Audio Interview mit Horst Tappert - April 1988

Zeitreise: Schauspieler im Gespräch | Deutsche Welle Podcast13.04.11 12:45 Uhr

Interview mit Horst Tappert - April 1988

"Ich habe nicht erwartet, dass der Beruf so gut zu mir sein wird" – Horst Tapert blickt zurückIn seiner schauspielerischen Laufbahn hat er in unzähligen Filmen mitgewirkt, hat zahlreiche Rollen beim Theater übernommen, betätigte sich auch als Sprecher bei Hörspielen, doch zwei Filme scheinen seine Karriere besonders geprägt zu haben. Und es waren zugleich Filme, in denen er zwei gegensätzliche Gestalten mimte: die von Michael Donegan in "Die Gentlemen bitten zur Kasse" von 1966 und die von Stephan Derrick in der gleichnamigen ZDF-Serie von 1974. Horst Tappert wurde im Laufe der Jahre zum "Exportschlager" und zu einem der bekanntesten deutschen Schauspieler rund um den Globus. Ein Laie auf der Theaterbühne Und es hatte anfangs gar nicht den Anschein, dass sich hier eine große schauspielerische Karriere anbahnt. Geboren wurde Horst Tappert am 26.05.1923 in Wuppertal-Elberfeld in einer Beamtenfamile. Einer Lehre zum Kaufmann für Im- und Export folgte der Kriegsdienst, der am Ende des Zweiten Weltkrieges mit Kriegsgefangenschaft endete. Seine Karriere beim Theater begann er recht unkonventionell: in Stendal bewarb er sich zunächst zwar als Buchhalter, war aber zunächst als Hilfsarbeiter tätig. Als völliger Laie übernahm Horst Tappert seine erste Rolle an diesem Theater bereits 1945 – dort spielte er den Dr. Stiebel in dem Lustspiel "Die Flitterwochen" von Paul Helwig. So ermutigt nahm der Debütant dann doch Schauspielunterricht bei Paul Rose. Es folgten nun zahlreiche Engagements an verschiedenen Theatern – nicht selten in der Provinz – doch der große Durchbruch sollte erst bei Film und Fernsehen gelingen. Der Postzugräuber Man schrieb bereits das Jahr 1958, als man Horst Tappert die ersten Filmrollen angeboten hatte. "Die Wunderkinder", "Helden", "Die Trapp-Familie in Amerika" oder auch "Der öffentliche Ankläger" sind deutsche Filme, in denen der Schauspieler zunächst vor die Kamera trat. Doch es sollten noch zahlreiche andere Filmrollen folgen und weitere sieben Jahre ins Land gehen, bis Horst Tappert eine Rolle kreierte, die eine Zäsur in seiner Karriere bedeuten sollte. 1965 drehte die ARD den Film "Die Gentlemen bitten zur Kasse" – es ist die Verfilmung des spektakulären Postzugraubes in Großbritannien, der sich 1963 ereignete. In diesem Film wurde Horst Tappert die Rolle des Michael Donegan – der wahre Posträuber hieß Bruce Reynolds - anvertraut. Und sie wurde für ihn eine Paraderolle. Der Dreiteiler, der im Februar 1966 ausgestrahlt wurde, erwies sich als "Straßenfeger". Auch die Amerikaner haben an diesem Film Interesse gezeigt: sie schnitten die drei Teile zu einem Kinofilm um und zeigten ihn mit enormem Erfolg in den amerikanischen Kinos. Horst Tappert wurde nun zum "internationalen Top-Star", wie der Kölner Stadtanzeiger am 20.05.67 schrieb. Einen kleinen Beigeschmack hatte dieser Erfolg dennoch: es entstand der Eindruck, Tappert habe sich auf Bösewicht-Rollen spezialisiert, zumal auch der Film "Die Rechnung - eiskalt serviert", einer aus der Jerry-Cotton-Serie, in dem er den Bandenanführer Charles Anderson spielte, ebenfalls recht erfolgreich war. Doch der Film, der Horst Tappert zu einer Kultfigur machen sollte, flimmerte erst 1974 über die Mattscheiben. "Harry, hol schon mal den Wagen" "Wege ins Verbrechen" – so betitelte „Der Spiegel“ am 11.06.73 seinen Artikel, in dem er eine neue Serie des ZDF ankündigte. Dort ist unter anderem zu lesen: "In der Rolle eines honorigen Chefinspektors freilich dürfte der 187 Zentimeter-Mann mit kühlem, britischem Appeal durchaus am Platze sein." Die neue ZDF-Serie startete am 24.10.74, doch bereits nach drei gesendeten Folgen schreibt auch "Der Spiegel" am 2.12.74: "… Derrick ist schon am Beginn seines Serienlebens so morsch, wie 'Der Kommissar', den er doch ersetzten sollte, am Ende des seinen." Doch der anfängliche "Verriss" sollte sich als verfrüht erweisen. 24 Jahre lang erfreute sich diese Serie einer konstanten Beliebtheit. Und das nicht nur beim deutschen Fernsehpublikum. Oberinspektor Stephan Derrick entwickelte sich zu einem wahren "Exportschlager" des deutschen Fernsehens. Man sah ihn zusammen mit seinem Assistenten Inspektor Harry Klein im Laufe der Jahre in 108 Ländern – er wurde zu einem festen Begriff weltweit. Der berühmte Satz aus "Derrick": "Harry, hol schon mal den Wagen" soll übrigens nie gefallen und in keinem der "Derrick"-Drehbücher zu finden sein, doch es gibt einen, der ähnlich klingt. 1987 erklärte der inzwischen mit zahlreichen Ehrungen vielfach ausgezeichnete Horst Tappert seinen endgültigen Abschied von "Derrick". Über 280 Folgen waren inzwischen entstanden, doch an eine Fortsetzung dieser erfolgreichen Serie war nicht zu denken – hat der nun scheidende Schauspieler sie mit seiner Persönlichkeit so sehr beinflusst. Er starb am am 13.12.08 in München. Im April 1988 sprach Tony Schwägerl mit Horst Tappert über seine schauspielerische Laufbahn. Autor: Andreas Zemke Redaktion: Diana Redlich
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