Widmar Puhl 30.01.11 12:01 Uhr

Widmar Puhl

Audio Remigius Geiser Vaterunser zimbrisch

Remigius Geiser von der Universität Salzburg ist wohl der einzige Mensch im deutschsprachigen Raum, der das Zimbrische perfekt beherrscht. Zimbrisch nennt man die Sprache der Zimbern, die vor rund 1000 Jahren aus Bayern wegen einer Hungersnot in die Bergregion zwischen Trient, Vicenza und Verona eingewandert sind - ein mittelhochdeutsches Bayerisch mit Anklängen an den Tiroler Dialekt und italienischen Lehnwörtern. Vor 200 Jahren sprachen noch 20 000 Menschen diese Sprache, die eigentlich jedes Germanistenherz höher schlagen lassen müsste. Aber inzwischen sind die Zimbern eine aussterbende deutsche Minderheit in Norditalien -weit südlich der offiziellen Sprachgrenze bei Salurn. Und die Germanisten wissen meist nicht einmal, dass es sie gibt. Hier eine Hörprobe: Das Vaterunser kennt jeder und kann also vergleichen, was fremd klingt und was vertraut. Am 8. Februar um 8.30 Uhr sendet SWR2 Wissen meinen Expeditionsbericht über einen Besuch bei den Zimbern. Leider ist die Zeit viel zu kurz für meine ganze "Ausbeute". Daher wird einiges hier in diesem Podcast erstmals zu hören sein. Für diesmal ist mein Speicherplatz zu klein; aber nächste Woche werde ich mein ganzes Interview mit Remigius Geiser an dieser Stelle podcasten, weil in der Sendung von 20 Minuten nur eine übrig blieb. Wer sich also für die Zimbern interessiert: Dran bleiben lohnt sich!
Diese Folge ist eine Audio-Datei aus der Serie des Podcast-Angebotes Widmar Puhl.

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