Deutsche Welle - Quadriga: Der internationale Talk 24.10.08 21:30 Uhr

Deutsche Welle - Quadriga: Der internationale Talk

Video Quadriga: Der internationale Talk

Afghanistan – der Westen auf verlorenem Posten?2008 ist das bislang verlustreichste Jahr der Nato-Soldaten in Afghanistan. Mehr als 220 ISAF-Soldaten kamen allein in diesem Jahr ums Leben. Die meisten Opfer haben die Kandadier, Amerikaner und Briten im Süden des Landes. Vor allem aber fordert der Krieg sehr viele zivile Todesopfer. Der Westen hat immer größere Schwierigkeiten, die Lage in Afghanistan in den Griff zu bekommen. Die wirtschaftliche Lage bessert sich kaum, die Anschläge werden immer zahlreicher. Mindestens 3000 Menschen starben in diesem Jahr bereits durch Gewalt in dem Land. Sieben Jahre nun sind die Nato-Soldaten in Afghanistan stationiert und von einem Friedenseinsatz spricht kaum jemand mehr. Inzwischen mehren sich die Zweifel, dass die internationalen Truppen das Land von den Rebellen befreien können. Und es werden Forderungen laut, sich mit den Taliban auf diplomatischem Wege zu einigen. Ende September haben in Saudi-Arabien Delegationen der Taliban und der amtierenden Regierung Afghanistans erste Gespräche geführt. Dass es so weit gekommen ist, daran sei der Westen mitschuldig, sagen Kritiker der jetzigen Strategie. Diese Strategie, die zu sehr auf die militärische Option setze – so die Kritiker, halte an einem korrupten Regime fest, das keinen Rückhalt in der afghanischen Gesellschaft habe und sich ohne die westliche Hilfe nicht halten könnte. Aber auch das Konzept der „vernetzten Sicherheit“, das vor allem die Deutschen vertreten, scheint nicht wirklich zu greifen. Gäste der deutschen Sendung waren: Susanne Koelbl – Nach ihrer journalistischen Ausbildung in München arbeitet sie zunächst als Autorin für das Magazin der Süddeutschen Zeitung. 1991 geht sie nach Hamburg zum Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". Sie berichtet vorwiegend aus und über Kriegs- und Krisengebiete. Schwerpunkt ihrer Berichterstattung sind Länder wie Kosovo, Afghanistan, Iran und Syrien. Said Musa Samimy – Der Leiter der Dari- und Paschtu Programme von Deutsche Welle Hörfunk ist in Kabul geboren. Er studierte Wirtschaftswissenschaften in Kabul wie in Bonn. Er unterrichtete an der Universität Kabul und forschte an der Ruhr-Universität Bochum. Said Samimy ist zudem Autor diverser Bücher über Afghanistan. Marion Canute - Die Deutsch-Kanadierin ist in Montreal geboren und aufgewachsen. Als studierte Literaturwissenschaftlerin und Journalistin kam sie 1995 nach Deutschland, nach dem sie zuvor einige Jahre beim Schweizer Radio International in Bern gearbeitet hat. Marion Canute bereiste häufig Asien. Dort, speziell auch in Afghanistan, aber auch in Ruanda bildete sie Einheimische zu Journalisten aus. Ihre Schwerpunkte sind Politik und Umwelt.
Diese Folge ist ein Video aus der Serie des Podcast-Angebotes Deutsche Welle - Quadriga: Der internationale Talk.

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