Zündfunk - Generator - Bayern 2 10.04.11 22:05 Uhr

Zündfunk - Generator - Bayern 2

Audio "Ehe die Welt versinkt." Japan, Klischees und Katastrophen. Ein Gespräch mit Carl Mirwald alias CaMi Tokujiro. - 10.04.2011

Er hatte gerade seine Misosuppe zu Ende geschlürft, als der Boden des Restaurants zu beben beginnt. Er beschließt, nicht zu flüchten, sondern sich in die Kellnerin zu verlieben, ehe die Welt versinkt. So endet ein Song in japanischer Sprache, den Sänger Carl Mirwald alias CaMi Tokujiro für Shinto geschrieben hat. Shinto heißt die Band, die er, der Deutsch-Japaner und der österreichische Musiker Hans Platzgumer vor 13 Jahren gegründet haben. Oft sind sie in Japans Undergroundclubs aufgetreten, wo Shintos Texte irritierten: "Es ist ein Tabubruch, über Katastrophen oder Gewalt zu singen; bei einem Live-Auftritt im japanischen Staatsradio durften wir einige Songs nicht spielen", erzählt Mirwald. Nicht ohne Grund ist er 1987 von Tokio nach Marburg zum Studieren umgezogen: "Mir war Vieles in Japan zu eng und wenn man bikulturell aufwächst, muss man irgendwann eine eigene Position finden." Heute ist Mirwald Leiter der Montessori-Fachoberschule in München. Sein Blick auf die japanische Gesellschaft ist ein sehr kritischer, obwohl er "Japan liebt". Und gerne zerpflückt Carl Mirwald auch so manches Klischee, das wir Deutschen uns von seinem Heimatland so gerne machen.
Diese Folge ist eine Audio-Datei aus der Serie des Podcast-Angebotes Zündfunk - Generator - Bayern 2.

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