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        <title>Podcast: Grimms Märchen</title>
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                        <pubDate>Sat, 26 May 2012 23:28:31 +0000</pubDate>
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            <title>Grimms Märchen</title>
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                        <title>Der gestohlene Heller</title>
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                                    <description>&lt;a href=&quot;http://web.me.com/einemaer/M%C3%A4rchen-Online/Media/Der%20gestohlene%20Heller.m4a&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://web.me.com/einemaer/M%C3%A4rchen-Online/Podcast_Grimms_M%C3%A4rchen/Media/Der%20gestohlene%20Heller_12.jpg&quot; style=&quot;float:left; padding-right:10px; padding-bottom:10px; width:149px; height:149px;&quot;/&gt;&lt;/a&gt;&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Es saß einmal ein Vater mit seiner Frau und seinen Kindern Mittags am Tisch, und ein guter Freund, der zum Besuch gekommen war, aß mit ihnen. Und wie sie so saßen und es zwölf Uhr schlug, da sah der Fremde die Thüre aufgehen und ein schneeweiß gekleidetes, ganz blasses Kindlein hereinkommen; es blickte sich nicht um und sprach auch nichts, sondern ging geradezu in die Kammer neben an. Bald darauf kam es zurück und ging eben so still wieder zur Thüre hinaus. Am zweiten und am dritten Tag kam es auf eben diese Weise; da fragte endlich der Fremde den Vater, wem das schöne Kind gehöre, das alle Mittag in die Kammer gehe. „Ich habe es nicht gesehen, antwortete er, und wüßte auch nicht, wem es gehören könnte.“ Am andern Tage, wie es wieder kam, zeigte es der Fremde dem Vater, der sah es aber nicht und die Mutter und die Kinder alle sahen auch nichts. Nun stand der Fremde auf, ging zur Kammerthüre, öffnete sie ein wenig und schaute hinein. Da sah er das Kind auf der Erde sitzen und emsig mit den Fingern in den Dielenritzen graben und wühlen; wie es aber den Fremden bemerkte, verschwand es. Nun erzählte er, was er gesehen und beschrieb das Kind genau, da erkannte es die Mutter und sagte: „ach! das ist mein liebes Kind, das vor vier Wochen gestorben ist.“ Sie brachen die Dielen auf und fanden zwei Heller, die hatte einmal das Kind von der Mutter erhalten, um sie einem armen Manne zu geben, es hatte aber gedacht, dafür kannst du dir einen Zwieback kaufen, die Heller behalten und in die Dielenritzen versteckt und da hatte es im Grabe keine Ruhe gehabt und war alle Mittage gekommen um nach den Hellern zu suchen. Die Eltern gaben darauf das Geld einem Armen und nachher ist das Kind nicht wieder gesehen worden.&lt;br/&gt;
                        &lt;br /&gt;
                        &lt;p&gt;
                            &lt;a href=&quot;http://www.podcast.de/episode/1530537/Der%252Bgestohlene%252BHeller/&quot;&gt;Zur Detailseite bei podcast.de&lt;/a&gt;
                            &lt;br /&gt;
                            &lt;a href=&quot;http://www.podcast.de/episode/1530537/Der%252Bgestohlene%252BHeller/#comments&quot;&gt;Kommentare lesen&lt;/a&gt;
                            &lt;br /&gt;
                            &lt;a href=&quot;http://www.podcast.de/episode/1530537/herunterladen/&quot;&gt;Sendung hier herunterladen&lt;/a&gt;
                        &lt;/p&gt;
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                        <title>Der Zaunkönig und der Bär</title>
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                                    <description>&lt;a href=&quot;http://web.me.com/einemaer/M%C3%A4rchen-Online/Media/Der%20Zaunkoenig%20und%20der%20Baer.m4a&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://web.me.com/einemaer/M%C3%A4rchen-Online/Podcast_Grimms_M%C3%A4rchen/Media/Der%20gestohlene%20Heller_13.jpg&quot; style=&quot;float:left; padding-right:10px; padding-bottom:10px; width:149px; height:149px;&quot;/&gt;&lt;/a&gt;&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Zur Sommerszeit gingen einmal der Bär und der Wolf im Wald spaziren, da hörte der Bär so schönen Gesang von einem Vogel und sprach: „Bruder Wolf, was ist das für ein Vogel, der so schön singt?“ – „Das ist der König der Vögel, sagte der Wolf, vor dem müssen wir uns neigen;“ es war aber der  Zaunkönig. „ Wenn das ist, sagte der Bär, möcht’ ich auch gern seinen königlichen Palast sehen, komm und führ mich hin.“ „Das geht nicht so, wie du meinst, sprach der Wolf, du mußt warten, bis die Frau Königin kommt.“ Bald darauf kam die Frau Königin und hatte Futter im Schnabel und der Herr König auch und wollten ihre Jungen ätzen. Der Bär wäre gern nun gleich hintendrein gegangen, aber der Wolf hielt ihn am Ermel und sagte: „nein, du mußt warten bis Herr und Frau Königin wieder fort sind.“ Also nahmen sie das Loch in acht, wo das Nest stand, und gingen wieder ab. Der Bär aber hatte keine Ruhe, wollte den königlichen Palast sehen und ging nach einer kurzen Weile wieder vor. Da waren König und Königin wieder ausgeflogen, er guckte hinein und sah fünf oder sechs Junge, die lagen darin; „ist das der königliche Palast? sagte der Bär, das ist ein elender Palast! ihr seyd auch keine Königskinder, ihr seyd unehrliche Kinder!“ Wie das die jungen Zaunkönige hörten, wurden sie gewaltig bös und schrien: „nein, das sind wir nicht, unsere Eltern sind ehrliche Leute, Bär, das soll ausgemacht werden mit dir.“ Dem Bär und dem Wolf ward angst, sie kehrten um und setzten sich in ihre Löcher. Die jungen Zaunkönige aber schrien und lärmten fort, und als ihre Eltern wieder Futter brachten, sagten sie: „wir essen kein Fliegenbeinchen und sollten wir verhungern, bis ihr erst ausmacht, ob wir ehrliche Kinder sind oder nicht, denn der Bär ist da gewesen und hat uns gescholten.“ Da sagte der alte König: „seyd nur ruhig, das soll ausgemacht werden.“ Flog darauf mit der Frau Königin dem Bären vor seine Höhle und rief hinein: „Brummbär, du hast meine Kinder gescholten, das soll dir übel bekommen, das wollen wir in einem blutigen Krieg ausmachen.“ Also war dem Bären der Krieg angekündigt und ward alles vierfüßige Gethier berufen: Ochs, Esel, Rind, Hirsch, Reh und was die Erde sonst alles trägt. Der Zaunkönig aber berief alles, was in der Luft fliegt, nicht allein die Vögel groß und klein, auch die Mücken, Hornissen, Bienen und Fliegen mußten herbei.&lt;br/&gt;Als nun die Zeit kam, wo der Krieg angehen sollte, da schickte der Zaunkönig Kundschafter aus, wer der kommandirende General des Feindes wär. Die Mücke war die listigste von allen, schwärmte im Wald, wo der Feind sich versammelte, und setzte sich endlich unter ein Blatt auf den Baum, wo die Parole ausgegeben wurde. Da stand der Bär, rief den Fuchs vor sich und sprach: „Fuchs, du bist der schlauste unter allem Gethier, du sollst General seyn und uns anführen; was für Zeichen wollen wir verabreden?“ Da sprach der Fuchs: „ich hab’ einen schönen, langen, bauschigten Schwanz, der sieht aus fast wie ein rother Federbusch, wenn ich den in die Höhe halte, so geht die Sache gut und ihr müßt drauf los marschiren, laß ich ihn aber herunterhängen, so fangt an und lauft.“ Als die Mücke das gehört hatte, flog sie wieder heim und verrieth dem Zaunkönig alles haarklein.&lt;br/&gt;Als der Tag anbrach, wo die Schlacht sollte geliefert werden, hu! da kam das vierfüßige Gethier dahergerennt mit Gebraus, daß die Erde zitterte; Zaunkönig mit seiner Armee kam auch durch die Luft daher, die schnurrte, schrie und schwärmte, daß einem Angst wurde; und gingen sie da von beiden Seiten an einander. Der Zaunkönig aber schickte die Hornisse hinab, sie sollte sich dem Fuchs unter den Schwanz setzen und aus Leibeskräften stechen. Wie nun der Fuchs den ersten Stich bekam, zuckte er, daß er das eine Bein aufhob, doch ertrug er’s und ließ den Schwanz noch in der Höhe; beim zweiten mußt’ er ihn einen Augenblick herunter lassen, beim dritten aber konnte er sich nicht mehr halten, schrie und nahm den Schwanz zwischen die Beine. Wie das die Thiere sahen, meinten sie, alles wär’ verloren und fingen an zu laufen, jeder in seine Höhle und hatten die Vögel die Schlacht gewonnen.&lt;br/&gt;Da flog der Herr König und die Frau Königin heim zu ihren Kindern und riefen: „Kinder seyd fröhlich, eßt und trinkt nach Herzenslust, wir haben den Krieg gewonnen.“ Die jungen Zaunkönige aber sagten: „noch essen wir nicht, der Bär soll erst vor’s Nest kommen und Abbitte thun und sagen, daß wir ehrliche Kinder sind.“ Da flog der Zaunkönig vor das Loch des Bären, und rief: „Brummbär, du sollst vor das Nest zu meinen Kindern gehen und Abbitte thun und sagen, daß sie ehrliche Kinder sind, sonst sollen dir die Rippen im Leib zertreten werden.“ Da kroch der Bär in der größten Angst hin und that Abbitte, und darauf setzten sich die jungen Zaunkönige zusammen, aßen und tranken und machten sich lustig bis in die späte Nacht hinein.
                        &lt;br /&gt;
                        &lt;p&gt;
                            &lt;a href=&quot;http://www.podcast.de/episode/1517897/Der%252BZaunk%2525C3%2525B6nig%252Bund%252Bder%252BB%2525C3%2525A4r/&quot;&gt;Zur Detailseite bei podcast.de&lt;/a&gt;
                            &lt;br /&gt;
                            &lt;a href=&quot;http://www.podcast.de/episode/1517897/Der%252BZaunk%2525C3%2525B6nig%252Bund%252Bder%252BB%2525C3%2525A4r/#comments&quot;&gt;Kommentare lesen&lt;/a&gt;
                            &lt;br /&gt;
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                        &lt;/p&gt;
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                        <title>Hänsel und Gretel</title>
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                                    <description>&lt;a href=&quot;http://web.me.com/einemaer/M%C3%A4rchen-Online/Media/HaenselundGretel.m4a&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://web.me.com/einemaer/M%C3%A4rchen-Online/Podcast_Grimms_M%C3%A4rchen/Media/Der%20gestohlene%20Heller_14.jpg&quot; style=&quot;float:left; padding-right:10px; padding-bottom:10px; width:149px; height:149px;&quot;/&gt;&lt;/a&gt;&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Vor einem großen Walde wohnte ein armer Holzhacker mit seiner Frau und seinen zwei Kindern; das Bübchen hieß Hänsel und das Mädchen Grethel. Er hatte wenig zu beißen und zu brechen, und einmal, als große Theuerung ins Land kam, konnte er auch das täglich Brot nicht mehr schaffen. Wie er sich nun Abends im Bette Gedanken machte und sich vor Sorgen herum wälzte, seufzte er und sprach zu seiner Frau „was soll aus uns werden? wie können wir unsere armen Kinder ernähren, da wir für uns selbst nichts mehr haben?“ „Weißt du was, Mann,“ antwortete die Frau, „wir wollen Morgen in aller Frühe die Kinder hinaus in den Wald führen, wo er am dicksten ist: da machen wir ihnen ein Feuer an und geben jedem noch ein Stückchen Brot, dann gehen wir an unsere Arbeit und lassen sie allein. Sie finden den Weg nicht wieder nach Haus und wir sind sie los.“ „Nein, Frau,“ sagte der Mann, „das thue ich nicht; wie sollt ichs übers Herz bringen meine Kinder im Walde allein zu lassen, die wilden Thiere würden bald kommen und sie zerreißen.“ „O du Narr,“ sagte sie, „dann müssen wir alle viere Hungers sterben, du kannst nur die Bretter für die Särge hobelen,“ und ließ ihm keine Ruhe bis er einwilligte. „Aber die armen Kinder dauern mich doch“ sagte der Mann. Die zwei Kinder hatten vor Hunger auch nicht einschlafen können und hatten gehört was die Stiefmutter zum Vater gesagt   hatte. Grethel weinte bittere Thränen und sprach zu Hänsel „nun ists um uns geschehen.“ „Still, Grethel,“ sprach Hänsel, „gräme dich nicht, ich will uns schon helfen.“ Und als die Alten eingeschlafen waren, stand er auf, zog sein Röcklein an, machte die Unterthüre auf und schlich sich hinaus. Da schien der Mond ganz helle, und die weißen Kieselsteine, die vor dem Haus lagen, glänzten wie lauter Batzen. Hänsel bückte sich und steckte so viel in sein Rocktäschlein, als nur hinein wollten. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Dann gieng er wieder zurück, sprach zu Grethel „sei getrost, liebes Schwesterchen und schlaf nur ruhig ein, Gott wird uns nicht verlassen,“ und legte sich wieder in sein Bett. Als der Tag anbrach, noch ehe die Sonne aufgegangen war, kam schon die Frau und weckte die beiden Kinder, „steht auf, ihr Faullenzer, wir wollen in den Wald gehen und Holz holen.“ Dann gab sie jedem ein Stückchen Brot und sprach „da habt ihr etwas für den Mittag, aber eßts nicht vorher auf, weiter kriegt ihr nichts.“ Grethel nahm das Brot unter die Schürze, weil Hänsel die Steine in der Tasche hatte. Danach machten sie sich alle zusammen auf den Weg nach dem Wald. Als sie ein Weilchen gegangen waren, stand Hänsel still und guckte nach dem Haus zurück und that das wieder und immer wieder. Der Vater sprach „Hänsel, was guckst du da und bleibst zurück, hab Acht und vergiß deine Beine nicht.“ „Ach, Vater,“ sagte Hänsel, „ich sehe nach meinem weißen Kätzchen, das sitzt oben auf dem Dach und will mir Ade sagen.“ Die Frau sprach „Narr, das ist dein Kätzchen nicht, das ist die Morgensonne, die auf den Schornstein scheint.“ Hänsel aber hatte nicht nach dem Kätzchen gesehen, sondern immer einen von den blanken Kieselsteinen aus seiner Tasche auf den Weg geworfen. Als sie mitten in den Wald gekommen waren, sprach der Vater „nun sammelt Holz, ihr Kinder, ich will ein Feuer anmachen,  damit ihr nicht friert.“ Hänsel und Grethel trugen Reisig zusammen, einen kleinen Berg hoch. Das Reisig ward angezündet, und als die Flamme recht hoch brannte, sagte die Frau „nun legt euch ans Feuer, ihr Kinder und ruht euch aus, wir gehen in den Wald und hauen Holz. Wenn wir fertig sind, kommen wir wieder und holen euch ab.“  Hänsel und Grethel saßen am Feuer, und als der Mittag kam, aß jedes sein Stücklein Brot. Und weil sie die Schläge der Holzaxt hörten, so glaubten sie ihr Vater wäre in der Nähe. Es war aber nicht die Holzaxt, es war ein Ast, den er an einen dürren Baum gebunden hatte und den der Wind hin und her schlug. Und als sie so lange gesessen hatten, fielen ihnen die Augen vor Müdigkeit zu, und sie schliefen fest ein. Als sie endlich erwachten, war es schon finstere Nacht. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Grethel fieng an zu weinen und sprach „wie sollen wir nun aus dem Wald kommen!“ Hänsel aber tröstete sie, „wart nur ein Weilchen, bis der Mond aufgegangen ist, dann wollen wir den Weg schon finden.“ Und als der volle Mond aufgestiegen war, so nahm Hänsel sein Schwesterchen an der Hand und gieng den Kieselsteinen nach, die schimmerten wie neu geschlagene Batzen und zeigten ihnen den Weg. Sie giengen die ganze Nacht hindurch und kamen bei anbrechendem Tag wieder zu ihres Vaters Haus. Sie klopften an die Thür, und als die Frau aufmachte und sah daß es Hänsel und Grethel war, sprach sie „ihr bösen Kinder, was habt ihr so lange im Walde geschlafen, wir haben geglaubt ihr wolltet gar nicht wieder kommen.“ Der Vater aber freute sich, denn es war ihm zu Herzen gegangen daß er sie so allein zurück gelassen hatte. &lt;br/&gt;Nicht lange danach war wieder Noth in allen Ecken, und die Kinder hörten wie die Mutter Nachts im Bette zu dem Vater sprach „alles ist wieder aufgezehrt, wir haben noch einen halben Laib Brot, hernach hat das Lied ein Ende. Die Kinder müssen fort, wir wollen sie tiefer in den Wald hineinführen, damit sie den Weg nicht wieder heraus finden; es ist sonst keine Rettung für uns.“ Dem Mann fiels schwer aufs Herz und er dachte „es wäre besser, daß du den letzten Bissen mit deinen Kindern theiltest.“ Aber die Frau hörte auf nichts, was er sagte, schalt ihn und machte ihm Vorwürfe. Wer A sagt muß auch B sagen, und weil er das erste Mal nachgegeben hatte, so mußte er es auch zum zweiten Mal.&lt;br/&gt;Die Kinder waren aber noch wach gewesen und hatten das Gespräch mit angehört. Als die Alten schliefen, stand Hänsel wieder auf, wollte hinaus und Kieselsteine auflesen, wie das vorigemal, aber die Frau hatte die Thür verschlossen, und Hänsel konnte nicht heraus. Aber er tröstete sein Schwesterchen und sprach „weine nicht, Grethel, und schlaf nur ruhig, der liebe Gott wird uns schon helfen.“  Am frühen Morgen kam die Frau und holte die Kinder aus dem Bette. Sie erhielten ihr Stückchen Brot, das war aber noch kleiner als das vorigemal. Auf dem Wege nach dem Wald bröckelte es Hänsel in der Tasche, stand oft still und warf ein Bröcklein auf die Erde.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;&lt;br/&gt; „Hänsel, was stehst du und guckst dich um,“ sagte der Vater, „geh deiner Wege.“ „Ich sehe nach meinem Täubchen, das sitzt auf dem Dache und will mir Ade sagen,“ antwortete Hänsel. „Narr,“ sagte die Frau, „das ist dein Täubchen nicht, das ist die Morgensonne, die auf den Schornstein oben scheint.“ Hänsel aber warf nach und nach alle Bröcklein auf den Weg. Die Frau führte die Kinder noch tiefer in den Wald, wo sie ihr Lebtag noch nicht gewesen waren. Da ward wieder ein großes Feuer angemacht, und die Mutter sagte „bleibt nur da sitzen, ihr Kinder, und wenn ihr müde seid, könnt ihr ein wenig schlafen: wir gehen in den Wald und hauen Holz, und Abends, wenn wir fertig sind, kommen wir und holen euch ab.“ Als es Mittag war,  theilte Grethel ihr Brot mit Hänsel, der sein Stück auf den Weg gestreut hatte. Dann schliefen sie ein, und der Abend vergieng, aber niemand kam zu den armen Kindern. Sie erwachten erst in der finstern Nacht, und Hänsel tröstete sein Schwesterchen und sagte, „wart nur, Grethel, bis der Mond aufgeht, dann werden wir die Brotbröcklein sehen, die ich ausgestreut habe, die zeigen uns den Weg nach Haus.“ Als der Mond kam, machten sie sich auf, aber sie fanden kein Bröcklein mehr, denn die viel tausend Vögel, die im Walde und im Felde umher fliegen, die hatten sie weggepickt. Hänsel sagte zu Grethel „wir werden den Weg schon finden,“ aber sie fanden ihn nicht. Sie giengen die ganze Nacht und noch einen Tag von Morgen bis Abend, aber sie kamen aus dem Wald nicht heraus, und waren so hungrig, denn sie hatten nichts als die paar Beeren, die auf der Erde standen. Und weil sie so müde waren daß die Beine sie nicht mehr tragen wollten, so legten sie sich unter einen Baum und schliefen ein.  Nun wars schon der dritte Morgen, daß sie ihres Vaters Haus verlassen hatten. Sie fiengen wieder an zu gehen, aber sie geriethen immer tiefer in den Wald und wenn nicht bald Hilfe kam, so mußten sie verschmachten. Als es Mittag war, sahen sie ein schönes schneeweißes Vöglein auf einem Ast sitzen, das sang so schön, daß sie stehen blieben und ihm zuhörten.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;&lt;br/&gt; Und als es fertig war, schwang es seine Flügel und flog vor ihnen her, und sie giengen ihm nach, bis sie zu einem Häuschen gelangten, auf dessen Dach es sich setzte, und als sie ganz nah heran kamen, so sahen sie daß das Häuslein aus Brot gebaut war, und mit Kuchen gedeckt; aber die Fenster waren von hellem Zucker.„Da wollen wir uns dran machen,“ sprach Hänsel, „und eine gesegnete Mahlzeit halten. Ich will ein Stück vom Dach essen, Grethel, du kannst vom Fenster essen, das schmeckt süß.“ Hänsel reichte in die Höhe und brach sich ein wenig vom Dach ab, um zu versuchen  wie es schmeckte, und Grethel stellte sich an die Scheiben und knuperte daran. Da rief eine feine Stimme aus der Stube heraus&lt;br/&gt;„knuper, knuper, kneischen, wer knupert an meinem Häuschen?“&lt;br/&gt;die Kinder antworteten&lt;br/&gt;„der Wind, der Wind, das himmlische Kind,“&lt;br/&gt;und aßen weiter, ohne sich irre machen zu lassen. Hänsel, dem das Dach sehr gut schmeckte, riß sich ein großes Stück davon herunter, und Grethel stieß eine ganze runde Fensterscheibe heraus, setzte sich nieder, und that sich wohl damit. Da gieng auf einmal die Thüre auf, und eine steinalte Frau, die sich auf eine Krücke stützte, kam heraus geschlichen. Hänsel und Grethel erschracken so gewaltig, daß sie fallen ließen was sie in den Händen hielten. Die Alte aber wackelte mit dem Kopfe und sprach „ei, ihr lieben Kinder, wer hat euch hierher gebracht? kommt nur herein und bleibt bei mir, es geschieht euch kein Leid.“ Sie faßte beide an der Hand und führte sie in ihr Häuschen. Da ward gutes Essen aufgetragen, Milch und Pfannekuchen mit Zucker, Äpfel und Nüsse. Hernach wurden zwei schöne Bettlein weiß gedeckt, und Hänsel und Grethel legten sich hinein und meinten sie wären im Himmel.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die Alte hatte sich nur so freundlich angestellt, sie war aber eine böse Hexe, die den Kindern auflauerte, und hatte das Brothäuslein bloß gebaut, um sie herbeizulocken. Wenn eins in ihre Gewalt kam, so machte sie es todt, kochte es und aß es, und das war ihr ein Festtag. Die Hexen haben rothe Augen und können nicht weit sehen, aber sie haben eine feine Witterung, wie die Thiere, und merkens wenn Menschen heran kommen.   Als Hänsel und Grethel in ihre Nähe kamen, da lachte sie boshaft und sprach höhnisch „die habe ich, die sollen mir nicht wieder entwischen.“ Früh Morgens ehe die Kinder erwacht waren, stand sie schon auf, und als sie beide so lieblich ruhen sah, mit den vollen rothen Backen, so murmelte sie vor sich hin „das wird ein guter Bissen werden.“ Da packte sie Hänsel mit ihrer dürren Hand und trug ihn in einen kleinen Stall und sperrte ihn mit einer Gitterthüre ein; er mochte schreien wie er wollte, es half ihm nichts. Dann gieng sie zur Grethel, rüttelte sie wach und rief „steh auf, Faullenzerin, trag Wasser und koch deinem Bruder etwas gutes, der sitzt draußen im Stall und soll fett werden. Wenn er fett ist, so will ich ihn essen.“ Grethel fieng an bitterlich zu weinen, aber es war alles vergeblich, sie mußte thun was die böse Hexe verlangte.&lt;br/&gt;Nun ward dem armen Hänsel das beste Essen gekocht, aber Grethel bekam nichts als Krebsschalen. Jeden Morgen schlich die Alte zu dem Ställchen und rief „Hänsel, streck deine Finger heraus, damit ich fühle ob du bald fett bist.“ Hänsel streckte ihr aber ein Knöchlein heraus, und die Alte, die trübe Augen hatte, konnte es nicht sehen, und meinte es wären Hänsels Finger, und verwunderte sich daß er gar nicht fett werden wollte. Als vier Wochen herum waren und Hänsel immer mager blieb, da übernahm sie die Ungeduld, und sie wollte nicht länger warten. „Heda, Grethel,“ rief sie dem Mädchen zu, „sei flink und trag Wasser: Hänsel mag fett oder mager sein, morgen will ich ihn schlachten und kochen.“ Ach, wie jammerte das arme Schwesterchen, als es das Wasser tragen mußte, und wie flossen ihm die Thränen über die Backen herunter! „Lieber Gott, hilf uns doch,“ rief sie aus, „hätten uns nur die wilden Thiere im Wald gefressen, so wären wir doch zusammen gestorben.“ „Spar nur dein Geblärre,“ sagte die Alte, „es hilft dir alles nichts.“&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Früh Morgens mußte Grethel heraus, den Kessel mit Wasser aufhängen und Feuer anzünden. „Erst wollen wir backen“ sagte die Alte, „ich habe den Backofen schon eingeheizt und den Teig geknätet.“   Sie stieß das arme Grethel hinaus zu dem Backofen, aus dem die Feuerflammen schon heraus schlugen. „Kriech hinein,“ sagte die Hexe, „und sieh zu ob recht eingeheizt ist, damit wir das Brot hineinschieben können.“ Und wenn Grethel darin war, wollte sie den Ofen zumachen, und Grethel sollte darin braten, und dann wollte sies auch aufessen. Aber Grethel merkte was sie im Sinn hatte und sprach „ich weiß nicht wie ichs machen soll; wie komm ich da hinein?“ „Dumme Gans,“ sagte die Alte, „die Öffnung ist groß genug, siehst du wohl, ich könnte selbst hinein,“ krappelte heran und steckte den Kopf in den Backofen. Da gab ihr Grethel einen Stoß daß sie weit hinein fuhr, machte die eiserne Thür zu und schob den Riegel vor. Hu! da fieng sie an zu heulen, ganz grauselich; aber Grethel lief fort, und die gottlose Hexe mußte elendiglich verbrennen.&lt;br/&gt;Grethel aber lief schnurstracks zum Hänsel, öffnete sein Ställchen und rief „Hänsel, wir sind erlöst, die alte Hexe ist todt.“ Da sprang Hänsel heraus, wie ein Vogel aus dem Käfig, wenn ihm die Thüre aufgemacht wird. Wie haben sie sich gefreut, sind sich um den Hals gefallen, sind herumgesprungen und haben sich geküßt! Und weil sie sich nicht mehr zu fürchten brauchten, so giengen sie in das Haus der Hexe hinein, da standen in allen Ecken Kasten mit Perlen und Edelsteinen. „Die sind noch besser als Kieselsteine“ sagte Hänsel und steckte in seine Taschen was hinein wollte, und Grethel sagte „ich will auch etwas mit nach Haus bringen“ und füllte sich sein Schürzchen voll. „Aber jetzt wollen wir fort,“ sagte Hänsel, „damit wir aus dem Hexenwald herauskommen.“ Als sie aber ein paar Stunden gegangen waren, gelangten sie an ein großes Wasser. „Wir können nicht hinüber,“ sprach Hänsel, „ich sehe keinen Steg und keine Brücke.“ &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;„Hier fährt auch kein Schiffchen,“ antwortete Grethel, „aber da schwimmt eine weiße Ente, wenn ich die bitte, so hilft sie uns hinüber.“ Da rief sie&lt;br/&gt;„Entchen, Entchen, da steht Grethel und Hänsel. Kein Steg und keine Brücke, nimm uns auf deinen weißen Rücken.“&lt;br/&gt;Das Entchen kam auch heran, und Hänsel setzte sich auf und bat sein Schwesterchen sich zu ihm zu setzen. „Nein,“ antwortete Grethel, „es wird dem Entchen zu schwer, es soll uns nach einander hinüber bringen.“ Das that das gute Thierchen, und als sie glücklich drüben waren und ein Weilchen fortgiengen, da kam ihnen der Wald immer bekannter und immer bekannter vor, und endlich erblickten sie von weitem ihres Vaters Haus. Da fiengen sie an zu laufen, stürzten in die Stube hinein und fielen ihrem Vater um den Hals. Der Mann hatte keine frohe Stunde gehabt, seitdem er die Kinder im Walde gelassen hatte, die Frau aber war gestorben. Grethel schüttete sein Schürzchen aus daß die Perlen und Edelsteine in der Stube herumsprangen, und Hänsel warf eine Handvoll nach der andern aus seiner Tasche dazu. Da hatten alle Sorgen ein Ende, und sie lebten in lauter Freude zusammen.&lt;br/&gt; Mein Märchen ist aus, dort lauft eine Maus, wer sie fängt, darf sich eine große große Pelzkappe daraus machen!&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;
                        &lt;br /&gt;
                        &lt;p&gt;
                            &lt;a href=&quot;http://www.podcast.de/episode/1506130/H%2525C3%2525A4nsel%252Bund%252BGretel/&quot;&gt;Zur Detailseite bei podcast.de&lt;/a&gt;
                            &lt;br /&gt;
                            &lt;a href=&quot;http://www.podcast.de/episode/1506130/H%2525C3%2525A4nsel%252Bund%252BGretel/#comments&quot;&gt;Kommentare lesen&lt;/a&gt;
                            &lt;br /&gt;
                            &lt;a href=&quot;http://www.podcast.de/episode/1506130/herunterladen/&quot;&gt;Sendung hier herunterladen&lt;/a&gt;
                        &lt;/p&gt;
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                        <title>Der süße Brei</title>
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                                    <description>&lt;a href=&quot;http://web.me.com/einemaer/M%C3%A4rchen-Online/Media/Der_suesse_Brei.m4a&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://web.me.com/einemaer/M%C3%A4rchen-Online/Podcast_Grimms_M%C3%A4rchen/Media/Der%20gestohlene%20Heller_15.jpg&quot; style=&quot;float:left; padding-right:10px; padding-bottom:10px; width:149px; height:149px;&quot;/&gt;&lt;/a&gt;Der süße Brei&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Es war einmal ein armes, braves Mädchen, das lebte mit seiner Mutter allein und sie hatten nichts mehr zu essen. Da ging das Kind hinaus in den Wald und begegnete ihm da eine alte Frau, die wußte seinen Jammer schon und schenkte ihm ein Töpfchen, zu dem sollte es sagen: „Töpfchen koche!“ so kochte es guten, süßen Hirsebrei, und wenn es sagte: „Töpfchen steh,“ so hörte es wieder auf zu kochen. Das Mädchen brachte den Topf seiner Mutter heim und nun waren sie ihrer Armut und ihres Hungers ledig und aßen süßen Brei, so oft sie wollten.&lt;br/&gt; Auf eine Zeit war das Mädchen ausgegangen, da sprach die Mutter: „Töpfchen koche!“ da kochte es und sie ißt sich satt; nun will sie, daß das Töpfchen wieder aufhören soll, aber sie weiß das Wort nicht. Also kochte es fort und der Brei steigt über den Rand heraus, und kocht immer zu, die Küche und das ganze Haus voll, und das zweite Haus und dann die Straße, als wollt’s die ganze Welt satt machen, und ist die größte Not und kein Mensch weiß sich da zu helfen. Endlich, wie nur noch ein einziges Haus übrig ist, da kommt das Kind heim und spricht nur: „Töpfchen steh!“ da steht es und hört auf zu kochen, und wer wieder in die Stadt wollte, musste sich durchessen.
                        &lt;br /&gt;
                        &lt;p&gt;
                            &lt;a href=&quot;http://www.podcast.de/episode/1467192/Der%252Bs%2525C3%2525BC%2525C3%25259Fe%252BBrei/&quot;&gt;Zur Detailseite bei podcast.de&lt;/a&gt;
                            &lt;br /&gt;
                            &lt;a href=&quot;http://www.podcast.de/episode/1467192/Der%252Bs%2525C3%2525BC%2525C3%25259Fe%252BBrei/#comments&quot;&gt;Kommentare lesen&lt;/a&gt;
                            &lt;br /&gt;
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                        &lt;/p&gt;
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                        <title>Die Kristallkugel</title>
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Der dritte Sohn fürchtete sie möchte ihn auch in ein reißendes Thier verwandeln, in einen Bären oder einen Wolf, und ging heimlich fort. Er hatte aber gehört, daß auf dem Schloß der goldnen Sonne eine verwünschte Königstochter säße, die auf Erlösung harrte. Es müßte aber jeder sein Leben daran wagen, schon drei und zwanzig Jünglinge wären eines jämmerlichen Todes gestorben, und nur noch einer übrig, dann dürfte keiner mehr kommen. Und da sein Herz ohne Furcht war, so faßte er den Entschluß das Schloß von der goldnen Sonne aufzusuchen. Er war schon lange Zeit herum gezogen, und hatte es nicht finden können, da gerieth er in einen  großen Wald und wußte nicht wo der Ausgang war. Auf einmal erblickte er in der Ferne zwei Riesen, die winkten ihm mit der Hand, und als er zu ihnen kam, sprachen sie „wir streiten um einen Hut, wem er zugehören soll und da wir beide gleich stark sind, so kann keiner den andern überwältigen, die kleinen Menschen sind klüger als wir, daher wollen wir dir die Entscheidung überlassen.“ „Wie könnt ihr euch um einen alten Hut streiten?“ sagte der Jüngling. „Du weißt nicht was er für Eigenschaften hat, es ist ein Wünschhut, wer den aufsetzt, der kann sich hinwünschen, wohin er will und im Augenblick ist er dort.“ „Gebt mir den Hut“, sagte der Jüngling, „ich will ein Stück Wegs gehen und wenn ich euch dann rufe, so lauft um die Wette, und wer am ersten bei mir ist, dem soll er gehören.“ Er setzte den Hut auf und ging fort, dachte aber an die Königstochter und vergaß die Riesen und ging immer weiter. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Einmal seufzte er aus Herzensgrund und rief, „ach, wäre ich doch auf dem Schloß der goldenen Sonne!“ und kaum waren die Worte über seine Lippen, so stand er auf einem hohen Berg vor dem Thor des Schlosses.&lt;br/&gt;Er trat hinein und ging durch alle Zimmer, bis er in dem letzten die Königstochter fand. Aber wie erschrack er, als er sie anblickte: sie hatte ein aschgraues Gesicht voll Runzeln, trübe Augen und rothe Haare. „Seid Ihr die Königstochter, deren Schönheit alle Welt rühmt?“ rief er aus. „Ach,“ erwiederte sie, „das ist meine Gestalt nicht, die Augen der Menschen können mich nur in dieser Häßlichkeit erblicken, aber damit du weißt wie ich in Wahrheit aussehe, so schau in den Spiegel, der läßt sich nicht irre machen, der zeigt dir mein Bild, wie es in Wahrheit ist.“ Sie gab ihm den Spiegel in die Hand und er sah darin das Abbild der schönsten Jungfrau, die auf der Welt war, und sah wie ihr vor Traurigkeit die Thränen über die Wangen rollten. Da sprach er „wie kannst du erlöst werden? ich scheue keine Gefahr.“ Sie sprach „wer die krystallne Kugel erlangt und hält sie dem Zauberer vor, der bricht damit seine Macht, und ich kehre in meine wahre Gestalt zurück. „Ach,“ setzte sie hinzu, „schon so mancher ist darum in seinen Tod gegangen, und du junges Blut, du jammerst mich wenn du dich in die großen Gefährlichkeiten begibst.“ „Mich kann nichts abhalten“ sprach er, „aber sage mir was ich thun muß.“ „Du sollst alles wissen,“ sprach die Königstochter, „wenn du den Berg auf dem das Schloß steht, hinabgehst, so wird unten an einer Quelle, ein wilder Auerochs stehen, mit dem mußt du kämpfen. Und wenn es dir glückt ihn zu tödten, so wird sich aus ihm ein feuriger Vogel erheben, der trägt in seinem Leib ein glühendes Ei und in dem Ei steckt als Dotter die Krystallkugel. Er läßt aber das Ei nicht fallen, bis er dazu gedrängt wird, fällt es aber auf die Erde, so zündet es und verbrennt alles in seiner Nähe, und das Eis selbst zerschmilzt und mit ihm die krystallne Kugel, und alle deine Mühe ist vergeblich gewesen.“ Der Jüngling stieg hinab zu der Quelle, wo der Auerochse schnaubte und ihn anbrüllte. Nach langem Kampf stieß er ihm sein Schwert in den Leib und er sank nieder.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;&lt;br/&gt; Augenblicklich erhob sich aus ihm der Feuervogel und wollte fortfliegen, aber der Adler, der Bruder des Jünglings, der zwischen den Wolken daherzog,  stürzte auf ihn herab, jagte ihn nach dem Meer hin und stieß ihn mit seinem Schnabel an, so daß er in der Bedrängnis das Ei fallen ließ. Es fiel aber nicht in das Meer, sondern auf eine Fischerhütte, die am Ufer stand, und die fing gleich an zu rauchen und wollte in Flammen aufgehen. Da erhoben sich im Meer haushohe Wellen, strömten über die Hütte und bezwangen das Feuer. Der andere Bruder, der Wallfisch, war heran geschwommen und hatte das Wasser in die Höhe getrieben. Als der Brand gelöscht war, suchte der Jüngling nach dem Ei und fand es glücklicher Weise: es war noch nicht geschmolzen, aber die Schaale war von der plötzlichen Abkühlung durch das kalte Wasser zerbröckelt und er konnte die Krystallkugel unversehrt heraus nehmen.&lt;br/&gt;Als der Jüngling zu dem Zauberer ging und sie ihm vorhielt, so sagte er „meine Macht ist zerstört und du bist von nun an der König vom Schloß der goldenen Sonne. Auch deinen Brüdern kannst du die menschliche Gestalt damit zurück geben.“ Da eilte der Jüngling zu der Königstochter, und als er in ihr Zimmer trat, so stand sie da in vollem Glanz ihrer Schönheit, und beide wechselten voll Freude ihre Ringe mit einander.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;
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                        <title>Der Eisenofen</title>
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                                    <description>&lt;a href=&quot;http://web.me.com/einemaer/M%C3%A4rchen-Online/Media/Der_Eisenofen.m4a&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://web.me.com/einemaer/M%C3%A4rchen-Online/Podcast_Grimms_M%C3%A4rchen/Media/Der%20gestohlene%20Heller_17.jpg&quot; style=&quot;float:left; padding-right:10px; padding-bottom:10px; width:149px; height:149px;&quot;/&gt;&lt;/a&gt;Der Eisenofen&lt;br/&gt;Zur Zeit, wo das Wünschen noch geholfen hat, ward ein Königssohn von einer alten Hexe verwünscht, daß er im Walde in einem großen Eisenofen sitzen sollte. Da brachte er viele Jahre zu, und konnte ihn niemand erlösen. Einmal kam eine Königstochter in den Wald, die hatte sich irre gegangen und konnte ihres Vaters Reich nicht wiederfinden: neun Tage war sie so herumgegangen und stand zuletzt vor dem eisernen Kasten. Da kam eine Stimme heraus und fragte sie &quot;wo kommst du her, und wo willst du hin?&quot; Sie antwortete &quot;Ich habe meines Vaters Königreich verloren und kann nicht wieder nach Haus kommen.&quot; Da sprachs aus dem Eisenofen &quot;Ich will dir wieder nach Hause verhelfen, und zwar in einer kurzen Zeit, wenn du willst unterschreiben zu tun, was ich verlange. Ich bin ein größerer Königssohn als du eine Königstochter, und will dich heiraten.&quot; Da erschrak sie und dachte &quot;Lieber Gott, was soll ich mit dem Eisenofen anfangen!&quot; Weil sie aber gerne wieder zu ihrem Vater heim wollte, unterschrieb sie sich doch zu tun, was er verlangte. Er sprach aber &quot;Du sollst wiederkommen, ein Messer mitbringen und ein Loch in das Eisen schrappen.&quot; Dann gab er ihr jemand zum Gefährten, der ging nebenher und sprach nicht. Er brachte sie aber in zwei Stunden nach Haus. Nun war große Freude im Schloß, als die Königstochter wiederkam, und der alte König fiel ihr um den Hals und küßte sie. Sie war aber sehr betrübt und sprach &quot;Lieber Vater, wie mirs gegangen hat! ich wäre nicht wieder nach Haus gekommen aus dem großen wilden Walde, wenn ich nicht wäre bei einen eisernen Ofen gekommen, dem habe ich mich müssen dafür unterschreiben, daß ich wollte wieder zu ihm zurückkehren, ihn erlösen und heiraten.&quot; Da erschrak der alte König so sehr, daß er beinahe in eine Ohnmacht gefallen wäre, denn er hatte nur die einzige Tochter. Beratschlagten sich also, sie wollten die Müllerstochter, die schön wäre, an ihre Stelle nehmen.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;&lt;br/&gt; Sie führten die hinaus, gaben ihr ein Messer und sagten, sie sollte an dem Eisenofen schaben. Sie schrappte auch vierundzwanzig Stunden lang, konnte aber nicht das geringste herabbringen. Wie nun der Tag anbrach, riefs in dem Eisenofen &quot;Mich deucht, es ist Tag draußen.&quot; Da antwortete sie &quot;Das deucht mich auch, ich meine, ich höre meines Vaters Mühle rappeln.&quot; &quot;So bist du eine Müllerstochter, dann geh gleich hinaus und laß die Königstochter herkommen.&quot; Da ging sie hin und sagte dem alten König, der draußen wollte sie nicht, er wollte seine Tochter. Da erschrak der alte König und die Tochter weinte. Sie hatten aber noch eine Schweinehirtentochter, die war noch schöner als die Müllerstochter, der wollten sie ein Stück Geld geben, damit sie für die Königstochter zum eisernen Ofen ginge. Also ward sie hinausgebracht und mußte auch vierundzwanzig Stunden lang schrappen; sie brachte aber nichts davon. Wie nun der Tag anbrach, riefs im Ofen &quot;Mich deucht, es ist Tag draußen.&quot; Da antwortete sie &quot;Das deucht mich auch, ich meine, ich höre meines Vaters Hörnchen tüten.&quot; &quot;So bist du eine Schweinehirtentochter, geh gleich fort und laß die Königstochter kommen: und sag ihr, es sollt ihr widerfahren, was ich ihr versprochen hätte, und wenn sie nicht käme, sollte im ganzen Reich alles zerfallen und einstürzen und kein Stein auf dem andern bleiben.&quot; Als die Königstochter das hörte, fing sie an zu weinen: es war aber nun nicht anders, sie mußte ihr Versprechen halten. Da nahm sie Abschied von ihrem Vater, steckte ein Messer ein und ging zu dem Eisenofen in den Wald hinaus. Wie sie nun angekommen war, hub sie an zu schrappen, und das Eisen gab nach, und wie zwei Stunden vorbei waren, hatte sie schon ein kleines Loch geschabt. Da guckte sie hinein und sah einen so schönen Jüngling, ach, der glimmerte in Gold und Edelsteinen, daß er ihr recht in der Seele gefiel. Nun, da schrappte sie noch weiter fort und machte das Loch so groß, daß er heraus konnte. Da sprach er &quot;du bist mein und ich bin dein, du bist meine Braut und hast mich erlöst.&quot; Er wollte sie mit sich in sein Reich führen, aber sie bat sich aus, daß sie noch einmal dürfte zu ihrem Vater gehen, und der Königssohn erlaubte es ihr, doch sollte sie nicht mehr mit ihrem Vater sprechen als drei Worte, und dann sollte sie wiederkommen.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Also ging sie heim, sie sprach aber mehr als drei Worte: da verschwand alsbald der Eisenofen und ward weit weg gerückt über gläserne Berge und schneidende Schwerter; doch der Königssohn war erlöst, und nicht mehr darin eingeschlossen. Danach nahm sie Abschied von ihrem Vater und nahm etwas Geld mit, aber nicht viel, ging wieder in den großen Wald und suchte den Eisenofen, allein der war nicht zu finden. Neun Tage suchte sie, da ward ihr Hunger so groß, daß sie sich nicht zu helfen wußte, denn sie hatte nichts mehr zu leben. Und als es Abend ward, setzte sie sich auf einen kleinen Baum und gedachte darauf die Nacht hinzubringen, weil sie sich vor den wilden Tieren fürchtete. Als nun Mitternacht herankam, sah sie von fern ein kleines Lichtchen und dachte &quot;Ach, da wär ich wohl erlöst,&quot; stieg vom Baum und ging dem Lichtchen nach, auf dem Weg aber betete sie. Da kam sie zu einem kleinen alten Häuschen, und war viel Gras darum gewachsen, und stand ein kleines Häufchen Holz davor. Dachte sie &quot;Ach, wo kommst du hier hin!&quot; guckte durchs Fenster hinein, so sah sie nichts darin als dicke und kleine Kröten , aber einen Tisch, schön gedeckt mit Wein und Braten, und Teller und Becher waren von Silber. Da nahm sie sich das Herz und klopfte an. Alsbald rief die Dicke:&lt;br/&gt; &quot;Jungfer grün und klein,&lt;br/&gt;Hutzelbein,&lt;br/&gt;Hutzelbeins Hündchen,&lt;br/&gt;hutzel hin und her,&lt;br/&gt;laß geschwind sehen, wer draußen wär.&quot;&lt;br/&gt;Da kam eine kleine Kröte herbeigegangen und machte ihr auf. Wie sie eintrat, hießen alle sie willkommen, und sie mußte sich setzen. Sie fragten &quot;Wo kommt Ihr her? Wo wollt Ihr hin?&quot; &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Da erzählte sie alles, wie es ihr gegangen wäre, und weil sie das Gebot übertreten hätte, nicht mehr als drei Worte zu sprechen, wäre der Ofen weg samt dem Königssohn: nun wollte sie so lange suchen und über Berg und Tal wandern, bis sie ihn fände. Da sprach die alte Dicke:&lt;br/&gt;&quot;Jungfer grün und klein,&lt;br/&gt;Hutzelbein,&lt;br/&gt;Hutzelbeins Hündchen,&lt;br/&gt;hutzel hin und her,&lt;br/&gt;bring mir die große Schachtel her.&quot;&lt;br/&gt;Da ging die kleine hin und brachte die Schachtel herbeigetragen. Hernach gaben sie ihr Essen und Trinken, und brachten sie zu einem schönen gemachten Bett, das war wie Seide und Sammet, da legte sie sich hinein und schlief in Gottes Namen. Als der Tag kam, stieg sie auf, und gab ihr die alte Kröte drei Nadeln aus der großen Schachtel, die sollte sie mitnehmen; sie würden ihr nötig tun, denn sie müßte über einen hohen gläsernen Berg und über drei schneidende Schwerter und über ein großes Wasser: wenn sie das durchsetzte, würde sie ihren Liebsten wiederkriegen. Nun gab sie hiermit drei Teile, die sollte sie recht in acht nehmen, nämlich drei große Nadeln, ein Pflugrad und drei Nüsse. Hiermit reiste sie ab, und wie sie vor den gläsernen Berg kam, der so glatt war, steckte sie die drei Nadeln als hinter die Füße und dann wieder vorwärts, und gelangte so hinüber, und als sie hinüber war, steckte sie sie an einen Ort, den sie wohl in acht nahm. Danach kam sie vor die drei schneidenden Schwerter, da stellte sie sich auf ihr Pflugrad und rollte hinüber. Endlich kam sie vor ein großes Wasser, und wie sie übergefahren war, in ein großes schönes Schloß.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;&lt;br/&gt; Sie ging hinein und hielt um einen Dienst an, sie wär eine arme Magd und wollte sich gerne vermieten; sie wußte aber, daß der Königssohn drinne war, den sie erlöst hatte aus dem eisernen Ofen im großen Wald. Also ward sie angenommen zum Küchenmädchen für geringen Lohn. Nun hatte der Königssohn schon wieder eine andere an der Seite, die wollte er heiraten, denn er dachte, sie wäre längst gestorben. Abends, wie sie aufgewaschen hatte und fertig war, fühlte sie in die Tasche und fand die drei Nüsse, welche ihr die alte Kröte gegeben hatte. Biß eine auf und wollte den Kern essen, siehe, da war ein stolzes königliches Kleid drin. Wies nun die Braut hörte, kam sie und hielt um das Kleid an und wollte es kaufen und sagte, es wäre kein Kleid für eine Dienstmagd. Da sprach sie nein, sie wollts nicht verkaufen, doch wann sie ihr einerlei   wollte erlauben, so sollte sies haben, nämlich eine Nacht in der Kammer ihres Bräutigams zu schlafen. Die Braut erlaubt es ihr, weil das Kleid so schön war und sie noch keins so hatte. Wies nun Abend war, sagte sie zu ihrem Bräutigam &quot;das närrische Mädchen will in deiner Kammer schlafen.&quot; &quot;Wenn dus zufrieden bist, bin ichs auch,&quot; sprach er. Sie gab aber dem Mann ein Glas Wein, in das sie einen Schlaftrunk getan hatte. Also gingen beide in die Kammer schlafen, und er schlief so fest, daß sie ihn nicht erwecken konnte. Sie weinte die ganze Nacht und rief &quot;ich habe dich erlöst aus dem wilden Wald und aus einem eisernen Ofen, ich habe dich gesucht und bin gegangen über einen gläsernen Berg, über drei schneidende Schwerter und über ein großes Wasser, ehe ich dich gefunden habe, und willst mich doch nicht hören. Die Bedienten saßen vor der Stubentüre und hörten, wie sie so die ganze Nacht weinte, und sagtens am Morgen ihrem Herrn. Und wie sie im andern Abend aufgewaschen hatte, biß sie die zweite Nuß auf, da war noch ein weit schöneres Kleid drin; wie das die Braut sah, wollte sie es kaufen. Aber Geld wollte das Mädchen nicht und bat sich aus, daß es noch einmal in der Kammer des Bräutigams schlafen dürfte. Die Braut gab ihm aber einen Schlaftrunk, und er schlief so fest, daß er nichts hören konnte. Das Küchenmädchen weinte aber die ganze Nacht und rief: &quot;Ich habe dich erlöst aus einem Walde und aus einem eisernen Ofen, ich habe dich gesucht und bin gegangen über einen gläsernen Berg, über drei schneidende Schwerter und über ein großes &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Wasser, ehe ich dich gefunden habe, und du willst mich doch nicht hören.&quot; Die Bedienten saßen vor der Stubentüre und hörten, wie sie so die ganze Nacht weinte, und sagtens am Morgen ihrem Herrn. Und als sie am dritten Abend aufgewaschen hatte, biß sie die dritte Nuß auf, da war ein noch schöneres Kleid drin, das starrte von purem Gold. Wie die Braut das sah, wollte sie es haben, das Mädchen aber gab es nur hin, wenn es zum drittenmal dürfte in der Kammer des Bräutigams schlafen. Der Königssohn aber hütete sich und ließ den Schlaftrunk vorbeilaufen. Wie sie nun anfing zu weinen und zu rufen &quot;liebster Schatz, ich habe dich erlöst aus dem grausamen wilden Walde und aus einem eisernen Ofen,&quot; so sprang der Königssohn auf und sprach &quot;du bist die rechte, du bist mein, und ich bin dein.&quot; Darauf setzte er sich noch in der Nacht mit ihr in einen Wagen, und der falschen Braut nahmen sie die Kleider weg, daß sie nicht aufstehen konnte. Als sie zu dem großen Wasser kamen, da schifften sie hinüber, und vor den drei schneidenden Schwertern, da setzten sie sich aufs Pflugrad, und vor dem gläsernen Berg, da steckten sie die drei Nadeln hinein. So gelangten sie endlich zu dem alten kleinen Häuschen, aber wie sie hineintraten, wars ein großes Schloß: die Kröten waren alle erlöst und lauter Königskinder und waren in voller Freude. Da ward Vermählung gehalten, und sie blieben in dem Schloß, das war viel größer als ihres Vaters Schloß. Weil aber der Alte jammerte, daß er allein bleiben sollte, so fuhren sie weg und holten ihn zu sich, und hatten zwei Königreiche und lebten in gutem Ehestand.&lt;br/&gt;Da kam eine Maus, das Märchen war aus.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;
                        &lt;br /&gt;
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                            &lt;br /&gt;
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                        &lt;/p&gt;
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                        <title>Die klugen Leute</title>
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                                    <description>&lt;a href=&quot;http://web.me.com/einemaer/M%C3%A4rchen-Online/Media/Die_klugen_Leute.m4a&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://web.me.com/einemaer/M%C3%A4rchen-Online/Podcast_Grimms_M%C3%A4rchen/Media/Der%20gestohlene%20Heller_18.jpg&quot; style=&quot;float:left; padding-right:10px; padding-bottom:10px; width:149px; height:149px;&quot;/&gt;&lt;/a&gt;Die klugen Leute&lt;br/&gt; Eines Tages holte ein Bauer seinen hagebüchnen Stock aus der Ecke und sprach zu seiner Frau “Trine, ich gehe jetzt über Land und komme erst in drei Tagen wieder zurück. Wenn der Viehhändler in der Zeit bei uns einspricht und will unsere drei Kühe kaufen, so kannst du sie losschlagen, aber nicht anders als für zweihundert Taler, geringer nicht, hörst du?” “Geh nur in Gottes Namen,” antwortete die Frau, “ich will das schon machen.” “Ja, du!” sprach der Mann, “du bist als ein kleines Kind einmal auf den Kopf gefallen, das hängt dir bis auf diese Stunde nach. Aber das sage ich dir, machst du dummes Zeug, so streiche ich dir den Rücken blau an, und das ohne Farbe, bloß mit dem Stock, den ich da in der Hand habe, und der Anstrich soll ein ganzes Jahr halten, darauf kannst du dich verlassen.” Damit ging der Mann seine Wege. Am andern Morgen kam der Viehhändler, und die Frau brauchte mit ihm nicht viel Worte zu machen. Als er die Kühe besehen hatte und den Preis vernahm, sagte er “das gebe ich gerne, so viel sind sie unter Brüdern wert. Ich will die Tiere gleich mitnehmen.” Er machte sie von der Kette los und trieb sie aus dem Stall. Als er eben zum Hoftor hinaus wollte, faßte ihn die Frau am Ärmel und sprach “Ihr müßt mir erst die zweihundert Taler geben, sonst kann ich Euch nicht gehen lassen.” “Richtig,” antwortete der Mann, “ich habe nur vergessen, meine Geldkatze umzuschnallen. Aber macht Euch keine Sorge, Ihr sollt Sicherheit haben, bis ich zahle. Zwei Kühe nehme ich mit, und die dritte lasse ich Euch zurück, so habt Ihr ein gutes Pfand.” Der Frau leuchtete das ein, sie ließ den Mann mit seinen Kühen abziehen und dachte “wie wird sich der Hans freuen, wenn er sieht, daß ich es so klug gemacht habe.” Der Bauer kam den dritten Tag, wie er gesagt hatte, nach Haus und fragte gleich, ob die Kühe verkauft wären. “Freilich, lieber Hans,” antwortete die Frau, “und wie du gesagt hast, für zweihundert Taler. So viel sind sie kaum wert, aber der Mann nahm sie ohne Widerrede.” “Wo ist das Geld?” fragte der Bauer. “Das Geld, das habe ich nicht,” antwortete die Frau, “er hatte gerade seine Geldkatze vergessen, wirds aber bald bringen; er hat mir ein gutes Pfand zurückgelassen.” &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;“Was für ein Pfand?” fragte der Mann. “Eine von den drei Kühen, die kriegt er nicht eher, als bis er die andern bezahlt hat. Ich habe es klug gemacht, ich habe die kleinste zurückbehalten, die frißt am wenigsten.” Der Mann ward zornig, hob seinen Stock in die Höhe und wollte ihr damit den verheißenen Anstrich geben. Plötzlich ließ er ihn sinken und sagte “du bist die dummste Gans, die auf Gottes Erdboden herumwackelt, aber du dauerst mich. Ich will auf die Landstraße gehen und drei Tage lang warten, ob ich jemand finde, der noch einfältiger ist, als du bist. Glückt mirs, so sollst du frei sein, find ich ihn aber nicht, so sollst du deinen wohlverdienten Lohn ohne Abzug erhalten. ”Er ging hinaus auf die große Straße, setzte sich auf einen Stein und wartete auf die Dinge, die kommen sollten. Da sah er einen Leiterwagen heranfahren, und eine Frau stand mitten darauf, statt auf dem Gebund Stroh zu sitzen, das dabei lag, oder neben den Ochsen zu gehen und sie zu leiten. Der Mann dachte “das ist wohl eine, wie du sie suchst,” sprang auf und lief vor dem Wagen hin und her, wie einer, der nicht recht gescheit ist. “Was wollt Ihr, Gevatter,” sagte die Frau zu ihm, “ich kenne Euch nicht, von wo kommt Ihr her?” “Ich bin von dem Himmel gefallen,” antwortete der Mann, “und weiß nicht, wie ich wieder hinkommen soll; könnt Ihr mich nicht hinauffahren?” “Nein,” sagte die Frau, “ich weiß den Weg nicht. Aber wenn Ihr aus dem Himmel kommt, so könnt Ihr mir wohl sagen, wie es meinem Mann geht, der schon seit drei Jahren dort ist: Ihr habt ihn gewiß gesehen?” “Ich habe ihn wohl gesehen, aber es kann nicht allen Menschen gut gehen. Er hütet die Schafe, und das liebe Vieh macht ihm viel zu schaffen, das springt auf die Berge und verirrt sich in der Wildnis, und da muß er hinterherlaufen und es wieder zusammentreiben. Abgerissen ist er auch, und die Kleider werden ihm bald vom Leib fallen. Schneider gibt es dort nicht, der heilige Petrus läßt keinen hinein, wie Ihr aus dem Märchen wißt.” “Wer hätte sich das gedacht!” rief die Frau, “wißt Ihr was? ich will seinen Sonntagsrock holen, der noch daheim im Schrank hängt, den kann er dort mit Ehren tragen. Ihr seid so gut und nehmt ihn mit.” “Das geht nicht wohl,” antwortete der Bauer, “Kleider darf man nicht in den Himmel bringen, die werden einem vor dem Tor abgenommen.” “Hört mich an,” sprach die Frau, “ich habe gestern meinen schönen Weizen verkauft und ein hübsches Geld dafür bekommen, das will ich ihm schicken. Wenn Ihr den Beutel in die Tasche steckt, so wirds kein Mensch gewahr.”&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;&lt;br/&gt; “Kanns nicht anders sein,” erwiderte der Bauer, “so will ich Euch wohl den Gefallen tun.” “Bleibt nur da sitzen,” sagte sie, “ich will heim fahren und den Beutel holen; ich bin bald wieder hier. Ich setze mich nicht auf das Bund Stroh, sondern stehe auf dem Wagen, so hats das Vieh leichter.” Sie trieb ihre Ochsen an, und der Bauer dachte “die hat Anlage zur Narrheit, bringt sie das Geld wirklich, so kann meine Frau von Glück sagen, denn sie kriegt keine Schläge.” Es dauerte nicht lange, so kam sie gelaufen, brachte das Geld und steckte es ihm selbst in die Tasche. Eh sie wegging, dankte sie ihm noch tausendmal für seine Gefälligkeit. Als die Frau wieder heim kam, so fand sie ihren Sohn, der aus dem Feld zurückgekehrt war. Sie erzählte ihm, was sie für unerwartete Dinge erfahren hätte, und setzte dann hinzu “ich freue mich recht, daß ich Gelegenheit gefunden habe, meinem armen Mann etwas zu schicken, wer hätte sich vorgestellt, daß er im Himmel an etwas Mangel leiden würde?” Der Sohn war in der größten Verwunderung, “Mutter,” sagte er, “so einer aus dem Himmel kommt nicht alle Tage, ich will gleich hinaus und sehen, daß ich den Mann noch finde: der muß mir erzählen, wies dort aussieht und wies mit der Arbeit geht.” Er sattelte das Pferd und ritt in aller Hast fort. Er fand den Bauer, der unter einem Weidenbaum saß und das Geld, das im Beutel war, zählen wollte. “Habt Ihr nicht den Mann gesehen,” rief ihm der Junge zu, “der aus dem Himmel gekommen ist?” “Ja,” antwortete der Bauer, “der hat sich wieder auf den Rückweg gemacht und ist den Berg dort hinaufgegangen, von wo ers etwas näher hat. Ihr könnt ihn noch einholen, wenn Ihr scharf reitet.” “Ach,” sagte der Junge, “ich habe mich den ganzen Tag abgeäschert, und der Ritt hierher hat mich vollends müde gemacht: Ihr kennt den Mann, seid so gut und setzt Euch auf mein Pferd und überredet ihn, daß er hierher kommt.” “Aha,” meinte der Bauer, “das ist auch einer, der keinen Docht in seiner Lampe hat.” “Warum sollte ich Euch den Gefallen nicht tun?” sprach er, stieg auf und ritt im stärksten Trab fort. Der Junge blieb sitzen, bis die Nacht einbrach, aber der Bauer kam nicht zurück. “Gewiß,” dachte er, “hat der Mann aus dem Himmel große Eile gehabt und nicht umkehren wollen, und der Bauer hat ihm das Pferd mitgegeben, um es meinem Vater zu bringen.” Er ging heim und erzählte seiner Mutter, was geschehen war: das Pferd habe er dem Vater geschickt, damit er nicht immer herumzulaufen brauche. “Du hast wohl getan,” antwortete sie, “du hast noch junge Beine und kannst zu Fuß gehen.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Als der Bauer nach Haus gekommen war, stellte er das Pferd in den Stall neben die verpfändete Kuh, ging dann zu seiner Frau und sagte “Trine, das war dein Glück, ich habe zwei gefunden, die noch einfältigere Narren sind als du: diesmal kommst du ohne Schläge davon, ich will sie für eine andere Gelegenheit aufsparen.” Dann zündete er seine Pfeife an, setzte sich in den Großvaterstuhl und sprach “das war ein gutes Geschäft, für zwei magere Kühe ein glattes Pferd und dazu einen großen Beutel voll Geld. Wenn die Dummheit immer soviel einbrächte, so wollte ich sie gerne in Ehren halten.” So dachte der Bauer, aber dir sind gewiß die Einfältigen lieber.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;
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                        <title>Der alte Sultan</title>
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                                    <description>&lt;a href=&quot;http://web.me.com/einemaer/M%C3%A4rchen-Online/Media/Der_alte_Sultan.m4a&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://web.me.com/einemaer/M%C3%A4rchen-Online/Podcast_Grimms_M%C3%A4rchen/Media/Der%20gestohlene%20Heller_19.jpg&quot; style=&quot;float:left; padding-right:10px; padding-bottom:10px; width:149px; height:149px;&quot;/&gt;&lt;/a&gt;Der alte Sultan&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Es hatte ein Bauer einen treuen Hund, der Sultan hieß, der war alt geworden und hatte alle Zähne verloren, so daß er nichts mehr fest packen konnte.&lt;br/&gt; Zu einer Zeit stand der Bauer mit seiner Frau vor der Haustüre und sprach “den alten Sultan schieß ich morgen tot, der ist zu nichts mehr nütze.” Die Frau, die Mitleid mit dem treuen Tiere hatte, antwortete: “Da er uns so lange Jahre gedient hat und ehrlich bei uns gehalten, so könnten wir ihm wohl das Gnadenbrot geben.” “Ei was,” sagte der Mann, “du bist nicht recht gescheit: er hat keine Zähne mehr im Maul, und kein Dieb fürchtet sich vor ihm, er kann jetzt abgehen. Hat er uns gedient, so hat er sein gutes Fressen dafür gekriegt.”&lt;br/&gt;Der arme Hund, der nicht weit davon in der Sonne ausgestreckt lag, hatte alles mit angehört und war traurig, daß morgen sein letzter Tag sein sollte. Er hatte einen guten Freund, das war der Wolf, zu dem schlich er abends hinaus in den Wald und klagte über das Schicksal, das ihm bevorstände. “Höre, Gevatter,” sagte der Wolf, “sei gutes Mutes, ich will dir aus deiner Not helfen. Ich habe etwas ausgedacht. Morgen in aller Frühe geht dein Herr mit seiner Frau ins Heu, und sie nehmen ihr kleines Kind mit, weil niemand im Haus zurückbleibt. Lege dich daneben, gleich als wolltest du es bewachen. Ich will dann aus dem Walde herauskommen und das Kind rauben: du mußt mir eifrig nachspringen, als wolltest du mir es wieder abjagen. Ich lasse es fallen, und du bringst es den Eltern wieder zurück, sie glauben dann, du hättest es gerettet, und sind viel zu dankbar, als daß sie dir ein Leid antun sollten: im Gegenteil, du kommst in völlige Gnade, und sie werden es dir an nichts mehr fehlen lassen.”&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Der Anschlag gefiel dem Hund, und wie er ausgedacht war, so ward er auch ausgeführt. Der Vater schrie, als er den Wolf mit seinem Kinde durchs Feld laufen sah, als es aber der alte Sultan zurückbrachte, da war er froh, streichelte ihn und sagte “dir soll kein Härchen gekrümmt werden, du sollst das Gnadenbrot essen, solange du lebst.” &lt;br/&gt;Zu seiner Frau aber sprach er “geh gleich heim und koche dem alten Sultan einen Weckbrei, den braucht er nicht zu beißen, und bring das Kopfkissen aus meinem Bette, das schenk ich ihm zu seinem Lager. ”Von nun an hatte es der alte Sultan so gut, als er sich's nur wünschen konnte. Bald hernach besuchte ihn der Wolf und freute sich, daß alles so wohl gelungen war. “Aber Gevatter,” sagte er, “du wirst doch ein Auge zudrücken, wenn ich bei Gelegenheit deinem Herrn ein fettes Schaf weghole. Es wird einem heutzutage schwer, sich durchzuschlagen.” “Darauf rechne nicht,” antwortete der Hund, “meinem Herrn bleibe ich treu - das darf ich nicht zugeben.” Der Wolf meinte, das wäre nicht im Ernste gesprochen, kam in der Nacht herangeschlichen und wollte sich das Schaf holen. Aber der Bauer, dem der treue Sultan das Vorhaben des Wolfes verraten hatte, paßte ihm auf und kämmte ihm mit dem Dreschflegel garstig die Haare. Der Wolf mußte ausreißen, schrie aber dem Hund zu “wart du schlechter Geselle, dafür sollst du büßen.”&lt;br/&gt;Am andern Morgen schickte der Wolf das Schwein, und ließ den Hund hinaus in den Wald fordern, da wollten sie ihre Sache ausmachen. Der alte Sultan konnte keinen Beistand finden als eine Katze, die nur drei Beine hatte, und als sie zusammen hinausgingen, humpelte die arme Katze daher und streckte zugleich vor Schmerz den Schwanz in die Höhe. Der Wolf und sein Beistand waren schon an Ort und Stelle, als sie aber ihren Gegner daherkommen sahen, meinten sie, er führte einen Säbel mit sich, weil sie den aufgestellten Schwanz der Katze dafür ansahen. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Und wenn das arme Tier so auf drei Beinen hüpfte, dachten sie nicht anders, als es höbe jedes mal einen Stein auf, wollte damit auf sie werfen.&lt;br/&gt;Da ward ihnen beiden angst: das wilde Schwein verkroch sich ins Laub, und der Wolf sprang auf einen Baum. Der Hund und die Katze, als sie herankamen, wunderten sich, daß sich niemand sehen ließ. Das wilde Schwein aber hatte sich im Laub nicht ganz verstecken können, sondern die Ohren ragten noch heraus. Während die Katze sich bedächtig umschaute, zwinste das Schwein mit den Ohren: die Katze, welche meinte, es regte sich da eine Maus, sprang darauf zu und biß herzhaft hinein. Da erhob sich das Schwein mit großem Geschrei, lief fort und rief “dort auf dem Baum, dort sitzt der Schuldige.” Der Hund und die Katze schauten hinauf und erblickten den Wolf, der schämte sich, daß er sich so furchtsam gezeigt hatte, und nahm von dem Hund den Frieden an.
                        &lt;br /&gt;
                        &lt;p&gt;
                            &lt;a href=&quot;http://www.podcast.de/episode/1458343/Der%252Balte%252BSultan/&quot;&gt;Zur Detailseite bei podcast.de&lt;/a&gt;
                            &lt;br /&gt;
                            &lt;a href=&quot;http://www.podcast.de/episode/1458343/Der%252Balte%252BSultan/#comments&quot;&gt;Kommentare lesen&lt;/a&gt;
                            &lt;br /&gt;
                            &lt;a href=&quot;http://www.podcast.de/episode/1458343/herunterladen/&quot;&gt;Sendung hier herunterladen&lt;/a&gt;
                        &lt;/p&gt;
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                        <title>Die Sterntaler</title>
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                                    <description>&lt;a href=&quot;http://web.me.com/einemaer/M%C3%A4rchen-Online/Media/Die_Sterntaler.m4a&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://web.me.com/einemaer/M%C3%A4rchen-Online/Podcast_Grimms_M%C3%A4rchen/Media/Der%20gestohlene%20Heller_20.jpg&quot; style=&quot;float:left; padding-right:10px; padding-bottom:10px; width:149px; height:149px;&quot;/&gt;&lt;/a&gt;Die Sterntaler&lt;br/&gt;Es war einmal ein kleines Mädchen, dem waren Vater und Mutter gestorben, und es war so arm, daß es kein Kämmerchen mehr hatte, darin zu wohnen, und kein Bettchen mehr, darin zu schlafen, und endlich gar nichts mehr als die Kleider auf dem Leib und ein Stückchen Brot in der Hand, das ihm ein mitleidiges Herz geschenkt hatte. Es war aber gut und fromm. Und weil es so von aller Welt verlassen war, ging es im Vertrauen auf den lieben Gott hinaus ins Feld. Da begegnete ihm ein armer Mann, der sprach &quot;ach, gib mir etwas zu essen, ich bin so hungerig.&quot; Es reichte ihm das ganze Stückchen Brot und sagte &quot;Gott segnes dir,&quot; und ging weiter. Da kam ein Kind, das jammerte und sprach &quot;es friert mich so an meinem Kopfe, schenk mir etwas, womit ich ihn bedecken kann.&quot; Da tat es seine Mütze ab und gab sie ihm. Und als es noch eine Weile gegangen war, kam wieder ein Kind und hatte kein Leibchen an und fror: da gab es ihm seins; und noch weiter, da bat eins um ein Röckchen, das gab es auch von sich hin. Endlich gelangte es in einen Wald, und es war schon dunkel geworden, da kam noch eins und bat um ein Hemdlein, und das fromme Mädchen dachte &quot;es ist dunkle Nacht, da sieht dich niemand, du kannst wohl dein Hemd weggeben,&quot; und zog das Hemd aus und gab es auch noch hin. Und wie es so stand und gar nichts mehr hatte, fielen auf einmal die Sterne vom Himmel, und waren lauter harte blanke Taler: und ob es gleich sein Hemdlein weggegeben, so hatte es ein neues an, und das war vom allerfeinstem Linnen. Da sammelte es sich die Taler hinein und ward reich für sein Lebtag.&lt;br/&gt;
                        &lt;br /&gt;
                        &lt;p&gt;
                            &lt;a href=&quot;http://www.podcast.de/episode/1458345/Die%252BSterntaler/&quot;&gt;Zur Detailseite bei podcast.de&lt;/a&gt;
                            &lt;br /&gt;
                            &lt;a href=&quot;http://www.podcast.de/episode/1458345/Die%252BSterntaler/#comments&quot;&gt;Kommentare lesen&lt;/a&gt;
                            &lt;br /&gt;
                            &lt;a href=&quot;http://www.podcast.de/episode/1458345/herunterladen/&quot;&gt;Sendung hier herunterladen&lt;/a&gt;
                        &lt;/p&gt;
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                        <title>Der gestiefelte Kater</title>
                                    <link>http://web.me.com/einemaer/M%C3%A4rchen-Online/Podcast_Grimms_M%C3%A4rchen/Eintr%C3%A4ge/2008/4/30_Der_gestiefelte_Kater.html</link>
                                    <description>&lt;a href=&quot;http://web.me.com/einemaer/M%C3%A4rchen-Online/Media/Der_gestiefelte_Kater.m4a&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://web.me.com/einemaer/M%C3%A4rchen-Online/Podcast_Grimms_M%C3%A4rchen/Media/Der%20gestohlene%20Heller_21.jpg&quot; style=&quot;float:left; padding-right:10px; padding-bottom:10px; width:149px; height:149px;&quot;/&gt;&lt;/a&gt;Der gestiefelte Kater&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Ein Müller hatte drei Söhne, seine Mühle, einen Esel und einen Kater; die Söhne mussten mahlen, der Esel Getreide holen und Mehl forttragen und die Katze die  Mäuse wegfangen. Als der Müller starb, teilten sich die drei Söhne in die Erbschaft. Der älteste bekam die Mühle, der zweite den Esel, der dritte den Kater, weiter blieb nichts für ihn übrig. Da war er traurig und sprach zu sich selbst:&lt;br/&gt;&quot;Ich habe es doch am allerschlimmsten gekriegt. Mein ältester Bruder kann mahlen, mein zweiter kann auf seinem Esel reiten und was kann ich mit einem Kater anfangen ? Lass ich mir ein paar Pelzhandschuhe aus seinem Fell machen, so ist's vorbei.', &quot;Hör&quot;, fing der Kater an, der alles verstanden, was er gesagt, &quot;du brauchst mich nicht zu töten, um ein Paar schlechte Handschuhe aus meinem Pelz zu kriegen. Lass mir nur ein Paar Stiefel machen, dass ich ausgehen und mich unter den Leuten sehen lassen kann, dann soll dir bald geholfen sein.&quot; Der Müllerssohn verwunderte sich, dass der Kater so sprach, weil aber eben der Schuster  vorbeiging, rief er ihn herein und ließ ihm ein Paar Stiefel anmessen. Als sie fertig waren, zog der Kater sie an,nahm einen Sack, machte den Boden desselben voll Korn, oben aber eine Schnur daran, womit man ihn zuziehen konnte. Dann warf er ihn auf den Rücken und ging auf zwei  Beinen wie ein Mensch zur Tür hinaus. Dazumal regierte ein König in dem Land, der aß die Rebhühner so gerne. Es war aber eine Not, daß keine zu kriegen waren. Der ganze Wald war voll, aber sie waren so scheu, dass kein Jäger sie erreichen konnte. Das wusste der Kater und gedachte, seine Sache besser zu machen. Als er in den Wald kam, tat er den Sack auf, breitete das Korn auseinander, die Schnur aber legte er ins Gras und leitete sie hinter eine Hecke. Da versteckte er sich selber, schlich herum und lauerte. Die Rebhühner kamen bald gelaufen, fanden das Korn und eins nach dem anderen hüpfte in den Sack hinein. Als eine gute Anzahl darin war, zog der Kater den Strick zu, lief herzu und drehte ihnen den Hals um. Dann warf er  den Sack auf den Rücken und ging geradewegs nach des Königs Schloss. Die Wache rief: &quot;Halt ?. Wohin ?&quot; &quot;Zu dem König,&quot; antwortete der Kater kurzweg.&quot; Bist du toll ? Ein Kater zum König ?&quot; &quot;Lass ihn nur gehen,&quot; sagte ein anderer, &quot;der König hat doch oft Langeweile, vielleicht macht ihm der Kater mit seinem Brummen und Spinnen Vergnügen.&quot; Als der Kater vor den König kam, machte er eine  Reverenz und sagte: &quot;Mein Herr, der Graf&quot;, dabei nannte er einen langen und vornehmen Namen, &quot;lässt sich dem Herrn König empfehlen und schickt ihm hier Rebhühner, die er eben in Schlingen gefangen hat.&quot; Der König erstaunte über die schönen fetten Rebhühner, wusste sich vor Freude nicht zu lassen und befahl, dem Kater so viel Gold aus der Schatzkammer in den Sack zu tun, als er tragen könnte: &quot;Das bring deinem Herrn, und dank ihm noch vielmal für sein Geschenk.&quot;&lt;br/&gt;Der arme Müllerssohn aber saß zu Haus am Fenster, stützte den Kopf in die Hand und dachte, dass er nun sein Letztes für die Stiefel des Katers weggegeben, und was werde ihm der Großes dafür bringen können. Da trat der Kater herein, warf den Sack vom Rücken, schnürte ihn auf und schüttete Gold vor den Müller hin: &quot;Da hast du etwas für die Stiefel, der König lässt dich auch grüßen und dir vielen Dank sagen.&quot; Der Müller war froh über den Reichtum, ohne dass er noch recht begreifen konnte, wie es zugegangen war. Der Kater aber, während er seine Stiefel auszog, erzählte ihm alles, dann sagte er: &quot;Du hast zwar jetzt Geld genug, aber morgen zieh ich meine Stiefel wieder an, du sollst noch reicher werden. Am anderen Morgen ging der Kater  wieder auf die Jagd und brachte dem König einen neuen reichen Fang. So ging es alle Tage, und der Kater ward so beliebt bei dem König, dass er im Schloss herumstreichen durfte, wo er wollte. Einmal stand der Kater in der Küche des Königs beim Herd und wärmte sich, da kam der Kutscher und fluchte: &quot;Ich wünsch, der König mit der Prinzessin wär beim Henker! Ich wollt ins Wirtshaus gehen und einmal trinken und Karten spielen, da soll ich sie spazieren fahren an den See.&quot; Wie der Kater das hörte, schlich er nach Haus und sagte zu seinem Herrn: &quot;Wenn du willst ein Graf und reich werden, so komm mit mir hinaus an den See und bade dich darin.&quot; Der Müller folgte er dem Kater. Der Kater aber nahm seine Kleider, trug sie fort und versteckte sie. Da kam der König daher gefahren; der Kater fing sogleich an, erbärmlich zu lamentieren: &quot;Ach! allergnädigster König! mein Herr, der hat sich hier im See gebadet, da hat ihm ein Dieb die Kleider gestohlen. Nun ist der Herr Graf im Wasser und kann nicht heraus, und wenn er länger darin bleibt, wird er sich erkälten und sterben.&quot; Wie der König das hörte, ließ er halten, und einer von seinen Leuten musste zurückjagen und Kleider holen. Der Herr Graf zog die prächtigsten Kleider an, und weil ihm ohnehin der König wegen der Rebhühner gewogen war, so musste er sich zu ihm in die Kutsche setzen. Die Prinzessin war auch nicht bös darüber und er gefiel ihr recht gut.&lt;br/&gt;Der Kater aber war vorausgegangen und zu einer großen Wiese gekommen, wo über hundert Leute waren und Heu machten. &quot;Wem ist die Wiese, ihr Leute?&quot; fragte der Kater. &quot;Dem großen Zauberer.&quot; &quot;Hört, jetzt wird der König bald vorbeifahren, wenn der fragt, wem die Wiese gehört, so antwortet: dem Grafen; und wenn ihr das nicht tut, so werdet ihr alle totgeschlagen.&quot; Darauf ging der Kater weiter und kam an ein Kornfeld und an einen Wald, da standen Schnitter und Holzfäller, mit denen machte er es ebenso. Die Leute sahen ihm alle nach, und weil er so wunderlich aussah und wie ein Mensch in Stiefeln daher ging, fürchteten sie sich vor ihm. Er kam bald an des Zauberers Schloss, trat kecklich hinein und vor ihn hin. Der Zauberer sah ihn verächtlich an und fragte ihn, was er wolle. Der Kater machte eine Reverenz und sagte: &quot;Ich habe gehört, dass du in jedes Tier nach deinem Gefallen dich verwandeln könntest; was einen Hund, Fuchs oder auch Wolf betrifft, da will ich es wohl glauben, aber von einem Elefanten, das scheint mir ganz unmöglich, und deshalb bin ich gekommen, um mich selbst zu überzeugen.&quot; Der Zauberer sagte stolz: &quot;Das ist mir eine Kleinigkeit&quot;, und war in dem Augenblick in einen Elefanten verwandelt; &quot;das ist viel, aber auch in einen Löwen?&quot; &quot;Das ist auch nichts&quot;, sagte der Zauberer und stand als ein Löwe vor dem Kater. Der Kater stellte sich erschrocken und rief: &quot;Das ist unglaublich und unerhört,  aber noch mehr als alles andere wäre es, wenn du dich auch in ein so kleines Tier, wie eine Maus, verwandeln könntest, du kannst gewiss mehr als irgendein Zauberer auf der Welt, aber das wird dir doch zu hoch sein.&quot; Der Zauberer ward ganz freundlich von den süßen Worten und sagte: &quot;O ja, liebes Kätzchen, das kann ich auch&quot;, und sprang als eine Maus im Zimmer umher. Der Kater war hinter ihm her, fing die Maus mit einem Sprung und fraß sie auf.&lt;br/&gt;Der König aber war mit dem Grafen und der Prinzessin weiter spazieren gefahren und kam zu der großen Wiese. &quot;Wem gehört das Heu?&quot; fragte der König. &quot;Dem Herrn Grafen&quot;, riefen alle, wie der Kater ihnen befohlen hatte. &quot;Ihr habt da ein schön Stück Land, Herr Graf&quot;, sagte er. Danach kamen sie an das große Kornfeld. &quot;Wem gehört das Korn, ihr Leute?&quot; &quot;Dem Herrn Grafen.&quot; &quot;Ei! Herr Graf! große, schöne Ländereien!&quot; Darauf zu dem Wald: &quot;Wem gehört das Holz, ihr Leute?&quot; &quot;Dem Herrn Grafen.&quot; Der König verwunderte sich noch mehr und sagte: &quot;Ihr müsst ein reicher Mann sein, Herr Graf, ich glaube nicht, dass ich einen so prächtigen Wald habe.&quot; Endlich kamen sie an das Schloss, der Kater stand oben an der Treppe, und als der Wagen unten hielt, sprang er herab, machte die Tür auf und sagte: &quot;Herr König, Ihr gelangt hier in das Schloss meines Herrn, des Grafen, den diese Ehre für sein Lebtag glücklich machen wird.&quot; Der König stieg aus und verwunderte sich über das prächtige Gebäude, das fast größer und schöner war als sein Schloss; der Graf aber führte die Prinzessin die Treppe hinauf in den Saal, der ganz von Gold und Edelsteinen flimmerte.&lt;br/&gt;Da ward die Prinzessin mit dem Grafen versprochen, und als der König starb, ward er König, der gestiefelte Kater aber erster Minister.&lt;br/&gt;
                        &lt;br /&gt;
                        &lt;p&gt;
                            &lt;a href=&quot;http://www.podcast.de/episode/1458347/Der%252Bgestiefelte%252BKater/&quot;&gt;Zur Detailseite bei podcast.de&lt;/a&gt;
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                        &lt;/p&gt;
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                        <title>Frau Holle</title>
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                                    <description>&lt;a href=&quot;http://web.me.com/einemaer/M%C3%A4rchen-Online/Media/Frau_Holle.m4a&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://web.me.com/einemaer/M%C3%A4rchen-Online/Podcast_Grimms_M%C3%A4rchen/Media/Der%20gestohlene%20Heller_22.jpg&quot; style=&quot;float:left; padding-right:10px; padding-bottom:10px; width:149px; height:149px;&quot;/&gt;&lt;/a&gt;Eine Wittwe hatte zwei Töchter, davon war die eine schön und fleißig, die andere häßlich und faul. Sie hatte aber die häßliche und faule viel lieber, und die andere mußte alle Arbeit tun und war recht der Aschenputtel im Haus. Einmal war das Mädchen hinausgegangen, Wasser zu holen, und wie es sich bückte den Eimer aus dem Brunnen zu ziehen, bückte es sich zu tief und fiel hinein. Und als es erwachte und wieder zu sich kam, war es auf einer schönen Wiese, da schien die Sonne und waren viel tausend Blumen. Auf der Wiese ging sie fort und kam zu einem Backofen, der war voller Brot; das Brot aber rief: &quot;Ach zieh mich 'raus, zieh mich 'raus, sonst verbrenn' ich, ich bin schon längst ausgebacken!&quot; da trat es fleißig herzu und holte alles heraus. Danach ging es weiter und kam zu einem Baum, der hing voll Aepfel und rief ihm zu: &quot;Ach! schüttel mich! schüttel mich! wir Äpfel sind allemiteinander reif!&quot; Da schüttelte es den Baum, daß die Aepfel fielen, als regenten sie, solang bis keiner mehr oben war, danach ging es wieder fort. Endlich kam es zu einem kleinen Haus, daraus guckte eine alte Frau, weil sie aber so große Zähne hatte, ward ihm Angst und es wollte fortlaufen. Die alte Frau aber rief ihm nach: &quot;Fürchte dich nicht, liebes Kind, bleib bei mir, wenn du alle Arbeit im Haus ordentlich tust, so soll dir`s gut gehn: nur mußt du recht darauf Acht geben daß du mein Bett gut machst, und es fleißig aufschüttelst, daß die Federn fliegen, dann schneit es in der Welt; ich bin die Frau Holle.&quot; Weil die Alte so gut sprach, willigte das Mädchen ein und begab sich in ihren Dienst. Es besorgte auch alles nach ihrer Zufriedenheit und schüttelte ihr das Bett immer gewaltig auf, dafür hatte es auch ein gutes Leben bei ihr, kein böses Wort und alle Tage Gesottenes und Gebratenes. Nun war es eine Zeitlang bei der Frau Holle, da ward es traurig in seinem Herzen und ob es hier gleich viel tausendmal besser war, als zu Hause, so hatte es doch ein Verlangen dahin; endlich sagte es zu ihr: &quot;ich habe den Jammer nach Haus kriegt, und wenn es mir auch noch so gut hier geht, so kann ich doch nicht länger bleiben.&quot; Die Frau Holle sagte: &quot;du hast Recht und weil du mir so treu gedient hast, so will ich dich selber wieder hinaufbringen.&quot; Sie nahm es darauf bei der Hand und führte es vor ein großes Tor. Das ward aufgetan und wie das Mädchen darunter stand, fiel ein gewaltiger Goldregen, und alles Gold blieb an ihm hängen, so daß es über und über davon bedeckt war. &quot;Das sollst du haben, weil du so fleißig gewesen bist.&quot; sprach die Frau Holle. Darauf ward das Tor verschlossen und es war oben auf der Welt - da ging es heim zu seiner Mutter und weil es so mit Gold bedeckt ankam, ward es gut aufgenommen.&lt;br/&gt;Als die Mutter hörte, wie es zu dem Reichtum gekommen, wollte sie der andern schönen und faulen Tochter gern dasselbe Glück verschaffen, und sie mußte sich auch in den Brunnen stürzen. Sie erwachte, wie die andere auf der schönen Wiese und ging auf demselben Pfad weiter. Als sie zu dem Backofen gelangte, schrie das Brot wieder: &quot;Ach zieh mich 'raus, zieh mich 'raus, sonst verbrenn ich, ich bin schon längst ausgebacken!&quot; die Faule aber antwortete: &quot;da hätt' ich Lust, mich schmutzig zu machen!&quot; und ging fort. Bald kam sie zu dem Apfelbaum, der rief: &quot;Ach schüttel mich! schüttel mich! wir Äpfel sind alle mit einander reif&quot; sie antwortete aber: &quot;du kommst mir recht, es könnt mir einer auf den Kopf fallen!&quot; ging weiter. Als sie vor der Frau Holle Haus kam, fürchtete sie sich nicht, weil sie von ihren großen Zähnen schon gehört hatte, und verdingte sich gleich zu ihr. Am ersten Tag tat sie sich Gewalt an und war fleißig und folgte der Frau Holle, wenn sie ihr etwas sagte, denn sie gedachte an das viele Gold, daß sie ihr schenken würde; am zweiten Tag aber fing sie schon an zu faullenzen, am dritten noch mehr, da wollte sie Morgens schon gar nicht mehr aufstehen, sie machte auch der Frau Holle das Bett schlecht und schüttelte es nicht recht, daß die Federn aufflogen. Das ward die Frau Holle bald müd und sagte der Faulen den Dienst auf. Die war es wohl zufrieden und meinte nun werde der Goldregen kommen, die Frau Holle führte sie auch hin zu dem Tor als sie aber darunter stand, ward statt des Golds ein großer Kessel voll Pech ausgeschüttet. &quot;Das ist zur Belohnung deiner Dienste&quot; sagte die Frau Holle und schloß das Tor zu. Da kam die Faule heim, ganz mit Pech bedeckt, und das hat ihr Lebtag nicht wieder abgehen wollen.&lt;br/&gt;
                        &lt;br /&gt;
                        &lt;p&gt;
                            &lt;a href=&quot;http://www.podcast.de/episode/1458348/Frau%252BHolle/&quot;&gt;Zur Detailseite bei podcast.de&lt;/a&gt;
                            &lt;br /&gt;
                            &lt;a href=&quot;http://www.podcast.de/episode/1458348/Frau%252BHolle/#comments&quot;&gt;Kommentare lesen&lt;/a&gt;
                            &lt;br /&gt;
                            &lt;a href=&quot;http://www.podcast.de/episode/1458348/herunterladen/&quot;&gt;Sendung hier herunterladen&lt;/a&gt;
                        &lt;/p&gt;
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                        <title>Sechse kommen durch die ganze Welt</title>
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                                    <description>&lt;a href=&quot;http://web.me.com/einemaer/M%C3%A4rchen-Online/Media/SechseKommen.m4a&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://web.me.com/einemaer/M%C3%A4rchen-Online/Podcast_Grimms_M%C3%A4rchen/Media/Der%20gestohlene%20Heller_23.jpg&quot; style=&quot;float:left; padding-right:10px; padding-bottom:10px; width:149px; height:149px;&quot;/&gt;&lt;/a&gt;Sechse kommen durch die Ganze Welt&lt;br/&gt;Es war einmal ein Mann, der verstand allerlei Künste: er diente im Krieg und hielt sich brav und tapfer, aber als der Krieg zu Ende war, bekam er den Abschied und drei Heller Zehrgeld auf den Weg. &quot;Wart&quot;, sprach er, &quot;das lass' ich mir nicht gefallen, finde ich die rechten Leute, so soll mir der König noch die Schätze des ganzen Landes herausgeben.&quot; Da ging er voll Zorn in den Wald und sah einen darin stehen, der hatte Sechs Bäume ausgerupft, als wären's Kornhalme. Sprach er zu ihm: &quot;Willst du mein Diener sein und mit mir gehen?&quot; - &quot;Ja&quot;, antwortete er, &quot;aber erst will ich meiner Mutter das Wellchen Holz heimbringen&quot;, und nahm einen von den Bäumen und wickelte ihn um die fünf anderen, hob die Welle auf die Schulter und trug sie fort. Dann kam er wieder und ging zu seinem Herrn, der sprach: &quot;Wir zwei sollten wohl durch die ganze Welt kommen.&quot; Und als sie ein Weilchen gegangen waren, fanden sie einen Jäger, der lag auf den Knien, hatte die Büchse angelegt und zielte. Sprach der Herr zu ihm: &quot;Jäger, was willst du schießen?&quot; - Er antwortete: &quot;Zwei Meilen von hier sitzt eine Fliege auf dem Ast eines Eichbaums' der will ich das linke Auge herausschießen.&quot; - &quot;Oh, geh mit mir,&quot; sprach der Mann, &quot;wenn wir drei zusammen sind, sollten wir wohl durch die ganze Welt kommen.&quot; Der Jäger war bereit und ging mit ihm, und sie kamen zu sieben Windmühlen, deren Flügel trieben ganz hastig herum, und ging doch links und rechts kein Wind, und bewegte sich kein Blättchen. Da sprach der Mann: &quot;Ich weiß nicht, was die Windmühlen treibt, es regt sich ja kein Lüftchen&quot;, und ging mit seinem Diener weiter, und als sie zwei Meilen fortgegangen waren, sahen sie einen auf einem Baum sitzen, der hielt das eine Nasenloch zu und blies aus dem andere n. &quot;Mein, was treibst du da oben?&quot; fragte der Mann. - Er antwortete: &quot;Zwei Meilen von hier stehen sieben Windmühlen, seht, die blase ich an, dass sie laufen.&quot; - &quot;Oh, geh mit mir&quot;, sprach der Mann, &quot;wenn wir vier zusammen sind, sollten wir wohl durch die ganze Welt kommen.&quot; Da stieg der Bläser herab und ging mit, und über eine Zeit sahen sie einen, der stand auf einem Bein und hatte das andere abgeschnallt und neben sich gelegt. Da sprach der Herr: &quot;Du hast dir's ja bequem gemacht !&quot; - &quot;Ich bin ein Läufer&quot;, antwortete er, &quot;und damit ich nicht gar zu schnell springe, habe ich mir das eine Bein abgeschnallt; wenn ich mit zwei Beinen laufe, so geht es geschwinder als ein Vogel fliegt.&quot; - &quot;Oh, geh mit mir, wenn wir fünf zusammen sind, sollten wir wohl durch die ganze Welt kommen.&quot; Da ging er mit, und gar nicht lang, so begegneten sie einem, der hatte ein Hütchen auf, hatte es aber ganz auf dem einen Ohr   sitzen. Da sprach der Herr zu ihm: &quot;Manierlich! Manierlich! Häng deinen Hut doch nicht auf ein Ohr, du siehst ja aus wie ein Hans Narr.&quot; - &quot;Ich darf's nicht tun&quot;, sprach der andere, &quot;denn setz' ich meinen Hut gerad, so kommt ein gewaltiger Frost, und die Vögel unter dem Himmel erfrieren und fallen tot zur Erde.&quot; - &quot;Oh, geh mit mir&quot;, sprach der Herr, &quot;wenn wir Sechs zusammen sind, sollten wir wohl durch die ganze Welt kommen.&quot;&lt;br/&gt;Nun gingen die Sechse in eine Stadt, wo der König hatte bekannt machen lassen, wer mit seiner Tochter um die Wette laufen wollte und den Sieg davontrüge, der sollte ihr Gemahl werden; wer aber verlöre, müsste auch seinen Kopf hergeben. Da meldete sich der Mann und sprach: &quot;Ich will aber meinen Diener für mich laufen lassen.&quot; - Der König antwortete: &quot;Dann musst du auch noch dessen Leben zum Pfand setzen, also dass sein und dein Kopf für den Sieg haften.&quot; Als das verabredet und fest gemacht war, schnallte der Mann dem Läufer das andere Bein an und sprach zu ihm: &quot;Nun sei hurtig und hilf, dass wir siegen.&quot; Es war aber bestimmt, dass wer am ersten Wasser aus einem weit abgelegenen Brunnen brächte, der sollte Sieger sein. Nun bekam der Läufer einen Krug, und die Königstochter auch einen, und sie fingen zu gleichen Zeit zu laufen an: aber in einem Augenblick, als die Königstochter erst eine kleine Strecke fort war, konnte den Läufer schon kein Zuschauer mehr sehen, und es war nicht anders, als wäre der Wind vorbeigesaust. In kurzer Zeit langte er bei dem Brunnen an, schöpfte den Krug voll Wasser und kehrte wieder um. Mitten aber auf dem Heimweg überkam ihn eine Müdigkeit; da setzte er den Krug hin, legte sich nieder und schlief ein. Er hatte aber einen Pferdeschädel, der da auf der Erde lag, zum Kopfkissen gemacht, damit er hart läge und bald wieder erwache. Indessen war die Königstochter, die auch gut laufen konnte, so gut es ein gewöhnlicher Mensch vermag, bei dem Brunnen angelangt und eilte mit ihrem Krug voll Wasser zurück, und als sie den Läufer liegen und schlafen sah, war sie froh und sprach: &quot;Der Feind ist in meine Hände gegeben&quot;, leerte seinen Krug aus und sprang weiter. Nun wäre alles verloren gewesen, wenn nicht zu gutem Glück der Jäger mit seinen scharfen Augen oben auf dem Schloss gestanden und alles mit angesehen hätte. Da sprach er: &quot;Die Königstochter soll doch gegen uns nicht aufkommen&quot;, lud seine Büchse und schoss so geschickt, dass er dem Läufer den Pferdeschädel unter dem Kopf wegschoss, ohne ihm weh zu tun. Da erwachte der Läufer, sprang in die Höhe und sah, dass sein Krug leer und die Königstochter schon weit voraus war. Aber er verlor nicht den Mut, lief mit dem Krug wieder zum Brunnen zurück, schöpfte aufs neue Wasser und war noch zehn Minuten eher als die Königstochter daheim. &quot;Seht ihr&quot;, sprach er, &quot;jetzt hab' ich erst die Beine aufgehoben, vorher war's gar kein Laufen zu nennen.&quot;&lt;br/&gt;Den König aber kränkte es und seine Tochter noch mehr, dass sie so ein gemeiner, abgedankter Soldat davontragen sollte; sie beratschlagten miteinander, wie sie ihn samt seinen Gesellen los würden. Da sprach der König zu ihr: &quot;Ich habe ein Mittel gefunden, lass dir nicht bange sein, sie sollen nicht wieder heim kommen.&quot; - Und sprach zu ihnen: &quot;Ihr sollt euch nun zusammen lustig machen, essen und trinken&quot;, und führte sie zu einer Stube, die hatte einen Boden von Eisen, und die Türen waren auch von Eisen, und die Fenster waren mit eisernen Gittern verwahrt. In der Stube war eine Tafel mit köstlichen Speisen besetzt, da sprach der König zu ihnen: &quot;Geht hinein und lasst es euch wohl sein.&quot; Und wie sie darinnen waren, ließ er die Türe verschließen und verriegeln. Dann ließ er den Koch kommen und befahl ihm, ein Feuer so lang unter die Stube zu machen, bis das Eisen glühend würde. Das tat der Koch, und es fing an und ward den Sechsen in der Stube, während sie an der Tafel saßen, ganz warm, und sie meinten, das käme vom Essen; als aber die Hitze immer größer ward, und sie hinaus wollten, Türe und Fenster aber verschlossen fanden, da merkten sie, dass der König Böses im Sinne gehabt hatte und sie ersticken wollte. &quot;Es soll ihm aber nicht gelingen&quot;, sprach der mit dem Hütchen, &quot;ich will einen Frost kommen lassen, vor dem sich das Feuer schämen und verkriechen soll.&quot; Da setzte er sein Hütchen gerade, und alsobald fiel ein Frost, dass alle Hitze verschwand, und die Speisen auf den Schüsseln anfingen zu frieren. Als nun ein paar Stunden herum waren, und der König glaubte, sie wären in der Hitze verschmachtet, ließ er die Türen öffnen und wollte selbst nach ihnen sehen. Aber wie die Türe aufging, standen sie alle Sechs da, frisch und gesund, und sagten, es wäre ihnen lieb, dass sie heraus könnten, sich zu wärmen; denn bei der großen Kälte in der Stube frören die Speisen an den Schüsseln fest. Da ging der König voll Zorn hinab zu dem Koch, schalt ihn und fragte, warum er nicht getan hätte, was ihm wäre befohlen worden. Der Koch aber antwortete: &quot;Es ist Glut genug da, seht nur selbst.&quot; Da sah der König, dass ein gewaltiges Feuer unter der Eisenstube brannte, und merkte, dass er den Sechsen auf diese Weise nichts anhaben könnte.&lt;br/&gt;Nun sann der König aufs neue, wie er der bösen Gäste los würde, ließ den Meister kommen und sprach: &quot;Willst du Geld nehmen und dein Recht auf meine Tochter aufgeben, so sollst du haben, soviel du willst.&quot; - &quot;0 ja, Herr König&quot;, antwortete er, &quot;gebt mir so viel, als mein Diener tragen kann, so verlange ich eure Tochter nicht.&quot; - Da war der König zufrieden, und jener sprach weiter: &quot;So will ich in vierzehn Tagen kommen und es holen.&quot; Darauf rief er alle Schneider aus dem ganzen Reich herbei, die mussten vierzehn Tage lang sitzen und einen Sack nähen. Und als er fertig war, musste der Starke, welcher Bäume ausrupfen konnte, den Sack auf die Schulter nehmen und mit ihm zu dem König gehen. Da sprach der König: &quot;Was ist das für ein gewaltiger Kerl, der den hausgroßen Ballen Leinwand auf der Schulter trägt?&quot;, erschrak und dachte. &quot;Was wird der für Gold wegschleppen!&quot; Da ließ er eine Tonne Gold herbringen, die mussten sechzehn der stärksten Männer tragen, aber der Starke packte sie mit einer Hand und steckte sie in den Sack und sprach: &quot;Warum bringt ihr nicht gleich mehr? Das deckt ja kaum den Boden.&quot; Da ließ der König nach und nach seinen ganzen Schatz herbeitragen, den schob der Starke in den Sack hinein, und der Sack ward davon noch nicht zur Hälfte voll. &quot;Schafft mehr herbei&quot;, rief er, &quot;die paar Brocken füllen nicht.&quot; Da mussten noch siebentausend Wagen mit Gold in dem ganzen Reich zusammengefahren werden: die schob der Starke samt den vorgespannten Ochsen in seinen Sack. &quot;Ich will's nicht lange besehen&quot;, sprach er, &quot;und nehme was kommt, damit der Sack nur voll wird.&quot; Wie alles darin stak, ging doch noch viel hinein, da sprach er: &quot;Ich will dem Ding nun ein Ende machen; man bindet wohl einmal einen Sack zu, wenn er auch noch nicht voll ist.&quot; Dann huckte er ihn auf den Rücken und ging mit seinen Gesellen fort.&lt;br/&gt;Als der König nun sah, wie der einzige Mann des ganzen Reiches Reichtum forttrug, ward er zornig und ließ seine Reitereien aufsitzen, die sollten den Sechsen nachjagen und hatten Befehl, dem Starken den Sack wieder abzunehmen. Zwei Regimenter holten sie bald ein und riefen ihnen zu: &quot;Ihr seid Gefangene, legt den Sack mit dem Gold nieder, oder ihr werdet zusammengehauen.&quot; - &quot;Was sagt ihr?&quot; sprach der Bläser, &quot;wir wären Gefangene? Eher sollt ihr sämtlich in der Luft herumtanzen&quot;, hielt das eine Nasenloch zu und blies mit dem anderen die beiden Regimenter an, da fuhren sie auseinander und in die blaue Luft über alle Berge weg, der eine hierhin, der andere dorthin. Ein Feldwebel rief um Gnade, er hätte neun Wunden und wäre ein braver Kerl, der den Schimpf nicht verdiente. Da ließ der Bläser ein wenig nach, so dass er ohne Schaden wieder herabkam; dann sprach er zu ihm: &quot;Nun geh heim zum König und sag, er sollte nur noch mehr Reiterei schicken, ich wollte sie alle in die Luft blasen.&quot; Der König, als er den Bescheid vernahm, sprach: &quot;Lasst die Kerle gehen, die haben etwas an sich.&quot; Da brachten die Sechs den Reichtum heim, teilten ihn unter sich und lebten vergnügt bis an ihr Ende.&lt;br/&gt;
                        &lt;br /&gt;
                        &lt;p&gt;
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                        &lt;/p&gt;
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                        <title>Rumpelstilzchen</title>
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                                    <description>&lt;a href=&quot;http://web.me.com/einemaer/M%C3%A4rchen-Online/Media/Rumpelstilzchen-1.m4a&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://web.me.com/einemaer/M%C3%A4rchen-Online/Podcast_Grimms_M%C3%A4rchen/Media/Rumpelstilzchen-1_1.jpg&quot; style=&quot;float:left; padding-right:10px; padding-bottom:10px; width:149px; height:149px;&quot;/&gt;&lt;/a&gt;Rumpelstielzchen&lt;br/&gt;Es war einmal ein Müller, der war arm, aber er hatte eine schöne Tochter. Nun traf es sich, dass er mit dem König zu sprechen kam, und um sich  ein Ansehen zu geben, sagte er zu ihm: ,,Ich habe eine Tochter, die kann Stroh zu Gold spinnen.&quot; Der König sprach  zum Müller: ,,Das ist eine Kunst, die mir wohlgefällt;  wenn deine Tochter so geschickt ist, wie du sagst, so bring' sie morgen in mein Schloss, da will ich sie auf die Probe stellen.&quot; Als nun das Mädchen zu ihm gebracht ward, führte er es in eine Kammer, die ganz voll Stroh lag, gab ihr Rad und Haspel und sprach: ,,Jetzt mache dich an die Arbeit, und wenn du diese Nacht durch bis morgen früh dieses Stroh nicht zu Gold versponnen hast, so musst du sterben!&quot; Dann verschloss er die Kammer selbst und sie blieb allein darin.&lt;br/&gt;Da saß nun die arme Müllerstochter und wusste um ihr Leben keinen Rat; sie verstand gar nichts davon, wie man Stroh zu Gold spinnen konnte, und ihre Angst ward immer größer, dass sie endlich zu weinen anfing. Da ging auf einmal die Türe auf, und ein kleines Männchen trat herein und sprach: ,,Guten Abend, Jungfer Müllerin, warum weinst du so sehr?&quot; - ,,Ach&quot;, antwortete das  Mädchen, ,,ich soll Stroh zu Gold spinnen und verstehe das nicht.&quot; Sprach das Männchen: ,,Was gibst du mir, wenn ich dir's spinne?&quot;  ,,Mein Halsband&quot;, sagte das Mädchen. Das Männchen nahm das Halsband, setzte sich vor das Rädchen, und schnurr, schnurr, schnurr, dreimal gezogen, war die Spule voll. Dann steckte es eine andere auf, und schnurr, schnurr, schnurr, dreimal gezogen, war auch die zweite voll; und so ging's fort bis zum Morgen, da war alles Stroh versponnen, und alle Spulen waren voll Gold. B ei Sonnenaufgang kam schon der König, und als er das Gold erblickte, erstaunte er und freute sich; aber sein Herz ward nur noch goldgieriger. Er ließ die Müllerstochter in eine andere Kammer voll Stroh bringen, die noch viel größer war, und befahl ihr, das auch in einer Nacht zu spinnen, wenn ihr das Leben lieb wäre.&lt;br/&gt;Das Mädchen wusste sich nicht zu helfen und weinte; da ging abermals die Tür auf, und das kleine Männchen erschien und sprach: ,,Was gibst du mir, wenn ich dir das Stroh zu Gold spinne?&quot; -&quot;Meinen Ring vom Finger&quot;, antwortete das Mädchen. Das Männchen nahm den Ring, fing wieder an zu schnurren mit dem Rade und hatte bis zum Morgen alles Stroh zu glänzendem Gold gesponnen. Der König freute sich über die Maßen bei dem Anblick, war aber noch immer nicht Goldes satt, sondern ließ die Müllerstochter in eine noch größere Kammer voll Stroh bringen und sprach: ,,Die musst du noch in dieser Nacht verspinnen, gelingt dir's aber, sollst du meine Gemahlin werden.&quot; ,,Wenn's auch eine Müllerstochter ist&quot;, dachte er, ,,eine reichere Frau finde ich in der ganzen Welt nicht.&quot; Als das Mädchen allein war, kam das Männlein zum dritten Mal wieder und sprach: ,,Was gibst du mir, wenn ich dir noch diesmal das Stroh spinne?&quot; ,,Ich habe nichts mehr, das ich geben könnte&quot;, antwortete das Mädchen. ,,So versprich mir, wenn du Königin wirst, dein erstes Kind.&quot; - ,,Wer weiß, wie das noch geht&quot;, dachte die Müllerstochter und wusste sich auch in der Not nicht anders zu helfen; sie versprach also dem Männchen, was es verlangte, und das Männchen spann dafür noch einmal das Stroh zu Gold. Und als am Morgen der König kam und alles fand, wie er gewünscht hatte, so  hielt er Hochzeit mit ihr, und die schöne Müllerstochter ward eine Königin.Ü          ber ein Jahr bekam die Königin ein schönes Kind zur Welt und dachte gar nicht mehr an das Männchen. Da trat es plötzlich in ihre Kammer und sprach: ,,Nun gib mir, was du versprochen hast.&quot; Die Königin erschrak und bot dem Männchen alle Reichtümer des Königreichs an, wenn es ihr das Kind lassen wollte; aber das Männchen sprach: ,,Nein, etwas Lebendiges ist mir lieber als alle Schätze der Weit. Da fing die Königin so an zu jammern und zu weinen, dass das Männchen Mitleid bekam: ,,Drei Tage will ich dir Zeit lassen&quot;, sprach es, ,,wenn du bis dahin meinen Namen weißt, sollst du dein Kind behalten.&quot;  Nun besann sich die Königin die ganze Nacht über auf alle Namen, die sie jemals gehört hatte, und schickte einen Boten über‘s Land, der sollte sich erkundigen weit und breit, was es sonst noch für Namen gäbe. Als am andern Tag das Männchen kam, fing sie an mit Kaspar, Melchior, Balzer und sagte alle Namen, die sie wusste, nach der Reihe her; aber bei jedem sprach das Männlein: ,,So heiß' ich nicht.&quot; Den zweiten Tag ließ sie in der Nachbarschaft herum fragen, wie die Leute da genannt würden, und sagte dem Männlein die ungewöhnlichsten und seltsamsten Namen vor: ,,Heißt du vielleicht Rippenbiest oder Hammelwade oder Schnürbein?&quot; aber es antwortete immer: ,,So heiß ich nicht.&quot;D             en dritten Tag kam der Bote wieder zurück und erzählte: ,,Neue Namen habe ich keinen einzigen finden können, aber wie ich an einen hohen Berg um die Waldecke kam, wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen, sah ich da ein kleines Haus, und vor dem Hause brannte ein Feuer, und um das Feuer sprang ein gar zu lächerliches Männchen, hüpfte auf einem Bein und schrie:&lt;br/&gt; ,Heute back' ich, morgen brau' ich, übermorgen hol' ich der Königin ihr Kind; Ach, wie gut ist‘s, dass niemand weiß, Dass ich Rumpelstilzchen heiß'!&quot;&lt;br/&gt;Da könnt ihr denken. wie die Königin froh war, als sie den Namen hörte, und als bald hernach das Männlein hereintrat und fragte: ,,Nun, Frau Königin, wie heiß' ich?&quot; fragte sie erst: ,,Heißt du Kunz?&quot; ,,Nein.&quot; ,,Heißt du Heinz?&quot; - ,,Nein.&quot; - ,,Heißt du vielleicht Rumpelstilzchen?&quot; - ,,Das hat dir der Teufel gesagt, das hat dir der Teufel gesagt!&quot; schrie das Männlein und stieß mit dem rechten Fuß vor Zorn so tief in die Erde, dass es bis an den Leib hineinfuhr, dann packte es in seiner Wut den linken Fuß mit beiden Händen und riss sich selbst mitten entzwei.&lt;br/&gt;
                        &lt;br /&gt;
                        &lt;p&gt;
                            &lt;a href=&quot;http://www.podcast.de/episode/1459613/Rumpelstilzchen/&quot;&gt;Zur Detailseite bei podcast.de&lt;/a&gt;
                            &lt;br /&gt;
                            &lt;a href=&quot;http://www.podcast.de/episode/1459613/Rumpelstilzchen/#comments&quot;&gt;Kommentare lesen&lt;/a&gt;
                            &lt;br /&gt;
                            &lt;a href=&quot;http://www.podcast.de/episode/1459613/herunterladen/&quot;&gt;Sendung hier herunterladen&lt;/a&gt;
                        &lt;/p&gt;
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                        <title>Der Froschkönig</title>
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                                    <description>&lt;a href=&quot;http://web.me.com/einemaer/M%C3%A4rchen-Online/Media/Der_Froschko%CC%88nig-1.m4a&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://web.me.com/einemaer/M%C3%A4rchen-Online/Podcast_Grimms_M%C3%A4rchen/Media/Der_Froschkoenig_1.jpg&quot; style=&quot;float:left; padding-right:10px; padding-bottom:10px; width:149px; height:149px;&quot;/&gt;&lt;/a&gt;In den alten Zeiten, lebte ein König, dessen  Töchter waren alle schön; aber die jüngste war so schön, dass sich die Sonne selber,  die doch schon so vieles gesehen hat, verwunderte, sooft sie ihr ins Gesicht schien. Nahe  bei dem Schlosse des Königs lag ein großer, dunkler Wald, und in dem Walde unter einer  alten Linde war ein Brunnen. Wenn nun der Tag sehr heiß war, ging das Königskind hinaus  in den Wald und setzte sich an den Rand des kühlen Brunnens, und wenn sie Langeweile  hatte, nahm sie eine goldene Kugel, warf sie in die Höhe und fing sie wieder; und das war  ihr liebstes Spielwerk.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Nun trug es sich einmal zu, dass die goldene Kugel der  Königstochter nicht in ihr Händchen fiel, das sie in die Höhe gehalten hatte, sondern  vorbei auf&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;die Erde schlug und geradezu ins Wasser hineinrollte. Die  Königstochter folgte ihr mit den Augen nach, aber die Kugel verschwand, und der&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Brunnen war tief, so tief, dass man keinen Grund sah. Da  fing sie an zu weinen und weinte immer lauter und konnte sich gar nicht trösten. Und wie  sie so klagte, rief ihr jemand zu: ,,Was hast du vor, Königstochter? Du schreist ja,  dass sich ein Stein erbarmen möchte.&quot; Sie sah sich um, woher die Stimme kam, da erblickte  sie einen Frosch, der seinen dicken, hässlichen Kopf aus dem Wasser streckte. ,,Ach, du  bist's, alter Wasser-patscher?&quot; sagte sie. ,,Ich weine über meine goldene Kugel, die  mir in den Brunnen hinabgefallen ist.&quot; - ,,Sei still und Weine nicht&quot;,  antwortete der Frosch, ,,ich kann wohl Rat schaffen; aber was gibst du mir, wenn ich dein  Spielwerk wieder heraufhole?&quot; - ,,Was du haben willst, lieber Frosch&quot;, sagte  sie, ,,meine Kleider, meine Perlen und Edelsteine, auch noch die goldene Krone, die ich  trage.&quot; Der Frosch antwortete: ,,Deine Kleider, deine Perlen und Edelsteine und deine  goldene Krone, die mag ich nicht; aber wenn du mich lieb haben willst, und ich soll dein  Geselle und Spielkamerad sein, an deinem Tischlein neben dir sitzen, von deinem goldenen  Tellerlein essen, aus deinem Becherlein trinken, in deinem Bettlein schlafen -wenn du mir  das versprichst, so will ich hinunterspringen und dir die goldene Kugel wieder  heraufholen.&quot; -,,Ach ja&quot;, sagte sie, ,,ich verspreche dir alles, was du willst,  wenn du mir nur die Kugel wiederbringst.&quot; Sie dachte aber: ,,Was der einfältige  Frosch schwätzt! Der sitzt im Wasser bei seinesgleichen und quakt und kann keines  Menschen Geselle sein.&quot;&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Der Frosch, als er die Zusage erhalten hatte, tauchte  seinen Kopf unter, sank hinab, und über ein Weilchen er wieder heraufgerudert, hatte die  Kugel im Maul und warf sie ins Gras. Die Königstochter war voll Freude, als sie ihr  schönes Spielwerk wieder erblickte, hob es auf und sprang damit fort. ,,Warte,  warte&quot;, rief der Frosch, ,,nimm mich mit, ich kann nicht so laufen wie du!&quot; Aber  was half es ihm, dass er ihr sein ,,Quak Quak&quot; so laut nachschrie, als er konnte! Sie  hörte nicht darauf, eilte nach Hause und hatte den armen Frosch vergessen, der wieder in  seinen Brunnen hinabsteigen musste. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Am andern Tage, als sie sich mit dem König und allen  Hofleuten zur Tafel gesetzt hatte und von ihrem goldenen Tellerlein aß, da kam, plitsch  platsch, plitsch platsch, etwas die Marmortreppe heraufgekrochen, und als es oben  angelangt war, klopfte es an die Tür und rief: ,,Königstochter, jüngste, mach'  mir auf&quot;' Sie lief und wollte sehen, wer draußen wäre; als sie aber aufmachte, saß der  Frosch davor. Da warf sie die Tür hastig zu, setzte sich wieder an den Tisch, und war ihr  ganz angst. Der König sah wohl, dass ihr das Herz gewaltig klopfte, und sprach: ,,Mein  Kind, was fürchtest du dich? Steht etwa ein Riese vor der Tür und will dich holen?&quot;  - ,,Ach nein&quot;, antwortete sie, ,,es ist kein Riese, sondern ein garstiger  Frosch.&quot; - ,,Was will der Frosch von dir?&quot; - ,,Ach lieber Vater, als ich gestern im Wald bei dem Brunnen saß und spielte, da fiel meine goldene Kugel ins Wasser. Und weil  ich so weinte, hat sie der Frosch wieder heraufgeholt, und weil er es durchaus verlangte,  so versprach ich ihm, er solle mein Geselle werden; ich dachte aber nimrnermehr' dass er  aus seinem Wasser herauskönnte. Nun ist er draußen und will zu mir herein.&quot; Indem  klopfte es zum zweitenmal und rief:&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;,,Königstochter, jüngste,&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Mach' mir auf!&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Weißt du nicht, was gestern&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Du zu mir gesagt&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Bei dem kühlen Brunnenwasser?&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Königstochter, jüngste,&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Mach' mir auf!&quot;&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Da sagte der König: ,,Was du versprochen hast, das  musst du auch halten; geh' nur und mach' ihm auf.&quot; Sie ging und öffnete die Tür; da  hüpfte der Frosch herein, ihr immer auf dem Fuße nach, bis zu ihrem Stuhl. Da saß er  und rief: ,,Heb' mich hinauf zu dir!&quot; Sie zauderte, bis es endlich der König befahl.  Als der Frosch erst auf dem Stuhle war, wollte er auf den Tisch, und als er da saß,  sprach er: ,,Nun schieb mir dein goldenes Tellerlein näher, damit wir zusammen  essen.&quot; Das tat sie zwar, aber man sah wohl, dass sie's nicht gern tat. Der Frosch  ließ sich's gut schmecken, aber ihr blieb fast jedes Bißlein im Halse. Endlich sprach  er: ,,Ich habe mich satt gegessen und bin müde, nun trag mich in dein Kämmerlein und  mach' dein seiden Bettlein zurecht, da wollen wir uns schlafen legen.&quot; Die  Königstochter fing an zu weinen und fürchtete sich vor dem kalten Frosch, den sie sich  nicht anzurühren getraute, und der nun in ihrem schönen, reinen Bettlein schlafen  sollte. Der König aber ward zornig und sprach: ,,Wer dir geholfen hat, als du in der Not  warst, den sollst du hernach nicht verachten.&quot; Da packte sie ihn mit zwei Fingern,  trug ihn hinauf und setzte ihn in eine Ecke. Als sie aber im Bette lag, kam er gekrochen  und sprach: ,,Ich bin müde, ich will schlafen so gut wie du; heb' mich hinauf, oder ich  sag's deinem Vater.&quot; Da ward sie erst bitterböse, holte ihn herauf, warf ihn aus  allen Kräften wider die Wand und sagte: ,,Nun wirst du Ruhe haben, du garstiger  Frosch!&quot; Als er aber herabfiel, war er kein Frosch, sondern ein Königssohn mit  schönen, freundlichen Augen. Der war nun nach ihres Vaters Willen ihr lieber Geselle und  Gemahl. Da erzählte er ihr, er wäre von einer bösen Hexe verwünscht worden, und  niemand hätte ihn aus dem Brunnen erlösen können als sie allein, und morgen wollten sie  zusammen in sein Reich gehen. Dann schliefen sie ein, und am andern Morgen, als die Sonne  sie aufweckte, kam ein Wagen herangefahren mit acht weißen Pferden bespannt, die hatten  weiße Straußenfedern auf dem Kopfe und gingen in goldenen Ketten, und hinten stand der  Diener des jungen Königs, das war der treue Heinrich. Der treue Heinrich hatte sich so  betrübt, als sein Herr in einen Frosch verwandelt worden war, dass er drei eiserne Bande  hatte um sein Herz legen lassen, damit es ihm nicht vor Weh und Traurigkeit zerspränge.  Der Wagen aber sollte den jungen König in sein Reich abholen; der treue Heinrich hob  beide hinein, stellte sich wieder hinten auf und war voller Freude über die Erlösung.  Und als sie ein Stück Wegs gefahren waren, hörte der Königssohn, dass es hinter ihm  krachte, als wäre etwas zerbrochen. Da drehte er sich um und rief: ,,Heinrich, der Wagen  bricht!&quot; &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;,,Nein, Herr, der Wagen nicht,&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Es ist ein Band von meinem Herzen,&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Das da lag in großen Schmerzen,&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Als Ihr in dem Brunnen saßt,&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Als Ihr ein Frosch wart.&quot;&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Noch einmal und noch einmal krachte es auf dem Wege, und  der Königssohn meinte immer, der Wagen bräche, und es waren doch nur die Bande, die vom  Herzen des treuen Heinrich absprangen, weil sein Herr erlöst und glücklich war&lt;br/&gt;
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