Deutsche Welle - Fokus Asien 08.12.08 17:14 Uhr
Audio Wieder Überfall auf NATO-Fahrzeuge in Pakistan
Gerade einmal 24 Stunden nach dem letzten Angriff auf einen Versorgungs-Transport haben Aufständische in der Nacht auf Montag mehr als 100 NATO-Fahrzeuge mit Nachschub für die Streitkräfte in Afghanistan zerstört.
Die Last- und Geländewagen befanden sich nach Polizeiangaben an einer Verladestation in der Nähe der nordwestpakistanischen Stadt Peschawar. Die Stadt liegt nur ca. 35 Kilometer von der Grenze nach Afghanistan entfernt und gilt als Schleusentor in die pakistanischen Stammesgebiete. Die meisten Versorgungslieferungen werden über diese Route ins Nachbarland transportiert. Die Angreifer hätten die Fahrzeuge mit Benzin übergossen und anschließend angezündet, sagte ein Polizeisprecher. Allerdings sei es den Feuerwehrleuten gelungen, 40 weitere Fahrzeuge vor der Zerstörung zu retten. Bei Anrücken der Polizei hätten die Täter die Flucht ergriffen.
Am Wochenende war es bereits zu einem ähnlichen Vorfall gekommen: In der Nacht auf Sonntag hatten rund 200 bewaffnete Taliban-Rebellen bei Peschawar fast 200 Fahrzeuge in Brand gesetzt und dabei auch einen Wächter getötet.
Auf den Spuren des Buddhismus in Pakistan
Heute sind Pakistan und Afghanistan islamische Staaten, doch die Region war nicht immer muslimisch geprägt. Vor rund 2000 Jahren erstreckte sich hier das antike buddhistische Königreich Gandhara. In seiner Blütezeit verlief es von Baktrien über den Hindukusch bis tief nach Nordindien hinein. Aus dieser Zeit stammten auch die einst größten Buddhastatuen der Welt im Tal von Bamiyan, die im März 2001 von den Taliban in die Luft gesprengt worden waren. "Gandhara - das buddhistische Erbe Pakistans" heißt eine Ausstellung, die derzeit in der Bonner Bundeskunsthalle zu sehen ist.
Vertriebene im eigenen Land - Tamilen in Sri Lanka
Seit über 25 Jahren herrscht nun Bürgerkrieg in Sri Lanka – zwischen tamilischen Rebellen im Norden und der singhalesischen Regierung; ein Krieg, der bis heute 80.000 Menschen das Leben kostete. Bis 2005 haben westliche Vermittler mit viel Engagement versucht, beide Seiten an den Verhandlungstisch zu bringen. Doch sie haben sich längst frustriert zurückgezogen. Selbst die UN-Flüchtlingsorganisation UNHCR hat das Konfliktgebiet geräumt. Nur wenige Hilfsorganisationen wie die „Deutsche Welthungerhilfe" arbeiten überhaupt noch im Norden der Insel – wo Regierungstruppen besonders heftig gegen die tamilischen Rebellen kämpfen. Thomas Kruchem hat das – für Journalisten eigentlich gesperrte – Krisengebiet besucht und dort mit Vertriebenen gesprochen.
Redaktion: Esther Broders / Thomas Latschan
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