und gottbefohlene Ordnung der Dinge. Ein solcher ist weit von wahrem Gottesglauben und einer solchem Glauben entsprechenden Lebensauffassung entfernt.“

Eine Stelle ist insbesondere ein offensichtlicher Schlag gegen Hitler und den Nationalsozialismus:
„Nur oberflächliche Geister können der Irrlehre verfallen, von einem nationalen Gott, von einer nationalen Religion zu sprechen, können den Wahnversuch unternehmen, Gott, den Schöpfer aller Welt, den König und Gesetzgeber aller Völker, vor dessen Größe die Nationen klein sind wie Tropfen am Wassereimer, in die Grenze eines einzelnen Volkes, in die blutmäßige Enge einer einzelnen Rasse einkerkern zu wollen.“

Die Enzyklika schließt mit dem Satz: „Dann – das sind Wir gewiss – werden die Feinde der Kirche, die ihre Stunde gekommen wähnen, bald erkennen, dass sie zu früh gejubelt haben.“ Die Nationalsozialisten konfiszierten alle verfügbaren Ausgaben der Enzyklika, verhafteten die Drucker, welche die Texte herstellten und beschlagnahmten ihre Druckerei. Die Verteiler der Enzyklika wurden verhaftet. Zahlungen, die Deutschland unter dem Konkordat an die Kirche leisten sollte, wurden reduziert. Verschiedene Priester wurden mit fabrizierten Anklagen, Devisenvergehen oder moralischer Verfehlungen angeklagt.

Im Mai des gleichen Jahres zitierte eine Schweizer Zeitung Adolg Hitler mit den Worten:

„Das Dritte Reich sehnt sich nicht nach einem Modus vivendi mit der katholischen Kirche, sondern nach ihrer Zerstörung mit Lügen und Unehre, um einer deutschen Kirche Platz zu machen, in der die deutsche Rasse verherrlicht wird.“

Von diesem Zeitpunkt an betrachteten die Nationalsozialisten Papst Pius XI. als ihren Feind.

Aus diesem Wissen und dunkler Ahnung heraus sagt Pius XI. zum Schluss seiner Enzyklika: „Jedes Wort dieses Sendschreibens haben Wir abgewogen auf der Waage der Wahrheit und zugleich der Liebe. Weder wollten Wir durch unzeitgemäßes Schweigen mitschuldig werden an der mangelnden Aufklärung, noch durch unnötige Strenge an der Herzensverhärtung irgend eines von denen, die Unserer Hirtenverantwortung unterstehen und denen Unsere Hirtenliebe deshalb nicht weniger gilt, weil sie zur Zeit Wege des Irrtums und des Fremdseins wandeln.&quot;

‚Mit brennender Sorge’ verurteilte nicht nur die Kirchenverfolgung in Deutschland, sondern auch das Neuheidentum der nationalsozialistischen Theorien, die Vergötterung des Staates und den Gebrauch von Rasse und Blutlinien, um den menschlichen Wert zu bestimmen.

Soviel zur Enzyklika „Mit brennender Sorge“ 

Eugenio Pacelli wurde am 2. März 1939, seinem 63. Geburtstag, als Nachfolger von Pius XI. zum Papst gewählt. Das NS-Regime sandte als eine von sehr wenigen Regierungen keine Delegation zur Amtseinführung des neuen Papstes. Gleich zu Beginn seines Pontifikats wurde Pius XII. mit der Kriegsgefahr konfrontiert. Am 15. März brach Hitler das Münchner Abkommen. Der Angriff auf Polen – der Beginn des 2. Weltkrieges – stand vor der Tür. Pius XII. hielt an der politischen Neutralität fest und erklärte in seiner legendären Rundfunkrede  im Radio Vatikan am 31. August 1939:

„Mit dem Frieden ist nichts verloren, aber alles kann mit dem Krieg verloren werden“.

Wie sein Vorgänger Benedikt XV. im Ersten, so veröffentlichte Pius XII. im Zweiten Weltkrieg hunderte von Friedensappellen – sie gingen im Donner des Kriegsgeschehens und der Totenstille der Konzentrationslager unter. Die unzähligen Hilfsaktionen des Vatikan ebenso. Sie kamen und kommen erst allmählich ans Tageslicht der Historie. Umso mehr beeindrucken sie.

(rv 04.03.2012 ap)
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                        <title>Syrien-Tunesien: Der Umbruch hat viele Gesichter</title>
                                    <link>http://www.radiovaticana.org/TED/articolo.asp?c=568276</link>
                                    <description>00:02:29:40  Wegen der anhaltenden Gewalt des syrischen Regimes gegen die eigene Bevölkerung hat Deutschland eine Sondersitzung des UN-Sicherheitsrates gefordert. Thema müsse die humanitäre Lage in dem arabischen Land sein, sagte der deutsche UN-Botschafter Peter Wittig am Freitag nach Angaben westlicher Diplomaten in einer geschlossenen Sitzung des Weltsicherheitsrates in New York. Unter den europäischen Staaten hat Italien ganz besonders Interesse an funktionierenden Demokratien im Mittelmeerraum – und deshalb eine große Verantwortung im Konzert der EU. Das sagte der neue italienische Minister für Integration, Andrea Riccardi, nun bei einem Kongress über den Arabischen Frühling, den die von ihm gegründete katholische Basisgemeinde Sant' Egidio in Rom organisiert hat. 

„Die internationale Gemeinschaft darf Syrien nicht abschreiben. Die Arabische Liga hat Verantwortung, die EU hat Verantwortung, die UNO hat Verantwortung. Wir müssen klar sagen, dass Gewalt keine Methode ist. Aber ich bin auch beeindruckt, wenn ich das sagen darf, von der Kraft der syrischen Bevölkerung, die trotz der vielen Toten und der Unterdrückung ihre Proteste weiterführt.“ 

In der isolierten Stadt Homs gehen indessen nach Angaben der Opposition die Attacken gegen die Zivilbevölkerung weiter. Kirchliche Hilfswerke sehen bereits die Gefahr eines massiven Flüchtlingsstroms aus Syrien. Andere Umbruch-Staaten der arabischen Welt seien in einer erfreulicheren Lage, betonte Riccardi, der selbst Historiker ist und gute Kontakte nach Tunesien pflegt: 

„Ich habe mit dem Präsidenten der tunesischen Verfassungsgebenden Versammlung gesprochen, über das Bürgerrecht für alle und die Tatsache, dass Tunesien kein religiöser Staat sein wird. Der Präsident, der ein Laie ist und im politischen Spektrum links steht, hat mir beides zugesichert. Es ist wahr, wir haben nicht die Möglichkeit, die einzelnen politischen Bewegungen zu durchleuchten. Man hat damals ja auch bei den kommunistischen Partein gesagt, dass sie vielleicht eine geheime Agenda verfolgten. Aber wir sehen auf die internationalen Beziehungen. Und derzeit sind die Beziehungen mit der tunesischen Regierung, die eine starke islamistische Komponente hat, gut. Mir schien, dass es in Tunesien Respekt für die Demokratie gibt. Die Geschichte wird uns zeigen, was die Wahrheit ist. Sehnsucht nach Diktatoren haben wir jedenfalls nicht.“ 

(rv 03.03.2012 gs)
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                        <title>Deutsche Missbrauchsexperten: „Dass Missbrauch zur Sprache kommt, ist schon ein Erfolg“</title>
                                    <link>http://www.radiovaticana.org/TED/articolo.asp?c=561160</link>
                                    <description>00:14:47:66  Seit Montag tagen in Rom über 100 Bischöfe, 40 Ordensobere und 80 Spezialisten zum Thema Missbrauch von Kindern durch Kleriker. Unter den Teilnehmern am Kongress an der Universität Gregoriana sind auf deutschsprachiger Seite unter anderem Jörg M. Fegert, Professor für Kinderpsychatrie am Universitätsklinikum Ulm, und Hubert Liebhardt, Diakon und Direktor des Zentrums für Kinderschutz in München, das die Universität Gregoriana gemeinsam mit der Universität Ulm und dem Erzbistum München und Freising gegründet hat. Hören Sie Jörg Fegert und Hubert Liebhardt im Gespräch mit Pater Hagenkord.


Herr Liebhardt, wie kam es zu dieser Gründung?


Wir sind seit letztem Jahr mit der päpstlichen Universität Gregoriana sehr intensiv im Gespräch, um ein Zentrum für Kinderschutz aufzubauen. Im kirchlichen Kontext beschäftigen wir uns mit dem Thema natürlich schon länger.


Herr Prof. Fegert, sie sind schon Ihr ganzes Berufsleben mit diesen Fragen beschäftigt.


Mein erster Fall als Arzt in der Kinder- und Jugendpsychiatrie war ein Mädchen, das sexuell missbraucht worden war. Damals fand man in Lehrbüchern noch überhaupt nichts zu dem Thema. Mir ist dieses Thema über meinen ganzen beruflichen Weg Begleiter gewesen, weil es mich sehr bewegt hat, wie wir diesen betroffenen Kindern eine bessere Versorgung gewährleisten können. Stark geprägt haben mich nach meiner damaligen Berufung nach Rostock Gutachten, die ich über Kollegen, die sexuell missbraucht haben, machen musste. Dort hat man gesehen, wie die Macht einer Institution, aber auch das Vertrauen, das man in eine Institution setzt, ausgenutzt werden kann, um Kinder auszubeuten. Von da war der Schritt nicht weit, auch als Gutachter andere Situationen anzuschauen und vor allem den Betroffenen Beratung und Unterstützung zu geben. Nach der Veröffentlichung der Ereignisse hat sich die Dimension der Diskussion in den letzten zwei Jahren in Deutschland noch einmal völlig ausgeweitet. Ich war für Frau Dr. Bergmann, die unabhängige Beauftragte der Bundesregierung, der Begleitforscher, der die Anrufe und Meldungen, die bei ihr eingegangen sind, wissenschaftlich ausgewertet hat und in die Debatten des Runden Tisches eingespeist hat, den wir in Deutschland zur Aufarbeitung der sexuellen Missbrauchsskandale hatten.


Gehen wir in die Zeit vor dem 28. Januar 2010 zurück – Herr Prof. Fegert, als Sie angefangen haben, gab es noch gar nichts in den Lehrbüchern, wie kann man sich die Entwicklung seitdem vorstellen?


Am Anfang war es vor allem eine Debatte in feministischen Zeitungen und Zeitschriften. Es war eine Frage der Macht zwischen den Geschlechtern, der sexuellen Ausbeutung, eher eine soziologische Debatte. Es wurde dann ein klinisches Thema, sehr schnell dann auch ein rechtliches Thema und eine Frage der Glaubhaftigkeit von Kinderaussagen. Es gab zwar viele Initiativen und Projekte, die sich um Kinder kümmerten, aber es gab bisher wenig grundlegende Forschung und auch wenig Fortbildung. Sozialarbeiter haben sich mit dem Thema beschäftigt, aber Ärzte, Lehrer und Priester sind auf diese Fragestellung nicht vorbereitet worden. Man spricht heute oft von Priestern als potentiellen Tätern, aber zunächst einmal sind alle Personen, die Vertrauenspersonen sind, auch privilegierte Ansprechpartner für Kinder. Und der meiste Missbrauch findet in der Familie statt! Das darf man nicht vergessen. Es ist zentral für die Ausbildung aller Vertrauenspersonen, dass sie geeignete Gesprächspartner sind, die sich Kinder annehmen können.


Herr Dr. Liebhardt, Sie sind Direktor des neuen Zentrums für Kinderschutz der Gregoriana in München. Was denken Sie, kann das Zentrum dazu beitragen, dass genau das für die Betreuer, die Anlaufstellen, die Vertrauenspersonen hergestellt werden kann?


Es ist mir in dem Symposium schon klargeworden, dass Ausbildung ein zentrales Instrument, eine Ressource sein wird, um auch innerhalb der Kirche eine Kultur der Achtsamkeit zu schaffen. Ich denke, dass dieses Zentrum sehr hilfreich sein kann, in der internationalen Ausbreitung der katholischen Kirche eine Maßnahme zu schaffen, die standardisierte Inhalte anbieten kann.


Was ist Ihr Eindruck von dem Kongress, Herr Liebhardt?


Was mich sehr beeindruckt, ist die Internationalität: So viele Bischöfe aus der ganzen Welt, die ganz aufmerksam und interessiert sind. Es gab zwei Dinge, die mich besonders berührt haben: Die Rede von Kardinal Levada, dem Vorsitzenden der Glaubenskongregation, der sehr offen und ehrlich alle Problembereiche angesprochen hat. Und der Bericht von Marie Collins, einer Betroffenen. Das war sehr berührend.


Haben wir schon eine gemeinsame, kulturübergreifendes Sprache, wenn es darum geht zu verstehen, was ein Täter bei einem Betroffenen anrichtet? Haben Sie da eine Basis, von der Sie ausgehen, Herr Prof. Fegert?


Ich denke, das ist heute sehr klar dargestellt worden. Zuerst einmal ist eine allgemein akzeptable Definition genannt worden, dass sexueller Missbrauch ein Übergriff auf Kinder ist, in den Kinder nie willentlich einwilligen können. Es ist nichts, was auf einer gleichberechtigten Beziehung beruhen kann, weil das Machtgefälle und die pastorale Verantwortung dem natürlich völlig entgegen steht. Es wurde auch sehr klar gesagt, dass das fast alle Staaten der Welt im Strafrecht als einen Verstoß kodifiziert haben, der zu verfolgen ist. Deshalb wird eine zentrale Forderung aufgestellt: Die Strafverfolgung, der zivile Bereich ist mit einzubeziehen, das kann die Kirche nicht allein mit dem Kirchenrecht klären. Aber sie muss die Fälle natürlich auch adressieren. Und auch die Fälle, die wegen fragwürdiger Dinge offen bleiben, weil sie verjährt sind, können kirchlich nicht ungesühnt und nicht unreflektiert bleiben. Selbst wenn jemand strafrechtlich seinen Kopf aus der Schlinge ziehen kann, weil es zu lange her ist, muss man auf diese Fälle reagieren!


Was mich auch stark berührt hat, war die Tatsache, dass zusammen mit einer Expertin eine Betroffene ihre Situation geschildert hat und dass daraus dann abstrakt Regeln abgeleitet wurden. Es wurde gezeigt, wie die Tat an sich dieses betroffene Mädchen aus seiner Lebensbahn geworfen hat, wie sie Maßstäbe verloren hat, wie sie sich selbst Schuldgefühle machte und deshalb auch Jahre nicht darüber gesprochen hat. Die zweite Ebene der Traumatisierung war dann, als sie, ermutigt durch die Therapie, es nach zahlreichen Behandlungen gewagt hat, ihren Bischof damit zu konfrontieren und ihr kein Gehör geschenkt wurde. Das war für sie eine erneute Belastung: Sie nimmt allen Mut auf, geht zur Kirche und will mit ihr sprechen und es wird nicht entsprechend reagiert. Das in mehreren Ebenen darzustellen und auch die Zuhörerschaft damit zu konfrontieren, war für mich ein neuer Aspekt. Als ich vor etwa zehn Jahren schon einmal bei einer Konferenz im Vatikan war, stand die Auseinandersetzung mit den Tätern ganz stark im Vordergrund: Wie kann man sie diagnostizieren und ausschließen, wie kann man den Schaden dadurch verhindern, dass man die Täter im Griff behält. In den letzten zwei Tagen war für mich die ganz klare Botschaft: Der erste Schritt ist es, den Opfern Gehör zu geben und die Schwächsten zu schützen. Das hat mich sehr berührt und das finde ich sehr richtig.


Menschen aus aller Welt sind bei dem Kongress mit dabei. Gibt es im Missbrauch und im Reden über Missbrauch kulturelle Unterschiede?


Fegert: Es gibt sicher kulturelle Unterschiede. Wir haben gerade aus Südafrika das für uns absurd klingende Beispiel gehört, dass dort viele Leute davon überzeugt waren, dass es sie von Aids heilen könnte, wenn sie mit einem Kind oder mit einer Jungfrau schlafen. Also irrationale Vorstellungen, die vielleicht zu den enorm hohen Raten von Missbrauch in Afrika beitragen. Was aber auch gesagt wurde: Überall da, wo man den Eindruck hat, das kommt bei uns nicht vor, soll man sehr skeptisch sein und auf die realen Raten schauen. Zuerst hat man, als in Amerika Fälle bekannt wurden, gesagt: Das ist ein amerikanisches Problem. Dann war`s plötzlich ein englischsprachiges Problem, weil die Fälle in Irland dazukamen. Dann kamen wir in Deutschland mit dazu, und daraufhin hieß es: Das ist ein Problem der westlichen Welt. Allerdings wurde Kindesmissbrauch dann auch in Afrika mehr thematisiert – und wir wissen aus allen Statistiken: Die Häufigkeiten von sexuellem Missbrauch sind auf der ganzen Welt vergleichbar. Es gibt kein System, das ausgenommen ist, und auch keine Bevölkerungsschicht, denn das kommt nicht nur bei Armen vor, sondern überall. Wichtig ist aber auch: Missbrauch durch Geistliche ist ein schlimmes Problem, und die Kirche muss damit umgehen! Gleichzeitig muss aber die Kirche die Geistlichen, Menschen im kirchlichen Ehrenamt, Diakone usw. auch dazu ausbilden, dass man für Kindern, die in anderen Bereichen missbraucht werden, eine schützende Situation herstellen kann. Diese Garantenfunktion einer Vertrauensperson muss, denke ich, publiziert werden. Deshalb ist dieses Wissen über Missbrauch in zweierlei Hinsicht wichtig.


Herr Dr. Liebhardt, sie leiten das Kinderschutzzentrum, was glauben Sie von anderen Ländern für ihr e-learning-Projekt lernen zu können? Was können wir in deutschsprachigen Ländern lernen, oder was können wir auch von unseren Erfahrung weitergeben? 


Mir ist beim Symposium aufgefallen, dass es offenbar noch keine zentrale Stelle in der katholischen Kirche gibt, die genau weiß, was in den jeweiligen Ländern tatsächlich bereits an Präventionsmaßnahmen läuft. Es gibt Länder, Bischofskonferenzen, die sehr wohl die Regelungen des Vatikans von 2012 realisiert und umgesetzt, wie sie in Verdachtsfällen handeln müssen. Was wir lernen können ist das Hinhören, was andere Länder schon tun und wie weit sie in ihrer Entwicklung sind. Wir arbeiten im Rahmen des Zentrums mit acht Ländern zusammen, sechs davon sind Entwicklungs- und Schwellenländer. Wir werden dort auch hinfahren und uns anhören und anschauen, wie sie ganz konkret arbeiten. 


Was wäre für sie ein Erfolg dieses Kongresses?


Liebhardt: Ich kann mir vorstellen, dass die Bischöfe, die hier sind, von Rom ganz angeregt nach Hause gehen und dieses Thema dann auch weiter in ihren Diözesen bearbeiten werden. Das scheint mir die große Zielsetzung dieses Symposiums, und es hat in den ersten zwei Tagen schon gezeigt, dass das Potential dafür da ist, weil die Qualität der Redner und der Beiträge sehr, sehr hoch ist und auch die Bereitschaft sich spüren lässt, sich diesem Thema wirklich ernsthaft zu widmen.


Fegert: Ein Erfolg ist schon, dass das Thema zur Sprache kommt und dass es in einem sehr offiziellen Charakter von höchster Ebene unterstützt wird. Das macht Normen deutlich und macht klar, was unrecht ist und was recht ist. Der zweite Erfolg, den ich mir erhoffe, ist, dass nicht nur Leitlinien und geduldiges Papier produziert werden, die dann vor Ort angewandt werden oder nicht. Sondern dass Haltung entsteht. Denn hinter einer Leitlinie muss immer ein Bewusstsein stehen. Man muss wissen, warum man primär in den jeweiligen Beruf gegangen ist. Für mich als Arzt war das der alte Satz: Das Heil des Schwachen und Kranken ist das höchste Recht. Das gleiche gilt, denke ich, auch für Priester. Man muss sich an die eigene Berufung erinnern und sich überlegen, für wen man da ist. Das wäre der Erfolg einer solchen Tagung. Wenn sich das vermitteln lässt und wenn es gelingt, das deutlich zu machen, dann ist sehrt viel erreicht worden.


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                        <title>Missbrauchsexperten: „Kirche sollte für Kinder und Jugendliche ein Schutzraum sein“</title>
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                                    <description>00:02:20:54  „Mir ist beim Symposium aufgefallen, dass es offenbar noch keine zentrale Stelle in der katholischen Kirche gibt, die genau weiß, was in den jeweiligen Ländern tatsächlich bereits an Präventionsmaßnahmen läuft.“ Das sagt der deutsche Mediziner Hubert Liebhardt von der Ulmer Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie. Liebhardt, der übrigens auch Diakon ist, nimmt am römischen Kongress teil – zusammen mit seinem Medizinerkollegen, dem Psychiater Jörg Fegert. Dieser sagte uns bei einem Besuch in der Redaktion am Dienstag:

„Zuerst hat man, als in Amerika Fälle bekannt wurden, gesagt: Das ist ein amerikanisches Problem. Dann war`s plötzlich ein englischsprachiges Problem, weil die Fälle in Irland dazukamen. Dann kamen wir in Deutschland mit dazu, und daraufhin hieß es: Das ist ein Problem der westlichen Welt. Allerdings wurde Kindesmissbrauch dann auch in Afrika mehr thematisiert – und wir wissen aus allen Statistiken: Die Häufigkeiten von sexuellem Missbrauch sind auf der ganzen Welt vergleichbar. Es gibt kein System, das ausgenommen ist, und auch keine Bevölkerungsschicht, denn das kommt nicht nur bei Armen vor, sondern überall. Wichtig ist aber auch: Missbrauch durch Geistliche ist ein schlimmes Problem, und die Kirche muss damit umgehen! Gleichzeitig muss aber die Kirche die Geistlichen, Menschen im kirchlichen Ehrenamt, Diakone usw. auch dazu ausbilden, dass man für Kindern, die in anderen Bereichen missbraucht werden, eine schützende Situation herstellen kann.“

Fegert und Liebhardt bauen derzeit in München ein „Zentrum für Kinderschutz“ auf – eine Kooperation zwischen der Päpstlichen Uni Gregoriana und der Ulmer Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie. Liebhardt ist der Direktor der neuen Einrichtung, die Münchens Kardinal Reinhard Marx beim römischen Symposium vorstellen wird. Zu den Zielen des Kongresses von Rom meint Liebhardt:


„Ich kann mir vorstellen, dass die Bischöfe, die hier sind, von Rom ganz angeregt nach Hause gehen und dieses Thema dann auch weiter in ihren Diözesen bearbeiten werden. Das scheint mir die große Zielsetzung dieses Symposiums, und es hat in den ersten zwei Tagen schon gezeigt, dass das Potential dafür da ist, weil die Qualität der Redner und der Beiträge sehr, sehr hoch ist und auch die Bereitschaft sich spüren lässt, sich diesem Thema wirklich ernsthaft zu widmen.“ 

(rv 07.02.2012 sk)
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                        <title>Irland ist an guten Beziehungen zum Vatikan gelegen</title>
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                                    <description>00:01:49:94  Die Republik Irland bemüht sich weiterhin, die Irritationen in den Beziehungen zum Vatikan zu überwinden. Während seiner Präsidentschaft der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) will Irland das Thema Religionsfreiheit zu einem Schwerpunkt machen, kündigte der Dubliner Außenminister Eamon Gilmore im Gespräch mit Radio Vatikan an. Er verteidigte die Schließung der irischen Botschaft beim Heiligen Stuhl – einen Schritt, den manche Beobachter in einen Zusammenhang mit den kirchlichen Missbrauchsskandalen in Irland gestellt hatten.


„Irland macht im Moment eine schwere Wirtschaftskrise durch, und deswegen haben alle Regierungsstellen ihr Budget deutlich kürzen müssen, auch das Außenministerium. Wir bauen Personal ab und haben ohnehin nur ein kleines diplomatisches Team, das über die Welt verteilt ist. Aufgrund einer Studie über unsere diplomatischen Vertretungen kamen wir zu dem Schluss, dass wir leider für den Moment drei auswärtige Vertretungen schließen müssen; eine dieser drei war die Botschaft beim Heiligen Stuhl.“


Das heiße aber keineswegs, dass die Republik Irland auf Abstand zum Heiligen Stuhl gehe, so der Außenminister. 


„Ich will betonen, dass unsere Beziehungen zum Heiligen Stuhl sehr stark bleiben; darum haben wir unseren erfahrensten Diplomaten, den Generalsekretär des Ministeriums, zum irischen Botschafter beim Heiligen Stuhl benannt, und er wird uns in dieser Funktion von Dublin aus dienen. Ich hoffe, dass wir im Lauf der Zeit, wenn sich eine wirtschaftlich-finanzielle Verbesserung einstellt, die geschlossenen Vertretungen wiedereröffnen können, einschließlich der Botschaft beim Heiligen Stuhl.“


(rv 07.02.2012 sk)
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                        <title>Symposion zu Missbrauch: Der Opferperspektive Gehör verschaffen</title>
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                                    <description>00:05:07:97  Das Symposion der Universität Gregoriana zum Thema sexueller Missbrauch will auch der Opferperspektive Gehör verschaffen. Das erklärt einer der Mitorganisatoren, Jesuitenpater und Psychologe Hans Zollner gegenüber Radio Vatikan. Man wolle ganz bewusst auf die Stimme derer hören, die von der Gewalt betroffen gewesen seien, auch wenn im Rahmen eines Kongresses die Möglichkeiten dazu beschränkt seien.

„Wir haben uns lange überlegt, wie die Stimme der Opfer hier beim Symposion hörbar gemacht werden kann - und durch das Symposion auch für die Kirche weltweit. Wir haben uns dann dazu entschieden, eine Frau einzuladen, die als Missbrauchsopfer in Irland bei anderen Gelegenheiten schon über ihre Erfahrungen gesprochen hat. Sie wird vor diesen 100 Bischöfen, 40 Ordensoberen und 80 Experten noch einmal darlegen, wie sie mit dieser für sie schlimmen Erfahrung umgegangen ist. Begleitet wird sie von ihrem Ehemann, aber auch von einer englischen Psychiaterin, die in den letzten Monaten für die Kirche von England und Wales sogenannte listening-sessions durchgeführt hat. Diese beiden Frauen werden für die Opfer sprechen. Uns ist klar, dass das nicht mal ein Tropfen auf den heißen Stein ist, aber wir wollten wenigstens diese Möglichkeit und dieses weltweite Forum nutzen, um die Stimme der Opfer hörbar zu machen.“

Eine Betroffene spricht über ihre Geschichte
Marie Collins heißt diese Frau, die bei der Konferenz von ihren Erfahrungen sprechen wird. Sie freut sich, dass gerade in Rom eine solche Konferenz durchgeführt wird.

„Dieses Symposion ist so wichtig für uns alle. Gerade hier im Herzen der Weltkirche. Als Opfer war ich auf die Kirche böse. Ich war von meiner Heimatdiözese enttäuscht. Dann tat ich alles, um den Täter, der mich missbraucht hat, vor Gericht zu bringen. Das alles hat mich eines gelehrt: Wir können nicht in der Vergangenheit leben. Wir müssen vorwärts schauen. Und für mich ist jetzt nur das Eine wichtig: Der absolute Schutz für alle Kinder.“

Als Opfer hoffe sie, dass bei der Konferenz nicht nur die Gründe für Missbrauch erforscht werden, so Collins.

„Ich wünsche mir, dass die Kirchenführung aus diesem Symposion sehr viele Lehre zieht. Wissen und Verständnis können meiner Meinung nach viel dazu beitragen, das Problem zu beseitigen. Wenn man Wissen über dieses Problem hat, kann man auch konkrete Maßnahmen anordnen und durchsetzen. Man kann nicht genug betonen, wie wichtig dieses Thema für die Kirche ist.“

Mehr als nur Worte
Die Irin weist darauf hin, dass Richtlinien allein keinen Schutz bieten. Die Kirchenvertreter müssten sie auch umsetzen.

„Richtlinien können nur dann wirksam sein, wenn sie auch von allen Kirchenvertretern akzeptiert werden. Es darf nicht sein, dass nur schöne Worte gesprochen und aufgeschrieben werden. Auch darf man eines nicht vergessen – und wir Opfer wissen das: Missbrauch geschieht nicht nur in der Kirche. Es ist ein gesamtgesellschaftliches Problem. Doch wenn die Kirche im Bereich des Kinderschutzes eine Führungsrolle einnehmen könnte, so würde das meine Wunde ein Stück weit heilen. Das ist auch der Grund, weshalb ich die Einladung zu diesem Symposion angenommen habe.“

Das Trauma des Missbrauchs
Marie Collins war 12 Jahre alt, als sie bei einem Krankenhausaufenthalt vom Seelsorger sexuell missbraucht wurde.

„Ich fühlte mich zerstört. Damals dachte ich, dass es mein Fehler gewesen sei. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass ein Priester etwas Böses machen könnte. Als ich später juristisch vorgehen wollte, sagte mir mein Diözesanbischof, dass es sich nicht mehr lohnen würde, etwas zu unternehmen. Und auch, dass es unklug wäre, den Ruf des Seelsorgers zu ruinieren. Er hat bis zuletzt versucht, den Priester vor der Polizei zu schützen.“

Erst vor einem Jahr wurde der betreffende Priester wegen Kindesmissbrauchs verurteilt. Das sind fast 50 Jahre nach dem Übergriff an Marie Collins.

„Das Hauptproblem ist nicht die physische Gewalt, die den Opfern angetan wird. Die Opfer leiden vor allem seelisch. Ich selber sah mich jahrelang als schlechte Person an, hatte Minderwertigkeitskomplexe; ich wollte auch niemandem über den Missbrauch erzählen. Ich bekam Panikattacken und war arbeitsunfähig, ständig war ich in psychiatrischen Kliniken. Erst als ich darüber mit dem Arzt gesprochen habe, fühlte ich mich besser und auch dank der Hilfe Gottes.“

(rv 03.02.2012 mg)
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                        <title>Unser Buchtipp: Arno Lustiger - Rettungswiderstand</title>
                                    <link>http://www.radiovaticana.org/TED/articolo.asp?c=560373</link>
                                    <description>00:02:48:91  Arno Lustiger: Rettungswiderstand. Über die Judenretter in Europa während der NS-Zeit. Eine Besprechung von Gudrun Sailer

„Rettungswiderstand“ heißt das umfangreiche Werk, das der Shoah-Überlebende Arno Lustiger vor kurzem vorgelegt hat. Der deutsche Historiker, übrigens ein Cousin des verstorbenen Pariser Kardinals Jean Marie Lustiger, verfolgt damit ein ehrgeiziges Projekt: Er dokumentiert oft vergessene Hilfeleistungen für in der Nazizeit verfolgte Juden in ganz Europa und darüber hinaus. Dieser große geographische Horizont öffnet die Augen des Lesers dafür, wo überall und wie Juden Verfolgungen erlitten, welche Wege ihre Helfer fanden, um ihnen beizustehen, und welche – höchst vielfältigen - Kategorien von Helfern es überhaupt gab. 

Die Rettungsaktionen für die Juden waren in den wenigsten Fällen konzertiert, aber praktisch überall flackerten Herde dieser speziellen Form von Widerstand auf, in denen einzelne „stillen Helden“ oder kleine vernetzte Gruppen in ihrem Bereich das Mögliche taten, um den bedrängten Juden zu helfen. Wo es über diese Akteure des zivilen Widerstands bisher bloß Detailstudien und versprengte Erzählungen im historischen Diskurs gab, da schließt Arno Lustiger diese Lücke mit seinem Überblickswerk. 

Dass bei einer derartigen Fülle des Materials Verallgemeinerungen nicht ausbleiben können, liegt auf der Hand. So wartet das Kapitel über die Deportation der Juden von Rom mit dem berüchtigten „Schweigen des Papstes“ auf und stellt die couragierten Rettungsaktionen durch katholische Ordensleute und Priester, die mehrere tausend Juden versteckten, als parallele Eigeninitiative dar. 

Hunderte von Juden-Rettungsaktionen schildert Lustiger in knappen, anschaulichen Sätzen. Einige sind gut bekannt, etwa jene von Angelo Giuseppe Roncalli; der spätere Papst Johannes XXIII. schleuste als Nuntius in der Türkei Tausende von jüdischen Flüchtlingen nach Palästina. Die meisten von Lustigers Mikro-Erzählungen über Rettungsaktionen für Juden hingegen haben komplett unbekannte Akteure; den chinesischen Generalkonsul in Wien, der unerlaubt hunderte Visa für das sichere Schanghai ausstellte; das polnische Kindermädchen in Warschau, das 20 Juden aus dem Ghetto versteckte, das Budapester Ehepaar, das einen jüdischen Bekannten mit einem Schauspieler-Trick aus den Klauen der Schergen rettete. 

Warum die Öffentlichkeit viele dieser Geschichten spät bis gar nicht zur Kenntnis nahm, erklärt sich Arno Lustiger mit dem Unbehagen, das sie auslösen: Den Wegschauern sei es unangenehm zu erfahren, dass es unter den gleichen Bedingungen sehr wohl andere gab, die den Mut fanden, bedrängten Juden zu helfen. „Spielräume hat es auch im totalitären Regime gegeben“, stellt Arno Lustiger klar. Sein eindrucksvolles und notwendiges Buch macht das sehr deutlich. 

Das Buch ist im Verlag Wallstein erschienen und kostet etwa 30 Euro.

(rv 04.02.2012 gs)
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                        <title>„Symposion zu Missbrauch ist Zeichen nach innen“</title>
                                    <link>http://www.radiovaticana.org/TED/articolo.asp?c=560366</link>
                                    <description>00:05:28:01  Sexueller Kindesmissbrauch durch Priester und Ordensleute – nie wieder. Dieses Ziel zu erreichen, tritt nächste Woche ein internationales Symposion an der Päpstlichen Universität Gregoriana mit Unterstützung durch den Vatikan an. Es ist die weitaus größte Konferenz, die jemals zu diesem Thema stattgefunden hat. Nach zweijähriger Vorbereitung wurde am Freitagabend in Rom das Programm vorgestellt. Mario Galgano sprach darüber mit einem der Organisatoren, dem deutschen Jesuiten Hans Zollner, Psychologie-Professor an der Gregoriana. 

„Das Symposion hier an der Gregoriana zum sexuellen Missbrauch von Kindern ist gedacht als ein großes Zeichen nach innen, in die Kirche hinein, und auch an die Öffentlichkeit. Das Zeichen nach innen heißt, dass wir als Kirche uns der Verantwortung stellen müssen, auch der Vergangenheit, in der man in der Kirche sehr oft den Missbrauch verdrängt hat und falsch mit Opfern und mit Tätern umgegangen ist und viel Schuld auf sich geladen hat. Dem müssen wir uns stellen. Zweitens müssen wir schauen, damit wir etwas tun, damit Missbrauch so wenig wie möglich sich in der Zukunft wiederholen kann. Und das ist auch die Botschaft an die Öffentlichkeit: Wir als Kirche sind uns bewusst, dass da sehr viel falsch gelaufen ist und dass sehr viel Schuld geschehen ist, auch durch Verantwortungsträger, durch Priester und durch Bischöfe, die nicht so reagiert haben, wie es eigentlich die Verantwortungsträger vorsehen, und dass in der Zukunft alles getan werden soll und muss, damit so wenig Missbrauch wie möglich geschehen kann.“

Mit Unterstützung durch den Vatikan
Der Titel des dreitägigen Treffens lautet: „Auf dem Weg zur Heilung und Erneuerung“. Themen sind unter anderem “Internet und Pornografie&quot;, der Umgang mit den Tätern, aber auch Erörterungen zum Kinderschutz in Afrika und in Asien. Der Heilige Stuhl sei massiv an der Vorbereitung der Großkonferenz beteiligt gewesen und schicke höchstrangige Vertreter, schildert Zollner. 

„Das Symposion ist eine Initiative der Gregoriana. Wir haben als päpstliche Universität in Rom natürlich darauf zu achten, dass auch der Heilige Stuhl unserem Vorhaben zustimmt. In diesem Fall war das so, dass wir sehr viel Zustimmung erfahren haben und vor allem auch Unterstützung durch die Glaubenskongregation, also der Behörde, die für die Verfolgung dieser Delikte zuständig ist. Der Chef der Glaubenskongregation, Kardinal William Levada, wird das Symposion eröffnen, der Sekretär der Glaubenskongregation, Erzbischof Luis Ladaria, wird eine Sitzung moderieren und der Oberstaatsanwalt der Kirche, Monsignore Charles Scicluna, wird einen Hauptvortrag halten. Deutlicher kann man die Unterstützung nicht sichtbar machen. Sie kommt vor allem von der Glaubenskongregation, aber auch von anderen wie zum Beispiel der Bischofskongregation oder der Kongregation für die Evangelisierung der Völker.“

Bei der Aufarbeitung von sexuellen Übergriffen in der Kirche besteht die Gefahr, dass man das Problem nur aus europäischer oder nordamerikanischer Sicht angeht. Deshalb werde die Konferenz an der Gregoriana die Sicht der Weltkirche betonen. 

„Wir haben Vertreter von Bischofskonferenzen weltweit eingeladen, und aus nahezu allen Ländern mit relevanter Katholikenzahl ist jemand vertreten. Das ist ein unglaublicher Erfolg, der zeigt, dass in der katholischen Kirche bei den Verantwortungsträgern die Botschaft angekommen ist, dass wir nicht mehr so weiter machen können und dass wir uns der Verantwortung stellen und etwas tun müssen, damit die Situation sich ändert.“

Es geht vor allem um Prävention
Eines wolle die Konferenz an der Gregoriana nicht, sagt Zollner: einen Schlusspunkt setzen. Man werde vielmehr den Blick in die Zukunft richten:

„Uns geht es vor allem um die Prävention, wir wollen Missbrauch in Zukunft verhindern. Es wird niemals ganz auszurotten sein, weder in der Kirche, noch in der Gesellschaft, aber wir wollen alle Kräfte in der Kirche konzentrieren, damit man in dieser Richtung arbeiten kann.“

Rund ein dutzend Teilnehmer kommen aus dem deutschen Sprachraum, unter anderem Bischof Klaus Küng von St. Pölten, Bischof Stephan Ackermann von Trier und Kardinal Reinhard Marx von München. In München wurde erst vor kurzem ein internationales Kinderschutzzentrum eröffnet, das dieselben Ziele verfolgt wie die Konferenz: Missbrauch durch Kleriker und Ordensleute ausrotten. Es war die Universität Gregoriana, die - mit Hilfe des Universitätsklinikums Ulm – diese Institution eingerichtet hat. Zollner: 

„Das Zentrum baut eine Projekt von e-learning, also einer Internetgestützten Lernplattform zum Thema Missbrauch in Deutschland auf. Wir wollen in den nächsten drei Jahren eine Internetplattform schaffen, wo wir im Kontakt mit acht Projektpartnern weltweit herausfinden, wie wir so eine internetgestützte Fortbildungsmaßnahme für kirchliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter durchführen. Das ist eine sehr schwierige Aufgabe, weil man schauen muss, wie das kulturell und sprachlich zu übersetzen ist, aber wir glauben, dass das ein großer Dienst sein kann besonders für Gesellschaften, in denen Kinderschutz, Kinderrechte oder auch Frauenrechte kaum beachtet werden.“ 

(rv 04.02.2012 mg)

 
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                        <title>Die Piusbruderschaft sagt Nein</title>
                                    <link>http://www.radiovaticana.org/TED/articolo.asp?c=560319</link>
                                    <description>00:01:53:30  Die Piusbruderschaft lehnt offenbar das Angebot aus dem Vatikan zur Rückkehr in die Gemeinschaft der katholischen Kirche ab. Die Bruderschaft sehe sich gezwungen, Nein zu sagen, sagte ihr Oberer Bernard Fellay in einer Ansprache im ordenseigenen Priesterseminar Winona (USA). Die traditionalistische Gruppierung hatte Fellays Rede am Freitag online auf der Website des Seminars veröffentlicht: stas.org. 

Der Vatikan habe zwar in organisatorischer und liturgischer Hinsicht die Forderungen der Piusbrüder erfüllt. Das Problem sei jedoch die Lehre, sagte Fellay. Die Päpstliche Kommission „Ecclesia Dei&quot;, die für den Dialog mit den Traditionalisten zuständig ist, habe verlangt, dass alle Dokumente des Konzils - vor allem auch zu Ökumene, Glaubens- und Religionsfreiheit - als mit der Tradition übereinstimmend angenommen werden müssten. Diese Sicht sei für die Piusbruderschaft inakzeptabel, so Fellay. Auch der Weltkatechismus von 1992 sei in seiner Darstellung dieser Kontroversthemen mit der eigentlichen Tradition der Kirche nicht kompatibel, heißt es aus der Piusbruderschaft. 

„Ecclesia Dei“ untersteht der Glaubenskongregation. Diese hatte eineinhalb Jahre lang Gespräche mit der Piusbruderschaft über eine mögliche Rückkehr zur Kirche geführt. Danach legte sie den Oberen der Bruderschaft im September vergangenen Jahres eine „Lehrmäßige Präambel“ zur Unterschrift vor. Das Dokument, dessen Inhalt nicht veröffentlicht wurde, enthält die Grundbedingungen für eine Rückkehr zur katholischen Kirche. Eine Antwort der Bruderschaft traf vor zwei Wochen ein, rechtzeitig vor Beginn der Vollversammlung der Glaubenskongregation, bei der das Thema auf der Tagesordnung stand. Eine offizielle Reaktion des Heiligen Stuhles zur Antwort der Piusbruderschaft wird nun erwartet.  
(kap/rv 04.02.2012 gs)
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                        <title>Die Betrachtung zum Sonntag</title>
                                    <link>http://www.radiovaticana.org/TED/articolo.asp?c=560310</link>
                                    <description>00:07:44:45  Auch die Taten Jesu sind Worte; sie sagen, wer Jesus ist und was er will. Er heilt Kranke und treibt Dämonen aus. Und immer wieder geht er in die Stille; der Mensch Jesus braucht die Stunden des einsamen Gebets, der tiefen Gemeinschaft mit dem Vater. Dann kann er wieder zu den Menschen gehen. Die Jünger sollen das sehen und lernen.

Aus dem Markusevangelium 1: 29-39
In jener Zeit ging Jesus zusammen mit Jakobus und Johannes in das Haus des Simon und Andreas. Die Schwiegermutter des Simon lag mit Fieber im Bett. Sie sprachen mit Jesus über sie, und er ging zu ihr, fasste sie an der Hand und richtete sie auf. Da wich das Fieber von ihr, und sie sorgte für sie.
Am Abend, als die Sonne untergegangen war, brachte man alle Kranken und Besessenen zu Jesus. Die ganze Stadt war vor der Haustür versammelt, und er heilte viele, die an allen möglichen Krankheiten litten, und trieb viele Dämonen aus. Und er verbot den Dämonen zu reden; denn sie wussten, wer er war.
In aller Frühe, als es noch dunkel war, stand er auf und ging an einen einsamen Ort, um zu beten. Simon und seine Begleiter eilten ihm nach, und als sie ihn fanden, sagten sie zu ihm: Alle suchen dich. Er antwortete: Lasst uns anderswohin gehen, in die benachbarten Dörfer, damit ich auch dort predige; denn dazu bin ich gekommen. Und er zog durch ganz Galiläa, predigte in den Synagogen und trieb die Dämonen aus.

Die Betrachtung spricht unser Redaktionsleiter, Pater Bernd Hagenkord SJ

(rv 04.02.2012 ord)
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                        <title>Irak: „Wir vergeben“</title>
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                                    <description>00:01:36:31  Der Oberste Gerichtshof im Irak hat am Donnerstag drei Todesurteile gegen die Attentäter des Anschlags auf eine syrisch-katholische Kirche in Bagdad bestätigt. Die Entscheidung sei endgültig und werde dem Präsidenten zugestellt, der das Justizministerium zur Vollstreckung anweisen müsse. Dies sagte ein Sprecher des Gerichts laut internationalen Medienberichten. Alle drei Angeklagten, die mit El Kaida in Verbindung stehen sollen, seien auf Grundlage der Terrorismusgesetze verurteilt worden.

Die Christen des Landes seien gegen diesen Urteilsspruch, denn Christentum stehe für den Schutz des Lebens. Das sagt im Interview mit Radio Vatikan der chaldäisch-katholische Weihbischof von Bagdad, Shlemon Warduni:

„Wir stehen für Vergebung und wir stehen auch für Strafe, aber nicht für die Todesstrafe. Wir brauchen Frieden, wir brauchen Versöhnung und echte gegenseitige Vergebung. Die Todesstrafe ist gegen unsere Prinzipien. Diese Jagt auf Christen, diese Tragödie, die da verhandelt wurde, war wie ein Urteil über alle und hat sehr stark den Exodus der Christen befördert. Dabei ist der Irak ein reiches Land. Wir brauchen eigentlich nichts anderes, als dass alle zusammen arbeiten und nicht nur den persönlichen Interessen der einzelnen Parteien oder auch der Konfessionen zu folgen.“

Bei dem Attentat hatten Bewaffnete am 31. Oktober 2010 die syrisch-katholische Kirche während eines Gottesdienstes überfallen und die Gläubigen als Geiseln genommen. Als die Polizei das Gebäude stürmte, kamen 52 Menschen ums Leben, 67 wurden verletzt. Der Vorfall gilt als der blutigste Anschlag auf die christliche Gemeinschaft im Irak seit Kriegsbeginn 2003. UNO-Menschenrechtshochkommissarin Navi Pillay hatte Ende Januar die hohe Zahl von Hinrichtungen im Irak kritisiert und die Fairness der Prozesse angezweifelt. 

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                        <title>Sichtbarer Glauben: Großbritannien diskutiert über Atheistentempel und Glaubenskarte</title>
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                                    <description>00:02:45:36  Großbritannien spricht zur Zeit über die Frage, wie man Glauben sichtbar machen kann. Anlass sind zwei Initiativen: der Plan des Schweizer Philosophen Alain de Botton, in Londons City einen Tempel für Atheisten zu bauen, und die Initiative der Bischofskonferenz von England und Wales, „Faith Cards“ auszugeben, also katholische Ausweiskarten.
Bottons Vorschlag ist sichtbarer als die Karten, er spricht von einem 50-Meter-Turm im Finanzzentrum der Stadt, in dem es einen Tempel geben soll. Peter Fleetwood war lange Mitarbeiter im Päpstlichen Kulturrat. Der Geistliche liest diese Initiative als eine Art und Weise, Spirituelles sichtbar und zum Thema zu machen:

„Es gibt ganz verschiedene Menschen, die nicht an einen Gott glauben. Atheisten gehen davon aus, dass für einen Gott in ihrem Verständnis des Universums kein Platz ist, andere wiederum wissen nicht, was sie glauben sollen, und wollen sich deswegen der Frage lieber nicht stellen. Alain de Botton nimmt nun die Idee eines Architekten und entwickelt sie als eine Möglichkeit für Atheisten und Nichtglaubende, die Tatsache zu feiern, dass sie Atheisten und Nichtglaubende seien. Er wendet sich gegen die Idee, dass diejenigen, die nicht an einen Gott glauben, nicht spirituell sein wollen. Von dieser Idee will er weg, und er wählt den Weg der Architektur: Warum, so sagt er, können nicht auch andere Architektur nutzen, um ihre Überzeugungen zu zeigen und sichtbar zu machen?“

Die zweite Initiative will hingegen die Glaubenden ansprechen: Eine Art Ausweis in der Größe einer Kreditkarte. 1 Mio Karten werden in der Fastenzeit in den 24 Bistümern von England und Wales ausgegeben. Zuständig ist Bischof Kieran Conry, Beauftragter der Bischofskonferenz für Evangelisierung und Katechese:

„Das soll Menschen daran erinnern, dass sie katholisch sind. Man kann das ja leicht vergessen. Diese Karte kann man einfach mit sich tragen. Auf der Vorderseite steht, wozu wir als Katholiken berufen sind, und auf der Rückseite befindet sich ein Zitat des seligen John Henry Newman. Wir hoffen, dass Menschen ihre katholische Identität so besser verstehen, „Moment mal, ich bin katholisch, das ist ein Teil von mir, und das nicht nur am Sonntag“. Wir sind stolz, katholisch zu sein, nicht ängstlich oder eingeschüchtert.“

Auf der Karte wird Folgendes stehen:
Als Katholik bin ich berufen, die Freude, Jesus zu kennen, mit anderen zu teilen; zu beten; die Sakramente regelmäßig zu feiern; meinen Nächsten wie mich selbst zu lieben; die mir geschenkten Gaben weise zu nutzen; zu vergeben, wir mir vergeben wurde. Darunter steht die Aufforderung, im Notfall einen Priester zu rufen.

(rv 03.02.2012 ord)
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                        <title>Vor der Großkonferenz zu sexuellem Missbrauch</title>
                                    <link>http://www.radiovaticana.org/TED/articolo.asp?c=560034</link>
                                    <description>00:01:56:52  Heilung und Erneuerung: Das sind die beiden Ziele einer Tagung zum Thema sexueller Missbrauch, die in der kommenden Woche in Rom stattfinden wird. Veranstalter ist die Päpstliche Universität Gregoriana, gemeinsam mit den zuständigen Stellen des Vatikan. Die Tagung richtet sich an Verantwortungsträger in der Kirche, über 110 Vertreter von Bischofskonferenzen und 30 Vertreter von Ordensgemeinschaften werden teilnehmen, aus Deutschland zum Beispiel Kardinal Reinhard Marx und Bischof Stephan Ackermann, aus Österreich kommt der Sankt Pöltener Bischof Klaus Küng.
Sexueller Missbrauch durch Ordensleute und Kleriker ist ein Thema, das die ganze Kirche angeht. Das sagt im Interview mit Radio Vatikan Charles Scicluna, der als „Promotor Iustitiae“ in der Glaubenskongregation zuständig für kanonische Prozesse ist. Dieser Kongress wolle dazu beitragen, das Bewusstsein für das Problem „sexueller Missbrauch durch Kleriker“ weltweit zu schaffen.

„Aber dann geht es auch um unsere Überzeugung, gut zu handeln, denn die katholische Kirche muss auch bei diesem mühsamen Thema das bestmögliche Beispiel geben, das unserem Auftrag der Verkündigung des Evangeliums entspricht.“

Dazu setze der Kongress vor allem auf eine Perspektive:

„Es ist bedeutsam, dass der erste Beitrag von jemandem kommt, der selbst von dieser traurigen Wirklichkeit betroffen ist, von einem Opfer. Gleichzeitig ist es aber auch pastoral wichtig, an alle zu denken, die mit dieser Realität zu tun haben, also auch an die Kleriker, die anderen dieses Leid zugefügt haben.“

Der Präfekt der Glaubenskongregation, Kardinal William Levada, werde bei dem Kongress über die Richtlinien sprechen, die jede Bischofskonferenz sich für den Umgang mit sexuellem Missbrauch geben sollte, so Scicluna. Experten würden über die einzelnen Aspekte von Missbrauch sprechen, um den Orden und der Kirche weltweit Hilfestellung zu geben.
Die Konferenz beginnt am 6. Februar.

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                        <title>Tag des geweihten Lebens: „Zeugen für den Glauben“</title>
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                                    <description>00:02:57:17  Das Fest Darstellung des Herrn wird als Tag des geweihten Lebens begangen, im Vatikan mit einer Vesper, die der Papst gemeinsam mit Ordensleuten in Sankt Peter feiert. Am Donnerstag Abend versammelten sich mehrere tausend Ordenschristen in der Vatikanbasilika, um gemeinsam mit dem Papst und mit der Kirche diesen Tag zu feiern.

Der Tag sei ein Tag des Dankes, des Gebetes um Berufungen und der Erneuerung der Charismen der verschiedenen Weisen der Nachfolge nach den evangelischen Räten von Armut, Keuschheit und Gehorsam. Das sagte der Papst in seiner Predigt bei der Vesper. Schwerpunkt des Papstes war das im Oktober beginnende ‚Jahr des Glaubens’, es solle für die Orden und die verschiedenen weiteren Institutionen des geweihten Lebens eine Zeit der Erneuerung sein: 

„Im Jahr des Glaubens seid ihr, die ihr den Ruf zur näheren Nachfolge Christi durch das Versprechen der evangelischen Räte gehört habt, eingeladen, noch einmal mehr die Beziehung zu Gott zu vertiefen. Die evangelischen Räte, angenommen als wahre Lebensregel, bestärken den Glauben, die Liebe und die Hoffnung, die mit Gott verbinden. Diese tefe Nähe zum Herrn, die das bestimmende und charakteristische Element eures Lebens sein soll, bringe euch zu einem erneuerten Festhalten an ihm und habe positiven Einfluss auf eure Präsenz und euer Apostolat im Volk Gottes (…), so dass ihr Zeugen für den Glauben und die Gnade sein könnt, glaubwürdige Zeugen für die Kirche und für die Welt von heute.“

Papst Benedikt XVI. wies darauf hin, dass Papst Johannes Paul II. den Tag des geweihten Lebens in voller Absicht auf das Fest Darstellung des Herrn gelegt habe. Wie Jesus dem Gesetz nach als Erstgeborener Gott geweiht worden sei, so könne in der Kirche heute das gottgeweihte Leben Zeugnis ablegen von Gott. Auch im Kind Jesus, das in den Tempel gebracht wurde, hätten Simeon und Anna Gottes Gegenwart erkannt.

„Und wirklich stellt diese Episode des Evangeliums, auf die wir uns beziehen, ein bedeutsames Bild der Hingabe des eigenen Lebens durch diejenigen dar, die die Berufung empfangen haben, in der Kirche und in der Welt durch die evangelischen Räte die charakteristischen Merkmale Jesu – des Jungfräulichen, Armen und Gehorsamen, des Gesalbten des Vaters – immer wieder neu aufzuzeigen. Am heutigen Fest feiern wir deswegen das Geheimnis der Weihe: der Weihe Christi, der Weihe Mariens, der Weihe all derjenigen, die sich aus Liebe für das Reich Gottes in die Nachfolge Jesu begeben.“

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                        <title>Stimmen aus der Vergangenheit: Bismarck und Leo XIII.</title>
                                    <link>http://www.radiovaticana.org/TED/articolo.asp?c=559899</link>
                                    <description>00:01:55:97  Wie mag wohl die Stimme Jesu vor über 2.000 Jahren geklungen haben? Das werden wir wohl nie erfahren. Von historischen Persönlichkeiten wird viel geschrieben, von den meisten gibt es auch Bilder, aber nur bei den modernen historischen Größen gibt es auch Tonaufnahmen. Die ersten Aufzeichnungen stammen vom Ende des 19. Jahrhunderts. Seit wenigen Tagen wissen wir auch, wie die Stimme von Otto von Bismarck geklungen hat. Die einzige bekannte Tonaufnahme des ehemaligen Reichskanzlers ist nämlich in den USA aufgetaucht. Das stark verrauschte Dokument, aufgenommen vor 123 Jahren in Friedrichsruh bei Hamburg, lag im Edison-Archiv in New Jersey bei New York. Ehrlich gesagt, man hört und vor allem versteht fast gar nichts, denn die Aufnahme ist sehr verrauscht. Das Rauschen der Walze ist stärker als die Stimme des Kanzlers.

In den Archiven von Radio Vatikan hingegen finden sich Aufnahmen aus fast denselben Jahren wie jene von Bismarck. Am 20. April 1884 wurde die Stimme des damaligen Papstes aufgezeichnet. Leo XIII. liest Ausschnitte aus der Enzyklika „Humanum genus“, in der er die Freimaurer kritisiert.

Die „Sprechmaschine“ wurde 1877 vom amerikanischen Erfinder Thomas Alva Edison patentiert. Dieser Phonograph machte weltweit Schlagzeilen, denn damit wurde es erstmals möglich, akustische Aufnahmen herzustellen und diese später wiederzugeben. Mithilfe seines Phonographen wollt er „bedeutende Stimmen der Welt“ akustisch dokumentieren.

(rv/agenturen 03.01.2012 mg)
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